[Schäferläufe auf dem Stoppelfeld] [Erläuterungen zu Stoppelfeldern]

Schäferläufe auf dem Stoppelfeld
(Forum- und Medienberichte seit Sommer 1999)

Im süddeutschen Raum - besonders im Schwäbischen - gibt es einige Orte (Bad Urach z. B.), in denen die traditionellen Schäferfeste stattfinden - heute vor allem ein Touristenspektakel.
Zum festen Bestandteil dieser Veranstaltungen gehört ja der "Schäferlauf" barfuß über ein abgeerntetes Getreidefeld mit Stoppeln, bei dem Siegerin und Sieger ermittelt und gekrönt werden. Ich hatte davor immer gehörigen Respekt, weil ich mir dies durchaus problematisch vorstellte (und mich auch fragte, wie heute eigentlich die Schäfersöhne und -töchter gefunden werden, die das noch können - jedenfalls sind die Schäfer, die ich mit ihren Herden auf den Rheindämmen etc. sehe, weder barfuß noch in Begleitung ihrer Familien).
Nach der Getreideernte ergab sich jetzt für mich die Möglichkeit zum "Selbstversuch", und ich war erstaunt, dass ich zwar ein kitzliges Gefühl verspürte, vor allem zwischen den Zehen, aber ansonsten wenig Probleme beim Gehen über das Feld hatte ! Wie man sieht und anders im Grunde auch nicht zu erwarten war, verhilft regelmäßiges Barfüßern also auch zur Schäferlauf - Fähigkeit (ich werde trotzdem nicht daran teilnehmen!).
Vielleicht können unsere Biologen noch klären, welches Getreide barfuß - angenehme Stoppeln hat und ab wie vielen Tagen nach der Ernte die Stoppeln möglicherweise etwas elastischer werden ... Fuß zum Gruß Georg

Stoppelfelder gehören hier zum Alltag und stellen kein Problem dar, außer dass die Bauern das Betreten nicht gern sehen. Außenstehende sind jedoch immer schwer beeindruckt, jemanden barfuß auf dem Feld zu sehen. Die Äcker sind im Allgemeinen gut begehbar - schwierig wird es nur bei trockenem Lehmboden, der ist sehr hart. Die meisten Felder hier sind aber weich und einladend. Wenn es dann noch geregnet hat ... herrlich. Gruß an alle. Alex(XS)

Schäferlauf. Am kommenden Wochenende ist es wieder so weit: der Traditionelle Barfußlauf über ein Stoppelfeld findet im Schwäbischen statt. cyrano

Markgröningen, Schäferlauf : Durch den Schlamm zur Königswürde des Schäferlaufs
Traditionsfest lockte trotz Regens Massen nach Markgröningen - Stefanie und Manuel holten sich den Sieg
Markgröningen - So flott wie die Athleten in Sevilla waren sie nicht. Höchstleistungen aber vollbrachten auch die Wettläufer beim diesjährigen Schäferlauf: Beim Spurt barfuß übers Stoppelfeld holten sich Stefanie Stock und Manuel Hofmann die Königskrone. Zwar trübte der Regen die Besucherbilanz, nicht aber die Begeisterung.
VON BETTINA BERNHARD Wie von einem Magneten angezogen bewegen sich am Samstag Ströme von Menschen und Blechkarossen sternförmig auf das 6000 - Einwohner - Städtchen im Kreis Ludwigsburg zu. Ihr Ziel: der Markgröninger Schäferlauf, das älteste schwäbische Heimatfest, dessen Ursprung aufs Jahr 1445 zurückgeht. Ihr Problem: der Regen. [...]
Die Begeisterung für die farbenfrohen Trachten und die vielstimmigen Klänge der mehr als 50 Musik-, Tanz- und Spielgruppen, Festwagen und Abordnungen trübt der graue Himmel dann doch nicht. Beifall begleitet den bunten Bandwurm zum Stoppelfeld, wo mit dem Schäferlauf der Höhepunkt des Festes ansteht. Jetzt hat sich der Himmel eines Besseren besonnen und seine Schleusen geschlossen, so dass die Zuschauer ohne störende Schirme der Sage vom treuen Schäfer Bartel folgen können. Weil jener einst den Verlockungen böser Gesellen widerstand, belohnte ihn der Graf von Gröningen, indem er ein Fest für die Schäfer stiftete - und das wird bis heute gefeiert.
Schon beim "Vorprogramm'' des Schäferlaufs mit Sacklaufen, Hahnentanz und Wassertragen zeigt sich, dass erschwerte Bedingungen herrschen. Auf dem aufgeweichten, matschigen Boden des Stoppelackers rutscht und fällt so mancher Akteur, an den Schuhen der Tänzer bilden sich Plateausohlen aus Erde.
Letzteres Problem haben die 16 Schäfertöchter und die zehn jungen Schäfer, die am Wettlauf teilnehmen, nicht. Sie müssen die 300 Meter übers Stoppelfeld barfuß zurücklegen und damit beweisen, dass sie fit genug sind, ein flüchtiges Schaf wieder einzufangen. Für ein paar Sekunden fliegen die Röcke, brüllt das Publikum, dann landet die 15- jährige Stefanie Stock aus Ellwangen - Haisterhofen als Erste im Ziel. Wenige Minuten später steht auch fest, wie der "Gatte auf Zeit'' der neuen Schäferkönigin heißt: Manuel Hofmann aus Münstertal im Schwarzwald , 18 Jahre alt und stolzer Besitzer einer Herde von 600 Schafen, holt sich gleich bei seinem ersten Schäferlauf die Krone.
Für Stefanie ist die folgende Krönungszeremonie keine Premiere: Sie siegte schon in Bad Urach, das neben Heidenheim, Wildberg und Markgröningen zu den Schäferlaufstädten gehört. Dass deren Faszination ungebrochen ist, zeigt sich, als die Bilanz am Sonntag dann doch wieder knapp 100000 Besucher in vier Tagen ausweist.
[Sindelfinger, Böblinger Zeitung 30.8.1999]

