Barfuß! Ein Problem für den Partner/die Partnerin? (2)
(Forumbeiträge im Winter 2000 / 2001)

Diesem Thread war bereits eine Diskussion ähnlicher Thematik vorangegangen.

Hallo, ihr Barfußläufer! Dieses ist mein erster Beitrag hier im Forum. Ich nenne mich hier einfach mal "Bibi". So wird in der Sprache Suaheli die Freundin/ Partnerin/ Ehefrau genannt. Und da mein Mann Bernd (leider vor unserer gemeinsamen Zeit) schon oft in Afrika war, ist diese Bezeichnung passend.
Bernd schreibt regelmäßig Beiträge hier im Forum.
Ich möchte hier mal loswerden, wie ich als Partnerin das Barfußlaufen empfinde und mit welchen Problemen ich dadurch konfrontiert werde.
Als ich Bernd vor 12 Jahren kennen lernte, hatte ich selbst bereits viele Jahre "Barfußerfahrung".
Barfußlaufen war für mich ein Ausdruck der Lebensfreude und eines Lebensgefühls. Ente fahren und barfußlaufen passte einfach zusammen und war der Ausdruck einer Lebenseinstellung. Jedoch habe ich keine Konflikte mit anderen gesucht und selten gesellschaftliche Etiketten verletzt. Also eben kein tagtägliches Barfußlaufen, kein überzeugter Barfußläufer wie mein Mann.
Inzwischen, 12 Jahre später, bin ich knapp davor, barfuß zu hassen! Warum? Weil ich seit Jahren der einzige Ansprechpartner sämtlicher Nachbarn, Verwandten etc. bin. Als beschuhter Partner werde ich offensichtlich für mehr zurechnungsfähig gehalten und bin somit immer derjenige, an den man sich wendet. "Sagen Sie mal, was ich schon lange mal fragen wollte ..." "... wie können Sie so was zulassen ...?" "... ist es ihnen egal, ob ihr Mann krank wird ...?"
Vor Familienfeiern werde ICH angemacht: "sorge bitte dafür, dass er Schuhe anhat!" Egal wo wir hingehen, was wir machen, immer nur das eine Thema.
Besonders, wenn man mich allein "erwischt", geht die Fragerei los. Wenn Bernd dabei ist weniger, es geht erst richtig los, wenn er nicht dabei ist. Ich werde angehalten, die Verantwortung zu tragen, für etwas, was jetzt NICHT mehr MEIN Lebensstil ist.
Unternehmungen, wie z.B. Spaziergänge, Wanderungen, die man früher ungezwungen machte, sind heute, besonders im Winter, nur noch Diskussionsunternehmungen. Das eigentliche Unternehmen hat keinen Wert mehr, weil einem die Laune durch das ständige angequatscht werden versaut ist. Ich habe deshalb kaum noch Lust, etwas zusammen zu unternehmen, weil doch immer wieder die gleiche Quäkerei kommt.
Die eigene Person scheint nicht mehr vorhanden zu sein, nur als "Aufpasser" für den Partner hat man noch Geltung. Mich würde nun vor allen Dingen interessieren, wie andere Partner-/innen von überzeugten Barfußläufern diese Situation meistern.
Gruß, Bibi

Hallo, Bibi! Ich kann Dir nur einen Rat geben: Breche so schnell wie möglich den Kontakt zu diesen intoleranten Dummschwätzern ab!
Niemand hat das Recht, einem anderen vorzuschreiben, wie er zu leben hat. Vielleicht gibt es ja bei denjenigen, die Dich immer wieder wegen Bernds Barfußlaufen dumm anlabern, auch Eigenschaften, die Du nicht abhaben kannst. Dann quatsch diese Leute ebenfalls immer wieder darauf an.
Übrigens: als selbstbewusste Menschen werdet Ihr - Du und Bernd - Euch von dem Gelabere Eurer lieben Mitmenschen nicht unterkriegen lassen.
Wenn ich Deinen Artikel richtig verstanden habe, ist ja auch für Dich das Barfußlaufen Deines Partners das eigentliche Problem, sondern die Reaktion Deiner Umwelt. Und die kann Euch ja wohl mal kreuzweise, oder?
Gruß Jerry

