[Barfuß auf dem Kirchentag in Stuttgart] [Moritz Barfuß - Kurzurlaub in der Schweiz] [Freiburg und Karlsruhe barfuß im Frühjahr]

Barfuß auf dem Kirchentag in Stuttgart
(Forumbeiträge im Frühsommer 1999)

Gestern "wagte" ich mal einen größeren Barfußspaziergang in der Stadt. In Stuttgart ist gerade der evangelische Kirchentag und ich hatte mich mit einem Freund zum Stadtbummel verabredet. Anfang trug ich noch Sandalen, damit ich (selber nicht gerade religiös veranlagt) nicht allzu "Jesus - mäßig" aussehe, wie wenn ich barfuß laufe. Außerdem war mir etwas unwohl vor der zu erwartenden Gedränge in der Stadt, in der ich selber noch nie barfuß unterwegs war. Irgendwann hatte es mich dann aber doch noch nach zwei Stunden gepackt (die Sandalen - neu - scheuerten etwas) und ich steckte die Schuhe in den Rucksack.
Mein Bekannter trug es mit Fassung, die Kirchentagsbesucher/innen, zu einem guten Teil Jugendliche bis 25, schauten da schon mehr. Beim Anstehen am Essensstand fragte mich dann auch gleich eine ca. 18jährige, ob das denn bequem sei ("und ob, probier's doch einfach aus"), ob der Boden nicht zu dreckig wäre ("ist mir egal, lieber Fuße putzen als Schuhe wienern") und ob ich vom Land komme ("nein, altes Stadtkind aus München") ... Irgendwie scheinen sich also immer wieder die gleichen Fragen aufzudrängen - siehe andere Beiträge im Forum.
An einem Brunnen dann gab es dann endlich noch mehr Barfüßler, die zumindest zum kurzen Abkühlen der erhitzten Füße kurz die Schuhe auszogen und ins Wasser stiegen. Sobald sie aber den sicheren Rasen um den Brunnen verließen, waren die Schuhe wieder an den Füßen dran. Irgendwie kam es mir vor, als ob vor 10 Jahren da noch mehr Jugendliche ohne Schuhe gegangen wären.
Als die Öko-Bewegung Ende der 80'er, Anfang der 90'er Jahre noch aktiver war, traf ich auch viel häufiger auf barfuß Laufende. Heute, beim gängigen "Edel-Look" der Jugendlichen passen nackte Füße anscheinend nicht mehr so ganz zum Outfit. Das Barfußgehen in der Menge verlief dann aber doch viel besser als ich erst befürchtet hatte. Es war ganz im Gegenteil sehr angenehm, auch mal in der Stadt ohne Schuhe unterwegs zu sei und nach kurzer Zeit war mir meine Barfüßigkeit fast nicht mehr bewusst. Nach den ersten zwei Monaten "Training" (Abendspaziergänge) auf den Feldwegen und Wiesen der Umgebung sind die Sohlen auch etwas widerstandsfähiger geworden.
Allerdings habe ich dann gestern Abend nach ca. 3 1/2 Stunden auf den bloßen Füßen doch etwas die Sohlen gespürt, da ein guter Teil des Spaziergangs auf gekiestem Boden war, was doch etwas anstrengender ist als langweiliger Asphalt.
Zurück ging es dann wieder im Gedränge der S - Bahn, wo dann wieder die ersten etwas verlegenen Blicke meine Füße streiften. Aber wenn man selber die Leute grüßt und ansieht und nicht nur verlegen auf den Boden vor den Füßen starrt, macht man anderen am ehesten klar, dass Barfußgehen etwas normales ist und nichts wofür man sich irgendwie genieren müsste.
Zuhause hatte ich dann meine bisher schwärzesten Füße - eine Trophäe, die allerdings nach kurzer Zeit im Waschbecken verschwand ... Alles in allem ein gelungener Abend - besonders im zweiten, dem barfüßigen Teil. Herzliche Grüße in den Rest der barfüßigen Welt Kai

