[Julia Fiona - eine "Barfuß - Biographie" wie im Märchen] [Julia diskutiert ihre Einstellung dazu ...] [... und löst auch sonst viele Reaktionen aus]

Julia Fiona - eine "Barfuß - Biographie" wie im Märchen
(Forumbeiträge seit Sommer 2000)

Hi. Ich bin gerade zum ersten Mal hier. Das ist ein sehr interessantes Forum. Bisher wusste ich gar nicht, dass es tatsächlich so viele Menschen gibt, die sich mit dem Thema beschäftigen.
Ich bin seit Jahren Dauer - Barfüßerin, d. h. ich gehe (auch im Winter) so gut wie immer ohne Schuhe.
Zum Thema "Schnürsenkel": Bei wichtigen Terminen oder Vorstellungsgesprächen trage ich "hawaiianische Schnee - Sandalen". Die habe ich in den USA kennengelernt. Das sind offene "Schuhe" aus Lederbändern, die um den Knöchel und einen oder zwei Zehen gewunden werden, aber keine Sohle haben. So vermeide ich den ungewohnten und daher meist schmerzhaften Kontakt mit Schuhen und bin doch "angezogen". Bislang hat es mit "Schnee - Sandalen" noch nie ein Problem gegeben, nicht einmal bei ganz wichtigen Meetings. ...
Ich hoffe "Fiona", mein zweiter Vorname, ist ok als Namenszusatz. Danke für das nette Willkommen. Ich habe selten an einem Tag so viel E-Mail erhalten wie heute aus diesem Forum (bitte nicht mehr so viel mailen!). Ihr braucht wohl „frisches Blut“, oder?
Ich versuche hier, die vielen Fragen auf einmal zu beantworten und gehe auf ein paar Themen im Forum ein, die ich gelesen habe. Und erzähle auch Sachen, die noch keiner weiß, damit es nicht noch mehr Fragen gibt.
Also: Ich heiße Julia, ich bin 34 Jahre alt, Mutter eines Mädchens (5), habe Kunstgeschichte, Amerikanistik und Volkswirtschaft studiert und arbeite halbtags im Büro eines Anwalts als Assistentin für Vermögensverwaltung und in meiner „Freizeit“ als Lektorin/ Übersetzerin für Englisch.
Ich bin seit meinem 12. Lebensjahr Barfußgängerin. ...
Ich besitze heute keine festen Schuhe mehr. 1993 habe ich mir für Bergwanderungen ein Paar robuster, offener „Sportsandalen“ gekauft. Bei langen Wanderungen durch Geröll oder bei eisiger Kälte trage ich sie manchmal. Sie sind viel besser als die Gummistiefel, die ich vorher für solche „Notfälle“ hatte.
Probleme habe ich eigentlich nie. Irgendwer von Euch sagt, dass man so etwas wie einen siebten Sinn bekommt für Hindernisse oder Glas und spitze Steine. Mag sein. Größere Verletzungen gab es bei mir jedenfalls nicht.
Wenn es sehr kalt ist, unter 0 Grad, vermeide ich allerdings längere Wege im Freien. Ich verzichte dann auch aufs Joggen, weil es zu sehr die kalten Bänder belastet. Aber im letzten Winter, bei -12 Grad, bin ich problemlos im Schnee etwa zwei Kilometer weit zum Supermarkt und zurück gegangen, weil mein Auto nicht anspringen wollte. Es braucht dafür freilich Routine.
Barfuß geht man anders, glaube ich, wenn man Routine damit hat. Der Trick bei großer Kälte ist, nicht zu hasten, sondern mit sanftem Nachdruck aufzutreten und gut abzurollen, dabei im Fußgelenk federn, damit die Durchblutung angeregt wird und die Bänder zugleich nicht zu hart und zu sehr beansprucht werden in der Kälte.
Ich musste mich dabei wieder an den Satz eines Arztes erinnern, über den sich meine Mutter (da war ich wohl so 13, 14) extrem aufgeregt hatte: „Der menschliche Fuß ist einige hunderttausend Jahre vor dem Schuh erfunden worden, und er hat in all der Zeit klaglos funktioniert.“
Als ich allerdings einmal bei großer Kälte länger auf einen verspäteten Zug warten musste, habe ich nach etwa 30 Minuten aufgeben müssen. Ich zog mich mit ungewohnt kälteertaubten Füßen in die Bahnhofshalle zurück und musste dann später sehr rennen, um den Zug zu bekommen. Vor hunderttausend Jahren gab es eben keine zugigen Bahnsteige mit durchgekühltem Betonboden oder verspätete Züge. Man blieb selbst in Bewegung, statt auf Beförderungsmittel zu warten.
