Kai3 ist gerne und jetzt auch viel barfuß unterwegs
(Forumbeiträge seit Frühjahr 2001)

Hallo erst mal (Anklopf) ...
Ich heiße Kai und bin 30 Jahre alt. Nach 1 1/2 Jahren, in denen ich als stiller Mitleser an diesem Forum "teilgenommen" habe, möchte ich mich auch mal vorstellen.
Ich bin gerne, oft und in letzter Zeit auch richtig viel barfuß unterwegs. Das war nicht immer so. Bis vor einem Jahr habe ich mich das in der Öffentlichkeit fast nie getraut.
Dem fast schon populärpsychologischen Erklärungsmuster folgend kann ich die Schuld dafür auf meine stets gut beschuhte Kindheit schieben. Meine Eltern haben's dabei bestimmt nur gutgemeint ("Zieh dir Schuhe an, du tust dir weh, du kriegst einen Schnupfen!" usw.)
Die besten Voraussetzungen für ein verkorkstes Verhältnis zu Füßen.
Das ging so weit, dass ich letztes Jahr mal den Versuch eines - Vorsicht: es folgt das Unwort der Saison - Fakes an dieses Forum gepostet habe. Ich bitte auf Knien um Vergebung.
Gleichwohl habe ich durch diese und andere Barfuß - Internetseiten zu einem wesentlich unverkrampfteren Verhältnis zum Barfußlaufen gefunden. Mindestens 25 Jahre zu spät ...
Vor ca. einem Jahr habe ich mich mal nach ersten, erfolgreichen Barfußversuchen am inzwischen weitgehend eingeschlafenen Schweizer Forum beteiligt.
Ich hoffe, das reicht vorerst, um den Nachweis meiner Existenz führen zu können ;-)
Da es hier schon mindestens 2 Leute gibt, die so heißen wie ich, nenne ich mich Kai3.
[Wo in Europa steckst Du denn? In der Schweiz vielleicht? Gruß, Kai (VS)]
Knapp daneben... ich wohne in einer Stadt in Norddeutschland, konkreter möchte ich bitte vorerst nicht werden wollen dürfen.
Bis demnächst
Kai3

Erzähl 'mal, was das barfuß-Laufen bei Dir zur Zeit so macht!
Ist ja super Wetter draußen! Der Boden ist weder zu kalt noch zu warm.
Eva H.

Barfuß auf die Arbeit kann ich mir leider nicht erlauben, dafür habe ich einen zu staatstragenden Beruf. Aber nach Feierabend fliegen die Schuhe gleich in die Ecke. Meistens setze ich mich dann erst mal barfuß in meinen Garten.
Letztes Wochenende habe ich mal von Donnerstag Abend bis Montag früh komplett auf Schuhe verzichtet. Freitag bin ich zum Wandern an die Elbe gefahren, Samstag nach Bremen, ohne Schuhe mitzunehmen, war schön, ich bin richtig stolz auf meine Füße, was die alles aushalten, obwohl ich sie nicht grad geschont habe.
Gruß zurück und Danke für die herzliche Aufnahme ...
endlich scheint auch im "hohen Norden" wieder die Sonne und da musste ich natürlich gleich erst mal barfuß einkaufen gehen. Wie angenehm das ist, muss ich hier ja niemandem erzählen...
Was ich erzählen wollte, ist ein Erlebnis von neulich, als ich mal mit meiner damaligen Freundin F. (beschuht) durch die Stadt ging und wir eine gemeinsame Bekannte B. trafen, die barfuß mit dem Fahrrad unterwegs war. Obwohl wir drei uns ein paar Minuten unterhalten hatten, stellte ich danach mit Erstaunen fest, dass F. überhaupt nicht wahrgenommen hatte, dass B. barfuß war. Mir waren B.s nackte Füße hingegen sofort "ins Auge gesprungen".
Das hier im Forum schon oft beschriebene Phänomen, wonach Barfüßer/innen mal erstaunt, mal enttäuscht feststellen, dass fast niemand (bis auf kichernde Teenies) ihre nackten Füße und die gepflegten schwarzen Sohlen beachtet, könnte sich mit der folgenden Hypothese erklären lassen:
Die Wahrnehmung der Füße anderer Menschen steigt mit dem Grad der Aufmerksamkeit, die ein Mensch den eigenen (nackten) Füßen zukommen lässt.
Bei praktizierenden Barfüßer/innen ist demnach diese Wahrnehmung tendenziell stärker ausgeprägt, bei Nichtbarfüßer/innen weniger stark.
Dazu passt, dass die schon erwähnten Teenies der modisch "korrekten" Bekleidung eine erhöhte Aufmerksamkeit schenken und zwar sowohl bei sich selbst als auch bei ihren Mitmenschen, und krass von der Norm abweichende Kleidung (also auch Nichtbekleidung der Füße) häufiger und mit größerer Ablehnung kommentieren als erwachsene Menschen.
Dies belegt meine (nicht empirische) Auswertung der einschlägigen Postings, wonach Mitmenschen jenseits der 20 häufiger wohlwollende ("Würd' ich jetzt auch gerne, aber...") oder warnende ("Die Scherben, die Scherben!") Kommentare abgeben, die Jüngeren eher dumme ("Schuhe verloren?", "Igitt!"). Ausnahmen gibt's natürlich auch immer.
Wozu das ganze?
Der o.g. Hypothese folgend, sind die weitverbreiteten Ängste, beim Barfußlaufen von Verwandten/ Nachbarn/ Kollegen "erwischt" und zur Rede gestellt zu werden, tatsächlich unbegründeter als von vielen vermutet. ...
Gerade komme ich barfuß vom Lindener Flohmarkt zurück (Linden ist ein Stadtteil von Hannover), wo ich 4 Stunden lang versucht habe, alten Plunder loszuwerden...
Obwohl das Gelände mit seinem nicht ganz scherbenfreien, rauen Betonboden nicht gerade zum Barfußlaufen einlädt, waren erstaunlich viele Leute barfuß unterwegs.
Anders als vor ein paar Tagen im touristenüberfluteten Amsterdam, als ich angesichts der beschuhten Menschenmassen zur barfüßigen Minderheit gehört habe. Hat mir trotzdem Spaß gemacht, zumal ich ja auch nicht ganz der Einzige war. ...
So wie bekanntlich gegen den Kater das Weitersaufen hilft, hilft gegen den Muskelkater das Weiterlaufen ;-)
Also bin ich heute in das Dorf, in dem ich meine Kindheit und Jugend verlebt habe, gefahren und habe die altbekannten Wege auf baren Füßen wiederentdeckt, was für mich gleichzeitig eine Premiere war, weil ich ja früher leider nie barfuß ging.
Da es heute Vormittag geregnet hatte, waren die Waldwege angenehm kühl und "saftig" und sogar die kiesigen Feldwege einigermaßen erträglich. Dazu kam die vom Regen reingewaschene Luft, die eine großartige Fernsicht zu den waldbedeckten Höhen des nördlichen Weserberglandes ermöglichte.
Wieder einmal ist mir bewusst geworden, dass ich meine Heimat auch schon rund 25 Jahre früher auf bloßen Sohlen hätte erleben können, wenn, ja wenn...
Kai3

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