[Barfuß - Literatur - Ecke : Mein linker Fuß] [Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte]

Barfuß - Literatur - Ecke : Mein linker Fuß
(verschiedene Forumbeiträge im Winter 1998/99)

Einer neuen Kollegin habe ich von meiner barfüßigen Homepage erzählt, und sie fand das sehr interessant und hat mir ein tolles Buch geliehen: "Mein linker Fuß" von Christy Brown.
Es ist der Rückblick eines 20-jährigen Schwerbehinderten auf seine Kindheit und Jugend, der in eine Barfuß - Literaturecke sehr gut passen würde.
Der junge Ire Christy konnte aufgrund eines Geburtsschadens seinen Körper nicht kontrolliert bewegen - mit Ausnahme seines linken Beines. Auch sprechen konnte er nicht und wurde für komplett schwachsinnig gehalten.
Seine Mutter ließ dieses Urteil der Ärzte nicht gelten und betreute ihn liebevoll, obwohl sie insgesamt 12 Kinder hatte. Er konnte sich jedoch in keiner Weise mitteilen, bis er eines Tages mit seinem linken Fuß seiner Schwester ein Stück Kreide aus der Hand riss und auf einer Tafel zu kritzeln begann. So lernte er schreiben und malen und sein linker Fuß als das einzige gebrauchsfähige Körperteil wurde zum Vermittler zwischen ihm und seiner Umwelt.
Es fanden sich einige Menschen, die fest zu ihm hielten, und mit 17 Jahren bekam er eher zufällig die Möglichkeit einer Therapie, die seinen Zustand allmählich besserte.
Dieses Buch ist ein bewegendes Zeugnis von der Gefühlswelt eines hochintelligenten Menschen, der in einem weitgehend unbrauchbaren Körper eingekerkert ist - und trotzdem ist so viel feiner Humor der vom linken Fuß geführten Feder entflossen!
Das Buch datiert von 1954 und wurde als Diogenes-Taschenbuch neu aufgelegt. Herzliche Füße, Lorenz

Es gibt ja auch die Bilder von (meist Contergan-geschädigten) Leuten, die mit den Füßen malen.
In Deinem Beispiel geht es ja auch um die Borniertheit von Menschen, die den Kranken falsch einschätzten. Das kommt heute oft vor, z.B. Ärzte und Angehörige, die zu Patienten sagen: "Der ist nicht ansprechbar". Bewiesen ist aber in solchen Fällen meist nur, dass er/sie nicht reagiert. Man weiß ja von Koma-Patienten, dass sie sehr wohl "ansprechbar" waren, aber eben nicht reagieren konnten.
Man kann wohl mit der Seele anderer Wesen gar nicht sorgsam genug sein... Gruß, Jörg (2)

finde ich zum kotzen! ihr reduziert immer alles auf eure blöde Barfußrennerei.
in dem buch, welches ich kenne, geht's um alles....aber NICHT ums barfußlaufen!
ist ja wohl ein starkes stück, etwas darauf zu beziehen, mann, echt, derjenige ist behindert und hat nur einen weg! Martin

Glaub nicht, dass ich mir mein Engagement für die gute Sache so einfach Weise madig machen lasse!!
[... finde ich zum kotzen! ihr reduziert immer alles auf eure blöde Barfußrennerei. ]
Las es bleiben, wenn Du lieber in Mieftretern herumläufst! Dass ich keinen reduzierten Horizont habe, kannst Du auf meiner Homepage "Natur und Fortschritt" nachlesen -- falls Du mir da folgen kannst!
[ in dem buch geht's um alles....aber NICHT ums barfußlaufen! ist ja wohl ein starkes stück ]
Da siehst Du ja, dass ich nichts auf die Barfußrennerei reduziere, sondern auch andere Blickwinkel zulasse. Ich finde es eben faszinierend, welche vielseitigen Möglichkeiten in den Füßen stecken. Unverständnis einem hochintelligenten Behinderten gegenüber ist doch wohl unmenschlich.
Dazu kann ich nur sagen: ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte. Lies bitte keine solchen Bücher, wenn Du sie nicht verstehst! Also: ob Dir's passt, oder nicht, in diesem Forum wird es weiterhin von mir zu lesen geben! Nix für ungut, Lorenz

Es ist durchaus legitim, einen Nebenaspekt im Zusammenhang des Buches mal herauszugreifen. Sachlich betrachtet magst du recht haben. Aber das ganze Forum lebt mit der Maßgabe eines bestimmten Themas. Was nicht ausschließt, dass man Ausflüge unternimmt. Unsere Beiträge geben ja nur Ausschnitte von Meinungsprofilen vieler wider. Niemand wird so blauäugig sein, und alles über einen Kamm scheren. Das Wichtigste im Umgang mit Behinderten ist z.B. die Integration. Ich arbeite übrigens beruflich auch mit Behinderten. Soweit meine Meinung, Jörg (2)

Hallo, war wohl eine Kurzschlussreaktion von mir - Entschuldige bitte, nach dem Besuch Deiner Seite (hätte ich wohl vor der Antwort tun sollen) habe ich eine andere Meinung und nehme meine etwas blöden Vorwürfe wieder zurück. Sorry, geht auf meine Kappe!! In der Hoffnung auf zukünftig liebevollen Austausch Martin
PS: Ich bin auch kein Mieftreter - Fan!!

Also, vergessen wir's! Es macht in diesen Forum gerade Spaß, dass man nicht eng auf ein Thema festgelegt ist.
Dass ich viel barfuß laufe, finde ich normal, eigentlich nicht der Rede wert. Hier entdecke ich nun immer neue Zusammenhänge, die sich über die Füße erschließen -- und das macht den Reiz meines fleißigen Schreibens aus.
[ PS: Ich bin auch kein Mieftreter - Fan!!]
Hätte ich mir denken können, warum hättest Du sonst in dieses Forum geschaut? Serfuß, bis bald, Lorenz

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Jorge Luis Borges : Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte
(Forumbeitrag im Sommer 1999)

Hallo Barfüßer, folgenden nachdenklichen Text zum Barfußlaufen im Leben fand ich per Zufall:

"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter als ich gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben.
Ich würde mehr riskieren,
würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.
Ich war einer dieser klugen Menschen, die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten.
Freilich hatte ich auch Momente der Freude.
Aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls Du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht nämlich das Leben.
Nur aus Augenblicken.
Vergiss nicht den jetzigen.
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst barfuß gehen.
Und ich würde mit mehr Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie... Ich bin 85 Jahre alt und weiß, dass ich bald sterben werde."

Jorge Luis Borges, 1985 (zwei Jahre vor seinem Tod)

Grüße an die Barfüße, Schorsch

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