Ich werde gefragt über Mode und barfuß gehen: Als Kind habe ich mich dafür nicht interessiert. Mit 14, 15 habe ich dann aufgehört, lange Hosen zu tragen, weil ich sie unpassend fand. Fragt nicht, warum.
Ich trage seither Röcke nach der gängigen Mode, zur Zeit also recht kurz. Wenn es kalt wird, ziehe ich schwarze Leggins drunter, die am Knöchel enden. Mäntel oder dicke Jacken sehen doof aus, wenn man barfuß ist (jedenfalls glaube ich das), also trage ich, wenn es kalt wird, zwei, drei, vier elegante Pullover oder Cardigans übereinander.
Im Studium, auch bei Prüfungen, hatte ich kein Problem ohne Schuhe. Jedenfalls in Deutschland nicht. In Frankreich hat man komisch geschaut, doch es toleriert. In den USA wurde ich oft aufgefordert, Schuhe anzuziehen, doch gab man Ruhe, wenn ich sagte, ich hätte keine. Ich habe mir aber dort, um problemlos überall reinzukommen, die „Barfuß - Sandalen“ gemacht, von denen ich schon in meinem ersten Beitrag geredet habe (auch „Hawaiian snow shoes“ oder „snow sandals“ genannt): eine Art String - Tanga für den Fuß aus geflochtenen oder auch ungeflochtenen dünnen schwarzen oder braunen Lederstreifen. Am mittleren Zeh und am Fußgelenk befestigt, sieht die Konstruktion aus wie ein leichter Schuh. Nur dass er keine Sohle hat.
Bei Vorstellungsgesprächen und in der Arbeitswelt haben sich diese Sandalen ebenfalls bewährt. Wer es mir nachtun und auch in Karriere - entscheidenden Momenten barfuß gehen will: Hier ist beste Fußkosmetik angesagt, wie etwa sorgfältiges Lackieren der Zehennägel. Für mich ist das freilich immer eine Selbstverständlichkeit.
Ich habe nach meinem Studium in einer Consulting - Firma gearbeitet. Mit viel Kontakt zu Kunden teils in hohen Führungspositionen. Beim sommerlichen Vorstellungsgespräch ist mein „Schuhwerk“ nicht aufgefallen. Später war das in der Firma mein Argument, wenn jemand Kritik übte. Am Ende brauchte ich nicht einmal die Sandalen anzuziehen, man hatte sich gewöhnt. Insgesamt stimme ich vielen von Euren Beiträgen zu: Frauen haben es glaube ich in dieser Hinsicht leichter.
Ich bin natürlich viel aufs Barfußgehen angesprochen worden. Nie negativ. Höchstens gab es alberne Fragen, aber das liegt auch an den Umständen. Eine Businesswoman im repräsentativen Kleinen Grauen oder Schwarzen, feiner weißer Bluse, mit Gucci-Aktentasche und 300- DM- Frisur steigt aus ihrem BMW barfuß in den Schnee - da gibt es schnell (und verständlicherweise) mehr oder weniger dumme Kommentare und Fragen. Mit Charme beantwortet, kann das dann auch der ultimative, business - fördernde Ice breaker sein. Die meisten Leute gucken aber nur.
Im Übrigen ist es mir herzlich egal, was andere denken. Ich sage ja auch nichts zu deren merkwürdigen Spitzbäuchen, Gammelklamotten, Fettlocken etc.
Manche Männer finden mein Barfußgehen besonders erotisch. I don’t care for that, sage ich da nur. Es ist manchmal schwer, sich diese Typen vom Leib zu halten (Ich verzichte übrigens auch auf Mail von ihnen). Ich hatte auch Freunde (wie den Vater meiner Tochter), die es peinlich fanden, mit mir zu „wichtigen“ Veranstaltungen zu gehen. I don’t care for that either.
So war der Berliner Presseball vor einigen Jahren für mich sehr lustig. Ich war schon auf dem halben Wege schwanger, trug ein quietschrotes, wadenlanges Röhrenkleid spack über meinem Bauch, tanzte fröhlich herum und lernte ‘zig Leute kennen. Er wollte unterdessen im Boden versinken. Wir trennten uns wenig später in aller Freundschaft (natürlich nicht nur darum, wir passten nicht zusammen). Versteht ihn jemand? Mir fällt es schwer.
Ok. Soviel für jetzt. Grüße an Euch alle
(und bitte nicht mehr soviel mailen! Ich komme ja ins Forum, da könnt Ihr mir schreiben, ok?)
Julia Fiona

