Barfuß oder in Schuhen zu Open - Airs ?
(Forumbeiträge seit Sommer 1999)

Hi Leute! Barfuß auf Open - Airs macht ja durchaus Spaß, aber ich muss ehrlich feststellen, dass es günstigere Gelegenheiten gibt, sein Leben auf bloßen Füßen zu genießen. Im Gedränge vor der Bühne wird ein bloßer Fuß schon mal übersehen, oder man tritt u. U. in wenig schöne Dinge.
Ich fahre dieses Wochenende wieder in den Hohen Norden auf´s Wacken - Open - Air (bei Itzehoe) und ich werde Schuhe dabei haben. Auch wenn man mich auf dem Zeltplatz und auch auf dem Weg nach Wacken mit Sicherheit nicht beschuht antreffen wird, so werde ich das eigentliche Konzertgelände nur beschuht betreten.
Das Risiko mir wegen irgendeinem unachtsamen Idioten die Füße zu verletzten und deswegen mehrere Tage überall beschuht rumlaufen zu müssen ist mir einfach zu groß ...
Fuß zum Gruß! SchnaXeL

Hallo SchnaXeL! Ich glaube, ich würde auch Schuhe zu einem Open - Air - Konzert mitnehmen, wenn ich wie Du vorne an der Bühne stehen würde. Nur wirst Du mich dort nicht finden, da ich mich in dem Gedränge sehr unwohl fühlen würde und meine Ohren bei den dortigen Lautstärken zu sehr schmerzen würden.
Weiter hinten, wo alles schon "aufgelockerter" ist, oder auch hinten und etwas seitlich, wo die Mitten schwächer und der Bass im Verhältnis schön kräftig ist, konnte ich bisher jedoch keine Gefahren für die Füße erkennen (meine Erfahrung ist allerdings beschränkt, aber immerhin war ich seit der R(h)einkultur auch auf anderen Konzerten, die aber alle "Eintritt frei" waren).
Die Scherbenquote war erstaunlich gering, und Scherben sind ja glücklicherweise für geübte Füße meist ungefährlich.
Wenn ich aber an die "Fußpilzcontainer" denke, von denen mir ein Apotheker sagte, dass man den Pilz dort nicht mehr herausbekommt ("es hilft nur noch wegwerfen, aber das wollen die Leute ja nicht hören" - und er ist praktisch in jedem Schuh drin, und wehe, wenn die Abwehrkraft der Haut auch nur für einen Moment nachlässt), ja also wenn ich daran denke, worin ich mit verschwitzter und aufgeweichter Haut ständig stehen würde – dann gibt es für mich nichts Unschöneres mehr, in das ich barfuß treten könnte! Zudem der ständige Kontakt mit Luft, Licht und dem Untergrund auch beliebig Unschönes ganz schnell ungefährlich macht.
Die R(h)einkultur war ja sehr "vermüllt" und es klebte so manches Mal unter den Sohlen. Da ich aber im Wald gerne auch auf matschigen Wegen wandere, hat mich das vergleichsweise bisschen Matsch auf der R(h)einkultur nicht im mindesten gestört; im Gegenteil, es ist für mich genauso angenehm wie Gras, Sand, Erde, Kies, etc. etc.
Und vom hygienischen Aspekt her: s.o. (und die Eier des Fuchsbandwurms im Wald sind tatsächlich gefährlich...). Auf dem Rückweg zum Quartier waren einige Kilometer Wiese mit frisch gefallenem Tau, und wie ich bereits berichtete, hätte die auch gründlichste Dusche nicht gründlicher sein können.
Tja, soweit also meine Erfahrungen hierzu! Viele Grüße an Euch alle MarkusII

Scherben machen mir keine Angst,
a) sieht man die,
b) weichen sie auf weichem Untergrund eh nach unten aus,
c) muss ne Scherbe, die durch meine Hornhaut will, schon gut sein....
Trotzdem schreckt mich allein die Tatsache, dass viele Leute auf solchen Veranstaltungen in jede beliebige Ecke pinkeln, ein wenig ab, abgesehen davon muss ich mich als Mitarbeiter eines Musik - Magazins relativ weit nach vorne wagen, und auch im Pressegraben ist manchmal ein arges Gedränge, bei dem normalerweise alle durch ihre Sucher auf die Bühne gucken, und keiner den Boden im Blick hat.
Open - Airs gehören zu den wenigen Gelegenheiten, wo ich auch im Sommer meine guten Springerstiefel rauskrame, wobei sich die Leute dann manchmal über meinen regelmäßigen radikalen Wechsel von barfuß auf Stiefel köstlich amüsieren. SchnaXeL

Hallo SchnaXeL, unter den von Dir beschriebenen Umständen würde ich mich auch nicht barfuß blicken lassen.
Urin ist übrigens i.d.R. steril; Carmen Thomas hat ein größeres Buch geschrieben, in dem sein Einsatz als Heilmittel beschrieben wird (etwa wie "man nehme soundsoviel frischen Mittelstrahlurin").
Aber vielleicht hat uns die Natur den Ekel vor sehr vielen und trotzdem meist unschädlichen Dingen ja mitgegeben, weil unsere Überlebenschancen dadurch eben doch erhöht wurden. Unter den vielen harmlosen Dingen waren mit Sicherheit immer auch einige fiese. Hinzu kommt, dass man z. B. immer wieder Menschen beobachten kann, die ihre Füße samt Schuhsohlen gedankenlos in die Hand nehmen (und von dort ist es nicht weit zu Gesicht und Mund). Für mich ist so was unvorstellbar. Und wenn im eben geschilderten Fall dann das o.g. Ekelgefühl für die Empfindlichkeit des Mundes "dimensioniert" ist, ist das ja auch sinnvoll.
Viel Spaß auf dem Festival wünscht Dir MarkusII