Hallo Kai, Und nun bist Du tatsächlich mit dem Barfuß - Bazillus infiziert -- und da ich weiß, wie gut der einem auf Dauer tut, freut mich das auch richtig!
[ kam mir vor, als ob vor 10 Jahren mehr Jugendliche ohne Schuhe gegangen wären]
Mir kommt es zur Zeit auch so vor, aber jeder Trend kehrt sich mal um! Wir tun ja schon etwas dafür.
[Barfußgehen in der Menge verlief viel besser als befürchtet ... im Gegenteil angenehm, auch in Stadt ohne Schuhe unterwegs zu sein und Barfüßigkeit nicht mehr bewusst]
Da Du selbst völlig vorurteilsfrei an die Sache herangegangen bist, hatte das Vorurteil auch keine Chance, auf Dich zurückzufallen. Wenn man keine Unsicherheit ausstrahlt, stößt man kaum auf Widerstände! Die Motzer lauern eher, ob man Unsicherheit zeigt. Aber der "Barfuß - Bazillus" macht einen dagegen schnell immun.
Weiterhin viel Spaß mit den Füßen! Serfuß, Lorenz

Hallo zusammen, ich habe mich ja schon lange nicht mehr gemeldet, wegen Urlaub/Stress im Job usw. kam ich leider in letzter Zeit nicht dazu. Aber Kais barfüßiger Kirchentagbericht hat mich angespornt, auch über meine Erfahrungen zu berichten.
Ich war gestern Abend bei ca. 25 Grad, und heute bei knapp über 20 Grad in der City - der Unterschied war enorm! Gestern habe ich mindestens 20 weibliche und 10 männliche Wesen barfuß gesehen. Und zwar auf der Straße! Schlosspark, Wiese etc. zählt natürlich nicht mit. Es war super - mit vielen kam ich ins Gespräch, und - wie wir alle wissen - sind Barfußfans fast immer sehr sympathische Menschen. Auffallend auch die Toleranz - viele liefen als einzige(r) ihrer Gruppe barfuß, ohne dass die anderen das auch nur im geringsten zu stören schien.
Ein junger Sachse war ganz begeistert, als ich mit seinem barfüßigen Freund ein bisschen Erfahrungsaustausch machte - er sei auch schon mal barfuß in die Schule gegangen und finde das echt super, dass wir hier barfuß laufen. "Und warum läufst du jetzt nicht barfuß?" "Eigentlich nur, weil ich nichts dabei hab, meine Schuhe 'reinzustecken. Ja, ich weiß, klingt nach Ausrede ... aber hab echt keine Lust, die Schuhe rumzutragen."
Warum ich das so ausführlich schildere? Als Beispiel einer von vielen Begegnungen, bei denen Barfußlaufen als eine einfach sehr angenehme und eigentlich völlig normale Sache gesehen wurde. Und das von Leuten meist unter 25! Heute allerdings war die Barfüßerquote wesentlich geringer - erstaunlich, was die paar Grad ausmachen. Allerdings: Selbst an eher unüblichen Orten wie z.B. einer Kirche waren nackte Füße zu sehen. Andere wieder bewegten sich durch doch teilweise etwas beängstigende Scherben- und Dreckzonen so leichtfüßig hindurch, dass selbst ich ins Staunen kam. Schade, dass es heute und wohl auch morgen nicht mehr so warm ist - ich fürchte, so viele Barfüße an einem Tag wie gestern wird Stuttgart so schnell nicht wieder sehen ...
obwohl ich ja zum Thema schon mal kurz geschrieben habe, muss ich einfach noch mal meine Begeisterung mit euch teilen. Ich hätte nie zu hoffen gewagt, so viele barfüßige Kirchentagsbesucher zu sehen. Auch wenn Kai leider meine Erfahrungen nicht so ganz teilen konnte (vielleicht war der 1. Tag der Veranstaltung eher "ungünstig", zumal auch nicht soooo warm) - die Atmosphäre war einfach super. Nicht nur unter Barfuß - Aspekten, aber auch. War sonst eigentlich niemand dort ?
Ich hoffe jetzt niemand durch Wiederholungen zu langweilen, aber: An 3 Tagen habe ich in insgesamt ca. 5 - 6 Stunden schätzungsweise 40 bis 50 barfüßige junge Leute auf den Straßen und Plätzen in Stuttgarts City gesehen!! Dabei habe ich natürlich die nicht mitgerechnet, die in den Parkanlagen, an Brunnen usw. ihre Schuhe ausgezogen hatten. Und was mich so fasziniert hat: Barfußlaufen war einfach zum Normalfall geworden - allerdings, wie schon berichtet, war die Barfußquote je nach Temperatur schon unterschiedlich.