Wenn ich Bernd wäre, würde ich zu den Störenfrieden gehen und Flagge zeigen, denn er muss ja dafür Grade stehen. Oder vermutet Bernd, dass Dir, Bibi, es nicht so zusetzt?
Wo ist das Problem mal zwischendurch auf barfuß zu verzichten? Wenn man seine(n) Partner(in) liebt, dann verzichtet man auch mal.
Nicht dass Du und Ihr anderen mich falsch versteht. Ich möchte hier Bernd nicht von seinem Barfußlaufen abbringen. Das definitiv nicht. Natürlich können einen bestimmte "penetrante Personen" mal! Und man muss auch nicht überall nachgeben.
Aber der Unterton macht mir Sorgen! Was ist wenn das zwischen Bibi und Bernd irgendwann wegen so einer Belanglosigkeit zu einer Trennung kommt? Ziemliche "Schwarzmalerei", die ich hier betreibe? Kann sein, aber ich habe schon Leute kennen gelernt und Schicksale miterlebt, wo sich schon wegen belangloserer Dinge eine Trennung ankündigte.
Nicht jeder hat immer den Nerv über den Dingen zu stehen! Ich hoffe mal das dem nicht so ist. Und dass Bibi und Bernd einen geeigneten Kompromiss finden.
Alles Gute für Bibi und Bernd Chris2

Hallo "Bibi", vielen Dank für Deinen Beitrag. Es ist mal was anderes, die Meinung direkt von der "anderen Seite" zu hören, als immer nur indirekt. Ich gehe mal davon aus, dass Du die anderen Postings zu diesem Thema bereits kennst und somit weißt, dass Du durchaus Leidensgenossinnen hast.
[Bernd vor 12 Jahren kennen lernte, hatte ich selbst viele Jahre "Barfußerfahrung". Barfuß laufen war für mich Ausdruck der Lebensfreude und eines Lebensgefühls]
Schau an, so geht es uns hier auch (heute noch).
[Ente fahren und barfuß laufen passte zusammen und war Ausdruck einer Lebenseinstellung]
Klingt so, als sei das eine vorübergehende Mode gewesen, so wie das Tragen von Turnschuhen in den Achtzigern ("Turnschuhgeneration", aus der hier besonders viele Poster stammen!) oder diese furchtbaren Plateauschuhe heutzutage. Und nun bist Du aus diesem Alter heraus und Barfußlaufen ist out im Sinne von nicht mehr zeitgemäß.
Genau darum geht es uns hier größtenteils: Barfußlaufen nicht als zeitlich oder altersmäßig begrenzte Modeerscheinung zu sehen, sondern den Spaß am Barfußlaufen als gesellschaftsfähig zu etablieren, unabhängig von Alter und Zeitgeist.
Barfußlaufen vermittelt (zumindest uns hier) ein tolles Körpergefühl und das möchten wir nicht unnötig einschränken. Für mich hat Barfußlaufen so wenig mit meiner Lebenseinstellung zu tun, wie das Tragen dicker Winterschuhe bei starken Minustemperaturen. Beides tue ich, um mich wohlzufühlen, nicht um zu provozieren.
[keine Konflikte mit anderen gesucht und selten gesellschaftliche Etiketten verletzt ... kein tagtägliches Barfußlaufen, kein überzeugter Barfußläufer wie mein Mann]
Hm, das widerspricht jetzt aber ein bisschen Deiner Aussage von eben, oder interpretiere ich da was falsch? 
Den wenigsten von uns geht es um das bewusste Verletzen gesellschaftlicher Etiketten. Viele Etiketten existieren aber nur in unserer Fantasie. Die Meinungen dazu gehen hier im Forum auch stark auseinander. Dein Mann wird Dir diese Diskussionen bei Bedarf gerne zeigen, vieles befindet sich im Best-Of.
