Bekommen Barfußfahrer Probleme mit der Autoversicherung?
(Forumbeiträge im Sommer 2000)

Dieser Thread ist recht unüberschaubar geworden. Deshalb vornweg eine Zusammenfassung.
Mit dem nachfolgenden Posting wurde eine umfangreiche Diskussion angestoßen :

Liebe Freunde, im Trendreport zum Barfußlaufen im Magazin der Süddeutschen Zeitung gab mir eine Passage doch zu denken:

... Selbst Auto fahren mit baren Füßen ist nicht unbedingt verboten. Bei einem Unfall zahlen die Versicherungen nur dann nicht, wenn sich herausstellt, dass der Fahrer barfuß am Steuer saß, aber kein deutsches Gesetz sagt, dass man nur in Schuhen Auto fahren darf. ...

Heißt das, dass ich bei barfüßigem Autofahren meinen Versicherungsschutz verliere, ähnlich wie z.B. bei Fahren unter Alkoholeinfluss?

Die Diskussion erschließt eine Reihe bedenkenswerter Gesichtspunkte. Hier die entscheidenden Feststellungen :

Hier nun der ausführliche Thread :

Heißt das, dass ich bei barfüßigem Autofahren meinen Versicherungsschutz verliere, ähnlich wie z.B. bei Fahren unter Alkoholeinfluss?
Hier wird wohl unterstellt, dass man barfuß sein Fahrzeug nicht unter Kontrolle hat. Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass ich barfuß die Pedalerie des Autos noch besser bediene als mit Schuhen (was nicht heißen soll, das ich beschuht ein schlechter Autofahrer wäre).
Hierbei ist jedoch wichtig, die ausgezogenen Schuhe nicht im Fußraum liegen zu lassen, da sie unter die Pedalerie rutschen könnten.
Gibt es jemanden der wegen des barfuß Autofahren schon Probleme hatte?
Und ist nicht das Autofahren mit Stöckelschuhen oder Plateausohlen gefährlich und sollte man hier nicht empfehlen zum Autofahren die Schuhe auszuziehen?
Ciao, Jens02

[bei barfüßigem Autofahren Versicherungsschutz verliere, wie bei Fahren unter Alkoholeinfluss]
Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Ich weiß keine Antwort. Es kursieren die Gerüchte.
Viele behaupten ja, dass man nicht barfuß fahren dürfe, doch es steht nichts im Gesetz. Wie seriös sind dann die Berichte über nicht zahlende Versicherungen?
[wird unterstellt, dass man barfuß Fahrzeug nicht unter Kontrolle hat]
Ja. Die Versicherung nimmt das an, üblicherweise aufgrund statistischer Werte. Z. B. durch Auswertung von Unfallberichten. Eine dem barfuß fahren negativ eingestellte Person wird aber vielleicht allzu schnell darin die Unfallursache sehen ...
[kann sagen, dass ich barfuß Pedalerie des Autos besser bediene als mit Schuhen]
Ob es besser ist, muss jeder selber feststellen. Ich bin deiner Meinung. 'Common sense' ist jedoch offenbar, dass die Pedale zur Betätigung mit Schuhen gedacht sind und daher barfuß Probleme verursacht.
[ausgezogene Schuhe nicht im Fußraum liegen lassen, da sie unter Pedalerie rutschen könnten] Wem das nicht klar ist, der sollte lieber gar nicht fahren. [asc]

Hallo Jens, Im Detail lagen die Publizisten von der SZ nicht immer ganz richtig.
Einer meiner zuverlässigen Barfuß - Wanderkameraden hat sich diesbezüglich bei einer Versicherung erkundigt und erfahren, dass noch dort noch nie barfüßiges Autofahren zum Anlass genommen wurde, die Versicherungsleistung zu mindern. Dagegen sei dies schon wegen extrem hoher Schuhe vorgekommen!
Einen Freibrief wollte der Ansprechpartner bei der Versicherung aber nicht ausstellen, weil ein Einzelfall doch einmal anders gelagert sein könnte. Bei dem exakten Gefühl, dass ich barfuß für die Autopedale habe, halte ich das für sehr unwahrscheinlich.
Serfuß, Lorenz

