Ihre Schuhe schauen Lotsi so herausfordernd an 
(Forumbeiträge vom Herbst 2003)

... da liegen sie nun vor mir. Meine Schuhe. Diese No-Name-Sporttreter. Alt, aber kaum getragen.
Eben habe ich sie aus dem Rucksack gekramt. Da waren sie während der letzten Wochen gut aufgehoben. In den Monaten davor wohnten sie im Schrank. Wo sie hingehören. Doch mir ist, als blickten mich die Dinger herausfordernd an. Trotzig schaue ich zurück. Aber nur kurz, dann weicht mein Blick wieder aus, sucht schönere Gegenstände in meinem Zimmer.
Doch die Schuhe fixieren mich weiter unerbittlich, fast so, als wollten sie mir zurufen: Hier sind wir wieder, Lotsi, Du kommst uns nicht aus! Es hat lange gedauert. MORGEN KRIEGEN WIR DICH!
Vorhin, einen wagemutigen Moment lang, wollte ich alle beide unverzüglich wieder verschwinden lassen. In der Tiefe meines Rucksacks. Oder zumindest in den Schrank. Wo sie wie gesagt hingehören. Aber dann erneut dieser böse, fordernde Blick. Und diese drohenden Stimmen, ich vernehme sie wohl: Hallo, Lotsi, Hast uns wohl schon vergessen, hehe, aber nix da!
Scheiß Schuhe.
Fast hätte ich die Schuhe an die Wand geworfen. Von Frust geschüttelt. Mich trotzig der Vorstellung widersetzend, dass die wunderbare Barfußzeit morgen zu Ende ist. Traurig darüber, dass ich nun für Monate nicht mehr den warmen Asphalt, das Gras oder höckriges Kopfsteinpflaster unter meinen nackten Füßen spüren werde. Monatelang Radfahren, ohne dass mir der kühle Wind um die Knöchel streicht. (klingt kitschig, ist aber so). Unglaublich das Wissen darum, dass mich diese beklemmenden Treter nun wieder auf Schritt und Tritt begleiten werden.
Wehmütig betrachte den Rest meiner Schuhsammlung: ein Paar Joggingschuhe, also solche, mit denen man wirklich Sport betreiben kann, meine Bergstiefel und ein Paar halboffener flacher Lederschuhe, die ich seit April immerhin drei Mal getragen habe. Das war's. Ich besitze weder Sandalen (welche ich seit meiner Kindheit hasse) noch Flip-Flops oder so (ganz schlimm!). Der Anblick der Schuhsammlung vermag meine Wehmut nicht zu lindern.
Wie lange habe ich auf Euch verzichten können! Fast hätte ich die Dinger angebrüllt. Weiß Gott, was waren wir Barfüßer in diesem Jahr privilegiert!
Irgendwer in diesem Forum hat vor kurzem treffend bemerkt, dass viele Teilnehmer den Eindruck erweckten, als zählten sie ihre barfüßigen Tage und Kilometer für das Guinnessbuch. Ich muss zugeben: dabei ertappe ich mich auch. Es ist dies aber keine buchhalterisch-spießige Rekordmeierei, sondern die faszinierende Feststellung, über ein halbes Jahr, seit April! (plus wenige Tage im März), von nur ganzganzganz wenigen Ausnahmen abgesehen barfuß gewesen zu sein. Tag und Nacht. Beim Spazieren gehen, in Biergärten, bei Treffen mit Freunden, bei Bekannten zu Hause, in Kneipen, während Kinobesuchen, in der Uni, in Österreich, Prag, Ungarn, Spanien, beim Einkaufen, beim Autofahren (!!), Aberdutzende von Kilometern barfuß auf dem Rad, nachts auf abgelegenen Wegen in der Natur, in Zug, Bussen und Trambahnen, auf einem halben Dutzend Festen und Festivals, undundund....
Privilegiert, ja. Ich habe gerade wunderbare Wochen in Spanien hinter mir. Eine traumhafte Zeit. Gestern bin ich zurückgekehrt. Bis heute ging es gerade noch mit dem Barfußlaufen. Jedenfalls tagsüber. Spanien war das grandiose Finale eines phänomenalen Barfußsommers. Und jetzt hocke hier in meinem Zimmer - sozusagen hinter der Ziellinie - und meine Schuhe glotzen mich blöde und böse an.
Immer noch herausfordernd. Drohend. Diese elenden Teile! Ihr Quälgeister! Gemeines Folterwerkzeug!
Was, wenn ich die Schuhe doch noch in den Schrank sperre? Dann werden eben ab morgen meine Mitbürger blöde schauen. Und vielleicht auch böse. Na und! Na und? Mal sehen. Oder auch nicht. Oder doch? Ne! Ja?
Barfuß von April bis Oktober. Das war ein Geschenk. Ich sollte dankbar sein. Und endlich Ruhe geben.
ABER DIE KALTE ZEIT IST SO GRAUSAM!!
Traurig
Lotsi