Ich bin dabei durchaus der Meinung, dass man es mit dem Barfußlaufen auch übertreiben kann und vor allem auch der Partnerin zuliebe mal Kompromisse eingehen muss. Da hast Du durchaus meine Rückendeckung.
[12 Jahre später, bin ich knapp davor, barfuß zu hassen ... seit Jahren einzige Ansprechpartner sämtlicher Nachbarn, Verwandten  ... Als beschuhter Partner für zurechnungsfähig gehalten und derjenige, an den man sich wendet]
Liebe Bibi, das ist eine äußerst erstaunliche Erfahrung! Zwar kennen wir hier alle mehr oder weniger die von Dir angeprangerte auch von uns als äußerst lästig empfundene Fragerei, allerdings ist meine beschuhte Freundin noch nie auf meine Barfüßigkeit angesprochen worden!
Macht Bernd den Eindruck, dass er beißt oder Kinder frisst oder gar unmündig ist? Wir schätzen in hier im Forum außerordentlich, vor allem wegen seiner spannenden Reiseberichte. Sein Seychellen - Posting hat selbst meine Freundin gerne gelesen, obwohl ihr sonst die "Spinner" hier (keine Angst, Freunde, ich zähle auch dazu ;-) am Allerwertesten vorbeigehen.
Ich frage mich eher, ob Eure Bekannten noch ganz zurechnungsfähig sind, wenn Sie sich nicht trauen, Bernd direkt zu fragen! Bei Fragen wie
[ "Sagen Sie mal, was ich schon lange mal fragen wollte..." "...wie können Sie so was zulassen...?" "...ist es ihnen egal, ob ihr Mann krank wird...?"]
würde ich doch mal ganz freundlich antworten, dass Dein Mann alt genug ist, um zu wissen, was er tut.
Wenn Dir diese Fragerei erkennbar peinlich ist, machst Du Dich erst recht zur Zielscheibe des vermeintlichen Gespötts, wenn Du dagegen selbstbewusst Deinen Mann verteidigst oder Dich selbst zumindest als nicht zuständig für das Thema zu erkennen gibst, vergeht denen schnell die Lust.
Dein Mann ist Dir da voraus: Anderer Leute Gedanken und Probleme interessieren ihn nicht, oder wie Lorenz mal so passend formulierte: Ihr seid nicht die Psychiater Eurer Nachbarn etc.
[Vor Familienfeiern werde ICH angemacht: "sorge dafür, dass er Schuhe anhat!"]
Okay, bei Feiern, bei denen "offizielle" Kleidung erwünscht ist, stelle ich mich auch nicht quer, wie gesagt, ich will ja nicht provozieren. Trotzdem gilt auch hier: Nicht Du, sondern Dein Mann ist zuständig.
Liebe Bibi, Bernd gehört sicher zu den Hardcorebarfüßern und ich würde mir für Dich etwas mehr Kompromissbereitschaft auch von ihm wünschen. Auf Dauer schadet zu viel Konfliktstoff bzw. ein schwelender ungelöster Konflikt einer Partnerschaft genauso wie zuviel Harmonie (=Gefahr von Langeweile).
Aber ich will mich nicht zu sehr in Euere Angelegenheiten einmischen. Nimm Dir ein Beispiel an dem Selbstbewusstsein von Bernd und trete den nervenden Fragestellern einfach als nicht zuständig gegenüber.
Wer von Dir als erwachsener Frau verlangt, dass Du für Deinen ebenfalls erwachsenen Mann die Verantwortung für die Fußbekleidung übernimmst, der hat selber nicht alle Tassen im Schrank. Auch das kann man notfalls den Leuten mal ins Gesicht sagen.
Servus, (für Dich mal mit "v" ;-) Jörg (Hanna)

