"Psychosoziale Schranken" sind gerade keine juristischen


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Geschrieben von Oliver S. am 22. April 2008 00:14:11:

Als Antwort auf: Meine Gedanken zu "psychosozialen Schranken" geschrieben von AllgäuYeti (Karl Heinz) am 21. April 2008 20:44:09:

Hallo miteinander,

bin seit gestern aus dem Urlaub zurück und hatte noch keine Zeit, alle Beiträge der letzten Woche zu lesen. Aber was ich bis jetzt gesehen habe, gefällt mir :-)

Karl-Heinz' Post trifft ja nun genau mein Thema, deswegen antworte ich erstmal darauf, bevor ich von Barfuss (bzw. selten barfuss und warum) im Urlaub berichte.

Auch ich empfinde psychosoziale Schranken, die mich daran hindern, so konsequent barfuss zu gehen, wie ich eigentlich gerne wollte. Es geht dabei nicht um irgendwelche gesetzlichen Verbote, sondern schlicht um die - möglicherweise nur zu Unrecht befürchtete - Reaktion der Gesellschaft. Es ist zwar nicht verboten, aber was sollen die Leute denken? Etliche sind in der glücklichen Situation, das ihnen das egal sein kann. Vielen aber ist es nicht egal, obwohl es ihnen vielleicht egal sein könnte. Mir kann es nicht egal sein - warum habe ich bereits in diesem Post beschrieben:


www.f1.parsimony.net/forum994/messages/75229.htm


Deutlicher wird es vielleicht tatsächlich am FKK-Beispiel. Selbst wenn öffentliche Nacktheit nicht verboten wäre (wenn wir mal hier juristisch vereinfachend, um nicht allzu off-topic zu werden, aber für doch über 90% der Situationen noch zutreffend, unterstellen, dass es ein solches Verbot gibt), würden doch kaum Leute tatsächlich nackt durch die Innenstadt laufen. Soziale Normen wirken halt zumindest in manchen Bereichen schärfer als juristische, und die befürchtete Ächtung der Gesellschaft ist eine stärkere Abschreckung als ein Bussgeld (um mehr geht es meines Wissens nach bei öffentlicher Nacktheit selten, solange nichts anderes dazukommt).

Und für viele liegt diese Schwelle eben schon beim Barfusslaufen. Ich denke, das hat Karl-Heinz' freundlicher Homepage-Besucher gemeint. Wir würden gerne etwas tun und trauen uns nicht - nicht weil es verboten wäre, sondern weil wir die Reaktion unseres gesellschaftlichen Umfeldes fürchten. Oft sicher zu Unrecht, aber um das herauszufinden muss man ein Risiko eingehen und ggf. die Konsequenzen tragen - und dazu muss man erstmal bereit sein bzw. es sich leisten können.

Liebe Grüße
Oliver S.




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