Marcs Frühlingstagsmotto: egal was da kommt, Schuhe sind tabu
(Forumbericht im Frühling 2001) 

Hallo Barfußgemeinde, den Frühling hab ich dieses Jahr schon recht intensiv genießen können und einige barfuß - Überraschungen erlebt.
Letzten Sonntag war es bei uns im Voralpengebiet schon richtig warm. Da ich am Montag frei hatte, entschloss ich mich endlich wieder einmal einen barfüßigen Tag zu verbringen.
Früh am Morgen ging's los. Um 7 Uhr zeigte das Thermometer grad mal 5°C. Genau richtig um mich beim Abstieg über die Außentreppe in die Waschküche vollends zu wecken. Frisch und mit aktiviertem Kreislauf (ich drehte vorher noch eine kurze Runde im taufrischen Gras) erledigte ich die Haushaltsarbeit. Der sonst eher kühl empfundene Kellerboden fühlte sich dabei erstaunlich warm an.
Getreu meinem Tagesmotto "egal was da kommt, Schuhe sind tabu" macht ich mich auf die "nackten Sohlen". Mit dem Auto fuhr ich zum nächsten Media Markt. Die Einstellhalle war kühl aber recht angenehm. Schon ein komisches Gefühl, wenn man als einziger barfuß im Scheinwerferlicht der Autos zum Eingang pilgert. Aber irgendwie hat das auch gut getan. Seht nur her, ich gönn meinen Füssen die Freiheit, die sie nach dem langen Winter verdient haben. Den Mut dazu habe ich übrigens auch zu einem großen Teil dank der moralischen Unterstützung durch dieses Forum.
Next Feeling, Rolltreppen fahren. Schön warm und recht angenehm. Die Menschen um mich herum nehmen keine Notiz von mir, suchen geschäftig den rechten Eingang. Im Media Markt Filzteppich. Ein, zwei Blicke registriere ich noch dann beschäftigen sich meine Gedanken nur noch mit dem Grund meines Besuches; Scanner. Nach einem kurzen und freundlichen Informationsgespräch mit dem Verkäufer ist mein Entschluss gefällt und ich trage einen EPSON 1640 SU Photo zur Kasse. (Ein echt starkes Teil)
An der Kasse eine Frau mittleren Alters. Irgendwie glaube ich freundlicher bedient zu werden als sonst. Ob das an den baren Füssen liegt? Der Scanner ist doch recht schwer und stattlich verpackt. Also runter zum Auto, einladen und wieder hoch. Erstens konnte ich wieder Rolltreppen fahren, das macht echt Spaß und dann ist da auch noch eine IKEA. Die Böden bei IKEA sind langweilig. Nur gerade im Selbstbedienungs- Restaurant ist echter Parkettboden, der etwas Abwechslung bringt. Auch bei IKEA scheint mir die Bedienung an der Kasse freundlicher ...
Nach zwei Stunden rolle ich wieder heimwärts. Zu Hause begrüßt mich erst Nachbars Katze und dann unsere Nachbarin: "Hui, schon wieder unter den Barfußindianern", aber sicher bei mittlerweile 15°C. Die Verbundsteine an der Sonne fühlen sich aber schon viel wärmer an und laden zum Verweilen ein. Ein kleiner Schwatz fördert denn auch die gute nachbarliche Beziehung.
Den Mittagstisch decken an diesem wunderbaren Frühlingstag meine Füße, damit sie auch ja richtig Sonne tanken können. Das eilig gemachte Sandwich bleibt derweil halt in der Hand bis es aufgegessen ist. Flugs geht es weiter. Einkaufen im Supermarkt, kalter, uninteressanter Steinboden, einzig bei den Milchprodukten signalisieren die Sohlen Nordpolstimmung. Dafür ist in der Modeabteilung schön warm und schon steck ich in einem paar 3/4 langen Sommerhosen für Männer. Toll, dass es die endlich gibt, eignen sich bestens für's Barfüßern und natürlich zum Kanufahren (Kanadier).
Weiter geht's zum Getränkehandel und in den Blumenladen. An diesen Orten tauche ich nicht das erste Mal ohne Schuhe auf und es ist alles wie sonst. Man schwatz noch etwas und damit hat sich's.
Endlich kommt die freie Zeit. Ich fahre ein Stück hinaus an den Sensegraben. Ein wunderschönes Flusstal, V-förmig mit vielen rund geschliffenen Steinen und herrlichen Sandbänken. Dazwischen liegen Sandsteinplatten mit skurillen, vom Wasser im laufe der Zeit, ausgespülten Verformungen. Ein Paradies für nackte Füße.
Als ich unten ankomme bin ich bei weitem nicht der einzige Barfüßer. Ein große Gruppe von Landjugendlichen rennt nur mit Shorts oder Badkleid bekleidet am Flussufer entlang. Bei meinem Eintreffen ist grad das Spiel, wer kann den Fluss am schnellsten durchqueren im Gang. Wohlverstanden, das Wasser ist ca. 8° - 10° warm (kalt). Aber dem Gekreisch und Gegröle zu Folge macht es den Jungen enorm Spaß. Ich ziehe meines Weges und mache meine Tour. Hier im Flusstal ist es völlig, normal barfuß zu gehen, und wer Lust hat kann auch den Rest seiner Bekleidung weglassen. Stören oder gar zu Kommentaren verleiten tut dies hier niemanden. So genieße ich die Nachmittagssonne und mache mich gegen 5 Uhr auf den Heimweg.
Unterwegs besuche ich noch eine alte Wallfahrtskirche und genieße mit meinen Füssen die Eindrücke. Der Aufstieg zur Kirche ist ein uralter Pflasterweg. Die Sohlen werden gefordert und richtig durchmassiert. Unwillkürlich hat das eine beruhigende Wirkung auf mich. In der Kirche selbst ist der Boden sehr angenehm. Der Mittelgang ist aus Sandsteinquadern und zwischen den Bänken sind Holzdielen verlegt. Ich kann problemlos einige Minuten in der Stille ruhen und mich auf den schönen Tag besinnen und ich danke Gott dafür, dass er uns all diese Empfindungen und Eindrücke erfahren lässt. Manchmal braucht es nur einen kleinen 'barfüßigen' Schritt um einen großen Schritt der Erkenntnis weiter zu kommen ...
Nach der Heimfahrt verricht ich noch ein paar Sachen im Garten, genieße das sprießende Grass zwischen Zehen und gehe spät Abends glücklich und zufrieden wie schon lange nicht mehr zur Ruh.
Leider ist es in meinem Job nicht so einfach mit nackten Sohlen zu arbeiten und so musste ich gezwungenermaßen am Dienstagmorgen wenigstens wieder meine Birkenstocksandalen anziehen, aber in meinem Büro schlüpf ich dann ziemlich schnell wieder raus ...
Eine schöne und erfolgreiche Barfußaison 2001 wünscht euch allen Marc (CH)

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