[Luisa Francia : Barfuß auf Reisen]

[Marlo Morgan : Traumfänger]

Literaturtipp Luisa Francia : Barfuß auf Reisen
(Forumbeiträge im Frühjahr 2000)

Spirituelle Reisen zur Entdeckung starker Orte
Wenn wir reisen, bewegen wir uns körperlich durch Gegenden, die auf der Landkarte verzeichnet sind. In der anderen Wirklichkeit folgen wir mit der Abreise einer inneren, spirituellen Landkarte", meint die Autorin [Luisa Francia], laut Spiegel immerhin die einzig ernst zu nehmende Magierin, dazu Schriftstellerin, Dichterin, Mutter, Sängerin, Fotografin und noch anderes mehr. Sie ging nach Afrika, Indien, Nepal und dem Tibet, um Heilrituale und Schamanismus zu erforschen. Sie nahm an mehreren Expeditionen im Himalaya teil, trampt aber am liebsten allein und sehr oft barfuß, um letztendlich bei sich selbst anzukommen. Für sie sind Reisen Grenzgänge im Inneren und Äußeren, Traumpfade, spannend und mystisch zugleich - ein Zusammenspiel mit den Energien eines Ortes.
Das alles klingt ziemlich verschroben und für Normalreisende kaum nachzuvollziehen. Ist es aber nicht. Besonders faszinierend sind ihre Gedanken zum Alleinreisen. "Das hat nichts mit Isolation und Vereinsamung zu tun, sondern mit Hingabe an das Land, die Elemente, die Natur und vor allem an die Menschen. Alleinreisen ist auch immer Konfrontation mit allem, was da ist, und selbst ganz da sein. Übrigens Kraftorte sind oft überraschend leicht zu erreichen. Der Broadway in New York ist ein Geisterpfad der Algonkin - Indianer. Der Untersberg bei Salzburg ist einer der mächtigsten Kraftplätze, der Ayers Rock der Alpen. Im Binntal in der Schweiz soll man mit wilder, köstlicher Energie durchströmt werden. Die Badlands in South Dakota, uraltes Kultgebiet der Lakota Indianer, sind aufgeladen mit der Macht alter Rituale. Hier ist eine Nahtstelle zwischen den Welten, ein Übertrittsort in die Landkarte der Traumpfade.
Wem das alles zu mystisch ist, der findet ein paar sehr kluge und nachvollziehbare Vorschläge zum Thema "glücklich reisen".
Susanne Mitterbauer
[DER STANDARD, 09. 03. 2000]

Luisa Francia ist laut Spiegel die einzige ernstzunehmende Magierin. Nach dem österreichischen "Standard" ist sie zudem Schriftstellerin, Dichterin, Mutter, Sängerin, Fotografin und noch anderes mehr.
Sie ging nach Afrika, Indien, Nepal und Tibet, um Heilrituale und Schamanismus zu erforschen.
Sie reist am liebsten allein und sehr oft barfuß, um letztendlich bei sich selbst anzukommen.
Für mich ist Luisa Francia eine faszinierende Autorin von Büchern, die man natürlich zum Großteil unter Frauenliteratur einordnen kann. Für mich als Mann sind diese Bücher aber auch sehr interessant. Am wenigsten frauenspezifisch ist ihr Buch "Die Magie des Ankommens - ein spirituelles Reisebuch zur Entdeckung starker Orte" (Verlag Nymphenburger, 2000).
Wem das Thema Kraftorte zu mystisch und Reisen als Grenzgänge im Inneren und Äußeren zu verschroben erscheint, der findet in diesem Buch ein paar sehr kluge Vorschläge zum Thema "glücklich reisen". Darunter fallen auch Tipps zum Umgang mit der Fußbekleidung:
"Allein reisen heißt, die vielen Arten des Gehens zu entdecken. Nie wird einem so bewusst, was Gehen bedeutet, wie die Füße mit dem Körper verbunden sind, Impulse durchgeben, die Landschaft, die Orte, die Städte "sehen", wie wenn man allein ein unbekanntes Gebiet erforscht. Allein reisend habe ich angefangen, auf meine Schuhe zu achten, wenn ich weiß, es gibt Städte und Straßen, auf denen ich nicht gern barfuß gehen will.
Die Füße jaulen auf, wenn sie merken, der Schuh will hier eigentlich nicht gehen. Sie schwitzen, sie reiben sich an den Druckstellen, versuchen, sich breit zu machen. Im Gespräch, in der Gemeinschaft mit anderen sind die Körperempfindungen an fremden Orten oft peripher, tauchen nur als Störungen am Rand auf, die irgendwann zu einer massiven Belästigung auswachsen und erst dann zum Thema werden.
Irgendwann bin ich dann bei Flipflops, bei Gummisandalen gelandet. Schlappschlappschlapp passt sich mein Gang dem Gang der Marktfrauen, der Fischer, der Händler an. Schlurfschlurf schieben sich die Füße träge in der Hitze vorwärts. Dann wird die Erde weich. Weg mit den Schuhen.
Jetzt tanzen die Fußsohlen auf dem Boden, weichen die Zehen spitzen Steinen aus, drücken sich die Fersen in die Erde. Hier ist es feucht und kühl, ah, hier wächst Gras. Hier sind die Steine von Wind und Wetter glattgeschliffen. Meine Füße fangen an, mit dem Hirn zu kommunizieren. Die Nase schnuppert in den Wind hinein, das Wetter ändert sich, Zeit, eine Unterkunft zu suchen. Die Füße rollen sich ab, die Zehen drücken nach, die Hüftgelenke, fein geschmiert, geben nach, die Wirbelsäule geht geschmeidig mit."
Harald

