Kai startet erfolgreiche Selbstversuche im Barfußgehen
(aus verschiedenen Forumbeiträgen seit Frühjahr 1999)

Auch wenn ich selber nur sehr wenig eigene Erfahrung zum Barfußlaufen / -wandern einbringen kann. Letzteres bin ich gestern Abend noch etwas angegangen (im wahrsten Sinne des Wortes) und habe (quasi im Selbstversuch) mal eine halbe Stunde einen Barfußspaziergang gemacht, die verschiedenen Untergründe meiner Umgebung kennengelernt (Asphalt, Feldweg mit und ohne Steine, Wiese, Schlamm, Waldweg), die Reaktionen von Passanten beobachtet (als Soziologe bin ich immer neugierig wie andere reagieren) und den Ausflug insgesamt sehr genossen; Wiederholung sicher nicht ausgeschlossen. ...
Meine eigenen "Selbstversuche" waren schon ganz - tja, was sagt man denn da am besten - "erfolgreich", in dem Sinn, dass das Barfußgehen wirklich viel Spaß macht und vor allem ein sehr angenehmes Gehgefühl erzeugt. Es ist wirklich faszinierend, wie viele verschiedene Pflaster-, Asphalt und Kiessorten sich manchmal auf kleinstem Raum versammeln. ...
Gestern habe ich mir aber doch tatsächlich zwei kleine Brandblasen am Außenrand der Ballen geholt, als ich meinte, unbedingt auf dem heißen Asphalt herumspazieren zu müssen - kleiner Anfängerfehler halt (oder nur mangelndes Training?). ...
Mal schauen, was die nächsten Tage so an weiteren Erfahrungen bringen (auch wenn heftige Gewitter angesagt sind und ich mal schauen muss ob ich dann meine Barfuß - "Vorsätze" aufrechterhalten werde). ...
nachdem ich jetzt etwa 1 1/2 Wochen mit Ausnahme von 3 Stunden (mähen mit der Sense...) nur barfuß lief, fielen mir heute vermehrt verwunderte Blicke auf. Was war geschehen?
Es war plötzlich kühler geworden, die ersten holten bei 20 Grad und leichtem Niesel bzw. Gewitterneigung ihre Jacken heraus und stellten sich wohl mental schon auf Herbst ein. Zumindest wirkte ich barfuß anscheinend ziemlich exotisch. Generell fiel mir auf - aber vielleicht bilde ich mir das ja auch nur ein - dass Barfußlaufen am ehesten akzeptiert wird wenn man einerseits kurze Hosen trägt und es mindestens 25 Grad hat. Ansonsten ist halt mal wieder etwas mehr Selbstbewusstsein gefragt. (Letzteres lässt sich gut trainieren, wenn man sich überwindet und zu Schulschluss oder ähnlichen Anlässen an eine Bushaltestelle geht, an der gerade ein Dutzend Jugendlicher stehen ... Ich ziehe es da aber auch gerne mal vor, einen Bus später zu fahren ... Barfußlaufen hat ja nichts mit Masochismus zu tun.) Wie haltet Ihr es denn mit dem Barfußlaufen, wenn plötzlich der Wetterwechsel vor der Tür steht und es von "für jedermann offensichtlich barfußfreundlich" zu "jetzt ist es gerade angenehm barfuß zu laufen" abkühlt. Steigt bei Euch da auch (wie bei mir) die Hemmschwelle wieder etwas an oder hält die (hoffentlich vorhandene) Euphorie der Vortage an? ...
Heute bei einem kleinen Abendspaziergang gab es nach 8 Barfußtagen (Arbeit, Stadt, Kino, Biergarten, diverse Läden) den ersten (!) Kommentar: "Sie müssen da (auf dem Gras) gehen, hier (auf dem Asphalt) bringt es nichts."
Der da so zu mir sprach, ein Herr - ca. 45 Jahre alt und vermutlich Grieche, konnte mir zwar nicht so genau sagen, was das Gehen auf Gras bringen soll (ob gesundheitlich, etc.), hat mich aber sicher 3 Mal intensiv zu überzeugen versucht, dass ich unbedingt auf dem Grasrandstreifen gehen muss. Dass ich in diesem Moment lieber auf dem Asphalt gehen wollte, konnte er gar nicht so recht akzeptieren und sah mir noch etwas zweifelnd nach. Barfüße als Alltagsgehwerkzeug schien ihm doch unglaubwürdig. Fazit: Mal ein neuer Kommentar, auch wenn bei den momentanen Sommertemperaturen ein Barfüßer wirklich nicht mehr für Aufsehen sorgt. Das wird sich erst in den kommenden Wochen wieder etwas ändern, wenn die ersten Regentiefs für Temperaturen unter 20°C sorgen werden ...
Schöne Barfußtage wünscht Kai (der so langsam aber sicher viel Spaß am Barfußlaufen findet - es ist halt ein sehr überzeugendes Diskussionsforum ...)

