Markus (Malo) ist begeisterter Barfußläufer Herbstwanderung im Fichtelgebirge

Markus (Malo) ist seit Jahren begeisterter Barfußläufer
(Forumbeiträge seit Winter 1999/ 2000)

Ja, ich bin hier neu. Und nun schon, wie es aussieht, der dritte Markus. Schon länger beobachte ich dieses Forum hier. Aber mit diesem Satz haben viele angefangen zu schreiben.
Ob es mir in Zukunft die Zeit erlaubt, hin und wieder etwas ins Forum zu stellen, wird sich zeigen. Außer dem Hobby "Barfuß" "belastet" mich ein anderes noch weit mehr (Fotografieren). Jetzt erst getraue ich mich über Internet etwas zu versenden. Seit etwa Mitte Oktober ist hier ein leistungsfähiger PC. Mit dem alten 486 und Windows 3.11 würde das zu langwierig im Netz sein. Kurzum nach dieser Anschaffung die ersten Schritte im Internet. Suchmaschine! So manches Wort gab ich ein und eben auch "barfuß"!
Eigentlich dachte ich bisher, ich habe eine Macke, barfuß zu laufen. Zwar sieht man im Sommer hie und da Leute, doch zumindest hier im Raum Hof /Oberfranken bin ich recht allein. Schade.
Umso erfreuter und vor allem überraschter war ich, hier zig Gleichgesinnte zu finden. Wie schön!
In der Vergangenheit habe ich erst mal viel von diesem Forum gelesen, um zu sehen, welche Typen da drin sind. Da passe ich auch rein. Nur schade, dass es so wenig Frauen sind.
Meine Geschichte hört sich so an, wie viele hier schon geschrieben haben. Anfangs war ich eher heimlich im Wald unterwegs. Freibäder, wo barfuß ja normal ist, besuchte ich nicht, da ich nicht gerne schwimme und Massenansammlungen nicht leiden kann. Wann ich dann das erste mal mit rotem Kopf barfuß in der Stadt unterwegs war, weiß ich nicht mehr. Ich denke so ungefähr erst mit 17 Jahren. (Bin jetzt 32!) In der ersten Zeit hatte ich als "Ausrede" immer noch meine Espandrillos (kennt wohl hoffentlich jeder) dabei. Und zwar ging ich nur los, wenn es nach Regen aussah. Jeder weiß, wenn es nass wird, saugen sich diese Dinger unendlich voll Wasser und man kann sie dann wegschmeißen. Also zog ich sie aus und war ohne unterwegs. Im Regen. War ganz nett, doch die schwarzen Füße stellten sich naturgemäß nicht ein.
Irgendwann musste ich den ganzen Mut zusammenfassen und bin endlich bei warmen Wetter los. 1992 war endlich der große Durchbruch. Zivildienst! Und die Erzieherin der Wohngruppe lief meist barfuß! 1991 fing der Dienst im September an, wo nicht mehr viel mit barfuß war. Doch `92 war ein super Sommer. Selbst im ach so kalten Hof. Ich glaub von Anfang Mai bis in den September war ich fast zu 100% in dieser Zeit ausschließlich unbeschuht!!! Eine mehr als geniale Zeit. Zwei Bewohner der Wohngruppe hatten Fußpilz. Probleme damit? Nein, wie denn. Im Forum weiß man ja, bei Barfüßer/innen keine Chance.
Beruflich konnte ich mir fast nie etwas ohne Schuhe erlauben. Als Schlosser tritt man ständig in Metallspänen umher. Gefährlich. Seit 1993 bin ich in einer Porzellanfabrik. Zeitweilig vertrete ich da in der Produktion eine Stelle. Bevor Porzellan zu dem gebrannt wird, wie es jeder kennt, schon scharf wie Glas in Form der Scherben, ist es mal flüssig, bröselig oder eine Art Knetmasse. Die ist weiß und besteht aus diversen Gesteinsmehlen und Wasser.
In der Produktion ist es ganzjährig warm. Im Sommer hält es oft keiner mehr aus. Meist sind Frauen an der Maschine. Manche ziehen da am Arbeitsplatz die Schuhe aus. Und da ich dann außer Knöpfe drücken, mit einem Wagen Rohmasse holen, und die Maschine einstelle, und keine weiteren für Füße ohne Schuhe gefährlichen Arbeiten anfallen, stelle ich die Schuhe auch ins Eck. Dazu kurze Hosen und ein T-Shirt. Nur sind die Füße dann nicht schwarz, sondern weiß bis hellgrau! Das sieht fast noch schöner aus als schwarzer Straßendreck. Nur lässt sich dieser Staub fast gänzlich mit der Hand abwischen. Verlasse ich meinen Produktionsbereich, dann muss ich die Schuhe anziehen. Das ist dennoch zu gefährlich. Sicherheitsschuhe sind normal Pflicht.
