[Barfuß beim Arzt?] [Barfuß beim Friseur]

Barfuß beim Arzt ?
(Forumbeiträge seit Herbst 2000)

Hallo Ihr Barfüßer, hat jemand von Euch Erfahrung damit, barfuß zum Arzt zu gehen?
Barfußgrüße von Uli

Geh' nur, das wird nicht so schlimm.
Mein Zahnarzt kennt mich nur barfuß, zum Allgemein-Doc war ich bisher nur mit Schuhen. Der hat auch was gegen's Barfußlaufen (wollte mir sogar weismachen, ich würde so den Fuchsbandwurm kriegen); neulich war ich beim Orthopäden und hatte Schuhe an, hab's dann aber bereut.
Bei der Krankengymnastik war ich dafür ohne (kein Kommentar).
Generell sind Ärzte an den menschlichen Körper gewöhnt, das irritiert die weniger.
Gruß, Kai (KH)

Hi Uli, barfuß zum Arzt, das wird ja oberhart. Na da werden die alten Damen im vollbesetzten Wartezimmer einiges zu reden und zu fragen haben. Evi

Also, ich musste im Sommer dreimal innerhalb kurzer Zeit zum Arzt, das erste und dritte Mal war ich dabei barfuß. Zufällig waren die beiden "Barfußtermine" nachmittags, so dass das Wartezimmer fast leer war. Kommentare gab es direkt keine.
Ob der Arzt (ein Allgemeinmediziner aus Schwarzafrika) überhaupt bemerkt hat, dass ich barfuß bin, weiß ich nicht sicher. Jedenfalls hat er nichts gesagt. Der Grund meines Arztbesuches war übrigens ein Problem bei einer Blutspende, zu der ich barfuß gegangen bin ...
Das Barfußlaufen war übrigens nicht der Grund der Beanstandung ;-)
Also, ich würde sagen: Wenn Du überhaupt keine Schuhe anziehen "darfst", bleibt nur: Wette verlieren, oder Augen zu und durch. Wenn Du keine Probleme mit den Temperaturen hast, solltest Du das - zumindest notfalls- auch überzeugend vertreten können. Also, der Arzt wird weder die Polizei, noch die Jungs mit der Jacke mit den verkehrten Ärmeln rufen, von daher ...
Alles Gute also bei Deiner "Exkursion" und bitte berichte uns davon, ja?
Mit freundlichen, aber leider größtenteils eingesperrten Füßen,
Franek 31, Rm. Dortmund

Am Freitag ging's zunächst 'mal zum Zahnarzt. Dieser sprach mich in sehr positiver Weise auf meine Barfüßigkeit an. Er erinnerte sich daran, dass es vor zwanzig Jahren 'mal eine Sängerin gab (mir ist leider ihr Name entfallen), deren Markenzeichen die Barfüßigkeit war. Er erkundigte sich auch, wie es bei mir mit Erkältungen stehe und warum ich barfuß laufe. Außerdem informierte er mich noch über andere Dinge, wie Hepatitis.
Schade, dass es so wenige aufgeschlossene Ärzte gibt, die auch Zeit für ihre "Patienten" haben.
Eva H.

Gestern nachmittags war ich ja noch kurz im Wartezimmer bei einem praktischen Arzt, weil ich freitags die Zeitbestätigung vergessen hatte. Na, ich bin jedenfalls total verschwitzt und barfuß reingekommen, der Boden war Parkett, und wie ich so einen Schritt zur Seite machte, ist mir vorgekommen, wie wenn ich da ein bisschen Spuren hinterlassen würde, aber so was kommt ja im Winter mit nassen Schuhen auch zur Genüge vor, na jedenfalls hat mich ein älterer Mann gefragt "Sind sie so ölig oder schwitzen Sie so?" worauf ich gesagt habe, dass ich so schwitze vom Laufen, bin ja ca. 2 km oder mehr hergelaufen, und so bin ich halt auch mit anderen übers Joggen und Sporteln im allgemeinen zum Sprechen gekommen, aber darüber, dass ich barfuß war, hat gar niemand ein Wort verloren, fällt anscheinend bei so einer Hitze nicht sonderlich stark auf.
Schöne Füße
Robert

