Bringt die Amerikanisierung deutscher Firmen "no shirt- no shoes- no service" ?
(zusammengefasst aus Forumbeiträgen seit Winter 1998/99)

Hallo zusammen! In den Nachrichten kamen vor einiger Zeit Meldungen, dass US-amerikanische Firmen (in diesem Fall WalMart) deutsche übernahmen (in diesem Fall Wertkauf), um die zu "amerikanisieren" - eigentlich nichts schlechtes, grade hier in Bremen soll die Wertkauffiliale ja ein Vorreiter in der Amerikanisierung sein, und man merkt es auch: das Personal ist freundlicher, man nimmt sich mehr Zeit, alles ist irgendwie "größer" geworden ... schönschön ... nur einen Schönheitsfehler hat das ganze: man darf nicht mehr barfuß in den Laden.
Ich merkte das letzten Sommer, als ist die Filiale hier besuchen wollte und von einer netten Dame höflich, aber bestimmt, aufgefordert wurde, den Laden zu verlassen oder Schuhe anzuziehen ... das war kurz nach der Übernahme durch WalMart ...
ich hatte mir zuerst nichts dabei gedacht ... klar, merkwürdig, war bis jetzt noch nicht passiert, aber wenn die mein Geld nicht wollen ... Natürlich war ist nicht irgendwie sauer oder so was, aber erstaunt hatte es mich schon ...aber die Dame war ja recht nett, ich habe es also akzeptiert, allerdings natürlich auch gefragt, wieso, und sie meinte etwas wie "Wenn sie sich was an den Füßen tun, dann heißt es wir sind Schuld und wir haben dann den Ärger." (genauen wortlaut weiß ich nicht mehr). ...
Hier kamen im Fernsehen neulich Berichte darüber, das der Bremer Markt wohl eine Art "Versuchsobjekt" sein soll, was die Veränderung angeht. ...
Aber nun kam ich auf den Gedanken: Mag das vielleicht auch ein Teil der neuen Strategie sein?
In den USA ist es ja nicht besonderes, diese "No Shoes - No Shirt - No Service" - Sache, aber mag das im Rahmen der neuen "Kundenfreundlichkeit" nach US-Standard nun auch über den großen Teich schwappen?
Hat da jemand ähnliche Erfahrungen? Bye- Bye! Timu