Aber selbst am Sonntag bei nicht mehr so freundlichem Wetter hatten mehrere ihre Schuhe im Rucksack verstaut (oder erst gar nicht dabei??) und bevölkerten barfüßig die Bahnhofshalle. Okay, ich will nicht übertreiben, das waren einzelne. Aber am Donnerstag - Abend, bei sommerlichen Temperaturen, stand ich mit einem unserer Mitleser (leider passiv da ohne eigenen PC) einige Zeit zusammen und wir sahen innerhalb einer halben Stunde bestimmt 10 bis 15 Leute barfuß laufen. Es war einfach total normal. Klar, viele davon waren eher zufällig barfuß unterwegs. Sie hatten irgendwann im Lauf des Tages festgestellt, dass Schuhe eigentlich lästig sind, drücken usw. und sie irgendwo stehen lassen. Und keine(r) musste sich blöde Kommentare anhören von anderen, soweit ich das mitgekriegt habe, lagen selbst die Beschuhten in ihren Ansichten irgendwo zwischen Verständnis und Bewunderung.
Auffällig war auch, dass viele ziemlich jungen Leute (18 bis 20) barfuß unterwegs waren. Umschart von Skateshose + Turnschuh - Kids liefen sie auf nackten Füßen, als ob sie nie Schuhe anhätten. Es waren ja schon ein paar Leute unterwegs, entsprechend war an manchen Stellen das Gedränge, aber auch die Menge an Dreck, Scherben usw., aber das schien keinerlei Probleme zu machen.
Der Geschäftsführer von Marche versuchte zwar, Barfüßer vom Besuch seines Restaurants "dringend abzuraten", weil angeblich alles voller Splitter sei, aber er stieß dabei auf taube Ohren. Soweit ich das mitbekommen habe, kam auch keiner mit zerschnittenen Fußsohlen raus. Auch sonst schien das übliche Vorurteil barfuß + Scherben + Straßenschmutz = sehr gefährlich weitgehend außer Kraft gesetzt worden zu sein. Ein Junge überlegte sich zwar, ob er sich zwischendurch mal die Füße an einem Brunnen waschen sollte, ich konnte ihn dann aber schnell überzeugen, dass das nicht nötig ist, sondern nur die Haut - zumindest bei weniger geübten - unnötig aufweicht.
2 Stunden später haben wir uns noch mal getroffen, er war immer noch fröhlich barfuß auf schwarzen Sohlen. Selbst ein Gottesdienst in der Eberhardskirche wurde von einem jungen Mann barfuß besucht. Auch wenn man da geteilter Meinung sein mag (ich hatte dort Schuhe an und würde an einem solchen Ort auch nicht barfuß erscheinen) - es fiel eigentlich nicht mal besonders auf und es gab wohl auch keine Kommentare. Außer von mir, der mal kurz in die Rolle der Dummschwätzer gewechselt ist - "ja wie, ist das hier ne Moschee, oder wieso läufst du barfuß?" - Schlagfertige Antwort: "Nöh, aber ich dachte an den brennenden Dornbusch und die Stimme "Ziehe deine Schuhe aus..." und na ja, war eben heute barfuß unterwegs. Ist einfach angenehmer". Wie wahr!
Tja Leute, ich hoffe, ein bisschen Barfuß - Stimmung rübergebracht zu haben, auch wenn mein Bericht vielleicht etwas unstrukturiert ausfällt ... hab halt einfach geschrieben, was mir so an Eindrücken hängengeblieben ist.
Und jetzt? Der Alltag kehrte wieder ein. Aber über eine sehr interessante und erfreuliche Nachwirkung kann ich noch berichten: Gestern Abend war ich bei kühlen 12 Grad (aber noch angenehm warmem Boden) barfuß in der City unterwegs. In etwa 1 Stunde kein einziger Kommentar, kein Gelächter, keine Fragen, keine vielsagenden Blicke. Keinerlei Reaktion!! Ich weiß nicht, ist es Zufall, oder konnte das massive barfüßige Auftreten von Kirchentagsbesuchern in so kurzer Zeit einen solchen Gewöhnungseffekt hervorrufen?? Hoffen wir mal, vor allem auf die Vorbildwirkung und "Ansteckungsgefahr".
Noch ne Frage zum Schluss: Hat jemand Erfahrungen mit ähnlichen Großveranstaltungen? Kann man eigentlich wagen, barfuß zu Mega - Events wie Streetparade Zürich o.ä. zu gehen oder muss man dort mit zermalmten Zehen angesichts der Springerstiefel-Übermacht rechnen?
Fuß zum Gruß Moritz