[unterstellt, dass man barfuß Fahrzeug nicht unter Kontrolle hat ... aufgrund statistischer Werte ... barfuß fahren negativ eingestellte Person vielleicht darin Unfallursache sehen]
Was dann allerdings noch zu beweisen sein wird. Wenn man auf eine mehrjährige Erfahrung im Barfußlaufen und -fahren verweisen kann, hat man vielleicht die besseren Karten.
Bei wem liegt die Beweislast eigentlich in so einem Fall ?
[barfuß Pedalerie des Autos besser bediene als mit Schuhen ... 'Common sense' ist offenbar, dass Pedale zur Betätigung mit Schuhen gedacht sind und barfuß Probleme verursacht]
Kommt wohl darauf an, für welche Schuhgröße der Fußraum / die Pedalerie geschaffen ist.
Ich habe mit Schuhgröße 11 bereits Probleme in der unteren Mittelklasse. Treffe nicht immer nur das Pedal, das ich eigentlich wollte. Ganz zu schweigen von der Kompaktklasse ... Barfuß habe ich da keine Probleme, schon mal bei einer Gefahrenbremsung eine Bremsleitung "durchgetreten".
[ausgezogene Schuhe nicht im Fußraum liegen lassen, da sie unter Pedalerie rutschen könnten]
In dieser Versuchung befindet man sich aber doch, besonders wenn die anderen Fußräume mit den Füßen von Passagieren "besetzt" sind.
[Gibt es jemanden, der wegen des barfuß Autofahren schon Probleme hatte?]
Ich! Habe auf die Polizisten so einen eigenartigen Eindruck gemacht (weil ich befürchtete, sie würden entdecken, dass ich barfuß fahre), dass ich nach erfolgter Kontrolle der Papiere noch "pusten" durfte. Dazu muss man natürlich aussteigen und dann ist "es" ans Licht gekommen ... Einer der Beamten warf einen kurzen Blick von der Seite auf meine nackten Füße und das war's. Mit 0,0 Promille gab's aber auch weiterhin keine Probleme ...
Mit freundlichen Füßen, FRANEK

Da war aber dann die Ursache das merkwürdige Verhalten und nicht barfuß. Als ich in gleicher Situation war, war ich aber froh, dass ich mal nicht barfuß gefahren bin. Lothar

[In dieser Versuchung wenn die anderen Fußräume mit den Füßen von Passagieren "besetzt" sind] ... was wieder einmal zeigt: besser gleich gar keine Schuhe anziehen :-) [asc]

Hi Jens, also ich wurde schon mehrmals von der Polizei angehalten (Routinekontrolle).
Es wurde grundsätzlich nicht beachtet, dass ich barfuß gefahren bin. Nur einmal sagte eine Polizistin zu mir: "Das nächste mal ziehen Sie aber Schuhe an, weil ... weil ... äh .. äh .. das besser ist .. äh .." Berni (N)

Mach dir keine Sorgen, die Versicherungen müssen schon einen guten Grund haben, um eine Zahlung zu verweigern - d.h. sie müssten nachweisen, dass Dein Unfall durch die Barfüßigkeit verursacht wurde oder dass barfüßige Autofahrer statistisch wesentlich häufiger in Unfälle verwickelt sind, als andere - und das dürfte wohl kaum der Fall sein.
Ich selbst fahre im Sommer nur barfuß und im Winter zumindest auf längeren Strecken (ab ca. 20-30min Fahrzeit).
Probleme mit der Polizei hatte ich noch keine, ich bin aber noch nie im barfüßigen Zustand kontrolliert worden.
Charly F.