Hallo,
da mich seit acht Wochen erneut ein Leistenbruch ärgert, waren Arztbesuche nötig. Wegen barfuß dahin habe ich keine Bedenken. Die Sprechstundenhilfen wie der Arzt selbst sehen es als ausschließlich positiv an. Mit profilierten Sohlen bringt man mehr Dreck rein, war im Grunde der Tenor.
Und im Wartezimmer sehr, sehr erstaunte Blicke der trotz der Hitze bis oben zugeknöpften Leute, mit Socken in Sandalen. Es ist geradezu lächerlich, wie sich diese Typen kleiden. Spießer? Oder bin ich, wir hier im Forum, anders? ;-)
mfg Markus (malo)

Gestern nach der Arbeit, rein in den Zug, Zehenstegs in die Tasche verstaut, musste ich erst mal das halbe Dorf durchqueren. Keine Reaktionen.
Ich hatte einen Termin beim Arzt und ging wie ich war dorthin. Der Granitboden im Wartezimmer war angenehm kühl. Während der Untersuchung musterte die Assistenzärztin jedoch ständig meine Füße. Wahrscheinlich hatte sie aber mehr den breiten Zehenring betrachtet. Keine Kommentare.
Anschließend ging ich noch Einkaufen - keine Reaktionen.
Fazit: Was macht man sich doch zu viele Sorgen bezüglich Reaktionen auf ein Hobby.
Mit nassen Füssen
Marcello

Ich hatte gestern nachmittags auch einen Arzttermin, genauer gesagt bei einer Augenärztin.
Es gab überhaupt keine negativen Reaktionen auf meine Barfüßigkeit, nur einmal kurz hat die Ärztin gemeint, ob das nicht unhygienisch ist wegen dem Dreck auf der Straße, worauf ich halt gesagt habe, dass ich mich daheim sofort wasche.
Und wegen dem Dreck machen sich viele unnötige Sorgen. Denn beschuhte Leute schauen nicht so genau auf den Boden, weil sie nicht darauf achten müssen, sich nicht zu verletzen!
Ich hingegen als Barfüßer schaue irgendwie schon automatisch ein gewisses Stück voraus und bin fast noch nie in die Hunde-Kacke gestiegen, d.h. einmal, da hatte ich zum Glück Tücher dabei, mit denen ich mal ordentlich vorgereinigt hatte, da machte ich aber den Fehler, dass ich quer über eine Wiese rannte und nicht auf den Boden schaute, sondern nur zu einer Ampel, wo ich unbedingt noch rüber wollte.
Fazit: Als Barfüßer sollte man sich nicht zu sehr eilen und immer genau schauen!
Anschließend ging ich noch Einkaufen - keine Reaktionen.
Heute wieder das Selbe. Regen, barfuß durchs Dorf, Einkaufen - nichts.
Anscheinend ist es nur eine Gewohnheitssache für die Leute! Je öfter ich barfuß gehe, desto seltener gibt es überraschte Blicke oder Kommentare, ich glaube, viele würden auf einmal gucken, wenn ich mit Schuhen daher käme! *ggg*
Übrigens, auf dem Weg zur Ärztin war eine kleine Baustelle, ich dachte zuerst, da wäre nur eine Pfütze, dabei war das Wasser, um den frischen Teer zu kühlen, wie ich schon drauf war, bin ich halt flott weitergegangen, und hab gar keine Spuren davon! Bin scheinbar schon gut abgehärtet! Aber am Rückweg bin ich doch lieber drübergehopst! ;o)
Schöne Füße
Robert