Vor vielen Jahren, erzählte man mir, war barfuß in dieser Industrie normal. Einmal schimpfte die Chefin wegen meiner blanken Füße. Wenn ich mit einem Wagen mir selbst über die Zehen fahre, dann raucht es. Nun ja, sie hat Verständnis dafür, weil es früher hier normal war und es im Hochsommer wirklich nicht an der Maschine auszuhalten ist. Wie in der Sauna.
Seit 1993 wohne ich auch hier in dem kleinen Ort südlich von Hof. Vom Barfußlaufen in so einer ländlichen Gegend bekommt man absolut keine schwarzen Sohlen. Geradezu unmöglich. Aber ich bin oft genug in meiner Geburtsstadt Hof. Und dort wahrscheinlich der einzige, der regelmäßig in der "normalen Barfußsaison" ohne Schuhe umherstreunt. Hie und da ein jüngeres Mädchen. Doch etwa gleichaltrige gibt es wohl nicht. Nach Bayreuth habe ich es nicht weit. Doch auch hier ist man wohl eher die Ausnahme.
Zumindest gibt es dort eine Martina, wie ich diesem Forum entnehmen konnte. (Hallo, melde Dich einmal. Vielleicht kann man 2000 einmal was unternehmen.) Ja, und der Vorteil hier am Land ist, hinter dem Haus beginnen Wald und Flur mit allem was des Barfüßers Herz begehrt! Matsch, Schlamm, Schotter, Sand, Acker, Wiesen und Wälder. So manche Joggingrunde ging schon ohne Schuhe los. Selbst bei Regen, was noch geiler ist.
Schnee hat es hier im Winter zumeist. Um das Haus hier außen herum viel unbebaute Fläche. Da kann man also schnell mal runter in das weiße kalte Zeug. Dort kommt selten einer vorbei, so das es nicht gleich zu Verwunderungen der Gegenüber kommt. So, das reicht für das erste. Markus (malo)

Hallo Markus, Nett, dass Du trotz eines anderen zeitaufwendigen Hobbys ausführlich geschrieben hast!
Barfußlaufen geht ja ganz nebenbei ohne Zeitaufwand, im Gegenteil: man spart die Zeit fürs Anziehen der Schuhe. Ich denke, wenn hier vom Barfußlaufen geschrieben wird, so macht das jedem Mut, viel unbefangener als vorher die Schuhe im Schrank zu lassen. Und dann genießt man das gefühlsechte Gehen viel freier!
Wie Du auch schon festgestellt hast, eckt man damit weit weniger an, als man anfangs befürchtet. Und sehr viele Leute sympathisieren heimlich mit den Barfußgehern, sie möchten die unbequemen Schuhe auch gerne loswerden und trauen sich nur nicht -- sei es aus der unbegründeten Angst vor Glasscherben, Erkältungen oder (meistens) vor den Stilaugen der anderen Leute. Mach's gut und unbeschuht, Lorenz

Nach diesem Pfingstwochenende (ab Freitag Nachmittag bis Dienstag früh 6.45 Uhr permanent barfuß) war es wieder eine Beraubung. Eigentlich jeden Tag früh mit dem Anziehen der Sicherheitsschuhe. Der Sommer 2000 macht dies seit Ostern möglich. Aber was will man machen? Deswegen eine andere Tätigkeit suchen, um 100% barfuß zu sein?
By the way: war am Sonntag in Erlangen auf der Bergkirchweih! Barfuß natürlich. Ein Platzregen zuvor ließ alles schon verdrecken. Aufgeweichte Lose und dann eh der Sand dort. Schöner schwarzer Dreck. Nun meine Füße sahen aus, aber hernach gab es Pfützen zum Säubern.
Aber was glaubt man, wie erst die "weißen" Sommerschuhe, Socken der Birkenstockträger und sonstiges Schuhwerk aussahen! Oben rein, hinten raus. Garantiert war meine Lösung dafür die beste ;-)
Ob alle wegen meiner baren Füße geguggt haben oder, weil ich doch schlauer war?
mfg Markus (malo)

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Markus (malo) berichtet von einer Herbstwanderung im Fichtelgebirge
(Forumbeitrag im Herbst 2003)

Hallo,
da heute Sonntag nochmals brauchbares Wanderwetter angekündigt war, ließen wir uns das nicht nehmen und wurden auch mit einem wunderbaren Tag belohnt.