Hallo Bibi, ich bin keine Partnerin, sondern der zugehörige "Täter" selbst - ich hoffe, Du magst auch meine Antwort lesen.
Meine Frau hat glücklicherweise allermeist keine Probleme damit, wenn ich barfuß gehe - allerdings frage ich in "kritischen Fällen" - wir sind 15 Jahre verheiratet, das sollte reichen, um diese realistisch vorhersehen zu können - vorher, ob es ihr recht ist und ziehe auch ihr zuliebe schon mal Schuhe an.
Da sind die Probleme meiner pubertierenden Kinder schon größer - die finden es derzeit "peinlich" (aber was finden sie eigentlich an ihren Eltern im Zweifel nicht peinlich ?).
Meine Frau reagiert allerdings bei Bedarf - bisher ist es allerdings erst sehr selten vorgekommen - auch in meinen Augen richtig : sie antwortet je nach Situation entweder,
dass es mir Spaß macht und gut bekommt,
oder dass das ja meine Sache sei und man sich direkt an mich halten möge,
oder dass sie keine Lust habe, sich derart dämliches Geschwätz weiter anzuhören.
Allerdings hält sie bei "Menschenaufläufen" in kritischen Jahreszeiten gelegentlich auch schon mal etwas Distanz von mir, damit man nicht gleich merkt, dass wir zusammengehören ... womit ich wiederum kein Problem habe.
Der Hauptfehler besteht in meinen Augen darin, dass man - das habe ich in der Vergangenheit auch falsch gemacht - auf keinen Fall auch nur im weitesten Sinne "erwischt" reagieren darf.
Es gibt gute Gründe barfuß zu gehen - und in einem demokratischen Land ausreichend Freiheiten, die jeder für sich in Anspruch nehmen kann. Wer dies einschränken will, soll erst einmal erklären, warum ! (Aber in erster Linie Bernd natürlich, denn um ihn geht es ja ...)
Spätestens bei der zweiten guten Nachfrage gehen den "Kritikern" erfahrungsgemäß so deutlich die Argumente aus, dass sie sich einer für sie so peinlichen Unterhaltung so bald gar nicht mehr stellen wollen. Das gilt auch für Verwandte, die den Umstand, dass man sie sich nicht aussuchen konnte, möglichst auch nicht durch zur Schau gestellte Intoleranz überbeanspruchen sollten.
Vor den blöden Blicken und dummen Bemerkungen Außenstehender kann man sich so freilich nicht schützen. Dagegen hilft nur Selbstbewusstsein !
Ich bin für meinen Teil ganz fortgeschritten der Meinung, dass es sich dabei schlicht um eine ungesunde Mischung aus mangelnder Kinderstube (auf fremde Leute zeigt man nicht nur nicht mit dem Finger, sondern fällt auch nicht verbal über sie her) mit mangelndem Wissen handelt. Da weder das eine, noch das andere für denjenigen spricht, der es tut, sondern ganz im Gegenteil kann ich da meist ganz gut drüberstehen - und meine Frau auch (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Es ist Schade, dass Du über diesen sozialen Druck Deinen Spaß am Barfußlaufen verloren hast. Theoretisch gäbe es nämlich noch eine Variante : wenn Du zusammen mit Bernd auch wieder regelmäßig barfuß gehen würdest, wärst Du in den Augen der anderem die Stellung als der "vernünftigere Teil" wieder los und würdest hoffentlich auch deswegen in Ruhe gelassen ...
Leider kennen wir uns nicht persönlich - deshalb hoffe ich, mit diesen Zeilen nicht kilometerweit an Deiner Situation vorbeigeschrieben zu haben.
Herzliche Füße von Köln nach Karlsruhe sendet Georg