Hallo Lotsi, Ich glaube, ich spreche im Sinne des Admin-Teams, wenn ich sage, dass Dein Beitrag eine echte Belohnung ist für alle Mühen um das Forum!
Was Sandalen betrifft: bei sommerlicher Wärme finde ich die Dinger unerträglich, aber jetzt bei unter 10 Grad sind sie ein Kompromiss, um von unten warm zu sein und doch Freiheit und Luft um die Zehen zu haben. Zumal die heutigen Sportsandalen um vieles angenehmer sind als die früheren Modelle, die auch vom Design her absolut zum Abwinken waren.
Mach's gut und unbeschuht, es wird noch einmal wärmer!
Schöner Füße, Lorenz

Tolle Schreibe ... und voll aus'm Herzen.
Ich werde durch diesen Winter so barfüßig wie möglich gehen. Nach einer Art Guerilla-Taktik so viel Schuhzeug wie nötig, aber immer darauf achten, wo ich noch ein bisschen Barfüßigkeit rauskitzeln kann, ohne, dass es in Stress ausartet. Schaumama.
Mercator

Hallo Lotsi, Deine Beiträge beobachte ich - als einer, der das Forum ziemlich von Beginn an kennt - immer wieder mit Sympathie. Immer sensibel, sind die Texte einerseits an der Sache, andererseits aber an mehr interessiert. Stets irgendwie zwischen Verlorenheit und Lebenslust angesiedelt, zeigen sie uns ein Stück gelebtes Leben.
Und: sie verweigern sich auf charmant-standhafte Art den hier immer wieder aufkommenden (wohl eher männlichen) Diskussionen, die oft ideologisieren und missionieren. Das machen sie wohl vor allem durch das, was Du uns an bereits Dagewesenem ersparst.
Dieweil fällt dann der Blick auf (oft kindlich wirkende) Dinge, die sicher viele von uns mit dem Barfußsein verbinden.
Ich jedenfalls werde auf Deine Beiträge mehr achten, und mir ein kleines Tagebuch damit anlegen. Das ist einfach zu schade, um es im Daten-Nirwana verschwinden zu lassen.
Wie wäre denn das mit einem Bildband + Tagebuch?
Gruß, Jörg (2)

Was ein schöner Beitrag!
Falls du immer noch traurig bist trotz all dem Lob hier, denke einfach dran, dass ja wahrscheinlich nach dem Winter wieder ein Frühling kommt ;-) Obwohl ich ja jetzt nicht mehr ganz so jung bin, ist es für mich jedes Jahr ein ganz besonders schönes Erlebnis, wenn ich im Frühjahr das erste Mal wieder etwas "richtig" barfuß unternehme.
Viele Grüße, Ralf (RSK)

... ein toller Beitrag, genau meine Stimmung beim Blick auf das Thermometer am frühen morgen oder angesichts der immer kahler werdenden Bäume.
Zwar scheint momentan die Sonne, und am letzten Wochenende hatten die Schuhe nicht die geringste Aussicht auf "Erfolg", teilweise sehr zum Erstaunen der oft bereits dick eingepackten Spaziergänger auf der Rheinuferpromenade und im Medienhafen in Düsseldorf.
Doch dann gestern Abend, noch schnell zum Einkaufen, wo sind Schuhe ?
Und so wird es jetzt immer öfter kommen ..., bis im März, oder vielleicht auch erst April oder Mai die Schuhe immer häufiger öfter chancenlos in die hinterste Ecke fliegen werden !!!
Joachim