Mit von der Partie: meine Freundin, Ute und Alex. Alle drei beschuht, mit meiner Barfüßigkeit aber vertraut.
Ein Auto wurde in der Frühe bei Ludwigsmühle, einem Stadtteil von Selb/Bay. deponiert. Start der Wanderung war Wildenau, ein Dorf auf Selber Flur, unmittelbar an der tschechischen Grenze zu Asch gelegen. Ein Dorf mit Feuerwehrhaus, intakten Bauernhöfen, kaum neue Wohnhäusern von Stadtflüchtigen, einem Dorfteich und keine Kirche. Lebenswert, ohne Stress und Hektik.
Hier beginnt der Ost-Weg. Der Weg wurde bewusst von mir gewählt, da durch den Fichtelgebirgs-Verein markiert, und in der "Fritsch"-Wanderkarte 1:50000, als zum Teil naturbelassen ausgeführt.
Um 10 Uhr ging es bei herrlichsten Sonnenschein, bestens duftender Luft los. Die vom Westen angekündigte Schlechtwetterfront zeigte bereits aus Richtung Hof erste Schleierwolken. Doch über unseren Köpfen jungfräuliches blau. Für wenigstens zwei Stunden rechnete ich noch mit Sonne pur. Der Weg geht vom Dorf hinaus zwischen Wiesen und Äcker hindurch zuerst asphaltiert geradewegs auf die deutsche Staatsgrenze hinzu. Erkennbar am Schild "Halt! Landesgrenze" und den weißblauen, weil bayerischen, Grenzpfählen. Für uns galt die Wegemarkierung "weißes O auf rotem Grund", der Ost-Weg. Zum Teil war dies auf den Grenzpfählen aufgemalt! Nach ca. 600 Meter der geteerten Flurstraße entlang, ging es in einen herrlichen Wiesenweg über. Links der Wald, rechts der Wiesengrund. Unten im Grund, über eine kleine Bachbrücke, wo sich für mich sogleich ein kurzer Kneipp-Aufenthalt ergab. Im Wald dahinter der erdenklich beste Naturweg für barfüßiges Wandern! Nadeln, weicher Waldboden, Wurzel, Zapfen, Gras und Moos. Was will man mehr. Kühl war es, dazwischen immer mal die Sonnenstrahlen den Boden erreichend. Kein Laut im Wald. Kein Wunder, der Winter naht, die Vögel sind still geworden oder schon weg gezogen in den Süden. Nur oben am Himmel ab und an Düsenflugzeuge. Drüben über das flache, kleine beschauliche Tal ein einzelner Bauernhof. Dahinter die dazugehörigen Felder in eine Art Waldkarree hinein angelegt. Und das von drei Seiten umsäumt mit den Grenzpfählen. Hier muss Ruhe sein. Wo will man auch hin. Wir finden erste Pilze. Zumeist wurmig, aber vereinzelt brauchbar. So wird das Messer gezückt und die "Schwammer-Tasche" aus dem Rucksack hervor geholt. Da sich die "Weiber-Leut" hinter uns mit dem weiteren suchen nach Pilzen Zeit lassen, ich mit Alex vorne zu weit von ihnen zu entfernen drohen, machen wir eine kurze Rast. Der Rucksack spendiert ein feines böhmisches Bier aus der Glasflasche (keinen PET-Mist!), dazu gekochte Eier, Gurken und Tomaten aus eigener Zucht. Das schmeckt. Die Damen schließen auf und es geht weiter. Nun erreichen wir die Lichtung mit der Krippner-Mühle, Geyernmühle und ein paar vereinzelte Weiler um Neuenbrand. Rundum Wald, nach Westen hin offen gen Selb. Der Weg ist nun geteert und muss nur 500 Meter benutzt werden, bevor es wieder links in den Wald geht. Hier der erste "Menschen-Kontakt". Eine ältere Bäuerin schneidet ihre Stockrosen vor dem Haus. Ein kurzes Gespräch über das Woher und Wohin. Freundlich sind die Leute. Aber auch neugierig. Wer verirrt sich denn schon hier her, außer Wanderern. Der Weg in die Mühlbacher Waldung ist auf den ersten paar 100 Metern ein üblicher Fuhrweg, aber der Sorte "bereits recht vergammelt". Also barfußfreundlich. Nun folgen erneut ca. 2 km Weg besten Naturpfades. Der Beutel füllt sich mit Pilzen. Steinpilze, Reizker, Maronen. Nach dieser