Hallo an alle Barfußfreunde, ich bin selbst kein Barfüßer, beschäftige mich aber durchaus mit dem Thema "richtiges Schuhwerk beim Autofahren", besonders bei weiblichen Autofahrern, die ich manchmal mit gewagter Fußbekleidung in Autos steigen sehe.
Was die Legalität des Barfußfahrens betrifft, habe ich (zumindest für den deutschsprachigen Raum) widersprüchliche Informationen erhalten. Manche behaupten, es sei verboten, andere das Gegenteil. Insgesamt scheint aber doch Einigkeit darüber zu herrschen, dass hohe Stöckel- oder Plateauschuhe das weitaus größere Übel sind; auch die Versicherungen dürften das so sehen.
In einer AutoBild von 1997 (?) war dem Thema der Plateauschuhe ein eigener Artikel gewidmet; dort wurde barfuß fahren zwar nicht empfohlen, aber (so habe ich es verstanden) doch als besser erachtet als das Anbehalten ungeeigneter Schuhe (Originalzitat soweit ich mich entsinne: "Gleich barfuß zu fahren ist übrigens auch falsch. Beim Bremsen geht die nötige Kraft verloren, weil die Fußsohle eine kleinere Aufstandsfläche hat als die des Schuhs. Aber nur wenn's ein flacher ist.").
Kleine Anmerkung dazu: Stimmt vielleicht, ist aber m.E. irrelevant. Ich habe einmal aus Neugierde die Probe aufs Exempel gemacht und die Reifen auch ohne Schuhe bei trockener Fahrbahn nach Belieben zum Blockieren gebracht.
Es gab auch einmal eine nette Fernsehwerbung für ein Hansaplast-Produkt, wo ein Pärchen im Auto streitet und die Fahrerin ihren Freund (?) schließlich hinauswirft; es gibt eine kurze Szene, wo sie mit nackten Füßen fest auf Bremse und Kupplung tritt, dann sieht man, wie das Auto rutschend (also mit blockierten Rädern) zum Stehen kommt. Ich glaube nicht, dass das ein "special effect" war.)
Zurück zum AutoBild - Artikel: Weiters wurde darauf hingewiesen, dass (Kasko!)Versicherungen unter Umständen im Fall von Plateausohlen von ihrer Leistungspflicht befreit sind. In Speyer wurde eine Frau sogar wegen Körperverletzung verurteilt, weil sie mit ihrem Stöckelschuh von der Kupplung gerutscht war und eine Person angefahren hatte (selbe Quelle).
Im Internet existiert eine Versicherungssite, wo eine Frau sich darüber beschwert, dass ihre Versicherung nach einem Unfall mit Verweis auf die Stöckelschuhe, die sie beim Fahren getragen hatte, nicht zahlen wollte; die Antwort war, dass das vielleicht nicht kulant aber rechtens sei.
In den USA kursiert ebenfalls das Gerücht, dass Barfußfahren verboten sei, aber als sich einmal jemand die Mühe gemacht hat und nachgefragt hat, stellte sich heraus, dass es überall legal ist. In einem US-Fahrschulbuch ("sportsmanlike driving", wenn ich recht informiert bin) steht sogar expressis verbis, dass Barfußfahren besser und sicherer ist als das Tragen von hochhackigen Schuhen.
In einer "Auto, Motor&Sport - TV" - Sendung wurde das Plateausohlenthema in den Fahrsicherheitstipps mit Christian Danner behandelt; damals wurde nur darauf hingewiesen, dass die Schuhe nicht im eigenen Fußraum verstaut werden sollten (eh klar!, oder?).
Das Ganze hat m.E. übrigens einen durchaus ernsten Hintergrund: In Japan sollen Plateausohlen beim Autofahren gesetzlich verboten werden, nachdem sich schon tödliche (!) Unfälle deshalb ereignet haben.
Fazit: Barfußfahren ist vielleicht nicht das Optimum, aber vom Sicherheitsstandpunkt aus betrachtet ein Lercherlschas (T'schuldigung, Wiener Dialektausdruck für "vergleichsweise sehr geringfügiges Problem") im Vergleich zu Plateauschuhen oder Stöckelschuhen (oder Schischuhen, Holzpantoffeln etc.).
Und das dürfte sich auch in Versicherung und Rechtssprechung durchsetzen.
Liebe Grüße, Scooter

Autofahren mit Schuhen gefährdet ... ihre Sicherheit - so hätte wohl die Aufschrift im Ford Ka lauten müssen, den ich vor zwei Monaten gemietet hatte.
Ich schaffte es nämlich immer wieder Gas- und Bremspedal mit dem Schuh gleichzeitig zu erwischen (Schuhgröße 44 für Neugierige). Einzige Lösung war das barfüßige Autofahren, dann hatte ich endlich die notwendige Kontrolle über das widerspenstige Gestänge im Fußraum.
Fazit: Je nach Autotyp braucht man noch nicht einmal Plateauschuhe um sich Probleme zu schaffen. Kai

Ernsthaft, das ist ein Konstruktionsfehler. Wobei vielen von uns hier das Fahren ohne Schuhe nichts ausmacht ... aber ich denke an die vielen, die denken, das dies verboten sei.
In welch' gefährliche Lage mögen die dann kommen? [asc]
P. S. Wie wäre es mit dem Aufkleber: "This car is intended to be operated with bare feet" ?

[Versicherungen müssen guten Grund haben, um Zahlung zu verweigern - nachweisen, dass Unfall durch Barfüßigkeit verursacht wurde oder barfüßige Autofahrer häufiger in Unfälle verwickelt sind, als andere - das dürfte kaum der Fall sein]
Das mag sein. Aber zumindest kann sich die Krankenkasse weigern, die Schäden am Fuß zu zahlen (privat) bzw. das Geld zurückfordern (ges.) Ähnlich wie bei Kletterern und neuerdings auch Radfahrern (!) mit Kopfverletzungen, wenn sie ohne Helm unterwegs waren. Rainer

Mit dem Risiko kann ich leben (ich bin sowieso einer von den Irren, die ohne Helm Rad fahren). Vielleicht kann ich meine Krankenversicherung ja auch davon überzeugen, dass ihr durch das Barfußlaufen Ausgaben für Fußkrankheiten erspart worden sind!
Charly F.