Hallo Moritz! Auch hier kann ich nur kurz antworten - ich möchte Dir aber sagen, ich finde Deinen Beitrag einfach Klasse! Und - dass Du die "Barfuß - Stimmung" wunderbar "rüberbringst"! Sie ist eben viel mir als einfach nur "nackte Füße haben". Ich freue mich richtig, Deinen Beitrag zum Abschluss des Tages gelesen zu haben, denn Deine Freude springt über und man kann viel dieser guten Stimmung "mitnehmen".
Die Vorurteile vieler Leute sind so dumm - sie wissen es leider Gottes nicht besser ("barfuß + Scherben + Straßenschmutz = sehr gefährlich "). Wenn sie nur wüssten...! Was würden sie sich und anderen ersparen! Das nachgewiesenermaßen Richtige steht im "Best Of" (wie Du natürlich weißt), z.B. in meinem dort so betitelten Beitrag "Warum laufen die Leute bloß in Schuhen herum?".
Wie schön, dass immer mehr natürlicher und sinnlicher werden! Viele Grüße, und "wiederhole" Dich möglichst oft... MarkusII

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Moritz Barfuß - Kurzurlaub in der Schweiz
(Forumbeiträge im Winter 1999/2000)

Hallo Barfüßer, obwohl ich beruflich bedingt in letzter Zeit sehr wenig Zeit habe, und ich mich hier leider nicht oft melden konnte, bin ich natürlich noch voll dabei und verfolge das Forum immer mit Spannung. Gott sei dank haben sich ja die "Hauptmacher" trotz allen Widerwärtigkeiten nicht unterkriegen lassen, so dass trotz manchen Themen, die mir persönlich hier eigentlich nicht sehr gefallen, es sich immer noch lohnt, regelmäßig reinzuschauen.
Aber jetzt: Nein, ich war nicht im Winter barfuß in der Schweiz. Mein Trip liegt schon einige Monate zurück. Was ich zu berichten habe, ist sicher nichts besonderes, aber in dieser an Barfuß - Aktivitäten so armen Jahreszeit vielleicht trotzdem ein Postings wert.
Also: ich war nur ca. 36 Stunden in der Schweiz. Aber das 100 % barfuß. Natürlich können da viele von euch nur müde gähnen, aber wer wie ich aus beruflichen Gründen leider sehr eingeschränkt ist im Ausleben des barfüßigen Lebensstils, wird verstehen, dass selbst 36 Stunden nonstop barfuß schon ein Genuss, aber auch eine Herausforderung für nicht ganz so geübte Barfüße sein können. Nach einer ca. 3-stündigen barfüßigen Radtour (kein Problem mit pappegeschützen Pedalen), einer ca. 5-6-stündigen Citytour durch Zürich waren meine Fußsohlen doch etwas strapaziert, wobei sich das erst am nächsten Morgen so richtig zeigte. Doch es galt Zähne zusammen beißen und tatsächlich - nach einiger Zeit hatten sich die empfindlichen Fußsohlen wieder beruhigt und ich konnte auch den zweiten Tag in ähnlicher Weise mit barfüßiger Radtour und ausgiebigem Stadtbummel barfuß absolvieren. Was mir auffiel :
1.Ich wurde überall sehr freundlich behandelt. Im Bus, in Kaufhäusern, in Restaurants, nirgends gab es auch nur den Ansatz eines spöttischen Blickes auf meine nackten Füße, auch kein einziger der vielen Tausend Menschen, die mir im Lauf des Tages begegnet sind, hat irgendeinen Kommentar oder auch nur kritischen Blick abgegeben.
2. Es war, auch in Zürich, extrem sauber. Überall schien ständig geputzt zu werden. Selbst nach stundenlangem Barfußlaufen waren die Füße höchstens hellgrau.
3. Tagsüber sah ich in der City keinen einzigen Menschen barfuß laufen, was mich dann schon etwas verwunderte. Es hatte übrigens so um die 25 Grad. Und dann die Überraschung: während hierzulande die Erfahrung, andere Barfüßer zu treffen, nach meiner Erfahrung abends noch geringer ist, war es dort anders. Zu später Stunde lief ein junger Mann barfuß im Bahnhof rum. Er habe nach der Arbeit noch einen Kollegen besucht und habe, da er nur Arbeitsschuhe dabei hatte, beschlossen, den Abend lieber barfuß zu verbringen. Wie auch sonst öfter mal. Wobei er betonte, nicht so ein Hardliner zu sein wie der Klassenkamerad seiner Schwester, der in der gesamten Schulzeit nie, gar nie Schuhe anhatte, sondern aus religiösen Gründen immer barfuß gelaufen sei, im Sommer wie im Winter. Wäre sicher interessant, so jemanden mal zu treffen.
Das nur so als Beispiel für einen völlig unverkrampften Umgang mit barfüßigem Freizeitvergnügen. Es waren dann auch am späten Abend einige junge Leute barfuß unterwegs, es schien irgendwie normal zu sein (ist es ja auch!!), nach einem Arbeitstag mit Schuhzwang abends seinen Füßen unbegrenzte Freiheit zu gönnen. Vielleicht kommt es ja wirklich noch so, dass wenn man schon "gezwungen" wird, am Arbeitsplatz seine Füße einzusperren, wenigstens in der Freizeit jeder machen kann, was er will, ohne barfußfeindliche Reaktionen oder auch nur Gedanken seiner Umgebung befürchten zu müssen.
So weit für heute - wer hat noch was zu berichten? Gruß Moritz