[Mal schauen, was die nächsten Tage so an weiteren Erfahrungen bringen (auch wenn heftige Gewitter angesagt sind und ich mal schauen muss ob ich dann meine Barfuß - "Vorsätze" aufrechterhalten werde)]
Nasse Böden sind ausgesprochen reizvoll zum darüber Laufen ( ich persönlich finde sie jedenfalls viel schöner als trockene), und Temperaturen über 15 °C barfußtechnisch sicher keine Schwierigkeit - allerdings erlebst Du "den BLICK" dann öfter ... Tipp : selbstbewusst zurückblicken !
Bei der Gelegenheit möchte ich gerne noch "loswerden", dass ich mit großem Vergnügen Deine Barfüßerkarriere verfolge, was sich natürlich auch aus dem Zusammenschneiden Deiner Texte ergibt : erst hatte ich fürs "Best of" eine Seite mit Deiner Anfrage für Walk and more, dann kamen kleine Beiträge über erste Versuche im Selbstbarfüßern, weshalb ich dachte, Du musst doch eine Seite mit Kais persönlichen Texten machen - und jetzt fährst du barfuß Rad, arbeitest barfuß im Büro und ... Klasse !
Und vermutlich ein neuerlicher Beweis dafür, dass dieses Forum ansteckend und hilfreich ist !?
Herzliche Füße aus Köln Georg

[Wie haltet Ihr es denn mit dem Barfußlaufen, wenn plötzlich der Wetterwechsel vor der Tür steht]
Ja, also auch ich muss zugeben, dass ich diese Bremse im Kopf habe, wenn es etwas kühler wird, obwohl barfußlaufen dann genau so viel Spaß macht. Aber irgendwie erwarte ich dann eben doch blöde Kommentare, mit denen ich nicht umgehen kann. Aber mein Ausflug an den Bodensee vor einigen Wochen (siehe mein entsprechender Beitrag dazu) hat mich doch ein wenig eines besseren belehren können. Im Prinzip bleiben nämlich Kommentare eher aus. Allerdings vermutlich nicht wegen Toleranz, sondern weil die Leute einen gar nicht so genau anschauen.
Ich hatte vor einigen Wochen mit einem älteren Herrn ein Gespräch über sein Wohnmobil auf einem Supermarktparkplatz. Das ging locker 10 Minuten. Erst als ich mich verabschiedete, fiel ihm auf, dass ich barfuß war. Dennoch: trotz derart positiver Erlebnisse traue ich mich häufig dann doch nicht so, wie ich gerne möchte. Auf der anderen Seite ist es nahezu grotesk, dass die Leute jetzt wirklich sich wider so kleiden, als sei der Winterangebrochen, nur weil es mal gerade nicht ganz so warm ist.
Ich habe heute schon wieder Frauen in Stiefeln gesehen! Irgendwie ist das krank! Bernd