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... diskutiert mit Lorenz und anderen ihre Einstellung dazu ...
(Forumbeiträge seit Sommer 2000)

Ich verzichte wie immer darauf, lästige Mails zu verschicken und schreibe Dir stattdessen ganz offen. Deine "Barfuß - Biographie" hat mich sehr beeindruckt!
Du lässt Dich also weder von der Business - Welt noch vom Winter vom barfüßigen Lebensstil abbringen. Ich mache da leider noch zu viele Kompromisse..... Der Werkschutz und irgendwelche Sicherheits- und Hygienebeauftragten in der Firma, der Bodenfrost und manchmal auch meine Frau zwingen mich doch hin und wieder in Schuhe. Aber der barfüßige Anteil meiner Lebenszeit liegt ganz sicher über 90%.
Dein Erfahrungsbericht macht mir Mut, dass ich mir meinen Wunsch auch erfüllen kann, diese Quote noch deutlich zu erhöhen!
Ansonsten mache ich mit meiner Homepage Öffentlichkeitsarbeit pro barfuß, außerdem auch mit Barfußpfaden, die ich auf Volks- und Schulfesten aufbaue. Und ich habe eine kleine Barfußwandergruppe im süddeutschen Raum.
Schreib mir eine Mail, falls das auch für Dich interessant ist -- ich verbürge mich dafür, dass meine Kameraden allesamt vernünftige Leute sind! Herzliche Füße, Lorenz

Hi Lorenz, fein & danke, dass Du auf Mail verzichtest. Eine Barfußwandergruppe wäre wohl nichts für mich, exotischer wäre schon eine Schuhwandertruppe (sorry für den Kalauer).
Ich finde nichts besonderes am Barfußgehen, weil ich eben immer barfuß bin. Daher habe ich noch nie irgendwelche barfußspezifischen Aktivitäten gesucht oder daran gedacht, sie zu suchen. Es käme mir arg selbstbezogen vor (entschuldige erneut, keine Kritik intendiert), wenn ich dies so wichtig nähme. Julia

Danke, dass Du mein Posting wichtig genug nimmst, um gleich darauf zu antworten! Ich habe jedoch einen speziellen Aspekt, das Barfußgehen wichtig zu nehmen: als ein Mittel, um den heutigen hochzivilisierten Menschen nahezubringen, dass die Beziehung zur Natur nicht verloren gehen darf. Der Ausgangspunkt meines Barfuß - Engagements ist der Wunsch, für Natur- und Umweltschutz zu einzutreten. Dazu habe ich, als ich vor gut zwei Jahren ins Internet ging, Barfußgehen als einen originellen und zu mir passenden Aufhänger entdeckt. Vorher bin ich auch barfuß gegangen, ohne es wichtig zu nehmen ...
Statt den Leuten aus dem Lehrbuch vorzulesen, was in Bezug auf die Ökologie des Bodens zu beachten ist, möchte ich sie seine Beschaffenheit direkt fühlen lassen. Das soll die Aufmerksamkeit für das lebendwichtige "Element" Erde wecken!
Selbstbezogen bin ich also insofern, dass ich meine Leidenschaft als Naturwissenschaftler (Biochemiker) weiter betreiben will, gerade weil meine berufliche Tätigkeit dazu schon lange keinen Raum mehr lässt. Das Internet nutze ich als Ersatz -- und mein Hauptanliegen ist sehr naturbezogen.
Da Barfußgehen für mich und alle Leute, die ich kenne, nicht ganz so selbstverständlich ist wie für Dich, spüre ich natürlich schon ein wenig Pioniergeist, wenn ich dies in gemeinsamen Unternehmungen mit anderen Leuten praktiziere. Und für mich ist es tatsächlich immer ein schönes Erfolgserlebnis, wenn meine Begeisterung für natürliches Gehen auf andere überspringt.
Ich wurde hier im Forum ein paar Mal schon als Missionar tituliert -- aber weil ich nicht aufdringlich bin, stellt das sicher niemanden vor irgendein Problem. Noch viel glücklicher wäre ich allerdings, wenn ich die heutige profitvernarrte Menschheit vom Nutzen und Reiz eines nachhaltigen Bewirtschaftens unseres kleinen Planeten Erde überzeugen könnte!!!! Viele Grüße, Lorenz