Hallöle! Danke für den Buchtipp. Werde ich mir vielleicht holen.
Fakt ist, was die Spiegelleute leider nicht wissen können, dass es noch sehr viel mehr ernstzunehmende Magierinnen, eigentlich müsste es in dem Fall aus bestimmten Gründen "HEXEN" heißen, gibt, die auch gute Bücher geschrieben haben, aber weniger übers barfuß Reisen.
Barfüßige Grüße, Francisco

Auch die Biologin und Reiseschriftstellerin Carmen Rohrbach ist immer wieder gerne ohne Schuhe unterwegs. z.B. in "Wandern auf dem Himmelspfad" berichtet sie von (freiwilligen und unfreiwilligen) barfüßigen Etappen auf ihrer Wanderung nach Santiago de Compostella.
Viel Spaß beim Lesen und beim Barfußlaufen!
Harald

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Literaturtipp Marlo Morgan: Traumfänger
(Forumbeiträge im Frühjahr 2005)

Für die Amerikanerin Marlo Morgan beginnt alles ganz harmlos. Eines Tages erhält sie eine Einladung zu einem Treffen mit einem Aborigines-Stamm. Dieses ist als Auszeichnung für ihre erfolgreiche Arbeit mit jungen Halbblut-Aborigines in Australien gedacht. Gespannt macht sie sich für die Einladung zurecht: Ein neues Seidenkostüm, eine dazu passende Seidenbluse und elegante Pumps. Wenige Stunden später, nachdem sie vor ihrem Hotel mit einem Jeep abgeholt worden ist und eine stundenlange Fahrt durch den australischen Busch hinter sich hat, wird sie von einer kleinen Gruppe von Menschen eingeladen, an einem Walkabout teilzunehmen. Noch nie zuvor wurde einer Weißen, einer in den Augen der Aborigines "Veränderten", eine solche Ehre zuteil.
Marlo Morgan lernt in den nächsten Monaten die Unwichtigkeit des Zeitbegriffes kennen, ernährt sich von Maden, Krokodilen, Nüssen, Kräutern und Früchten und hätte niemals geglaubt, dass sie gebratene Ameisen als Delikatesse schätzen lernt. Sie wird in das erd- und naturverbundene Leben der Aborigines eingeweiht und erkennt, dass es hier Menschen gibt, die die Erde nicht ausbeuten, die in der Lage sind, sich telepathisch zu unterhalten und über medizinische Kenntnisse verfügen, die sie staunen lassen.
(Text von amazon.de entliehen!)
Dieser Walkabout findet natürlich NICHT in edlen Pumps und Seidenkostüm statt - sondern es geht barfuß und in Eingeborenenkluft mitten durch den Busch !!! Ihr Entsetzen, als sie sich ihrer teuren Kleider, Schmuck und Schuhe samt Nylons entledigen muss und alles im Feuer landet - köstlich!
Auch hier - eine barfüßige Leseprobe aus Kapitel 3 "Natürliches Schuhwerk":
Ich war noch nicht weit gelaufen, da spürte ich einen stechenden Schmerz in meinen Füßen. Als ich zu ihnen hinunterblickte, sah ich überall Stacheln in meiner Haut stecken. Ich zog die Dornen heraus, aber erkannte bald, dass ich mir mit jedem Schritt neue eintrat. Ich versuchte, auf einem Fuß vorwärts zu hüpfen und gleichzeitig die schmerzenden Stacheln aus dem anderen zu ziehen. Den anderen, die sich nach mir umdrehten, muß ich einen komischen Anblick geboten haben. Das Lächeln in ihren Gesichtern hatte sich in ein breites Grinsen verwandelt. Oota war stehengeblieben, um auf mich zu warten. In senen Zügen war nun Mitgefühl zu lesen, und er riet mir: "Vergiss den Schmerz. Entferne die Dornen, wenn wir unser Nachtlager aufschlagen. Lerne den Schmerz zu ertragen. Richte deine Aufmerksamkeit auf etwas Anderes. Wir werden deine Füße später versorgen. Im Moment kannst du nichts tun."
(....
)
Und ganz am Ende, wieder in der Zivilisation, nach mehreren Monaten barfuß im Busch:
Ich humpelte in den Gummilatschen, die ich hatte zurechtschneiden müssen, um sie über meine Hufe ziehen zu können (...) Lange Fußbäder und der Einsatz von Bimsstein und Hautlotion waren nötig, um meine Füße wieder an Strumpfhosen und Schuhe zu gewöhnen. Einmal hatte ich sogar zu einem Elektromesser gegriffen, um ein Großteil der toten Haut- und Hornschichten einfach abzusägen!
Es geht im Buch in erster Linie natürlich um ihre Erlebnisse im Busch, nicht permanent um ihre Füße. Nichts desto trotz ist dieses Buch absolut empfehlenswert, ich habe noch niemanden kennengelernt, der es nicht mochte, nachdem er es gelesen hatte.
In meinem Taschenbuch, Ausgabe 1/98, steht gleich zu Beginn:
"Dieses Buch ist frei erfunden und von meinen Erfahrungen in Australien inspiriert (...)"
Gruß, bix

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