Vorbemerkung: ich bin ein ebenso ambitionierter und lustvoller Barfuß - Läufer wie Autofahrer. Ich mache beides mit Genuss aber auch ambitioniert; das autofahren aber auch professionell (Rennfahrerlizenz).
Ich muss euch folgendes sagen; in einer Notsituation müsst ihr in der in der Lage sein, absolut brutal auf die Bremsen (in die Eisen, wie die Rennfahrer sagen) zu steigen bzw. zu treten. Das gilt übrigens auch für Autos mit ABS und Servobremsen.
Ob ihr dazu barfuß in der Lage seid, bezweifle ich; ich jedenfalls traue mir das nicht zu. Dies obwohl ich es ehrlich gesagt auch geil finde, ein Auto mit fast 300 PS mit den Zehenspitzen zu dirigieren; ganz ehrlich, ich bin dieser Versuchung auch schon erlegen und mit 240 Sachen barfuß unterwegs gewesen.
Aber eben, mit Vernunft hat das dann nicht mehr viel zu tun; aber man muss ja auch nicht immer vernünftig sein. Grüße Oliver / CH

[in Notsituation in Lage sein, brutal auf Bremsen zu steigen ... Ob ihr dazu barfuß in Lage seid, bezweifle ich; ich traue mir das nicht zu]
Wo genau siehst du das Problem dabei? Abrutschen des Fußes vom Pedal? Zu geringe Kraft, weil Schmerzen im Fuß auftreten? Ich hatte noch keine Probleme in der Hinsicht.
[Auto mit fast 300 PS mit Zehenspitzen dirigieren ... mit 240 Sachen barfuß unterwegs  ... mit Vernunft dann nicht mehr viel zu tun]
Das ist aber auch ein wenig arg schnell, gell? Dennoch, scharf bremsen muss man auch bei geringerer Geschwindigkeit mal ... [asc]

Kurze Info zur "Barfuß im Auto" - Diskussion
Habe auf der Homepage eines großen österreichischen Autofahrerklubs gerade folgende zwei Textstellen gefunden (beim zweiten Dokument nur ein Auszug, sonst wird's zu lang):

**1** ARBÖ- PRESSE- NEWS (erstellt von Presse/Informationsdienst)
Ski- oder Plateauschuhe können das Leben kosten 04.02.2000 ***OTS - PRESSEAUSSENDUNG*** ARBÖ: Ski- oder Plateauschuhe können das Leben kosten = Wien (ARBÖ)
- Blauer Himmel, glitzernder Schnee, einladende Pisten - viele werden in den kommenden Ferienwochen wieder mit ihren Ski oder Snowboards ins Tal flitzen. Der ARBÖ warnt allerdings - wer mit den Auto schnell zur nächsten Liftanlage fahren möchte und aus Bequemlichkeit die Skischuhe anbehält, kann im schlimmsten "Verkehrsun- "Fall sogar mit dem Leben bezahlen. Skischuhe schützen die Füße auf der Piste, zum Bremsen und Gas geben im Auto sind sie allerdings überhaupt nicht geeignet. Übrigens genau so wie die noch immer beliebten Plateauschuhe oder auch Bergschuhe. Durch die dicke Sohle und den starren Halt, verliert der Fuß jegliches Fahrgefühl. Dadurch ist die Fahrsicherheit nicht mehr gewährleistet.
ARBÖ - Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert: "Ein Kraftfahrzeug darf nur lenken, wer sich in einer solchen körperlichen (und geistigen) Verfassung befindet, dass er das Fahrzeug beherrschen und die beim Lenken zu beachtenden Rechtsvorschriften befolgen kann. Mit einem Skischuh fehlt dem Träger sicherlich der hinreichende Halt und das notwendige Gefühl die Pedale in schwierigen Situationen rasch und sicher zu betätigen. Kommt es in der Folge zu einem Verkehrsunfall kann dem Autofahrer ein Verschulden angelastet werden. Sollte es beim Unfall Verletzte geben, muss der Fahrzeuglenker auch mit einem Strafverfahren rechnen. Weiters kann die Kaskoversicherung davon ausgehen, dass in einem solche Fall ein grob fahrlässiges Verhalten vorliegt und somit keine Leistung erbringt."
Abgesehen von rechtlichen Folgen lohnt es sich sicher nicht einen schweren Unfall mit schlimmsten Folgen zu riskieren. Deshalb der Rat des ARBÖ: Vor jeder Fahrt, auf das richtige Schuhwerk achten! Internet: http://www.arboe.at
**2** ARBÖ- PRESSE- NEWS (erstellt von Presse/Informationsdienst)
So bleiben Lenker cool 31.05.99 ***OTS - PRESSEAUSSENDUNG*** ARBÖ: So bleiben Lenker cool = Wien (ARBÖ) - Die Experten des ARBÖ haben einige Tipps zusammengestellt, wie Autofahrer während der derzeit herrschenden Hitze einen kühlen Kopf bewahren können: [Auszug]:
* Sollten Sie barfuß fahren wollen - was angenehm luftig ist - beachten Sie, dass Sie mit der bloßen Sohle plötzlich ein ganz neues Fahrgefühl haben. Eventuell auf einer "ungefährlichen" Strecke ausprobieren!