Sorry, sorry, sorry, Lorenz, ich will ja niemandem zu nahe treten, und vielleicht bin ich auch nicht sensibel genug, den höheren Wert im Barfußgehen zu erkennen.
Ich sage noch einmal: Ich mache es einfach. Ich erkenne dennoch den tieferen Sinn in Deinen Ausführungen zur Naturverbundenheit. Aber wenn Du von der "profitvernarrten" Menschheit sprichst (und nicht im Guten, fürchte ich), möchte ich Dich darauf hinweisen:
Ich selbst bin Geschäftsfrau, ich liebe es, Gewinn zu machen, ich mag mein Geld gut anlegen, ich mag schöne (teure) Kleidung tragen, schöne (teure) Autos fahren, gute (teure) Lebensmittel kaufen und verarbeiten (ich koche leidenschaftlich gern), vom Reisen, CDs- und Bücherkaufen ganz zu schweigen; und ich mag vor allem anderen meiner Tochter ein schönes & sorgloses Leben ermöglichen.
Dies alles schmälert übrigens nicht meinen Naturgenuss oder meine "grünen" Sinne. Und es hindert mich auch nicht am Barfußgehen, wenn Du verstehst, was ich sagen will: Es ist für mich wertfrei. Ich mag es, aber es hat keinen Nimbus für mich.
Vielleicht haben viele hier im Forum Probleme mit dem öffentlichen Barfußgehen, weil sie diesen Nimbus des sanften Rebellentums (den "Diogenes-" oder "Jesus-" Komplex könnte man ihn nennen) selbst zu ernst nehmen und damit ein Stigma des "spießigen" Rests der Gesellschaft auf sich selbst zurückprojizieren.
"Spießig" ist eins der Lieblingsworte in den viel- zu- vielen Mails, die ich von hier bekomme. Es steht immer für die, die das Barfußgehen seltsam oder abstoßend finden. Ich finde aber, so wenig die "Spießer" definieren sollten, ob Barfußgehen ok ist, so wenig solltet Ihr (oder meinetwegen auch: sollten wir) den Eindruck haben, philosophisch, ökologisch oder sonst wie etwas Besseres zu sein oder zu tun.
Vergesst nicht: Wir tragen nur keine Schuhe. Mehr tun wir nicht.
Jetzt bin ich vielleicht wieder unsensibel, aber ich glaube doch, dies ist die natürlichste Einstellung dazu. Und nur, weil ich auch den Profit (und was ich davon habe) mag, lasse ich mir das Barfußgehen nicht aus- oder das Schuhetragen einreden. Gruß Julia

Hallo Julia, ich habe Deine Antwort nicht als ein zu nahe treten empfunden! Und nichts liegt mir ferner, als anderen Sensibilität abzusprechen. Ich stehe ganz einfach zu dem Spruch von Churchill: "Wenn zwei Leute derselben Meinung sind, ist einer von ihnen überflüssig!"
[wenn Du von "profitvernarrten" Menschheit sprichst]
Ich spreche von denen, die schnellstmöglich unersetzliche Ressourcen verheizen, nicht von denen, die nach Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens ihr Business aufbauen!!
[mag meiner Tochter schönes & sorgloses Leben ermöglichen ]
Da stimme ich zu 100% mit Dir überein, dafür lege ich langfristig Geld an und freue mich über Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Ich gehe allerdings daran, mein Depot nach und nach so umzuschichten, dass ressourcenschonende Branchen (alternative Energie, Dienstleistungen) mehr Gewicht bekommen. Denn ich will, dass unsere Erde meinen Kindern auch in 50 Jahren noch eine gute Lebensgrundlage bietet und nicht zum Katastrophenplaneten verkommt. Und da gilt es, in Wirtschaft und Politik mehr Weitblick wachzurufen!
Mein Ziel, für Umwelt und nachhaltiges Wirtschaften (natürlich mit Profit) einzutreten, hat mit Barfußlaufen zunächst nichts zu tun. Diese Verbindung herzustellen, ist ein Spaß, den ich mir einfach erlaube, weil z.B. so ein Barfußparcours eine gute Gesprächsgrundlage für Umweltthemen ergibt.
[bin vielleicht wieder unsensibel ... nur, weil ich auch Profit mag, lasse ich mir Barfußgehen nicht aus- oder Schuhetragen einreden ]
Nun fürchte ich aber, dass Du meinen Ansatz als persönliche Kritik gewertet hast, woran ich nicht im Traum gedacht habe. Es sollte doch nur eine Gegenüberstellung verschiedener Blickpunkte zustandekommen.
Und die Freiheit der Füße und des gefüllten Portemonnaies schließen sich doch keinesfalls aus, auch für mich nicht! Herzliche Füße, Lorenz