Hey Lotsi, das hast du wundervoll beschrieben. Wirklich! Ich finde es wunderschön, wenn jemand so ernsthaft und von Herzen Texte verfassen kann.
Ich kenne das zu gut.
Hätte ich mal auf die Rufe meiner Schuhe gehört. Ich liege nämlich gerade im Bett :-)
Liebe Grüße, Ansche

Ich finde es auch jammerschade, dass es draußen wieder Temperaturen annimmt, dass man meinen könnte, man wäre in Eskimoland. Da ist barfuß nicht angenehm. Ich bin ein Sommerbarfüßer, schaffe es aber auch bei 5 Grad, ein paar Stunden draußen zu verbringen. Aber das ist eher ein blöder Kompromiss. Angenehm ist das nicht unbedingt. Im Winter bevorzuge ich Schuhe (und Socken!).
Aber denke immer daran, es wird einen nächsten Sommer geben! Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche!
Ich kann Deine Gefühle absolut nachvollziehen.
Grüße Berni(N)

Also so ganz kann ich Deinen - sprachlich wirklich hübsch gestalteten - Ausführungen nicht folgen. Wenn Du wirklich seit April nonstop barfuß bist (immerhin weitest Du deine Barfußperiode nicht wie andere Damen bis in den März aus und gibst eine Handvoll "Verstöße" zu, die denn doch wahrscheinlich auf sozialen Zwängen beruhten und nicht auf Kälte oder Bodenbeschaffenheit) und dies sogar in freier Natur, dann müssten Deine Füße doch im Prinzip für JEDEN Boden abgehärtet sein. Also Schmerzempfinden kommt schon mal nicht mehr in Frage, in überdachten Einrichtungen wirst Du ohnehin keine Schuhe tragen, bleiben also nur Aufenthalte im Freien. Da Du aber, wie ich mich zu erinnern meine, auch Studentin bist (und nicht Forstarbeiterin oder Briefträgerin), reduziert sich das Problem darauf, ob Du auf dem Weg zur Uni oder zu Deiner Freizeitaktivität lieber bibberst oder Dir Schuhe überziehst. Da Du´s aber offenkundig bis jetzt ohne geschafft hast (und morgens war's doch mitunter der Frostgrenze nah), werden das auch nicht so viele Tage sein, an denen es noch kälter wird ...
Also ganz so traurig sieht´s auch im Winter nicht aus, und wenn Du wirklich im Sommer pausenlos barfuß auf jedem Boden sein kannst, hast Du - denk ich mal - ohnehin den Eignungstest bestanden, der den meisten Nicht-Barfüßer (mich eingeschlossen) unüberwindlich bleibt. Was mich interessieren würde: Was machst Du eigentlich, wenn Du mal irgendwo, wo Du gar keine Schuhe dabei hast, auf einen wirklich fiesen Schotterweg triffst?
Mit (noch etwas ungläubigen) Grüßen
Christine

Über das viele Lob habe ich mich riesig gefreut! Euch allen herzlichen Dank!
Ich hege oft die Befürchtung, etwas naiv drauf los zu plappern und einigen Kitsch abzuliefern (so à la naturliebendes Mädel hüpft jauchzend durch die Welt). Dass dem offenbar nicht so ist, erleichtert mich. Ja, meine Berichte sind aus dem Leben gegriffen - und meine Traurigkeit ist ehrlich empfunden.
Zu Deinen Zweifeln, Christine:
So ganz kann ich Deine Skepsis nicht nachvollziehen. Was genau glaubst Du mir denn nicht?
Sicher, ich bin keine Forstarbeiterin, keine Postbotin, auch keine Sennerin im Hochgebirge oder eine Forscherin im tropischen Regenwald (wäre ich aber gerne). Solches habe ich nie behauptet. Ich bin eine (manchmal etwas träge) Studentin, die gerne barfuß durch überaus gemäßigte Breiten läuft, fußunfreundlichen Schotter vornehmlich aus Biergärten kennt und auch sonst lieber unter Bäumen sitzt, als irgendwelche selbstkasteienden Gewaltmärsche zu unternehmen.
Ich habe nie versucht, mich als Hardcore-Barfüßerin zu stilisieren. Schließlich war es gerade in diesem Sommer gar kein Problem, möglichst oft und lange barfuß zu laufen. Es ließ sich wie sonst auch mit meinem Grundsatz vereinbaren, auf missbilligende Blicke meiner Mitbürger zu pfeifen, gleichzeitig aber nicht zu provozieren. Ich zähle auch etwa zu jener Fraktion hier im Forum, die barfüßige Gottesdienstbesuche ablehnt (da wird mir der Lorenz wieder widersprechen; ich erinnere mich an intensive Diskussionen über dieses Thema und auch daran, dass Lorenz' Argumentation sehr überzeugend war. Einzig: Mein Gefühl sträubt sich dagegen, barfuß eine Kirche zu betreten).
Wie auch immer: Da ich noch nicht berufstätig bin, fällt es mir leicht, barfuß zu sein, (fast) wann immer ich es will. Meine privilegierte Situation habe ich schon betont.
Vielleicht liegt das Missverständis hier: Rein körperlich würde es mir wenig ausmachen, auch bei sehr kühlem Wetter draußen barfuß zu sein, und natürlich sind meine Sohlen relativ strapazierfähig. Aber: Es macht mir keine Freude. Es ist eine mentale Barriere. Ich will und muss niemandem beweisen, wie hart ich bin. Am wenigsten mir selber. Barfuß ist ein Gefühl, dass ich mit Wärme verbinde. Deshalb bin ich beim Einzug des Herbstes immer so traurig.
Konnte ich Dich ein wenig überzeugen, Christine? Würde mich freuen.
Liebe Grüße
Lotsi