Tscha, nix von illegal, und was die Gefährlichkeit betrifft, dürfte die Sache auch recht klar sein (zumindest im Vergleich zu ungeeigneten Schuhen) Liebe Grüße, Scooter

Hallo Forum, da dieses Thema irgendwie unerschöpflich zu sein scheint:
Wichtig ist beim Autofahren nicht das Tragen von Schuhen, sondern die Bedienbarkeit der Pedale, welche weder bei Plateauschuhen noch bei Skistiefeln gewährleistet sein kann.
Da im Forum immer wieder die Versicherungen als angeblich nicht leistungsbereit angenommen werden, wenn jemand barfuß einen Unfall verursacht hat:
Die Haftpflichtversicherung hat außer bei Vorsatz immer zu zahlen.
Die Vollkaskoversicherung müsste Anlass haben, dem Versicherten grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen. In meiner anwaltlichen Tätigkeit ist mir eine solche Entscheidung, dass barfüßiges Fahren fahrlässig wäre, nie aufgefallen, noch hätte ich sonst von einem solchen Problem gehört. In einem früheren Beitrag zum Thema war angesprochen worden, dass dazu auch gar keine Statistiken existieren.
Könnte es nicht sein, dass die Probleme, die bei barfüßigem Verhalten bei vielen Teilnehmern des Forum mehr oder weniger bewusst vorhanden sind ("was werden die wohl sagen, wenn sie sehen, dass ..."), so etwas wie einen antizipierten Schuldkomplex erzeugen?
Ich selbst freue mich auf eine lange morgige Autofahrt nach Südfrankreich ans Mittelmeer, die ich (für mich selbstverständlich) ohne Schuhe hinter mich bringen werde.
Es grüßt Hans-Martin

Gerade gefunden:  --- Zitat --- 
Plateauschuhe Achtung, Autofahrerinnen: Das Tragen von Plateauschuhen beim Autofahren gilt als grob fahrlässig - kein Versicherungsschutz! Ähnliches gilt auch fürs Barfuß - fahren! --- Ende --- Das trägt denn weiter zur Konfusion bei. Leider ist auch hier kein konkreter Fall angegeben, in dem eine Versicherung nicht gezahlt hat, mit der ausdrücklichen Begründung der Fahrlässigkeit beim Auto fahren ohne Schuhe. [asc]

Hi! Ich bin auch - leider nur in meiner Freizeit - immer barfuß unterwegs und daher auch im Auto, ich wurde auch schon mehrfach an allgemeinen Verkehrskontrollen angehalten, musste Erste Hilfe - Kasten und Warndreieck vorweisen, daher auch aussteigen.
Die Polizisten haben dann sicher auch meine Barfüße bemerkt, jedoch jeweils nix dazu gesagt.
Also sehe ich das dann auch als genehmigt.
Jago

Ich bin in juristischen Dingen nicht so gut, aber hier geht es (vielleicht) auch um verschiedene Dinge.
In D steht nirgendwo im _Gesetz_, dass man beim Fahren Schuhe tragen muss (so weit ich weiß). Deshalb kann die Polizei auch keinen Strafzettel ausstellen :-)
Frage nun aber: kann eine Versicherung trotzdem auf Fahrlässigkeit plädieren? Ich fürchte schon: falls sich herausstellt, dass diejenige Person nicht in der Lage war, das Fahrzeug sicher zu bedienen. Manche können's, manche nicht. Und wer einen Unfall baut, kann's nicht :-(
So ähnlich ist's doch auch mit dem Alkohol: wer in einer allgemeinen Kontrolle mit weniger als 0.3/1000 "erwischt" wird, hat nichts zu befürchten. Wer aber damit einen Unfall hat, trägt eventuell Mitschuld und die Versicherung zahlt weniger oder nichts.
Ich würde natürlich in der Schuh-Frage mal genau andersrum argumentieren: mit Schuhen zu fahren ist weniger sicher! ;-) [asc]