Hallo Julia, auch wenn's schon reichlich spät/früh ist, hier noch schnell ein paar Worte von einem "Gelegenheitsbarfüßer".
Auch ich kann im Barfußgehen weder Sinnstiftung noch politische Aktion erkennen und werde mich meiner Schuhe daher auch immer nur aus ganz persönlicher Liebe zu meinem ganz persönlichen Wohlbefinden und -empfinden entledigen.
Dem Forum erwachsen daher m. E. auch keine Aufgaben zur Rettung des Weltfriedens, der "Schöpfung" oder ähnlich hoher Ziele und Güter (jeder Forumsteilnehmer für sich hat aber durchaus seine eigene schlüssige Begründung für seinen barfüßigen Lebensstil).
ABER: dieses Forum dient zum Austausch übers Barfußlaufen (als "Hobby") und darüber hinaus auch zur Förderung der Akzeptanz des Barfußlaufens in der Gesellschaft (wir alle kennen die Ressentiments, die dem - du hast selbst genügend beschrieben - entgegen gebracht werden).
Zwar kann das Forum nur recht wenig dazu beitragen, es kann aber anderen Menschen Mut machen, diesen Lebensstil zu wählen und zu vertreten (und partiell eben auch gemeinsame Aktionen anregen und breitere Aufklärung betreiben). Schließlich kann man nicht davon ausgehen, dass alle Menschen die gleichen "Startbedingungen" für einen barfüßigen Lebensstil und das gleiche Durchsetzungsvermögen wie du besitzen.
Und, meine Meinung, barfuß sollte nicht nur als Trend für pedi"kürte" Angehörige bestimmter Einkommensgrüppchen (kein Angriff gegen dich :-) akzeptiert werden, sondern idealerweise als etwas ganz natürliches und menschliches. Da bekommt ein solches Forum wie dieses dann im ganz, ganz speziellen doch wieder eine Art "politischen" Charakter ;-)
Übrigens bin ich auch Vater eines kleinen Töchterchens und würde auch niemals auf den Gedanken kommen, ihr einen barfüßigen Lebensstil aufzwingen zu wollen. Das erledigen Kinder (meistens jedenfalls) schon für sich selber - ohne Zutun der Eltern. Das sehen hier aber sicherlich alle so.
Zu deinen Ausführungen zum Thema "Profit" kann ich nur sagen, dass auch mir Genuss und der Wunsch nach einem sorgenfreien Leben für mich und die Familie nicht fremd sind. Verherrlichung von Profit erscheint mir aber ebenso dämlich wie dessen Verteufelung (auch wenn's gerade mal Zeitgeist und chique ist). Es sei denn, alles - außer dem eigenen angenehmen Leben - ist einem völlig egal.
Zu Profit gehören bekanntlich immer zwei: der, der ihn erwirtschaftet und der, der ihn "bezahlt" (das muss nicht unbedingt eine Person sein). Wenn man maßlosen Profit zur Ideologie erklären möchte, bitte. Leider fürchte ich, geht das nicht mehr lange gut ...
Ein gewisses Bewusstsein für größere Zusammenhänge hat noch nie geschadet. Man sieht, manchmal tun sich Gräben auf, an deren Seiten man sich auch barfuß gegenüber stehen kann. Was soll's, keine Politik hier. ...
Ach ja, wollte nur noch mal eben meine Bewunderung für das eigentliche Thema, deinen konsequenten barfüßigen Lebensstil, äußern (mir fiel gerade auf, dass ich mal wieder mit viel Negativ - Schreiberei vertreten bin und kaum was positives zum Inhalt deiner Beiträge geäußert habe ;-).
Ich finde es toll und habe im übrigen - wie das ja schon Lorenz zu vermuten begann - durchaus kein Problem mit "starken Frauen". Im Gegenteil. Nur weiter so (zumindest was das Barfußlaufen anbetrifft)! Da können wir uns schon 'ne Scheibe von abschneiden (von Lorenz haben wir uns ja jetzt schon so viele Scheiben abgeschnitten, dass er schon ganz tranchiert sein muss ;-)
Ein paar "Vorbilder", frei- oder unfreiwillig, tun da immer gut. Lupu