Hallo Kai! Deine Beobachtung mit den über 25 Grad und kurzen Hosen kann ich laut meinen erst einige Wochen währenden "Innenstadt - Erfahrungen" inzwischen bestätigen. Wenn obige Bedingungen zutreffen, gibt es kaum noch verwunderte Blicke, man hat regelrecht "Rückenwind" und bekommt sogar spontan positive Rückmeldung, wenn man mit jemand ins Gespräch kommt (nach dem Motto: wenn es heiß ist, ist es viel besser, barfuß zu sein).
[Steigt bei Euch auch Hemmschwelle oder hält Euphorie der Vortage an]
Mir geht es genauso - allein wegen der gesellschaftlichen Zwänge, die jetzt wieder stärker wirken. Tja, man muss sich m.E. einfach daran gewöhnen, dass einem gewisse Dinge - eben möglichst energiesparend - "den Buckel runterrutschen" müssen... Ansonsten müsste man ja auf das Barfußlaufen verzichten, und das wäre noch ärgerlicher (wie heißt es so schön: die anderen würden ja auch nicht mir zuliebe barfuß laufen).
Gerade für einen "empfindlichen" Menschen wie mich ist das mit dem Den - Buckel - Runterrutschen - Lassen gar nicht so einfach. Aber wohl doch ein sinnvolles Training...! Viele Grüße, MarkusII

Hallo Kai, [jetzt etwa 1 1/2 Wochen mit Ausnahme von 3 Stunden nur barfuß lief]
Ist ja kaum zu glauben! Ich schlage dich hiermit zum Barfüßer des Jahres vor! Ich hab das doch richtig in Erinnerung, dass du bis vor kurzem kaum barfuß gelaufen bist und jetzt, nach wenigen Wochen, 1 1/2 Wochen nonstop? Tja, wegen deines barfußfreundlichen Jobs bist du schon zu beneiden, daran wird's wohl (unter anderem) liegen, dass da die wenigsten mithalten können. Wie sind denn so die Reaktionen in deinem Bekanntenkreis, dich plötzlich so oft barfuß anzutreffen?
[heute vermehrt verwunderte Blicke ... war plötzlich kühler geworden... wirkte ich barfuß anscheinend ziemlich exotisch... Barfußlaufen am ehesten akzeptiert wenn man kurze Hosen trägt und es mindestens 25 Grad hat]
Da hast du sicher recht, wobei ich die absolute Steigerung der Barfußakzeptanz gestern Abend erlebt haben: Zunächst war es sehr warm (über 30 Grad) und trocken, und trotzdem habe ich nur einen jungen Mann barfuß in der City gesehen. Dann kam so kurz vor 20 Uhr ein starker Gewitterregen auf - barfuß im Regen auf dem noch sehr warmen Boden - es war traumhaft. Und - man staune - plötzlich liefen "massenhaft" Leute barfuß, und die es noch nicht taten, ließen sich vom Anblick fröhlicher nackter Füße im lauen Regen anstecken und steckten ihre schon durchnässten Schuhe in die Tasche.
[Steigt bei Euch auch Hemmschwelle oder hält Euphorie der Vortage an]
Na ja, das Ansteigen der Hemmschwelle ist wohl bei vielen von der Temperatur abhängig. Allerdings weiß ich dank dieses Forums inzwischen, dass ich auch an etwas kühleren Tagen in bester barfüßiger Gesellschaft bin und lasse mir den Genuss nicht entgehen, wenn auch vielleicht nicht gerade im Trubel der City am helllichten Tage... barfüßigste Grüße Moritz

