[Lorenz genießt den Barfußfrühling 2000]

Lorenz genießt den Barfußfrühling 2000 ...
(Forumbeiträge im Frühling 2000)

An sonnigen Märztagen kann der Boden schon behaglich warm werden - und unser barfüßiges Frühlingsvergnügen wird gewiss bald möglich sein. Und nach den winterlichen Gehversuchen im Schnee freue ich mich riesig darauf! Ich möchte wieder in aller Ruhe die unterschiedlichen Bodenarten fühlen können.
Für mich ist diese persönliche Beziehungspflege zu Mutter Natur etwas ganz Wichtiges! Dass heute die Menschheit größtenteils ohne "Bodenhaftung" lebt, kann ich nur bedauern, vor allem, weil ihr dabei der Umweltsinn mehr und mehr abhanden kommt. Mir scheint, es ist fast niemandem mehr bewusst, dass uns die Pflanzen nur ernähren können, wenn sie in gesundem Boden wurzeln. Doch eine beschuhte und autofahrende Menschheit meint, dass alles nur eine Frage des Geldes ist. So fallen Entscheidungen nur dem kurzfristigen Profit zuliebe und nicht zugunsten unserer langfristigen Lebensgrundlagen. Und niemand mag auf die Zukunftsforscher hören, die für die nächsten Jahrzehnte eine stetige Verschlechterung der Ergiebigkeit von Ackerböden vorhersagen.
Also sollten möglichst viele Menschen die Fußsohle als Sinnesorgan benutzen - damit sie das für die Menschheit überlebenswichtige Bodenbewusstsein entwickeln!
Planierte, geschotterte, asphaltierte, chemieverseuchte Böden geben nur wenig her, weder Barfußgenuss noch etwas Anständiges zum Beißen. Ich wünsche mir, dass wieder möglichst viel Menschen barfuß gehen: damit sie ihre Vorliebe für einen gesunden Naturboden wiederentdecken! Ciao, Lorenz

Eigentlich wollt ich schon gestern meinen Beitrag leisten, nachdem ich "Gefühlskontakt mit der Natur" gelesen habe. Lorenz spricht mir fast aus der Seele. Ich bin keine permanente Barfußläuferin aber ich liebe es wie wohl viele andere. Vorgestern hatte ich meine erste diesjährige Barfußerfahrung im Garten. Braunes, sumpfiges eiskaltes Grundwasser "quatschte" zwischen meinen Zehen durch. Ein herrliches, belebendes Gefühl. Überhaupt sind meine schönsten Barfußerfahrungen im Garten, wenn ich mal eben Kräuter zum Kochen brauche. Nicht in Gummistiefeln sondern Schuhe, Strümpfe aus und raus in den Garten. Schnittlauch und Löwenzahn wachsen schon, es wird Frühling. Auf geht`s. Grüße Margreth

Hallo Margreth, Schön, dass Du wieder mal geschrieben hast!
[Vorgestern erste diesjährige Barfußerfahrung im Garten. Grundwasser "quatschte" zwischen Zehen durch. Ein herrliches, belebendes Gefühl ... meine schönsten Barfußerfahrungen im Garten ... Schnittlauch und Löwenzahn wachsen schon, es wird Frühling]
Dein Garten ist wohl mehr vom Klima begünstigt, als unsere Lage am Fuße der Berge. Bei uns haben sich gerade Krokusse und Schneeglöckchen herausgewagt, aber noch kein Löwenzahn -- der Schnittlauch hat gerade seinen ersten Zentimeter geschafft.
Das herrliche Gefühl des Wassers, das zwischen den Zehen hochspritzt, habe ich aber auch schon dieses Jahr erlebt. Es gab schon einige leidlich warme Tage, an denen ich über die bei uns zahlreichen Moorwiesen spaziert bin, natürlich ohne mir die Schuhe nass zu machen! Denen ist es währenddessen im Regal viel besser gegangen.
Menschen beiderlei Geschlechts und jeder Rasse fühlen den Boden unter ihren Füßen in gleicher Weise, da gibt es keinerlei Unterschiede. Es mag Leute geben, die sich aufgrund irgendwelcher Vorurteile diesem schönen Erlebnis verschließen. Aber das soll nicht unser Problem sein!
Mach's gut, und wenn Du Lust hast, unbeschuht! Serfuß, Lorenz