Waldung kommt wieder eine Lichtung. Zwei Felder als langer Schlauch, enden hier. Die Sonne brennt, es ist 11.30 Uhr. Der Magen knurrt. Hier lassen wir uns am Wegesrand nieder. Erneut ein Pils, dazu frisch gebackene Schnitzel und der am Abend vorgefertigte Kartoffelsalat mit Zwiebeln, Gurken und Kartoffeln (auch eigene Zucht) schmecken unter all diesen positiven Umständen. Schöner kann ein Ausflug nicht sein. Ein Seelenfrieden ohne Vergleich. Drüben im Schatten des Waldes ist ein Jagdpächter mit seinem Gehilfen mit dem beseitigen der Wildschweinschäden in einer Wiese beschäftigt. Diese kommen seit dem Rückbau der tschechischen Grenzbefestigung um 1990 sehr viel aus dem böhmischen herüber. Bald ist deren Arbeit beendet und sie fahren übers abgedroschene Getreidefeld unmittelbar an uns mit ihrem Geländewagen vorüber. Große Stilaugen gab's es ob unseres reich gedeckten "Tisches". Sie winkten freundlich. Fünf vor Zwölf, dann die ersten Schleier und kleine Schäfchenwolken vor der Sonne. Meine Vorhersage...
Aber die Temperaturen um gute 22 Grad. Wir brechen auf, und nun durch den Wald am Höllrangen entlang. Naturweg erster Güte! Völlige Übereinstimmung mit der Wanderkarte. Das Gelände wird steiler, doch wir bewegen uns nur wenig auf und ab, etwa gerade am Hang entlang. Ein Wegweiser im Wald zeigt "Historische Grenzsteine, 130 Meter". Natürlich wird das inspiziert. Etwa 50 Höhenmeter den steilen Hang hinunter klar sichtbar die weißblauen Grenzpfähle, in einer Schneise von etwa 5 Metern breite durch den Wald gerade verlaufend. Der alte Grenzstein wurde kurz zuvor frisch gestrichen. Auf bayerischer Seite trägt er diagonal ein schwarzes Band mit drei gelben Sternen. Die böhmische Seite zeigt eine Art Wappen, oben weiß, mitte rot, unten schwarz. Dessen Bedeutung muss ich noch ergründen. Nun stehe ich in Böhmen! Im Grunde ein illegaler Grenzübertritt. Eine nachdenkliche Stelle. Ist es doch zugleich einmal Deutschland gewesen, Sudetenland, Egerland. Ich wohne im Egerland, im bayerischen Egerland. Heimat! Schön ist es hier: "A sches Land, schöj is dou!" Wir gehen den Weg weiter und erreichen den Wartberg. 688 Meter über Normal Null. Zur Ostseite hin wurde Wald geschlagen, so ist der Blick weit ins böhmische frei. Ich erkenne drunten im sogenannten Egerbecken das weltbekannte Frantizkovy Lazne (Franzensbad), dahinter Duppauer Gebirge etwas links, etwas rechts mächtig erhebend der Kaiserwald, ganz rechts der Tillenberg (Europas einzig wahrer! geografischer Mittelpunkt), und den Großen Hengstberg, unmittelbar zu Hohenberg/Eger. Nahe dran zu Cheb (Eger) im tschechisch-böhmischen. Links grüßt der Kapellenberg, bereits zum vogtländisch-sächsischen gehörend. Aber insgesamt zählt er auch noch zum Fichtelgebirgsmassiv. Wir ziehen weiter und erreichen Buchwald. Etwa 5 Bauernhöfe verstreut in diesem Karree, erneut auf drei Seiten von der Grenze umgeben. Es sei bemerkt: unterwegs am Ost-Weg trifft man immer wieder kleine Holzunterstände, die dem BGS gehören. Schließlich zählt diese Grenzregion zu einer beliebten Schleusergegend. Und hier wird man des nächtens sicher gerne mit einer Wärmebildkamera auf die überraschten Illegalen lauern. Ab Buchwald nun leider Forstwege/-straßen. Der gesamte Selber Forst ist hier damit durchzogen. Der Staatsforst muss Geld bringen. Im Wald aufgetürmt sehr viel Stammholz, Faserholz, sicher auch Brennholz, bereit gelegt zur Abfuhr. Die Wege nun mal mehr oder weniger gut barfuß begehbar. Für mich kein Problem. Für den ungeübten