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... und löst auch sonst viele Reaktionen aus
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["Barfuß - Sandalen" ... "Hawaiian snow shoes" oder "snow sandals" genannt)]
Dazu habe ich eine WWW - Seite gefunden - wenn auch die Fotos dort allesamt ziemlich undeutlich sind. Eine "maskuliner" aussehende Variante wurde früher in USA als "bare bottoms" vertrieben (in einer kleinen Pappschachtel).
Sie bestehen aus einem einzigen Riemen, der mit sich selbst verflochten und mit einer Schnalle geschlossen wird. Hier ist das An- und Ausziehen etwas umständlich.
[Bei Vorstellungsgesprächen und in Arbeitswelt ebenfalls bewährt ... in Karriere - entscheidenden Momenten barfuß  ... beste Fußkosmetik angesagt, wie sorgfältiges Lackieren der Zehennägel ]
Das ist wohl für Frauen einfacher als für Männer ... (ohne hier eine Megadiskussion lostreten zu wollen, ob lackierte Zehennägel für Männer angemessen sind).
Unci

Wahnsinn, Julia Fiona ... ... das was du da schreibst, gibt´s wohl nur einmal in Deutschland. Das ist ja die Oberhärte und schlägt alles, was ich bisher irgendwo gehört habe!
Hast Du vielleicht auch ein Foto, das man unter "URL eines Bildes (freiwillig)" einstellen könnte? Barfuß im Schnee im Business-Anzug? Ich glaub´s ja nicht! Das soll hier in dieser unserer spießigen Gesellschaft möglich sein?
Temperaturmäßig stellt das mit Sicherheit keinerlei Problem dar, aber das übliche könnte heißen: "Barfuß im Winter, das geht nicht!" Grüße Berni(N)

Hallo Julia! Zunächst einmal vielen Dank für Deinen interessanten und anschaulichen Bericht!
Du kannst von GLÜCK reden, dass Dein Fühlen so "eineindeutig" ist: Beim Barfußlaufen fühlst Du Dich - alles inbegriffen - am wohlsten.
Bei der Mehrheit (und auch bei mir) ist es aber leider Gottes eher so: "Ach, zwei Seelen schlagen in meiner Brust!" Einerseits möchte man liebend gerne ohne diese verdammten Schuhe herumlaufen, andererseits ist da die (menschliche) Umwelt, die es einem verleidet.
Vor kurzem noch ein dramatischer "Auftritt" meiner Mutter am Telefon: "Bitte, bitte, bitte, geh' da nicht barfuß hin, ..." - und dann folgt eine Fülle von Argumenten gegen das Barfußlaufen ("In der Stadt finde ich das einfach eklig!") und eine halbstündige Diskussion, in der ich sie - mal wieder - vergebens zu überzeugen versuche.
"Reservate" ausschließlich in Wald und Park und in der eigenen Wohnung - natürlich ohne Gäste - werden einem großzügig zugestanden. Einem wird zugetragen, dass Der und Die mein Barfußlaufen "seltsam" finden, auch wenn exakt die gleichen Leute sich mir gegenüber ganz anders verhalten haben ("ja, das sind ja höfliche Menschen"), etc. etc.
Das Beispiel meiner Mutter ist nur ein "Exempel"; man muss im "Barfüßeralltag" (auch) jederzeit bereit sein, irgendwelche Schwierigkeiten von Seiten einzelner Mitmenschen zu "handeln" [händeln], auch wenn man im Grunde einfach nur entspannen und seine Ruhe haben will.
Als sehr sensibler Menschen bemerkt man leicht auch Unterschwelliges, auch das muss man "richtig" verarbeiten (auch wenn man im Grunde einfach nur... s.o.).
Insofern wirst Du vielleicht nachvollziehen können, dass man sich im Kreis von "Verbündeten" einfach wohler fühlt. Von "Selbstbezogenheit" kann hier m.E. keine Rede sein, sondern schlicht von "Selbstbehauptung".
Es grüßt Dich herzlich MarkusII
PS: Schön, dass Du bestätigst, was ich hier schon seit längerem berichtet habe: Wenn man oft barfuß läuft, tut man sich eigentlich niemals weh, egal wohin man seine Füße setzt (und ohne dabei zwanghaft auf den Boden stieren zu müssen).