Wäre interessant zu wissen, welche Religion das ist. Wurde Dir das verraten? Lothar

Ne, hab auch nicht danach gefragt, leider. Moritz

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Moritz besucht Freiburg und Karlstuhe barfuß im Frühjahr
(Forumbeiträge im Frühling 2000)

Hallo allerseits, da es ab morgen ja endlich wieder wärmer werden soll und ich Anfang nächster Woche in Freiburg bin, wollte ich mal hören, ob es in diesem Forum noch Barfüßer aus Freiburg gibt (ich meine mich zu erinnern, dass sich mal welche gemeldet hatten...).
Habt ihr vielleicht gute Tipps für barfüßige Freiburg - Citytouren? ... 
Hallo allerseits, vor ein paar Tagen war ich in Freiburg und hatte die (leider bei mir viel zu seltene) Chance, einen ganzen Abend barfuß zu laufen. Und es war echt super. Obwohl es nicht gerade sehr warm war (am Anfang so um 14 Grad, später etwas kühler), hat es riesig Spaß gemacht und obwohl ich auch im Winter sehr wenig barfuß laufen konnte, hatte ich überhaupt keine Probleme.
Der Vorteil in der City ist natürlich schon, dass es immer wieder Aufwärmmöglichkeiten gibt. Ich hab aber auch lange Strecken zu Fuß problemlos gemeistert, auch als es später dann noch in Strömen goss. Abgesehen von der eh sehr sympathischen und barfußfreundlichen Stadt (Bächle usw.) war auch auffällig, wie tolerant es dort zugeht.
Klar kamen auch die unvermeidlichen Kommentare "he, ist dir nicht kalt, wieso barfuß?" usw., kennen wir ja alle zur Genüge. Aber der weitaus größere Teil der Leute, die mir begegnet sind (natürlich viele Studenten - Unistadt) reagierte wenn überhaupt, positiv. "Der läuft barfuß, der macht's richtig. Lieber ohne Schuhe als ohne Geldbeutel. Absolut cool, barfuß, das bringt's." - nur ne kleine Kostprobe.
Weder in Kneipen, noch im Bahnhof, in der Unibibliothek, in der Fußgängerzone oder sonst wo irgendwelche dummen Sprüche. Sondern sehr oft echtes Interesse, wieso ich barfuß rumlaufe und wie oft usw... Andere echten Barfüßer waren leider nicht zu sehen. Was ich auch nicht erwartet habe, dafür war es eben nicht das richtige Wetter. Lediglich ein amerikanischer Austausch - Student, der barfuß in Einfachst - Badeschlappen rumlief, fiel etwas aus dem üblichen Rahmen. Er fand es auch total "geil", so wenig an den Füßen zu haben, hatte aber Bedenken, in Kneipen barfuß reinzugehen (das sei zu Hause nicht erlaubt).
Jedenfalls war es ein erfreulicher Auftakt für hoffentlich noch viele Gelegenheiten barfüßigen Genießens im Jahr 2000. Gruß Moritz