Dazu passt ein Bericht, der gestern im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung zu lesen war.
Dort wird nämlich behauptet, dass sich für die Wertkauf-Kunden durch die Übernahme von WalMart (noch) nicht viel geändert habe. Da der Münchner Wertkauf als Beispiel genannt wird, kommt noch hinzu, dass die bayerische Mentalität Richtungswechsel noch weniger verkraftet, möglicherweise ist man da im Norden "fortschrittlicher".
In dem Bericht steht, dass sich die Amerikanisierung der Kette derzeit vor allem bei den Mitarbeitern, Einkaufsbedingungen etc, also firmenintern, auswirkt und die Amerikaner auch erkennen mussten, dass sich die amerikanischen Verhältnisse nicht 1:1 auf Deutschland übertragen lassen, schon allein aus (wettbewerbs-) rechtlichen Gründen.
Ich kann mir daher auch kaum vorstellen, dass ausgerechnet die Kleiderordnung der Kunden als erstes den amerikanischen Verhältnissen angepasst wird. Du hast wahrscheinlich einfach nur Pech gehabt an den Falschen zu geraten. Im Best - Of kannst Du auch von einem Pärchen lesen, das in Würzburg barfuß nicht in ein Einkaufszentrum gelassen wurde; in Deutschland zwar eher die Ausnahme, kann aber trotzdem passieren.
Meine Meinung ist ja immer noch, dass man das Hausrecht dann auch respektieren soll, vor allem, wenn man freundlich behandelt wird. Wer sich gar zu sehr ärgert, sollte sich direkt an die Geschäftsleitung wenden und um Gründe für das Verhalten bitten, da fallen Argumente für das Barfußlaufen möglicherweise eher auf fruchtbaren Boden als bei den Angestellten, die nur irgendwelchen Anweisungen folgen. ...
[ sie meinte etwas wie "Wenn sie sich was an den Füßen tun, dann heißt es wir sind Schuld " ]
Das ist dann in der Tat typisch amerikanisch. In einem Land, in dem man Kaffeeröster auf zig tausend $ Schadensersatz verklagen kann, wenn er nicht darauf aufmerksam gemacht hat, dass Kaffee heiß ist und zu Verbrühungen führen kann, sind solche Aussagen fast verständlich. Demnächst wird man den Wertkauf nur noch mit Schutzhelm betreten dürfen, es könnte einem ja eine herunterkullernde Tomate verletzen. ...
Normalerweise sind derartige Geschäfte - zumal in Großstädten - nicht unbedingt mehr mein Barfuß - Terrain, aber ich erklär mich im Sommer gerne bereit die Akzeptanz im Münchener Wertkauf mal zu testen. Aber vielleicht gibt es ja auch schon andere Erfahrungen.
Ich war im Herbst 1998 mit meiner Freundin drei Wochen im Südwesten unterwegs und bin kaum barfüßig gewesen, weil ich weder in großen Städten noch auf unbekanntem natürlichen Terrain (auf gut deutsch: in den Nationalparks) barfuß laufe, das gilt allerdings nicht nur für die USA. Hätte ich dieses Forum und vor allem die DSS mit ihren Problemen da schon gekannt, wäre ich allerdings schon aus Provokationslust barfuß in den ein oder anderen Supermarkt gelaufen, so mich meine Freundin gelassen hätte ;-)
Aber so ist das nun mal: Andere Länder, andere Sitten. Serfuß, Jörg (Hanna)

[Ich merkte das letzten Sommer, als ich ... von einer netten Dame ... aufgefordert wurde, den Laden zu verlassen oder Schuhe anzuziehen ... das war kurz nach der Übernahme durch WalMart...]
Nach dem, was man von den US-Barfüßern erfährt, sollten wir gezielt Gegenmaßnahmen ergreifen.
Mein Vorschlag: Ein Internet-Schwarzbuch mit den Namen der Firmen, die so was machen.
Bitte um eifrige Reaktionen zu dem Thema. Tschööö, Jörg (2)

[Internet-Schwarzbuch mit den Namen der Firmen]
Die Idee ist ganz sicher nicht übel, aber schon aus Gründen der Fairness (und vermutlich auch aus juristischen) müsste man wohl bei den Firmen noch einmal nachhören, ob das die Politik "des Hauses" ist oder die Eigenmächtigkeit eines(r) depperten Mitarbeiters(in). Und wer macht das ? Serfuß Georg

[Nach dem, was man von den US-Barfüßern erfährt, sollten wir gezielt Gegenmaßnahmen ergreifen.]
Nun ja, wäre das nicht vielleicht ein bisschen übereilt?
Erst mal sehen, wie sich das hier verhält ... es wird ja gerne alles Mode, was über den großen Teich schwappt, mal schauen... Bye- Bye Timu

Apropos "NSNSNS": Hat jemand schon mal Erfahrungen diesbezüglich in Deutschland gemacht?
Ich meine jetzt nicht die "übereifrige" Verkäuferin, die rummeckert, sondern irgendwelche Läden, wo es per Hausordnung wirklich verboten ist, Barfuß einzukaufen.
Ich habe die Erfahrung bei "Wal - Mart" gemacht: Versucht man barfuß in den Laden zu kommen, hält einen der Security - Mensch an der Tür auf und teilt einem mit, dass im Laden Schuhe getragen werden müssen - ist mir mehrfach in zwei verschiedenen Wal - Marts passiert ... als es noch "Wertkauf" hieß hatte ich nie Probleme ...
hm, nun flattert die US-Flagge dort vor der Tür, und man macht dann eben wirklich alles amerikanischer ... was soll's gibt ja noch mehr Läden ... Ciao! Timu

Hallo Timu, wenn's wärmer wird, werde ich einen Selbstversuch im örtlichen Wal - Mart starten. Bis dato hatte ich noch keine Schwierigkeiten. Andreas S.