Ich heiße Werner, bin 33. Außer in der Wohnung, im Garten gehe ich sonst selten barfuß. Ich bin etwas medizingeschädigt - durch lange Klinikaufenthalte und Augenoperationen sind Arztbesuche und Klinikaufenthalte für mich mit viel Stress verbunden. Im Lauf meiner Entwicklung habe ich herausgefunden, dass da barfuß gehen und barfuß sein auch Stress abbaut.
Als ich in der Augenklinik einmal barfuß vor dem Sprechzimmer des Arztes saß, ermahnte mich eine Schwester, meine Hausschuhe anzuziehen. Auf dem Boden (Teppichboden) sammle sich allerhand Schmutz an. Als sie energisch darauf bestand, gab ich nach, war aber frustriert.
Bei anspannenden Untersuchungen beim Augen- oder anderen Arzt täte es mir auch gut, ich könnte mich im Sprechzimmer barfuß bewegen, auf die Liege setzen, mich zur Untersuchung hinlegen, aber ich traue mich nicht, unaufgefordert die Füße zu entblößen. Man könnte mich ja für abnormal halten!
Ein Erlebnis hatte ich, das an sich ermutigend ist.
Vor 12 Jahren war ich beim Check-up. Zum EKG hatte ich die langen Kniestrümpfe ausgezogen. Der Arzt untersuchte mich nachher dann so, wie ich da lag. Zu meinen bloßen Füßen sagte er nichts. Nur nutzte er wohl die Gelegenheit und hörte dann mit dem Stethoskop den Puls am Fuß ab. War gar nicht unangenehm!
Kann jemand von euch mir Tipps geben, Mut machen, Erfahrungen weitergeben?
Gruß, Werner A.

Meine eigene Erfahrung bezieht sich nur auf bloße Füße in den Sandalen an Frosttagen im Februar. Mein Arzt (immerhin ausgewiesener Naturheilexperte) blickte nach unten und dann ist ihm von ganz tief innen heraus rausgerutscht: "Das ist aber auch nicht gesund!"
Ich habe dann gleich gekontert "Sie als Naturheilkundler müssten es besser wissen!" und ihn auf die Vorteile der Abhärtung (Kneipp...) hingewiesen und dass ich diesen Winter ungewöhnlich gut über die Runden brachte. Da musste er mir dann zustimmen und war still.
Aber entsetzt hat mich, wie tief die Vorurteile selbst bei vermeintlichen Profis drinstecken.
Viele Füße, Samuel

fussohli.jpg (920 Byte) zurück zur Übersichtsseite des "Best of"
im Hobby? Barfuß! Forum
zum Kopf der vorliegenden Seite

Barfuß beim Friseur
(Forumbeiträge im Herbst 2004)