Ich hoffe, es gibt niemals ein Gesetz, welches das Tragen wie- auch- immer- aussehender Schuhe beim Auto fahren vorschreibt. Es ist allerdings wirklich eine Gewöhnungssache, es zu tun ... wer das nur mal ausprobiert, und dabei Probleme hat, kommt schnell auf die Idee, es sei unsicher.
Dabei ist es für mich schon ehr ungewohnt, mit Schuhen zu fahren :)
ich komme allerdings ohnehin selten dazu, da ich kein eigenes Auto besitze ... [asc]

Also ich habe barfuß schon mal eine Bremsleitung "durchgetreten". Das reicht mir an übertragener Kraft. Da mag geschrieben stehen, was will.
In anderen Artikeln ließt man öfter, dass auch beschuhte FahrerInnen selten das Potential der Bremsen wirklich ausnutzen, zu zaghaft sind oder den Druck verringern, sobald sie das Pulsieren des ABS im Pedal verspüren.
Das Problem scheint also woanders zu liegen. Nicht umsonst reagiert die Autoindustrie mit Riesen - Bremskraftverstärkern (hat schon mal jemand versucht, ungewohnterweise einen Ford Ka beim Rangieren(!) abzubremsen, ohne eine "Verbeugung" zu machen?
Wichtiger ist, dass ich hier erfahren habe, dass es kein Gesetz gibt das das Barfußfahren ausdrücklich verbietet. Und wer unangeschnallt fährt, ist sowieso nicht mehr zu retten, in doppeltem Sinne.
Mit freundlichen Füßen, FRANEK

Hallo Leute, ich lese dieses Forum, auf das ich nur durch Zufall gestoßen bin, schon seit einiger Zeit (teilweise) mit und war etwas überrascht, dass einige Leute das Barfußlaufen so wichtig nehmen, dass sie dafür ein Forum gründen. Andererseits gibt es, wie ich gesehen habe, wohl kaum etwas, wozu es kein Forum gibt (Beispiel 'Barfuß in Turnschuhen' - Igitt!).
Barfußlaufen als eigenständiges Hobby, also quasi als Selbstzweck, ist das nicht etwas übertrieben? Ich mach's einfach nur, weil es angenehm und gesund ist.
Ich dachte, ich wäre der einzige, der so 'verrückt' ist, barfuß Auto zu fahren. Jetzt sehe ich, dass es wohl doch nicht so ist. Das einzige Auto, das ich kenne und bei dem ich diesbezüglich meine Zweifel hätte, ist ein Mercedes 310D Bus (die kantigen mit der Mini - Fronthaube).
Ich fahre selbst einen etwas älteren Mercedes 309D (meistens barfuß, auf längeren Strecken auch im Winter) und kann bestätigen, dass er auf trockener Straße kaum zum Blockieren zu bringen ist - allerdings ist das auch mit Schuhen so. Beängstigender finde ich Leute, die mit Badelatschen, Plateau- oder Stöckelschuhen Auto fahren. Kann das überhaupt gut gehen?
Ich habe gehört, dass Versicherungen in solchen Fällen gelegentlich eine gewisse Zahlungsunwilligkeit an den Tag legen ...
Gruß, Fritz

Hallo Fritz, es kann ganz offenbar gut gehen, tut's aber nicht immer.
In Japan gab's schon mindestens drei tödliche Unfälle, weil die Fahrerinnen in ihren überhohen Plateauschuhen das Bremspedal nicht betätigen konnten. In Deutschland kenne ich nur einen aktenkundigen Fall, der in einer AutoBild von 1997 erwähnt wurde.
Die Frage, ob die Versicherung in so einem Fall von der Zahlungspflicht befreit ist, ist umstritten. Nach den mir bekannten Informationen kann die Kasko eine Zahlung ablehnen, wenn falsches Schuhwerk am Unfall mitbeteiligt gewesen sein könnte. Die Haftpflicht muss in jedem Fall zahlen. Die Frage, ob im Zweifelsfall lieber mit ungeeigneten Schuhen oder ohne Schuhe gefahren werden soll, geht meines Wissens ganz klar zugunsten des Barfußfahrens aus, sowohl vom Versicherungstechnischen als auch von der Expertenmeinung her. lg, Scooter