Ein wunderschöner Frühlingstag Obwohl frühmorgens noch Raureif auf der Wiese lag, sorgte der strahlende Sonnenschein doch dafür, dass es nach dem Mittagessen 13°C hatte. Trotz des noch frischen Windes schwang ich mich unbeschuht aufs Fahrrad - ich wollte mal eine größere Runde fahren als sonst (die Familie wollte lieber zu Hause bleiben und die Sonne auf der Terrasse genießen).
Zuerst tankte ich bei der Eisdiele nochmals Kalorien und ratschte ein wenig mit den Bekannten, die ich dort traf. Doch dann radelte ich ernsthaft los mit Blick auf die noch schneebedeckten Bayerischen Alpen. Erstes Ziel war Benediktbeuren, wo ich mir das Kloster und die wunderschöne, mit unzähligen barfüßigen Engeln verzierte Barockkirche anschaute (glückliche Menschen des Barock, die noch nichts von Fetischismus und Pädophilie wussten!).
Interessant war auch die Ausstellung, der Kräutergarten und die Biotope des Zentrums für Umwelt und Kultur. Ein kleines Kind sagte dort zu seinen Eltern: "Guck, der Bub läuft barfuß!", worauf die schallend lachten. Meine Antwort war: "ich weigere mich nach wie vor, erwachsen zu werden, weil das nur Nachteile hat." - Z. B. den Nachteil, dass man sich beim Barfußlaufen dauernd Wunder was denken muss ...
Weiter ging es an der Loisach in Richtung Kochel, wobei ich auch einen Rundweg fand, der sehr gut für eine barfüßige Wanderung taugt. Zeitweise war der Boden so einladend (und inzwischen auch warm), dass ich das Fahrrad streckenweise schob - dem Barfußgenuss zuliebe. Dann traf ich auch auf die erste Barfüßerin des Jahres, eine hübsche junge Dame so Mitte zwanzig, die da mit ihren Eltern des Wegs ging, die schwarzen Schnürstiefel um die Schultern hängend. "Da macht's noch jemand wie du", sagte ihre Mutter - Grund genug, wieder vom Rad zu steigen, ein Stück mitzulaufen, und mich nett mit den Leuten zu unterhalten. Und das inmitten der schönsten Natur mit Blick auf die nahen schneebedeckten Berge ...
Schließlich ging ich getrennter Wege, um einen Trimmpfad mit Kneippbecken in Augenschein zu nehmen, und wieder Richtung auf die Heimat zu nehmen. Später gab es dann nochmals ausgedehnte Wiesen zum Barfußgehen und einen kleinen See, an dessen Ufer drei barfüßige Jungen tollten. Sie waren mit Rollschuhen hergekommen. Schließlich radelte ich zügig nach Hause, weil die Sonnenwärme doch allmählich nachließ.
Es ist ein so wunderbar normales Vergnügen, wenn man einen ganzen Nachmittag barfuß in der Natur unterwegs sein kann! Serfuß, Lorenz

[traf auf erste Barfüßerin des Jahres, junge Dame Mitte zwanzig ... See, drei barfüßige Jungen]
Beeindruckend, wie viele "vor Ort" bereits deinem guten Vorbild folgen! :) Standardreaktion hier: Kinder weisen ihre Eltern darauf hin, dass da jemand keine Schuhe trägt; den Eltern ist das egal (oder scheint das zumindest zu sein). Unci

Noch besser, die anderen Barfüßigen waren schon völlig unabhängig von mir auf die gute Idee gekommen. Wer allerdings in der schönen Natur des Voralpenlandes nicht darauf kommt -- der kann uns nur leid tun!
[Standardreaktion hier: Kinder weisen Eltern hin, dass jemand keine Schuhe trägt; Eltern egal]
Was ich von vernünftigen Eltern erwarten würde, wäre der Hinweis: "du darfst das auch" ...... Serfuß, Lorenz

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