Letzten Freitag stand mir etwas unangenehmes bevor, ich musste zum "Gwaför". Eigentlich gehe ich nie gerne dahin, und dass bereits seit meiner Kindheit. Irgendwie nervten mich die dummen Sprüche meiner Schulkameraden: "Warst du beim Friseur?" Auch meine Arbeitskollegen sind da nicht besser, was mich heute aber nicht mehr nervt. Heute stelle ich fest, dass ich nach jedem Friseurbesuch älter aussehe, da dann die grauen Haare mehr auffallen als die braunen, letzter scheinen schneller zu wachsen. Und zum anderen ist ein Friseurbesuch nicht gerade billig, denn auch in der Schweiz werden die Kosten nicht von der Krankenkasse zurückerstattet, obwohl man die Tatsache, dass die braunen Haare immer weniger und die grauen Haare immer mehr werden, im weitesten Sinne des Wortes als "Krankheit" auffassen könnte. Und die Zeiten, dass meine Eltern für die Friseurkosten aufkamen, sind auch schon lange vorbei.
Bei diesen "Problemen" wollte ich mir weiteres "Problem" NICHT aufladen: Das "Problem" mit zu engen, zu weiten, zu hässlichen, zu dreckigen, zu wer-weiß-nicht-was-für Schuhen! In der Hoffnung, dass ich mit den Schuhen auch meine Sorgen zu Hause lasse, radelte ich barfuß los, zum Friseur im Perry-Center bei Oftringen. Scheinbar unbemerkt gelangte ich durch die Gänge über die Treppe (ich hätte auch den Lift benutzen können, aber ich benutze grundsätzlich die Treppe, sogar dann, wenn ich Schuhe trage und mit jeder Stufe das Gewicht der Schuhe anheben muss) in den Friseurladen. Die Coiffeuse warf einen kontrollierenden Blick - auf die Liste der Anmeldungen, nicht auf meine Füße. Dabei hatte ich es nicht einmal für nötig gehalten, meine Barfüßigkeit durch weite Hosen zu tarnen, im Gegenteil. Ich wurde zum Behandlungsstuhl geführt, und nach kurzer Zeit ging's los. Ich blickte in den Spiegel und konnte ein Mädchen sehen, das neben dem Behandlungsstuhl der Mutter stand und in meine Richtung starrte, mal Richtung Fußboden, mal Richtung oben, dann wieder nach unten. Ob es empört war, aber die Worte fehlten! Oder träumte es nun selber davon, barfuß durch den Friseurladen zu wandeln und die weichen abgeschnittenen Haare der "Patienten" unter den nackten Füßen zu spüren? War es etwa in diesem Moment böse auf die "Rabenmutter", die es zwang, mit Wollpullover, langen Hosen und fett beschuht "eine Gefangene der modernen Zivilisation" zu sein?
Weitere Beobachtungen konnte ich nicht machen, da die Coiffeuse mich bat, meine Brille abzunehmen, da sie ihre Arbeit erschweren würde. Also konnte ich den Rest der Behandlung nur verschwommen wahrnehmen. Die "Gwaföse", die offensichtlich neu im Laden ist (oder gerade keinen Dienst hatte, als ich mir früher dort die Haare schneiden ließ, bisher nur mit Schuhen), fragte mich, ob ich aus Deutschland stamme und im Urlaub wäre. Umso erstaunter war sie, als ich sagte, dass ich bereits sei über 15 Jahren als Chemiker in der Schweiz arbeite. Sie meinte darauf, dass Chemiker ein interessanter Beruf sein müsste.
Am Ende der Behandlung war ich erleichtert. Und nicht etwa, weil ich die Prozedur barfuß überstanden habe, ohne mich zu verletzen. Erleichtert war ich nur um das Gewicht der abgeschnittenen Haare und um das Geld, das eine Behandlung kostet. Ob ich in Zukunft immer barfuß zum Friseur gehe? Wohl kaum, denn vor dem nächsten Winter brauche ich nicht mehr hin, und bis zum nächsten Frühling kann ich wohl nicht warten. Etwas lustiges passierte mir noch am Ausgang: Die Coiffeuse reichte mir eine Jacke, die dort am Haken hing, um sie mir überzuziehen. Ich aber lehnte dankend ab, da ich keine angehabt hatte und diese Jacke mir nicht gehörte. Die Jacke mochte ich übrigens nicht leiden. Ob ich auch sonst dankend abgelehnt hätte, möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren.
Was schließen wir daraus? Wenn ein Mensch im September bei Sonne und ca. 17°C zum Friseur geht und keine Jacke trägt, dann scheint es ungewöhnlich zu sein! Wenn aber einer barfuß kommt, das scheint das völlig normal zu sein. Ansonsten hätte die Friseuse doch auch nach meinen Schuhen gesucht.
Wäre doch auch eine Idee, am Eingang nicht nur Hut und Mantel abzugeben, sondern auch Schuhe, soweit man welche anhat.
Mit freundlichen Grüßen
Michael aus Zofingen

Hi Michael,
ich gehe auch immer barfuß zum Friseur. Den Friseuren ist es meistens egal. In der Regel haben sie nur Angst, dass unter den bloßen Füßen mehr Haare kleben bleiben und man sie durch den ganzen Laden trägt.
Gruß und Fuß, Andreas S.

Hallo Michael
ging früher auch sehr oft barfuss zum Coiffeur. Heute benutze ich eine Maschine zu Hause. Eigentlich schade, hatte immer gute Gespräche mit den Coiffeusen, auch bezüglich Barfüßigkeit ... à propos, Coiffeuse und Jacke und Bemerkungen: vielleicht hast Du sie ja auch ein bisschen beeindruckt mit Deinen bloßen Füssen und Deiner Art, ich hätte den Wink mit dem Zaunpfahl anders interpretiert und mal nachgehackt...
Gruss vom Längenberg
Marc (CH)

fussohli.jpg (920 Byte) zurück zur Übersichtsseite des "Best of"
im Hobby? Barfuß! Forum
zum Kopf der vorliegenden Seite