Hallo Markus, Urin ist zwar steril (wenn keine Infektion des Harnsystems vorliegt), aber zu Therapiezwecken wird ausschließlich der EIGENURIN angewendet. Einen Kontakt mit fremden Urin sollte man doch vermeiden ...
Aber gesunde Füße haben da ja genug Schutz und ein Besuch (barfüßig) auf dem dem Männerklo dürfte da wesentlich "urinlastiger" sein als ein Festivalbesuch!
Gruß aus BS sven

Hi MarkusII und alle anderen! So, nun habe ich mein teilbeschuhtes Wacken - Open- Air überlebt und ich muss erstaunt feststellen, dass verdammt viele Leute barfuß unterwegs waren - nicht nur auf dem Zeltplatz. Bloße Füße stehen eben auch "beinharten Rockern".
Wie ja schon vor einer Woche angekündigt, habe ich dann doch sicherheitshalber im Bühnenbereich meine Springerstiefel angezogen, was in Anbetracht dessen, dass ich nun schon seit einigen Wochen überhaupt keine Schuhe anhatte, nicht so klug war, da meine Haut an den Fersen den ständigen Druck und das Scheuern der Schuhe nicht mehr gewohnt waren, na ja, jetzt renne ich mit zwei großen Pflastern an den Fersen rum und alle Welt fragt mich, was ich denn gemacht hätte. Darauf antworte ich natürlich immer mit "Schuhe getragen....".
Aber jetzt ist die Welt wieder in Ordnung und meine Füße sind wieder frei (bis auf die beiden Pflaster)... ;-) SchnaXeL

Wie schön, dass es auch hier (bis auf den Bereich janz vorn an d'r Bühn') "no problem" ist, die Schuhe wegzulassen! Die anderen waren immerhin von der Gattung der "Sohlendünnhäuter" (Zitat aus dem Schweizer Forum) und hatten trotzdem scheinbar keine Probleme (zumindest erwähnst Du keine). Vielleicht hilft Dir Hirschtalg und ein "Vorbeugungs - Pflaster" beim nächsten Event, es ohne unnötige "Schadstellen" zu überstehen!
Viele Grüße, MarkusII

Obwohl ich kein Barfußanfänger bin, habe ich es dieses Jahr geschafft, mir auf dem Rock im Park Festival einige Glasscherben reinzutreten. Ich musste sie mit der Pinzette entfernen.
Die habe ich mir auch nicht auf dem Gelände geholt, sondern auf dem Parkplatz vor dem Zeltplatz.
Ich werde aber weiterhin auf Festivals barfußlaufen. Denn so wie beim Rock im Park sieht es eigentlich nirgends aus. Diese Glassplitter waren übrigens ausnahmslos winzig klein.
Tschüss Dominik

Hi! Für mich wird es am Samstag nun die fünfte Loveparade. Und zwar wieder mit festem (festestem!) Schuhwerk. Vor allem knöchelgeschützt.
Ich spreche nicht aus schlechter Erfahrung, aber vor meinem ersten Besuch riet man mir dazu. Bevor aber gegen Mittag der allgemeine Irrsinn ausbricht, bin ich normal ;-) und barfuß! in der Stadt unterwegs. Erst am Bahnhof Zoo oder Tiergarten gibt es Schuhe mit Socken.
Die bei der Veranstaltung entstehenden Müllmengen sind unbegreiflich. Selbst Hinsetzen am Bordstein wird oft schwierig. Man wähnt sich selbst auf einer Deponie. Größtes Problem die Petflaschen, sofern noch nicht flachgetreten. Das ist Eiertanz.
Diskussionen um Schäden im Tiergarten hin oder her, um die Art und Weise und sonst was dieser Veranstaltung: es ist eine Riesengaudi. Und das eine Mal im Jahr gönnt man sich eben mal.
mfg Markus (malo)

Ich war heute Barfuß auf dem Tollwood (Kleinkunstfestival) in München.
Abgesehen von einigen Ausstellern, die barfuß an ihren Ständen waren, lief mir nur ein weiterer Barfüßer über den Weg. Er hatte allerdings die Schuhe in der Hand und wohl gerade erst abgelegt und ging sichtlich vorsichtig zu Werke.
Lag vielleicht auch daran, dass das Gelände an sich nicht allzu barfußfreundlich ist. Der Untergrund besteht entweder aus Asphalt oder feinem bis sehr groben Schotter. Trotzdem ich jetzt meine Sohlen ein bisschen spüre, war ich eigentlich überrascht, wie gut ich selbst dort laufen konnte, Training macht halt doch was aus, auch wenn ich im Juni wegen einer Verletzung eine mehrwöchige Barfußpause einlegen musste.
Nach 2 Stunden auf dem Gelände waren dann meine Füße richtig schön grau-staubig ...
Christian (M)

Von Barfußerfahrungen auf verschiedenen Festivals handelt dieser Thread.

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