Hi Bibi, dein Problem klingt, so wie du es schilderst sicherlich sehr verständlich. Bleibt aber die frage, wo liegt die Ursache für deine Schilderung? Da mag es einige Möglichkeiten geben...
Macht er das aus einer gewissen aktiven Protesthaltung heraus, um jemanden zu provozieren? dich? deine verwandten?
Ist er einfach davon so überzeugt und ihr habt euch auseinandergelebt?
Bist du im laufe der Jahre vielleicht etwas bieder geworden?
Ist es so wichtig, was andere Leute denken?
Ich behaupte mal, wenn du eine der fragen mit ja beantworten kannst, dann habt ihr kein Barfußproblem sondern ein heftiges Beziehungs- und Kommunikationsproblem.
Gruß Martin

Hallo Bibi, ich habe Deinen Beitrag mit Interesse gelesen, habe jedoch inhaltlich einige Probleme damit. Wenn ich Dich richtig verstehe, dann hast Du eigentlich keine Probleme damit, dass Bernd barfuß läuft, sondern Probleme mit den Reaktionen Deiner Mitmenschen auf die fehlenden Schuhe. Das ist sicher nachvollziehbar.
Ich bin nun beim besten Willen kein derartiger Hardliner wie Dein Ehemann. Ich erkläre barfuß laufen nicht als Religion und habe auch keine Phobie gegen Schuhe. Da ich teilweise selbst keine Lust habe, mich blöden Fragen zu unterwerfen, passe ich mich schon durchaus gesellschaftlichen Konventionen an. Ich käme zum Beispiel kaum auf die Idee zu einer Familienfeier oder etwa in ein gehobenes Restaurant etc. barfuß zu gehen.
Dennoch frage ich mich, warum wir unser Leben eigentlich an der Reaktion der Anderen ausrichten müssen. Viele Menschen fällen Urteile, nur weil irgendjemand etwas Ungewöhnliches tut.
Meine Mutter macht zum Beispiel immer noch Deinen Ehemann für meine Begeisterung fürs Barfußlaufen verantwortlich. Das bekomme ich nicht aus ihr raus!
Obwohl ich mich doch gerade im Arbeitsleben an bestimmte Konventionen halte, bin ich permanent Gesprächsthema, aber nicht etwa, weil ich barfuß arbeiten würde (was überhaupt nicht möglich wäre), sondern weil ich im Oktober noch keine Socken trage. Das wird langsam echt zur nervenden Geschichte.
Warum könne andere Menschen nicht bestimmte Vorlieben akzeptieren? Ich hatte zuletzt ein interessantes Gespräch mit einem anderen "Exoten" meiner Dienststelle. Er hat mit barfuß gar nix am Hut und kommt sogar bei 40 Grad mit Socken, aber er wagt es, unter seiner Winterjacke kurzärmlige Hemden zu tragen. Er sagte, es gehe ihm tierisch auf den Keks, dass er permanent angesprochen wird und im privaten bereich auch ständig seine Frau damit konfrontiert wird.
Er fragt sich, warum einem 40-jährigem Familienvater nicht selbst die Entscheidung über seine Hemden überlassen wird. Genau so ist es mit barfuß. Warum ist es für unsere ach so biederen Mitmenschen derart unerträglich, dass jemand aus der Norm ausschert und das Ganze auch nur dokumentiert an mangelndem Schuhwerk?
Ich mache es noch ein wenig grotesker: ich habe Dich zuletzt in Karlsruhe gesehen (weiß nicht mehr genau, wo) und Du hattest knallgrüne Socken an, die mir ziemlich deutlich auch auf größere Entfernung aufgefallen sind. Dir gefallen sie offenbar, ich finde sie ziemlich ätzend, da ich die Farbe nicht mag. So, nun wäre ich aber kaum auf die Idee verfallen, Bernd anzumailen mit dem Hinweis, er solle Dir das Tragen dieser Socken verbieten. Denn wenn sie mir nicht gefallen, habe ich doch das Problem und nicht Du!
Nun sind grüne Socken eben nicht derart auffallend wie bare Füße, aber dennoch ist es doch genau das Gleiche: wer gibt einem anderen Menschen das Recht, mich für bescheuert zu erklären, weil ich etwas tue, was mir Spaß macht? Wo liegt die Grenze? Welche Konventionen muss ich denn einhalten? Wann ist es so weit, dass ich mein Leben wegwerfe, nur um den Druck der Anderen zu erfüllen?
Ein damaliger Nachbar erklärte mir einst, er finde, ich solle mich für die Aufkleber an meiner damaligen Ente schämen. Wo ist genau diese Grenze?
Ich kann mir vorstellen, dass es für Dich und Deine Familie nicht einfach ist, ständig dumm von der Seite angequatscht zu werden, aber ich kann nur an Dich appellieren, Dich von diesem Druck zu befreien. Es kann doch nicht sein, dass gesellschaftliche Konventionen letztlich Eure Beziehung derart stören, dass Du Dich mittlerweile für Deinen Ehemann schämst!
Warum hast Du Deine Barfuß-Leidenschaft mittlerweile aufgegeben? Warum machst Du nicht mal mit? Ich glaube, dann würden sich viele blöde Fragen von selbst reduzieren! Bernd (KA)

Hallo, an alle die mir geantwortet haben, vielen Dank erst mal für euere Tipps. Vielleicht werde ich in den nächsten tagen (wenn ich Zeit habe) mal genauer darauf eingehen.
Ein ständiges Mitglied im Forum werde ich jedoch wahrscheinlich nicht werden.
Gruß, Bibi

Ich denke, dass sich da doch etliche Barfußgeher als vernünftige und konstruktive Diskussionspartner bewährt haben. Das wäre doch auch erwähnenswert gegenüber Leuten, die Dir unbedingt sagen wollen, was sie sich gegenüber Bernd nicht zu äußern trauen.
Ich denke, es ist wahrlich keine Schande, unserem Kreis anzugehören und an unseren Aktivitäten mitzuwirken! Man sollte den Skeptikern schon mal sagen, dass hier ganz engagiert an einem gesunden Trend zum "Leben auf freiem Fuß" gestrickt wird -- und dass es letztes Jahr schon einige positive Zeitungsartikel dazu gab!
Schöne Füße, Lorenz