Hallo Julia, also wirklich sehr beeindruckend, wenn ich so lese, wie selbstverständlich Du das ganze Jahr über barfuß läufst. Beinahe unglaublich! Respekt!
Ich laufe auch gern barfuß, aber manchmal mache ich mir leider trotzdem Gedanken, wenn man von blöden Spießern dumme Kommentare hört, nur weil man sich nicht wie die Masse verhält, sondern auch mal das macht, was einem Spaß macht und sich (vermutlich) viele nicht trauen!!.
Da ich auch studiert habe und nun in einer sehr modernen Firma als IT - Spezialist arbeite, ist es leider ausgeschlossen, dort barfuß zu gehen. SCHADE! Aber als Mann unterliegt man diesen Restriktionen noch mehr, als eine Frau, warum das so ist, kann ich mir auch nicht ganz erklären.
Eine EX - Freundin von mir hatte übrigens exakt dasselbe Problem wie Dein EX - Freund und konnte es überhaupt nicht ab, wenn ich im Sommer barfuß durch die Stadt gelaufen bin. Das ist doch nun wirklich kein Grund, sich zu schämen, zumal sie eigentlich sehr selbstbewusst war, aber eben doch ein bisschen zu konservativ erzogen or whatever ...
Letztendlich war das zumindest auch ein Grund ADIOS zu sagen, tcha ...
Ich bin immer noch sehr erstaunt, dass Du sowenig Probleme hast, obwohl Du doch auch in einem sehr konventionellen Gesellschaftsteil arbeitest, als Geschäftsfrau. Obwohl ich finde, dass es gerade zu gepflegten Frauen sehr gut passt, wenn sie barfuß laufen, da es irgendwie sehr natürlich aussieht und deshalb auch akzeptiert wird, vor allem wenn frau selbstbewusst ist?!! Viele Grüße, Mathias.

Hallo Mathias, ich kenne renommierte IT Firmen, bei den ist es solange die Mitarbeiter keinen direkten Kundenkontakt haben überhaupt kein Problem barfuß im Office zu sein.
Ok, man ist darauf vorbreitet auch mal schnell einen Kunden zu empfangen.
Ich glaube es spielt sich viel mehr im Kopf des jeweiligen Mitarbeiters ab. Was werden wohl meine Kollegen und Kolleginnen von mir denken usw. Klar gibt es Situationen da ist es einfacher mit Schuhen, weil man nicht argumentieren muss. Das Office für Kunde zugänglich und so hat der ein oder andere schon mal Kontakt, aber schließlich tun wir ja nicht mit Äußerlichkeiten unseren Job. Gruß Matthias (WN)

Hallo Julia, toller Bericht. Meine Bewunderung für ganzjähriges Barfüßern und auch für sonst alles was Du so geschildert hast. Dennoch hoffe ich, mir zwei Anmerkungen erlauben zu dürfen.
Ich gehe davon aus, dass der Vater Deiner Tochter Dich barfuß kennengelernt hat; er wusste also auf was er sich einlässt, oder?
Ich kann aber die Reaktion auch nachvollziehen. Als ich auf den kleinen barfüßigen Bruder meines Freundes als Kind aufpassen sollte und die Außentemperaturen für "die Leute" nicht gerade barfußfreundlich waren, war mir das auch peinlich, dass der Kleine barfuß war und vermied es dann aus diesem Grund auch wie eigentlich geplant zum kirchlichen Puppentheater zu gehen.
Viele Grüße Lothar