Das ist mir jetzt schon etwas unangenehm, so quasi als "Musterbarfüßler" benannt zu werden. Ich habe einfach, das hast Du ganz richtig geschrieben, ein ziemlich günstiges Umfeld (gerade im Job), so dass ich nur auf sehr wenige Schuh - Konventionen Rücksicht nehmen muss. Allerdings ist mein Selbstbewusstsein natürlich alles andere als unbegrenzt, so dass ich es mir wirklich auch zwei- oder mehrmals überlege, bevor ich z. B. barfuß in öffentliche Verkehrsmittel (Gedränge, u. U. geballt ungläubige / kritische Blicke, keine "Fluchtmöglichkeit") gehe oder zu ungewohnter Witterung barfuß an die Öffentlichkeit gehe. Ich werde sicherlich, wenn die Konvention es erfordert (z. B. bei Kundenbesuch oder öffentlichen Veranstaltungen meines Arbeitgebers) Schuhe tragen (zumindest Sandalen). Es ist halt, wie bei jedem, ein Abwägungsprozess zwischen persönlicher Freiheit und den alltäglichen gesellschaftlichen Zwängen, die einem manchmal mehr oder weniger bewusst werden. Man sollte sich nicht selber unter Druck setzen, unbedingt barfuß laufen zu müssen.
Barfußlaufen ist eine sehr angenehme, erdverbunden - sinnliche Fortbewegungsart, die einfach Spaß macht. Und den Spaß sollt man sich nicht verderben, indem man sich zu Barfußaktionen zwingt, zu denen man sich (noch) nicht traut. In meinem Bekanntenkreis, um auf Deine Frage zurückzukommen, fällt die Barfüßigkeit natürlich schon auf. Bei einigen ging ich das Thema von mir aus an, indem ich einfach erzählte, wie ich dazu kam: Über die Entdeckung dieses Forums und die daran anschließende Recherche zum (in einem früheren Beitrag erwähnten) Artikel in der Zeitschrift "WALK & more". Bei anderen Freunden ist es so, dass sie schon gewohnt sind, bei mir hin und wieder mit Überraschungen zu rechnen - mich aber schon länger kennen und (so glaube ich) für ganz normal halten. Gerade im Bekanntenkreis ist es ein einfacher Gewöhnungsprozess. Nach einigen Barfußauftritten fallen dann eher wieder die Schuhe auf. ...
"Leider darf ich die Schuhe nicht ausziehen", klagte mir heute eine Verkäuferin (ca. 50) in einem Schreibwarenladen ihr Leid, "Sie haben es barfuß gut!" Wegen der Kundschaft dürfte sie nicht barfuß im Laden laufen, doch zuhause würde sie als erstes die Schuhe in die Ecke werfen ... Leider werde ich als (angeblich in diesem Jahr der erste) Barfüßer in diesem Laden, die Geschäftsleitung nicht zu einem Wechsel der Bekleidungsvorschrift überzeugen können - aber diese Bemerkung zeigte mal wieder, wie viele Leute insgeheim gerne barfuß laufen würden, wenn man sie nur ließe.
Kurz danach hatte ich dafür ein Geschäft besucht, in welchem die Verkäuferin ihre Blicke gar nicht mehr von meinen Füßen weg bekam, ohne allerdings eine Bemerkung zu machen. Auch zwei anwesende Kunden waren sichtlich amüsiert. Warum? Ganz einfach, ich war in einem Schuhgeschäft um einen Wanderschuh von der Reparatur abzuholen. Und ich muss zugeben, dass das barfüßige Betreten eines Schuhladens schon etwas Spezielles an sich hat, quasi ein Besuch in der Höhle des Löwen. Ich habe mir aber verkniffen, Schuhe anprobieren zu wollen ... Insgesamt fällt man als Barfüßer nach diesem doch recht schönen Sommer fast nicht mehr auf. Vielleicht hat sich aber auch nur meine Wahrnehmung verändert, da ich selber das eigene Barfußlaufen nicht mehr so bewusst mache/ wahrnehme wie in den Anfangstagen im Mai, als ich über dieses Forum die Freude am Barfußlaufen entdeckte.
Wird es den Barfußradlern unter Euch morgens auch schon etwas frisch um die Zehen? Bei 13 Grad bin ich schon langsam in Versuchung meine Füße zeitweise in Schuhe zu quetschen. Mal schauen, wie lange es noch gut geht.
Genießt die schönen Spätsommertage - ein ideales Barfußwetter ohne heiße Asphaltflächen Kai
Erster Versuch einer Homepage mit etwas Barfuß drauf ...

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