Nett von Dir, dass Du mir noch extra geantwortet hast. Ich wollte Dich natürlich nicht kritisieren, und wahrscheinlich habe ich das Entscheidende in der Tat missverstanden: Es geht Dir primär gar nicht um Schuhe/Barfuß, sondern um das Ende des Sommers, und Barfuß ist bei Dir in erster Linie der Ausdruck für Deine Freude am Sommer.
Dass Du mit der Äußerung, seit April mit ein paar Ausnahmen immer barfuß gewesen zu sein (und ein Stubenhocker bist Du ja wohl wahrlich nicht, sondern Du hast sogar fremde Länder bereist) schon relativ hardcoremäßig (oder neutraler formuliert: mit überdurchschnittlich belastbaren Sohlen ausgestattet) rüberkommst, wirst Du selbst wissen.
Was ich an Deinem Beitrag nicht so ganz kapiert hatte, war das irgendwie melodramatische Verhältnis zu Schuhen. Ich persönlich find´s ohne auch viel bequemer als mit; sobald ich zu Hause, bei Freunden oder in der Bibliothek bin, fliegen die auch sofort in die Ecke (draußen schaff ich´s barfuß dagegen höchstens mal auf dem Rasen oder der Liegewiese im Schwimmbad). Wahrscheinlich bin ich weniger naturverbunden als Du und öfter zu Hause; draußen bin ich an den meisten Tagen (außer in Sonderfällen wie bei Exkursionen/ im Urlaub) kaum mehr als eine Stunde; auch der Sommer mit der Affenhitze war irgendwie nicht so mein Ding zum Stunden-Lang-Durch-Die-Hitze-Dackeln. Wenn ich mir dann aber zum Rausgehen Schuhe anzieh, was ich persönlich auch im Sommer tu, empfind ich das aber nicht irgendwie als auferlegte Zwangsmaßnahme, die mir irgendwelche Konflikte zufügt, sondern als ganz normale Maßnahme, um mich vor Bodenunebenheiten oder im Winter eben auch vor Kälte zu schützen.
Die Dinger sind ja letztlich Gegenstände, über die ich zu meinem Vorteil verfüge. Ich weiß ja, dass ich die sofort wieder ausziehen kann, wenn ich nach Hause komme (was ich in der Regel tue, auch im Winter), oder wenn ich will (was ich persönlich meistens nicht tue), auch unterwegs (nur um meine Position zu verdeutlichen).
Liebe Grüße, Christine