War schon öfter im örtlichen Wal - Mart und habe weder einen Security - Menschen gesehen, noch jemals Probleme dort gehabt. Ich hoffe, das bleibt auch in Zukunft so. Mit freundlichen Füßen, FRANEK

[Probleme bei Wal - Mart]
Dazu passt aber nicht, dass man bei McDonalds normalerweise in Deutschland barfuß keine Probleme hat. Lothar

Das liegt daran, dass Wal - Mart "ganz oben" amerikanisches Management hat, während McD, BuKi und andere von (meist) deutschen Lizenznehmern geführt werden.
Die Lizenzen schreiben zwar Lebensmittel (bitte nicht lachen ;-) und (Küchen-) Einrichtung vor, während die Hausordnung aber "normalem deutschem Standard" entspricht.
Und der schreibt normalerweise keine Schuhe vor... Gruß Martin (KS)

Vielleicht sollte Wal - Mart dann bei seiner weltweiten Expansion ein bisschen darauf achten, dass es in manchen Ländern andere gesellschaftliche Gepflogenheiten gibt - wie etwa die, barfuß einzukaufen? Wer sich seinem Markt nicht anpasst, geht unter.
Gruß von jemandem, für den Wal - Mart ohnehin kein Thema ist, weil zu weit weg. Unci

Im Forum wurde kürzlich über die Probleme einiger Barfußläufer berichtet, beim Wal - Mart einzukaufen. Ich bin vorgestern bei schönem Wetter dorthin, um einen bestimmten Artikel zu kaufen. Wie es natürlich kommen musste, war dieser Artikel an seinem Stammplatz nicht zu finden.
Übrigens muss ich dazu sagen, dass ich immer weniger Angst davor habe, dass ein Kollege mich sehen könnte, obwohl der Wal - Mart meistens "Kollegenverseucht" ist.
Ich fragte nun eine ältere Verkäuferin nach dem Artikel. Sie konnte mir nicht weiterhelfen und rief eine zweite Verkäuferin dazu. Sie war auch ratlos und lies eine dritte Verkäuferin ausrufen. Da diese auch nicht genau wusste, wo sich der Artikel befindet wurde noch ein männlicher Kollege gerufen. Ich stand nun da mit vier Verkäufer(innen). Alle versuchten mir vergeblich weiterzuhelfen.
Keiner von ihnen sagte etwas zu meinen bloßen Füßen oder schauten mich schief an. Es kam mir vor, als empfanden sie es als ganz normal. Wieder ein Beispiel, dass sich der größte Widerstand im eigenen Kopf abspielt. Gruß und Fuß Andreas S.

[größte Widerstand im eigenen Kopf abspielt]
Das stimmt sicherlich, aber ich bilde mir diesen Security - Dienst, der am Eingang steht und mich schon mehrfach mit einem freundlichen, jedoch bestimmten "Halt! Bitte, aber ohne Schuhe dürfen sie nicht in den Markt!" anhielt nicht ein. Ciao! Timu

Ich war auch neulich im örtlichen Wal Mart und habe Erfreuliches zu berichten: Kein Security - Fuzzi, kein Barfuß - Verbot. :-) FRANEK

Ich will Euch ja keine Illusionen zerstören, aber es ist eher so, dass ...
[stand da mit vier Verkäufer(innen). Alle versuchten mir vergeblich weiterzuhelfen]
... eben dieses keinen besonderen Grund darstellt, einen Kunden, dem man nicht helfen konnte, auch noch auf eine evtl. Klausel in der Hausordnung hinzuweisen.
Ist schließlich keine Werbung: "Erst konnten sie mir nicht helfen, dann haben sie mich auch noch wegen meiner nackten Füße angepflaumt!". Gruß Martin (KS)

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