Hallo, ihr Barfußläufer! Vielen Dank noch Mals für die interessanten Meinungen zu meinem Beitrag. Schade, dass nicht auch ein anderer Partner sich zu einer Stellungnahme bereit gefunden hat.
Sehr interessant fand ich die Erfahrungen von Georg mit seiner Frau und den Kindern. Ich freue mich schon darauf, wenn unsere in die Pubertät kommen und alles nur peinlich finden.
Auch alle anderen Kommentare boten genügend Stoff zum Nachdenken. Es stimmt, meine Ente ist inzwischen längst verrostet und die Einstellung gealtert.
Mein Ansporn barfuß zu laufen hat sich von den meisten von Euch wohl schon etwas unterschieden. Es sollte auch eine Art Revolution gegen die Spießigkeit sein.
Um es nochmals zu betonen, ich ärgere mich NICHT über das Barfußlaufen meines Partners und wir bekommen deshalb auch keine Ehekrise. Dies nehme ich so normal als eine seiner Eigenschaften, wie z. B. mein Vater nie ohne Zigarre im Mund zu sehen ist. Etwas ganz Persönliches eben, das mir selbst auch gar nicht gefallen muss. Auch ich habe Eigenschaften, die ich auch für einen Partner nicht aufgeben würde. Da bleibt noch genügend übrig, einander zu gefallen.
Nur die Reaktionen der Umwelt sind unendlich anstrengend. Es wundert mich, dass z.B. Jörgs Freundin noch nie die Verantwortung der Vernunft zugeschoben wurde ( Möglicherweise liegt es daran, dass ihr nicht verheiratet seid und keine Kinder habt).
Es sind weniger die Bekannten als Fremde auf Ausstellungen, im Zoo, Campingplatz, Vereinskameraden, Arbeitskollegen und eben Nachbarn. Natürlich verweise ich bei solchen Gelegenheiten immer darauf, dass mein Mann erwachsen ist und selbst Auskunft geben kann, worauf sich die Leute dann beleidigt umdrehen. Und ich steh' da und hätte mich gerne über die Wanderung oder die Ausstellung unterhalten.
Bernd (KA), Du hast recht, es gibt noch mehr Leute, die auf etwas angesprochen werden (aber nicht von mir). Mehr Toleranz jedem Menschen gegenüber wäre der Schlüssel zu friedlicherem Zusammenleben. Übrigens, wenn Du mich das nächste Mal mit grünen Socken beobachtest, mache dich bitte mal bemerkbar. Leider hatte ich Dich nicht erkannt.
Nein, ich schäme mich nicht für meinen Ehemann, aber das ewige verteidigen ist sehr, sehr anstrengend. Gruß, Bibi

