Lotsi leistet erfolgreiche Missionsarbeit
(Forumsbeiträge im Frühjahr 2001)

Ich habe es fast vollbracht, eine gute Freundin von mir für die Freuden des Barfußlaufens zu begeistern. Das heißt: nicht vom Barfußlaufen musste ich sie überzeugen, sondern sie motivieren, es sich auch zu trauen. Denn gewollt hätte sie ja immer schon.
Bislang war sie so eine Pack-mal-kurz-die-Schuhe-in-den-Rucksack- Barfüßerin. Aber um so richtig barfuß zu laufen bestand am vergangenen Wochenende ein guter Anlass, denn da war Bürgerfest in Regensburg.
Es kostete mich unglaublich viel Überredung, dass sie die Schuhe daheim lässt. Wir standen in ihrer Wohnung (sie wohnt auch in der Innenstadt) und ich redete lange auf sie ein. Sie ging tatsächlich barfuß raus, kehrte gleich wieder um ("neiiiiin, das geht nicht!") und so weiter. Irgendwann war sie so weit, und man sah deutlich ihre Überwindung und extreme Aufregung (wie bei mir damals; ich konnte es gut nachfühlen).
Das Bügerfest war ein idealer Anlass: Sich einfach barfuß treiben lassen, es war ohnehin die Hölle los, die Gefahr, auf die Füße getreten zu werden aber war gering, da es in der Menge ohnehin nur langsam vom Fleck ging. Außerdem waren sehr viele Leute barfuß unterwegs (Regensburg ist da eh ein ElDorado!).
Na ja, meine Freundin genoss es mehr und mehr, so ganz frei auf nackten Füßen durch die Straßen zu wandeln. Und als am Samstagabend das große Gewitter kam, war es erst recht lustig, barfuß durch den Regen zu hüpfen.
Und siehe da! Als ich sie am Sonntagnachmittag erneut abholte, war sie schon barfuß und zierte sich auch nicht mehr!
Morgen steht für sie der nächste Schritt an: ohne Schuhe an die Uni. Das ist auf jeden Fall eine Steigerung! Denn da fällt man ja barfuß sehr auf. Aber: Ich werde sie persönlich abholen und gegebenenfalls ihren Rucksack auf Schuhe überprüfen!! Der Sprung ins kalte Wasser muss eben sein. Später wird sie mir sicher dankbar sein für meine konsequente Mission!
So ist das: man genießt das Barfußlaufen völlig, traut sich aber nicht. Ich wurde ja auch mal radikal missioniert.
Der beste Weg zum Barfüßer ist glaube ich der: langsam steigern, Schritt für Schritt, aber dann eines Tages die absolute Lösung: Ohne Schuhe weg gehen, weit weg, sich keine andere Wahl lassen als barfuß zu sein - himmlisch! Aber das wisst Ihr ja eh!
Liebe Grüße
Lotsi

[nicht vom Barfußlaufen musste ich sie überzeugen, sondern motivieren, es sich auch zu trauen. Denn gewollt hätte sie immer schon]
Das ist bei vielen Leuten so. Sonst wären ja nicht acht Leute bei der Barfußwanderung erschienen, die ich für den vorletzten Samstag in der Zeitung angekündigt hatte. Und die netten Leute, die ich bei dieser Gelegenheit kennerlernte, hatten riesige Freude daran!
Unter den Teilnehmern war eine Kollegin meiner Frau, die uns im Januar dieses Jahres eingeladen hatte -- wo ich trotz Temperaturen um null Grad barfuß erschienen war. Das hat wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen :-).
Bei der nächsten Wanderung am 14. Juli (rund um den Fohnsee bei Iffeldorf) wollen die meisten Teilnehmer wieder mitmachen!
Von dieser Art Missionsarbeit hat man selbst großen Nutzen, weil sich so viele nette Kontakte aus dem gemeinsamen "Leben auf freien Fuß" ergeben. Und ich erlebe immer wieder, dass die Menschen sich entkrampfen und öffnen und eine spontane Fröhlichkeit entwickeln, wenn die Füße aus ihren Fesseln gelöst werden. Und an dieser Freude nehme ich als Initiator von Barfußaktionen gerne teil und vergesse dabei den Aufwand, den ich dafür treibe -- denn er lohnt sich auch für mich!
Und ich glaube, Du hast jetzt genau diese Erfahrung gemacht.
Liebe Grüße, Lorenz

Vielen Dank für die Tipps. Ich habe mich heute auch barfuß auf ein großes Weinfest in meiner Heimatstadt begeben. War für mich anfangs ein Problem, denn letztes Jahr um diese Zeit hätte ich mich dort noch nicht hingetraut.
Leider habe ich noch niemanden so richtig zu mitlaufen animieren können wie Du. Aber einen kleinen Lichtblick gibt es schon.
Letzte Woche besuchte ich eine Berufliche Schulung, und was für ein Wunder, an meinem ersten Schulungstag standen zwei barfüßige Damen und ein Herr vor mir. Und auch bei einem Samstägigen Flohmarkt Besuch waren außer mir noch mindestens fünf Besucher ohne "Schuhe in der Tasche" dort.
Noch eine kurze Anmerkung: Nachdem ich heute nach meinem ersten Weinfest Rundgang einen zweiten machte habe ich entdeckt, dass unter den Tischen "wo es hoffentlich keiner sieht" noch mehr Leute ihre Füße auf die Schuhe stellten. War das nun ein Erfolg für mich?
H

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