Hallo, vor kurzem habe ich eine e-mail bezüglich des Barfußfahrens an meine Versicherung geschickt. Gestern Abend bekam ich dann einen Anruf. Der Anrufer stellte sich als Mitarbeiter der HUK - Coburg vor und fragte, ob ich der währe, der immer barfuß Auto fährt. Ich entgegnete:" Nicht immer, aber immer öfter"
Der Versicherungsmitarbeiter klärte mich detailliert auf. Er teilte mir mit, dass es nicht verboten sei barfuß Auto zu fahren. Sollte der Schadensfall eintreten, ist die Versicherung im Zugzwang und muss nachweisen, dass der Unfall mit Schuhen nicht passiert wäre. Da dieser Nachweis aber in der Regel sehr schwierig und teuer ist, Sachverständige usw., kann man davon ausgehen, dass die Versicherung im Schadensfalle zahlt.
Ebenso verhält es sich, wenn Frauen mit Stöckelschuhen fahren.
Also: Nicht bei einer Polizeikontrolle beirren lassen. es gibt kein Gesetz, dass das Barfußfahren verbietet.
Ein befreundeter Feuerwehrmann sagte mir einmal, (Achtung Satire), dass bei einem schweren Unfall die Opfer sowieso die Schuhe verlieren. Also am besten gleich zu Hause lassen. Andreas S.

[ bei schweren Unfall Opfer sowieso Schuhe verlieren ... gleich zu Hause lassen]
Also mitnehmen sollte man die Schuhe schon, falls man nach einem Unfall durch die Glasscherben und Trümmer laufen muss ... Gruß, Fritz.

Hallo Forum, Mitte Juni hatte ich schon geschrieben, dass es nicht auf die vorhandene oder nicht vorhandene Fußbekleidung, sondern auf die Bedienbarkeit der Pedale ankommt, und im übrigen Probleme ohnehin nur im Kaskoversicherungsbereich auftreten könnten.
Es scheint aber doch irgendwie im Unterbewusstsein verhaftet zu sein, dass es sich dabei um verbotenes Tun handelt. Weshalb sonst die Frage an einen Versicherungsmitarbeiter?
Mir ist ohnehin nicht klar, in welchem Zusammenhang eine Schadenregulierung verweigert werden sollte. Denkbar scheint hier höchstens, dass mitgeteilt wird, man sei vom Pedal abgerutscht und habe so die Beschädigung verursacht. Wieso sollte das ausgerechnet barfuß passiert sein? Plateausohlen scheinen mir da eher "geeignet".
Die, die gewohnt sind, barfuß zu laufen, dürften ohnehin einen festeren Tritt haben, da die Empfindlichkeiten von Schuhträgern alles außer einer weichen Unterlage für hart halten. Für Barfußsportler, insbesondere Kampfsportler (wenn ich demnächst etwas Zeit habe, werde ich über eigene Erfahrungen sowie über meine Trainingseindrücke bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen schreiben) gilt dies erst recht.
Es grüßt Hans-Martin

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Bei dem Bürokratentum in unserem Lande sichere ich mich lieber doppelt und dreifach, wenn's sein muss auch mit 3 Durchschlägen und 2 Unterschriften ab, bevor ich nachher der Dumme bin. Fußgruß Andreas S.

Danke Andreas, damit ist dieses Thema wohl endgültig geklärt :-) Schade, gibt es doch ein Thema weniger für dieses Forum. Falls jemand doch mal Schwierigkeiten bekommen sollte, sind Berichte darüber hier natürlich angebracht - wie bei jeder Diskriminierung ... [asc]

Hallo Leute, für mich ist es nicht nur selbstverständlich, barfuß Auto zu fahren. Genauso selbstverständlich betreibe ich auch mein Hobby, das Segelfliegen, barfuß (wenn es die Temperaturen zulassen).
Und glaubt mir - im Vergleich zu den meist nur aus Stahl- oder Aluminiumrohren bestehenden Seitenruderpedalen eines Segelflugzeugs sind die Auto - Pedale geradezu für Barfüße gemacht.
Gruß, Fritz.