["Deshalb bin ich beim Einzug des Herbstes immer so traurig."]
Hallo Lotsi, Deine Texte haben so etwas poetisches in sich. So etwas lese ich gerne, es ist eine Bereicherung für dieses Forum. Mit Texten, bei denen etwa alles klein geschrieben wird und Satzzeichen ausgelassen werden, habe ich meine Mühe. Meine Texte sind dagegen eher technisch-formal (wie sie bei einem Chemiker und nebenamtlichen Leiter der Firmenbibliothek auch sein müssen), wobei ein Schuss schwarzer Humor nicht fehlt. Meine geschäftlichen Berichte sind ähnlich verfasst, sie werden von "einfachen" Mitarbeitern gerne gelesen, aber die Herren Direktoren und Hauptabteilungsleiter fühlen sich vera....t!
An Deiner Stelle würde nicht traurig sein, wenn der Herbst kommt. Zwar ist die "Schonzeit" Deiner Schuhe vorbei und sie müssen Dich nicht mehr aus dem Schrank ansehen. Dafür müssen jetzt zu Dir raufsehen, ist das nicht ein Aufsteller. Auch der Herbst hat seine schönen Tage. Ist es nicht herrlich, wenn die Sonne den Nebel besiegt und dann eine Art "Restsommer" über dem Land liegt? Dann kannst Du immer noch Deine Schuhe ausziehen und durch das kühle Gras schweben. Es ist weniger problematisch, mit Schuhen irgendwo anzukommen und sich dann ihrer zu entledigen als irgendwo ohne zu erscheinen und bei Verletzungen keine dabei zu haben. Nicht überall fährt alle 5 Minuten eine Straßenbahn.
Ich selber lebe im Schweizer Mittelland, dieses wird etwa ab Mitte Oktober bis etwa April "vom Nebel verwöhnt". Ein Grund zum Traurigsein? Nein! Nur wenige hundert Meter über mir scheint die Sonne! Das nächste Gebirge, der Jura, ist gut 10 km entfernt. Wenn die Nebelgrenze tief liegt, dann genügt es, wenn ich ca. eine Stunde mit dem Fahrrad fahre, dann das Velo an einem Baum ankette und loswandere. Ein sonniger Tag liegt vor mir, angenehm warm oberhalb der Nebelgrenze. Ist es so tragisch, dass in diesen Gegenden fast alle Wege so konstruiert sind (steinig, Disteln), dass Schuhe eher praktisch als unpraktisch sind? Für mich ist es immer ein schönes Erlebnis, wenn ich während des dunkleren Jahreshälfte am Wochenende Sonne tanken kann, während in der Woche der Tag eher so aussieht: Im Dunkeln zur Arbeit fahren, während der Arbeit grauer Nebel, im Dunkeln wieder nach Hause. Noch schöner ist es, wenn auch die Temperaturen noch mitmachen (ja das gibt es). Es ist durchaus möglich, im November oberhalb der Nebelgrenze in T-Shirt und kurzen Hosen durch den Schnee zu wandern. Und niemand starrt einen dort an, zumindest dort nicht, wo die "richtigen" Wanderer unter sich sind. Barfuß wäre prinzipiell sicher auch kein Grund, sich darüber aufzuregen (ich habe es noch nie getan). Böse Blicke und fiese Kommentare wegen barer Füße (bei mir in arg strapazierten Turnschuhen) oder blutter Beine sind nur dort zu erwarten, wo sich "Pseudowanderer" teils mit untauglichen Halbschuhen, teils mit Wanderschuhen, die kein bisschen schmutzig sind (d.h. so gut wie nie benutzt werden, außer zum Prahlen), aufhalten, nämlich in unmittelbarer Nähe von Autoparkplätzen, Seilbahnstationen, Bergrestaurants usw. Aber solche Leute sind nicht repräsentativ! Sie gehören nicht in die Berge, sie sind Fremdkörper (die Touristenbranche möge mir diesen Ausdruck verzeihen).
Traurig kann ich jedoch werden, wenn ich gegen Abend wieder aus der Sonne in den Nebel muss. Aber was nützt es. Irgendwann wird es auch in den Bergen dunkel. Und kalt! Da ist man doch manchmal dem Nebel dankbar, dass er extreme nächtliche Kälte im "Tiefland" verhindert.
Ein Blick auf die Wetterkarte: Nächstes Wochenende Nebel, darüber Sonne, Temperatur zwischen 5 und 12°C. Aber wo die Nebelobergrenze liegt weiß ich nicht. Abwarten!
Also: Nicht traurig sein! Der Herbst ist schön. Und: Der nächste Sommer kommt bestimmt!
Mit herbstlichen Grüßen, Michael aus Zofingen

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