Liege leider mit Grippe im Bett. Sch..ße! ...
Hallo, Mitstreiter, da sitz ich nun am PC, mit triefender Nase und röchelndem Atmen. Mein permanentes "Bellen" hat die gesamte Nachbarschaft um die Nachtruhe gebracht. Mich selbst natürlich auch, aber wen interessiert das schon. Ich bin mir sicher, dass alle ganz genau wissen, woran das liegt und sie werden es meiner "Bibi" sicher bei Gelegenheit wieder aufs Brot schmieren.
Die Tatsache, dass meine beschuhten Frau + Kinder alle drei schon vor mir dran waren, mit der Influenza inklusive Lungenentzündung, das spielt ja keine Rolle. Barfuß war ja nur ich und somit bin ich ja logischer Weise auch selbst Schuld an meinem "Verrecker". Ist doch logisch, oder?!
Aber immerhin habe ich das Fieber schon weitgehend überwunden und auch meine Glieder lassen sich wieder halbwegs bewegen, immerhin schaffte ich das als einziger von uns Vieren ohne Antibiotika. Und so kann ich nun auch wieder am PC was eingeben.
So möchte ich auch mal meine eigene Meinung zum Thema "Schnauze voll" sagen. Zunächst möchte ich mal bemerken, dass für all die Superschlauen ja auch Sandalen ohne Socken als barfuß gelten. Und wenn ich so, also mit Sandalen, bei der Gartenparty zum Geburtstag (im August) des zweiten Mannes meiner Mutter auftauche, dann ist dieser alte Herr jedes Mal sehr entrüstet.
Mehr Verständnis habe ich da ja schon zu Weihnachten, zumindest dann, wenn man mich selbst entscheiden lässt und mir nicht irgend eine Kleidungsvorschrift befehlen möchte! Und genau aus diesem Grunde (Befehlsverweigerung) bin ich vor 7 oder 8 Jahren mal an Weihnachten zwar ordentlich gekleidet, aber eben barfuß in "Jesuslatschen" dort aufgetaucht. Auf die Frage, was das soll, antwortete ich :"Wir feiern heute den Geburtstag von Jesus und nicht Deinen! Und da sind Jesuslatschen eben durchaus passend!" Darauf hin flogen wir sofort raus ... Und das tat meiner "Bibi" eben vor allem mit Rücksicht auf unsere damals noch sehr kleinen Kindern sehr leid.
Aber inzwischen hat er kapiert, dass er nicht mein Vater ist (und ich mit 40 alt genug bin, selbst zu entscheiden), so lässt er auch die Befehlerei sein und das ermuntert mich doch viel mehr, eben freiwillig ordnungsgemäß gekleidet zu erscheinen. Somit gab es diesbezüglich in letzter Zeit auch keine Streitigkeiten mehr.
Interessanterweise gab es die Probleme ohnehin immer nur bei meiner Verwandtschaft, die in mir wohl auch noch den Lümmel sehen wird, dem man den Hintern versohlen muss, wenn ich mal 60 bin ... Bei "Bibis" Eltern gab es da noch nie Probleme, die akzeptieren es (obwohl sie beide mitten im Winter Geburtstag haben) und ich da auch schon ohne Socken (aber mit Sandalen) war.
Bei unseren Freunden wird das ohnehin voll akzeptiert. Und die Fremden sind mir persönlich meisten scheißegal. Die regen sich ja ohnehin über alles auf. Wandert man mit Schuhen, sind es garantiert die falschen, hat man eine rote Jacke, wäre eine grüne besser (wegen der Tarnung), hat man eine grüne, dann wäre natürlich eine rote besser (logisch, sieht man besser...).
Und stellt Euch den Aufschrei der Empörung (bei Nachbarn und allen Verwandten) vor, als wir vor 6 Jahren entschieden, dass meine "Bibi" Vollzeit arbeiten geht und ich zu Hause bei den Kinder bleibe  ... Und erst, als wir kurze Zeit später auch noch das Auto verkauften und dafür mehr Fahrrad fuhren ... und als ich dann auch noch alleine, ohne Frau und Kinder in Urlaub fuhr, da war für alle klar, was für ein fauler, egoistischer, verrückter Rabenvater ich bin ...
Was soll da das bisschen Barfußlaufen.
Aber ehrlich, manchmal nervt mich die Dauerfragerei ja selbst und es kommt dann schon mal eine aggressive Antwort von mir, vor allem dann, wenn mich ein und die selbe Person schon zum x-ten Mal das gleiche fragt. Vielleicht ist das der Grund, warum viele dann auf "Bibi" losgehen: Sie reagiert freundlicher!
Gruß, Bernd A

Wenn man bedenkt, dass Karlsruhe eine recht große und bekannte Uni hat (Informatik!) und noch dazu sehr viel Grün- oder genauer gesagt Waldfläche hat, ist es schon verwunderlich, wie wenige Leute man dort barfuß sieht.
Es mag daran liegen, dass dort sehr viele Beamte arbeiten und wohnen (Bundesverfassungsgericht, "Hauptstadt von Baden" (schau Dir mal Polizeiautos in Mannheim, Freiburg oder Heidelberg an - alle haben Karlsruher Kennzeichen) und dass von diesen Leuten wohl kaum jemand öffentlich barfuß läuft. Das scheint irgendwie zu prägen, leider. Marco N.

Als meine "Bibi" letzte Woche hier im Forum ihre Barfußerfahrungen zum Besten gab, bekam sie nur Antworten von "Tätern". Wie sieht's denn mit den anderen Partner/innen aus. Habt ihr keine Lust, mal was beizutragen? wäre doch ganz nett, mal zu hören, was ihr so über das Hobby euerer Lieblinge denkt!
Also, liebe Partner/innen, sagt hier mal Euere Meinung, lasst mal Eueren ganzen "Frust" über euere "spinnerten" Lieblinge heraus! Oder findet ihr ihn/ sie gerade deshalb so unwiderstehlich...?
Gruß vom "Täter" Bernd A