Hallo zusammen, im Falle eines (schweren) Unfalls macht man sich glaube ich wenig Gedanken über Schnittwunden an den Füßen durch Glas und Schrott. Man sollte aus ganz anderen Gründen unbedingt immer Schuhe im Auto mitführen, nämlich um anderen Unfallopfern helfen zu können, man muss ja gar nicht immer selber verunglücken. Unterlassene Hilfestellung, weil man mangels Schuhwerk nicht an die Unfallopfer rankommt (ohne sich zu verletzen) ist nicht nur für das Gewissen schlecht ... Allerdings muss ich zugeben, dass ich gerade bei kurzen barfüßigen Autostrecken auch nicht immer Schuhe dabei habe. Vielleicht sollte ich mal ein altes Paar als Backup im Kofferraum deponieren. Serfuß, Jörg (Hanna)

Das ist ein sehr wichtiger Aspekt! Gut, dass Du ihn erwähnt hast. TeWe

Abgesehen davon, dass die evtl. herumliegenden würfelartigen Autoglasscherben keine Gefahr für trainierte Füße sein dürften (oder doch? Hab da keine Erfahrung) und man eh an nichts anderes denken kann als an die Mitfahrer und/oder "das schöne Auto..."
*g* Gruß Martin (KS)

Auskunft Versicherung zum Thema "barfuß autofahren"
Ich habe heute die Stellungnahme meiner Versicherung zum Thema "barfuß autofahren" erhalten. Allerdings hilft die Aussage auch nicht viel weiter. Dennoch hier der Text:
"Leider lässt sich Ihre Anfrage so pauschal nicht beantworten. Im Gesetz lässt sich zu Ihrer konkreten Anfrage nichts finden.
Prinzipiell gilt die Regel, dass der Fahrer eines KFZ- auch bekleidungstechnisch - jederzeit in der Lage sein muss, sein Fahrzeug ordnungsgemäß zu bedienen und zu beherrschen. So kann dies bei hochhackigen Schuhen z. B. unter Umständen zu verneinen sein.
Sofern der Fahrer aufgrund seiner Bekleidung zu einer ordnungsgemäßen Bedienung des Kfz nicht in der Lage sein sollte, so ist bei polizeilicher Feststellung ggf. mit Konsequenzen zu rechnen. Soweit es hierdurch zu einem Unfall kommen sollte und die polizeilichen Ermittlungen eine etwaige Behinderung feststellen, so könnte im Bereich des Kasko-Versicherungsschutzes eine "grobe Fahrlässigkeit" vorliegen. Dies hätte zur Folge, dass in der Kaskoversicherung der Versicherungsschutz entfallen würde.
Ob dies für den Bereich des "Barfußfahrens" denkbar ist, ist zwar schwer vorstellbar, nichtsdestotrotz aber nicht unmöglich. Hierbei kommt es aber sicherlich auf den Einzelfall an."
Lothar

Schlussfolgerung: wer glaubhaft machen kann, dass sie/er (zumindest im Sommer) immer oder häufig barfuß fährt, und dabei normalerweise keine Unfälle hat, wird wohl von der Versicherung keine Probleme bekommen.
Ich halte es wie etliche andere: ich habe kein Auto, und damit etliche Probleme weniger ... [asc]

Also kann man wohl kurz sagen: Im Zweifel gewinnt der bessere Anwalt!
Oder: Wenn man deswegen Probleme kriegt, hatte man halt den falschen Rechtsverdreher! ;)
Detlev

Zum Thema "barfuß autofahren" ich habe vor einigen Jahren einmal die Rechtsabteilung des ADAC danach gefragt. So, wie ich die Antwort in Erinnerung habe, kam etwa folgendes raus: Versicherungen tragen ein Risiko. Wenn man das Risiko nach Abschluss des Vertrages nennenswert erhöht, ist man unterversichert (siehe Hausratversicherung etc.), und die Versicherung zahlt weniger oder gar nichts mehr.
Das Risiko beim Autofahren erhöht man z.B. dadurch, dass man betrunken ist, sich nicht anschnallt, austretende Gase transportiert oder ein kaputtes Auto benutzt.
Falls man das Risiko durch Barfußfahren erhöht haben sollte, muss die Versicherung auch nicht zahlen. Aber das soll eine Versicherung erst mal nachweisen!
Der Autofahrer ist verpflichtet, sich für eine Autofahrt optimal vorzubereiten, und da gibt es - würde ich mal sagen - nichts Besseres, als die Schuhe vorher auszuziehen.
Der Präzedenzfall steht wohl noch aus, aber ich sehe dem beruhigt entgegen.
Gruß, Kai aus VS

Der Sachverhalt wird auch noch in weiteren Threads angesprochen :
Darf man barfuß Auto fahren ?
Wer sich mit ungeeignetem Schuhwerk oder gar barfuß ans Steuer setzt ... 
Erhöhtes Verletzungsrisiko bei Unfällen durch Barfußfahren?
Barfuß Autofahren international

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