Hallo zusammen, da ich morgen in Karlsruhe zu tun habe und bei diesem Sommerwetter natürlich barfuß angesagt ist (wenn auch leider nur in der Freizeit), fände ich es super, einem Paar (noch besser paar) anderen Barfüßen zu begegnen. Auch wenn das natürlich jetzt sehr kurzfristig kommt - ich würde einfach so um 19 Uhr mal barfuß auf dem Europaplatz rumspazieren (was besseres fällt mir nicht ein, zumal ich mich auch nicht sonderlich gut auskenne dort..) und hoffe, vielleicht einen aus unseren Reihen zu erspähen?? Wenn es zufällig klappt, wäre es ganz lustig, ansonsten müsste die Planung eben mal etwas mehr Vorlauf haben ... 
Hallo zusammen, wenn es sonst keiner macht, dann antworte ich mir eben selbst ... Also: wie befürchtet, hat ein Treff so kurzfristig nicht geklappt. Ich war also der einzige, der barfuß auf dem Europaplatz rummarschierte ... Ansonsten war mein Eindruck: Ich blieb zwar nicht der einzige Unbeschuhte, aber bei diesen Temperaturen, und das im Frühsommer, hätte man sicher noch vor 3, 4 Jahren wesentlich mehr Barfüßer gesehen. Okay, es waren eine Hand voll weibliche und männliche Barfüßer zu sehen, aber ich hatte den Eindruck, es waren meist Leute, die sich gerade vorübergehend mal von ihren Schuhen befreien wollten und diese in der Tasche verstaut hatten.
Die einzigen "halbwegs echten" Barfüßer waren zwei Studenten, denen ich begegnete. Nr. 1 war gerade unterwegs von der Uni ins nahe Wohnheim. Er hatte in der Mittagspause die Schuhe zu Hause gelassen, stellte aber mit Bedauern fest, dass er mit dieser Idee allein war. Er hatte niemand anderen barfuß gesehen, weder unterwegs noch an der Uni. Bei 30 Grad und schwülwarmem Wetter.
Nr. 2 saß mit auffallend dunklen Fußsohlen da, die er damit erklärte, er laufe seit 4 Tagen barfuß. Natürlich habe er seine Füße in der Zwischenzeit auch gewaschen ... Er ist Gaststudent aus Österreich und in der Jugendherberge untergebracht. Nachdem er die letzten Tage immer Schuhe mit sich rumschleppte, war er an diesem Tag erstmals ohne Schuhe losgezogen. Das saubere Karlsruhe mache es möglich, einen Tag unbeschadet barfuß zu verbringen. Schuhe bei diesem Wetter fand er verständlicherweise sehr unangenehm.
Auch diese beiden standen ausgiebigen barfüßigen Touren mit gewisser Skepsis gegenüber, barfuß schon, aber eher nur kürzere Strecken. Nicht so, dass es für eine richtige Hornhaut reicht. Tja, wo soll das noch hinführen? Wo sind die Leute, die nicht zu halten sind, bei diesem Wetter vollen Barfußgenuss zu haben? Alle in Sandalen unterwegs??
Na ja, immerhin war ich nicht der einzige und die Kommentare blieben fast aus. Bis auf 2 Männer, die gelangweilt vor dem D2- Shop handysuchende Passanten anquatschten und mich erblickend, schallend loslachten und mir "Jesus" hinterdrein riefen. Darauf zu reagieren, hatte ich dann doch keine Lust. Und vielleicht finden sich ja nächstes Mal doch ein paar echte Karlsruher Barfüßer. Ich werde diesen Sommer noch öfter dort sein. ...
Es macht einfach Spaß, mal nicht allein barfuß zu sein, finde ich. So ist es mir heute Abend gegangen, als ich bei einem spätabendlichen Spaziergang in Stuttgarts City unerwartet einem jungen Mann mit nackten Füßen begegnet bin. Wir hatten uns letztes Jahr schon mal getroffen, er ist in der glücklichen Lage, bis auf wenige Stunden in der Woche (Nebenjob) immer barfuß gehen zu können. Letztes Jahr war er bis in den November rein barfuß in der Schule (Abendgymnasium, also keine strengen Lehrer und Schulordnungen), erst als es dann mal nahe der Frostgrenze war, ist er wieder in die Schuhe gestiegen. Hach, da könnte ich ganz neidisch werden ...
Unsereins muss sich auf das bisschen Freizeit beschränken, und selbst da gibt es oft Zwänge... barfüßig Moritz

[ganz neidisch werden ... auf Freizeit beschränken, und selbst da Zwänge]
Oh ja, kann ich nur bestätigen! Ich beneide die Menschen, die freiberuflich ohne Kundenkontakt tätig sind und barfuß laufen können, wann immer sie wollen! Bernd (KA)

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