eher mit Notschuhen anzuraten. Nach nun ca. 8km Wanderung könnte man hier den Nord-Weg gen Westen zum abgestellten Auto nehmen. Da aber das Wetter temperaturmäßig angenehm ist, sich der angekündigte Regen nicht zeigt, beschließen wir den "Umweg" über die Häusellohe zu nehmen. Vorbei an einem alten Steinkreuz aus dem 30jährigen Krieg, wo sich der Sage nach Egerer Reichsritter mit ein paar Schweden in einer Mondennacht bekämpft haben, erreichen wir die Häusellohe. Zwei alte Forsthäuser, heute in Privatbesitz, mitsamt Scheunen und Stallungen liegen hier. Ein paar Radfahrer haben Rast gemacht. Sonst niemand weiterhin auf der Wanderung. Tourismus? Hier nicht, gottseidank. Drinnen im Fichtelgebirge um Ochsenkopf und Schneeberg ja, da ist in der Urlaubszeit so etwas wie Tourismus. Ab der Häusellohe ist der Weg geteert. Aber bereits recht verwittert, damit eher eine Massage für die Füße. Nun tröpfelt es etwas. Der "Regen" der Vorhersage. Und mehr kam heute auch nicht herunter. Kurz bevor der Wald zur Stadt Selb/Bay. hin zu Ende ist, erreichen wir den "Schau-Steinbruch". Ein ehemaliger Granitbruch, wie sie früher zu 100ten im Fichtelgebirge waren, ist hier nur noch als verwachsenes, zur Natur zurück gekehrtes Geotop, zu sehen. Ein Verein kümmert sich um das Gelände. Wurde doch der Betrieb hier erst 1976 eingestellt. Ein "Derrik-Kran" (Seile, Stahlausleger, Holz-Haupträger) sind vorhanden, das alte Dynamit-Haus, der offene Unterstand der Steinhauer. Sogar eine Steinsäge und Poliermaschine sind unter einen Dachung. Dazwischen ein paar Loorengleise. Alljährlich zum hier in der Nähe stattfindenden Meilerfest, wird hier den Leuten vor geführt, wie man früher Pflastersteine, Treppenstufen, etc. per Handarbeit gewonnen hat. Heute findet das in China statt.... Das Gelände wird harmonisch mit der Natur gepflegt. Überall sind kleine Informationstafeln. Der mit Wasser gefüllte Bruch (ca. 10 Meter tief) sollte nicht unbedingt zum Baden verwendet werden. An diesem Ort gibt es nun Kaffee aus der Thermoskanne und Kuchen aus der Tupperdose. Unser Ausklang, das Ende einer herrlichen Wanderung. Bis zum Auto ist es noch ca. 1 km. Dort angekommen fahren zum Ausgangspunkt nach Wildenau, um den anderen PKW zu holen. Dabei benutzen wir die Staatstraße Richtung Asch/Tschechien. Der Teufel ist hier los! Auto an Auto quält sich in beide Richtungen. Die einen rüber zum Tschechen, die anderen zurück mit gefüllten Benzintank, natürlich auch Zigaretten, CDs usw. Ja klar fahre ich auch zum Tanken rüber. Aber das abends unter der Woche. Ganze 8 km sind es. Doch das hier? Von Hof herauf fast gute 30 km, von überall her: CO, BA, KC, BT, N, KU, Z, FÜ, SLF, LBS, V, PL,... Das ganze Sortiment der nächsten Landkreise. Welch ein Stress, welch ein Lärm.
Und wir? Ganze 13 Leute auf über 10 Km herrlichster Wanderung. Stille, Erholung und Frieden.
Schön war´s. Ob es heuer noch mal klappt?
Die Wanderkarte sagt mir im Bereich Epprechtstein, kl. Waldstein, großer Waldstein bis Richtung Gefees, unter Benutzung des Nordweges (siehe oben!) und des Höhenweges (siehe Schilderung letzte Woche), dass hier gute 10-15 km auf Naturwegen auf Kammlage (etwa 900 Meter) möglich sind.
Jedoch: die vergangene Nacht war frostfrei, die drei Nächte zuvor Bodenfrost! Und auch letzte Woche zwei mal Bodenfrost.
Da oben auf den Bergen ist also schon tiefer Herbst. Der Boden im Wald schon ausgekühlt. Für mich kein Problem. Doch für den ungeübten Barfüßer derzeit nurmehr bedingt zu empfehlen.
Gruß,
Markus (malo)