Hi Julia! Offensichtlich magst du direkten E-Mail-Kontakt tatsächlich nicht – schade …
Nun denn, überwinde ich mich halt, hier wieder mal was zu schreiben, bzw. dir auf diesem (öffentlichen) Weg ein paar Fragen zu stellen, für die ich bisher keine Antwort gefunden habe:
1) Mit dem Barfußgehen (ich trage dazu auch Fußschmuck) möchte ich meine Einstellung als Anti - Macho demonstrieren, mein androgynes Aussehen betonen. Dabei hoffe ich, von Frauen darauf angesprochen zu werden.
Was hältst Du als Frau davon? Würdest Du mich auf der Strasse darauf ansprechen? Wenn nein, warum nicht?
2) Frauen, die barfuß gehen, ziehen mich wiederum magisch an. Denn im Gegensatz zu mir als Mann, welcher mit dem Barfuß gehen eher Mut zur Schwäche zeigt (stimmt das deiner Meinung nach?), strahlen barfuß gehende Frauen Unabhängigkeit, Emanzipation, Auflehnung gegen starre Konventionen sowie (vielleicht liege ich damit falsch) eine gewisse Tabulosigkeit und damit auch viel Erotik aus.
Was hältst du davon? Bin ich mit dieser Einstellung schon ein Fußfetischist?
3) Hat barfuß Gehen für eine Frau wie dich überhaupt eine erotische Komponente? Wenn ja, in welcher Weise?
Ich bin mega gespannt auf deine Antworten, vielen Dank schon mal! Tschüss, Chris

[ 1) Mit Barfußgehen Einstellung als Anti-Macho demonstrieren, androgynes Aussehen betonen ... hoffe, von Frauen darauf angesprochen zu werden]
Ich glaube nicht, dass barfußgehen aus Dir einen besseren Mann macht. Mich persönlich interessiert auch wenig, ob jemand barfuß geht oder nicht. Es ist für mich kein Thema und ziemlich unwichtig.
Ich gehe halt gern barfuß, bzw. ich finde Schuhe seit ich denken kann unbequem. Das ist alles.

[ 2) Frauen, die barfuß gehen, ziehen mich magisch an. Mann, welcher mit Barfuß gehen Mut zur Schwäche zeigt, strahlen barfuß gehende Frauen Unabhängigkeit, Emanzipation, Auflehnung gegen Konventionen sowie gewisse Tabulosigkeit und damit Erotik aus. Bin ich Fußfetischist?] Viele Männer verklären das Barfußgehen in dieser Weise.
Wenn Du Wert darauf legst, dass eine Frau, um Deinem Bild von einer auch erotisch perfekten Frau zu entsprechen, barfuß gehen sollte, bist Du ein Fetischist. Das musst Du selbst entscheiden.
Ich drücke durchs Barfußgehen jedenfalls nichts aus. Gegen gewisse Konventionen verstößt man damit allerdings automatisch.
Ich würde das aber nicht zu einem Idealbild überzeichnen, und wenn man es nonchalant und elegant macht, ist die Umwelt auch nicht feindselig. Also ist nichts dabei.

[3) Hat barfuß Gehen für Frau wie dich überhaupt erotische Komponente? ]
Nein. Julia Fiona

[Viele Männer verklären Barfußgehen in dieser Weise. Wenn Du Wert darauf legst, dass Frau, um Deinem Bild von erotisch perfekten Frau zu entsprechen, barfuß gehen sollte, bist Du Fetischist ] Nicht so voreilig. Ein Fetischist ist man dann, wenn man ausschließlich auf eine Sache (eben den Fetisch) fixiert ist und durch nichts anderes wirklich Lust und sexuelle Befriedigung empfinden kann.
Es gibt z.B. genug Männer, die zwar eine Vorliebe für z.B. die Brüste oder die Füße oder den Po einer Frau haben, aber wenn man noch die Frau als Ganzes sieht und sie nicht nur auf einen Körperteil reduziert, ist man noch lange kein Fetischist. Marco N.

Ich würde das nicht so absolut sehen.
Denn dann wäre nach Deiner Definition "echter" Fetischismus nur in der Phantasie wirklich praktizierbar. Ich denke, er beginnt schon da, wo bestimmte Bedingungen (wie Barfußgehen) unbedingt erfüllt sein müssen, um sich wirklich angezogen zu fühlen von einem Menschen.
Julia Fiona

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