[Katja läuft im Sommer den ganzen Tag barfuß] [Albert und Ina gingen barfuß zu Prüfungen]

Katja läuft im Sommer den ganzen Tag barfuß
(zusammengefasst aus verschiedenen Forumbeiträgen im Sommer/Herbst 1998)

Das Diskussionsforum finde ich echt toll, gibt es einem doch die Möglichkeit mit anderen "Barfuß - Freaks" ein wenig zu plaudern und das Gefühl zu bekommen, vielleicht doch nicht so allein mit dem Hobby "Barfußlaufen" zu sein.
Nun ja. Ich will mich auf diesem Wege einmal vorstellen. Ich heiße Katja, bin 20 Jahre, studiere Germanistik und Geschichte und lebe auf großen, im Sommer meist schwarzen Füßen (mit Größe 43 bei nur 1.73 m habe ich ein schweres Schicksal zu tragen).
Nicht jedoch die meist schwierige Suche nach schönen Schuhen haben mich vor ca. 1 Jahr dazu bewogen, den ganzen Tag im Sommer barfuß zu laufen, sondern ein ganz nettes Erlebnis bei einem Volleyballturnier.
An der Uni ist Barfußlaufen sowieso angesagt, da man dort wirklich nicht allein ist. ...
Ich komme (übrigens wie Albert, was ich gerade bemerkt habe) aus Würzburg und kann mich seiner Meinung über die Toleranz gegenüber Barfuß - Freaks anschließen: ein wenig katholisch-konservativ, aber aufgrund der zumindest im Hochsommer zahlreich vertretenen "Zeigt- her- Euere- Füße" -Anhänger an der Uni relativ tolerant.
Tja uns Barfüßern wird ja wettertechnisch ganz schön böse mitgespielt. Noch gehöre ich zu den tapferen Frischluft - für - die - Zehen - Anhänger, aber so langsam gehen mir die Mitstreiter aus. Außer beim Volleyball und ab und zu beim Badminton bin ich so ziemlich allein. Noch gehe ich barfuß einkaufen und gestern war ich auch barfuß in der Unibibliothek und abends im Kino, aber heute war ich schon beschuht in einer Ausstellung und ich sitze jetzt sogar bebirkenstockt vor dem Computer!
Sogar meine Nachbarn haben mich schon, wenn auch augenzwinkernd, darauf angesprochen, ob jetzt die Barfußsaison vorbei ist. Hilfe, mir wird ganz schwer ums Herz! Es kann doch nicht sein, dass ich wieder bis April warten muss?
Deshalb an alle: Durchhalten, so schnell lassen wir uns nicht unterkriegen, oder?
Ich glaube, ich werde heute Abend doch wieder barfuß mit meinen Freunden weggehen. ...
Zwar leben wir zuhause auf dem Dorf, aber irgendwie stößt sich keiner meiner Nachbarn etc. daran, dass ich seit einigen Sommern rund um die Uhr barfußlaufe. Ich denke, dass liegt zum einen daran, dass ich nur in den Sommersemesterferien zuhause barfuß bin, wo es ja durchwegs relativ warm ist und zum anderen, dass man mich in meinem Dorf seit meiner Kindheit (wenn auch erst seit kurzem barfuß) kennt und die Leute ja wissen, dass ich keinen an der "Klatsche" habe, sondern "stinknormal" bin und halt einfach gerne barfuß laufe (ist ja schließlich auch eines der normalsten Dinge der Welt). Rund- um- die- Uhr- Barfuß- Laufen zuhause hieß wirklich rund um die Uhr barfuß laufen mit allem drum und dran (ich bin wirklich etliche Tage nur barfuß gewesen)
Sogar auf einer Hochzeitsfeier habe ich sofort nach dem Gottesdienst meine Schuhe ausgezogen, habe sie ins Auto gelegt und bin bis spät nachts barfuß gewesen (beim Tanzen mit dem Bräutigam ist mir dieser sogar weniger auf die Füße getreten als seiner Braut Conny, was Conny fast dazu bewegt hätte, es mir gleich zu tun). Und auch die anderen Jungs gaben sich sichtlich mehr Mühe beim Tanzen mit mir.
Heute Abend geht's barfuß zum Badminton mit Freunden (ich freue mich schon darauf) und am Wochenende soll es zumindest bei uns in Bayern nochmals 20°C geben. Meine Zehen zappeln schon ganz aufgeregt, nochmals der Sonne entgegen blinzeln zu dürfen. ...
Barfuß zum Friseur. Angespornt durch einen von Alberts Beiträgen bin ich heute morgen barfuß zum Friseur gegangen. Da ich, wenn ich mit anderen Leuten zusammenkomme, die ich nicht so gut kenne, mir mit dem barfuß laufen nicht immer so sicher bin, und ich Angst hatte, dass ich mir dann doch unterwegs meine Schuhe anziehe, habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und meine Schuhe zuhause gelassen. Im Bus unterwegs war das kein Problem, aber als ich dann die Treppenstufen zum Friseur hochstieg, hat mein Herz dann doch ganz schön geklopft. Ich glaube ich bin auch ein wenig rot geworden, als ich mich angemeldet habe. Aber als ich dann auf meinen Friseur wartete, hat sich das ganze gelegt und die Blicke der anderen Kunden auf meine rabenschwarzen Fußsohlen haben mich dann gar nicht mehr gestört. Und mein Friseur: der fand das ganze toll! Er sagte: "Das ist doch wirklich das einzig wahre, was man bei diesem Wetter machen kann." Als ich antwortete, dass man aber dennoch oft von anderen dumm angeschaut werden würde, sagte er sogar: "Mach Dir doch da nichts draus. Es gibt doch nichts schlimmeres, als wenn alle das gleiche langweilige tun würden!" Fand ich irgendwie toll.
Tja gutgelaunt bin ich dann nach Hause gefahren und dann ist mir im Treppenhaus noch ein weiteres nettes Erlebnis passiert: Ein pensioniertes Arztehepaar aus dem Haus begegnete mir und die Frau sagte zu mir: "Ach schön, dass ich Sie treffe. Ich habe für Sie etwas aus der Zeitung ausgeschnitten" Sie ging in Ihre Wohnung zurück und gab mir dann einen Zeitungsausschnitt mit der Überschrift: "Immer mehr Amerikaner sind "unten ohne" - Barfußlaufen als Weltanschauung". Zunächst war ich etwas verdutzt, aber sie sagte: "Ich habe an Sie denken müssen. Nicht das ich Ihr Barfußlaufen verurteile. Gerade im Gegenteil, ich bin sogar neidisch auf Sie. Früher in meiner Jugend bin ich viel barfuß kneippen gegangen und ich fand das toll. Leider kann ich das jetzt nicht mehr! Lassen Sie sich ja nicht entmutigen!". Völlig verdutzt stand ich da, bin in meine Wohnung gegangen und dachte mir: "Gibt´s doch gar nicht! Gleich zwei aufregende, ermutigende Erlebnisse! Das macht Lust auf mehr!"
Das musste ich natürlich sofort an Euch loswerden. So das war´s einstweilen. Jetzt ist Füße schrubben angesagt und anschließend werde ich den Artikel lesen. ...