Also gut, nach langem Drängen von Lotsi - deren "Partner" zu sein ich mich glücklich schätzen darf - komme ich der Aufforderung nach, kurz zu meiner Perspektive Stellung zu nehmen, was nicht ganz einfach ist, da sie gerade neben mir sitzt und wacht.
Wohlgemerkt: Ich bin NICHT derjenige, der sie einst auf dieses langweilige Fest (von dem sie erzählte) mitschleppte! Ich habe keine Probleme mit ihrer Neigung zum intensiven Barfußlaufen, im Gegenteil: Es gefällt mir, und ich bewundere auch diesen - ja ich muss sagen: Mut (zumal ich mir Derartiges nicht trauen würde, bzw. es gar nicht will).
Ich bin nicht gerade ein "Täter" (ein sehr schwieriger Begriff in Eurer Diskussion), war aber lange ein passiver, stiller Bewunderer. Ich studiere Physik in Regensburg, meine Fakultät liegt der Lotsis auf dem Campus direkt gegenüber, der Frauenanteil bei uns ist dem Fach entsprechend gering - und Lotsi fiel (und fällt) natürlich auf, da sie im Sommer beinahe ständig barfuß in die Uni kam. Auch in der Stadt fiel sie mir des öfteren auf (Barfüßer fallen einfach auf!).
Wenn sie auf dem Rad an mir vorbeisauste (mit wehendem Rock) oder abends z.B. barfuß in einer Kneipe oder einem Biergarten aufkreuzte (wo ich sie mehrmals traf), da musste ich schon hinschauen und dachte einfach: cool!
"Richtig" kennen gelernt habe ich Lotsi allerdings, als sie gerade Schuhe trug - nämlich vergangenen Winter. Ich habe natürlich niemals erwähnt, dass sie mir schon aufgefallen war (und auch nicht nur wegen ihres Barfußlaufens, schließlich ist das beileibe nicht das einzige, was mir an ihr gefällt! - grins nicht so!). Aber ich wartete gespannt, was im Frühling passieren würde, ob sie auch in Begleitung des Partners weiter barfuß laufen würde, und siehe da: An Ostern (den ersten warmen Tagen) kam sie ohne Schuhe zu mir, gänzlich bedenkenlos. Einfach: Cool!
Sie würde es sich nicht nehmen lassen, barfuß zu laufen und es ist gut, dass es diesbezüglich mit mir keine Probleme gibt. Wie gesagt: Im Gegenteil. Auch bei etwas "feineren" Anlässen würde ich es nie wagen (und nie wollen!) dezent auf etwaige Etikette zu verweisen.
Also: Dauerbeschuhte Partner (wie ich) sind durchaus imstande, das "Hobby" der Partnerin zwar nicht zu teilen, wohl aber toll zu finden. Ich würde ohne Schuhe eher beschämt durch die Gegend trotten (das ist halt so), aber an der Seite einer barfüßigen Freundin ist jedwede Scham bei mir völlig verflogen. Und Bekannte, die -- ich sag es jetzt dennoch! -- "spießig" auf Barfüßer reagieren, habe ich zum Glück auch keine.
So, Lotsi zählt schon die Tage bis zum Frühling, hat soeben abgesegnet, was ich hier geschrieben habe und lässt Euch alle sehr grüßen!
Grüße auch von mir Armin
PS :  Das Zeichen "&" hat die Titelanzeige nicht geschluckt. Es sollte heißen "Armin & Lotsi" - eine Art Gemeinschaftsproduktion: Lotsi drängt, ich schriebe und sie korrigiert. So ist das in Beziehungen ... A.

Gratulation zu einer Beziehung, die auch Bewunderung für gegensätzliche Wesenszüge zwischen den Partnern zulässt!
Meine Frau war auch die meiste Zeit ihres Lebens eher in der dauerbeschuhten Fraktion -- ohne dass wir jemals Streit deswegen hatten. In den letzten Jahren hat mein "Barefoot Lifestyle" dann doch ganz ordentlich auf sie abgefärbt.
Ich freue mich auch schon sehr auf den Frühling, wenn wir als barfüßige Familie wieder die Wald- und Wiesenwege sowie Eisdielen und Biergärten des Alpenvorlands unsicher machen können.
Dir wünsche ich dann viele schöne Stunden an der Seite einer fröhlichen Barfußläuferin!
Serfuß, Lorenz

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