Eine andere Geschichte passierte mir vorgestern. Ich war barfuß auf dem Weg zum Supermarkt und da komme ich immer an einem Kinderspielplatz vorbei. Dort spielten zwei Kinder, die mich barfuß sahen. Sie kamen auf mich zu und fragten: "Warum bist du denn barfuß?". Ich sagte Ihnen, dass ich das gerne mache und es Spaß mache und ging weiter.
Als ich 10 Minuten später wieder zurückkam, sah ich die beiden barfuß im Sand spielen mit einer Riesenfreude. Ein bisschen schlechtes Gewissen hatte ich schon, weil es ja im Moment nicht mehr so prickelnd warm ist. Noch werde ich nicht steckbrieflich gesucht als mutmaßlicher Grippeauslöser, so dass ich davon ausgehe, dass die beiden das ganze gut abgehärtet überstanden haben.
Deshalb: Zeigt her Euere Füße und tragt keine Schuh'
Euere Katja

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Albert und Ina gingen barfuß zu Prüfungen
(zusammengefasst aus verschiedenen Forumbeiträgen im Sommer 1998)

Auch ich bekenne mich zu den "Verrückten" (O-Ton meines Nachbars), die den Großteil des Sommers barfußlaufen. Angefangen hat es bei mir damit, als ich vor 4 Jahren an einem heißen Sommertag zu Fuß an die Uni ging und mir meine Schuhe drückten. Darauf beschloss ich, sie einfach auszuziehen und barfuß zu laufen. Und was ich damals erlebte, war einfach genial: der Boden fühlte sich einfach wunderbar an; und seitdem lasse ich keine Gelegenheit aus, von Mai bis September barfuß zu laufen. Inzwischen bin ich verheiratet und arbeite (da ist barfußlaufen leider nicht angesagt), aber meine Frau und ich gehen eigentlich immer barfuß, wenn es die Situation zulässt: Beim Einkaufen, im Kino, im Biergarten, beim Friseur, beim Sport und Fitness, im Urlaub sowieso.
Wir tragen in der Regel Jeans (bei Temperaturen unter 25° natürlich lang) und ein T-Shirt / Hemd. Ganz tolle Erlebnisse, und jedermann zu empfehlen sind: Open-Air-Konzerte, der Besuch von Gartenausstellungen, z.B. der Landesgartenschau in Neumarkt (klingt spießig, aber die verschiedenen Bodenbeschaffenheiten nutzen aber ca. 20% !!! der Besucher zum barfußlaufen, unbedingt zu empfehlen (Matsch, Moos, Tannennadeln))
Eines möchte ich aber noch einmal klar stellen: Wir laufen barfuß, weil es uns Spaß macht!
Inzwischen haben sich unser ganzes Umfeld daran gewöhnt, dass wir immer barfuß sind, und es ist wirklich eine Erleichterung, nicht mehr rot anlaufen zu müssen, wenn ein Nachbar uns in der Stadt barfuß sieht. Deshalb unser Aufruf: Traut Euch, lauft soviel wie möglich barfuß, dann wird das ganze zu einer Selbstverständlichkeit!
Auf eine noch hoffentlich lange Barfußsaison ...
Scheinbar durch die Studenten zählt auch meine Heimatstadt Würzburg zu den eher barfuß- freundlichen Städten. Wenn gleich Würzburg als etwas konservativ verschrien ist, so habe ich doch das Gefühl, vielleicht auch gerade wegen der vielen barfußlaufenden jungen Leute, das man hier den "Barfußläufern" gegenüber ganz aufgeschlossen ist. An der Uni ist das sowieso der Fall. Auf dem Campus sind viele (v.a. natürlich Girls (wie schon in vielen Diskussionsbeiträgen bemerkt)) barfuß. In den Vorlesungen sind Komillitonen und Dozenten sehr tolerant. Abfällige Bemerkungen gibt es eigentlich gar keine. Sogar Referate und mündliche Prüfungen haben meine Frau und ich barfuß absolviert.
Euer Albert

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