Krone und Hammel für die Schnellsten beim Schäferlauf
Ausdauer, Gesundheit und Abhärtung - das ist es, was ein Schäfer braucht. Genau das wird auch beim traditionellen Schäferlauf getestet, der heutzutage zum seltenen Ereignis geworden ist. Es ist daher kein Wunder, dass der Schäferlauf in Naichen zahlreiche Besucher aus nah und fern angezogen hat. Sie sahen sieben Buben und vier Mädchen - alle Söhne und Töchter von Schäfern - mit zusammengebissenen Zähnen barfuß 200 Meter über eine stoppelige Wiese auf das Ziel, eine Stalltüre, zurennen.
Den Siegern Silvia Huber aus Ziemetshausen und Markus Bader aus Naichen setzte Bürgermeister Martin Fischer eine prunkvolle Krone aufs Haupt. Zudem schenkte er ihnen einen Hammel. Bis zum nächsten Schäferhock müssen die Beiden für den Berufsstand werben.
Rudolf Schuster kennt die Legende, die dem Lauf zugrunde liegt: Vor einigen hundert Jahren kam einem Grafen zu Ohren, dass einer seiner Hirten unter der Hand Schafe verkaufe. Der Graf verkleidete sich als Metzger und stellte ihn auf die Probe. Der Schäfer war jedoch nicht gewillt, eines seiner Tiere an den vermeintlichen Metzger zu verhökern. Als Wiedergutmachung führte der Graf den Schäferlauf ein, damit die Hirten beweisen konnten, wie schnell und tüchtig sie waren.
[Suedwest Presse, 28. 10. 1999]
 

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Erläuterungen zu Stoppelfeldern
(Forumbeiträge im Sommer 2002)

Als (studierter) Landwirt in dieser Runde hab ich natürlich auch ein paar Anmerkungen zum Thema Stoppelfelder.
Ich glaube, es werden ganz verschiedene Dinge als "Stoppelfeld" bezeichnet: Einerseits frisch gemähte Wiesen: zum Barfußgehen "ur-super" angenehm!! Wobei es dazu eine geniale landwirtschaftliche Regel gibt: Eine Wiese ist dann in der richtigen Länge gemäht, wenn es angenehm ist darauf barfuß zu gehen. Wenn es sticht, hat der Bauer zu kurz gemäht. In früheren Zeiten, bei barfüßiger Handarbeit beim Heumachen hatte das wohl einige praktische Relevanz. Aber zu kurzes Mähen ist auch für's Gras nicht gut.
Andererseits gibt es gemähte Getreidefelder. Die sind barfuß doch eher eine Herausforderung, aber mit "schlurfendem" Schritt durchaus zu bewältigen, wie ja auch in den Postings schon erwähnt wurde. Auch dabei hat sich einiges in der Landwirtschaft verändert: Früher blieben die Stoppelfelder nach dem Abtransport des Getreides bis in den Herbst und wurden zum Teil auch mit Schafen beweidet. Heute erfolgt meistens bald nach der Ernte eine Bodenbearbeitung mit dem "Grubber" und die Stoppeln (oft auch das zerkleinerte Stroh) sind unter der Erde. (Wobei ich es liebe, barfuß in frisch bearbeiter Erde rumzulaufen!)
Ein eigenes Kapitel sind wohl Mais (österreichisch: Kukuruz-) Stoppeln. Wesentlich dickere und festere Stängel als Getreide. Mais wird erst im Spätsommer oder Herbst geerntet. Ich hab noch nicht ausprobiert, ob man dort auch barfuß herumlaufen kann.
Barfuß echt völlig unmöglich finde ich die Stoppeln von Kleefeldern, die man v.a. im Frühsommer ab und zu finden. Viele kurze spitze harte Stängelteile - da mach lieber einen großen Bogen.
Viel Spaß beim barfüssigen Erkunden der Felder ...
Harald

Ich hatte vor einiger Zeit diese Erfahrung gemacht und sie war zunächst recht schmerzhaft. Mein Kumpel ist Landwirt und ich besuchte ihn oft, verbrachte auch ein paar Mal einige Tage bei ihm, um bei seiner Landwirtschaft mitzuhelfen. Wir sind täglich auf's Feld gefahren - mit zwei Schleppern mit Anhänger, um Gras zu mähen. Am Rand mußte man das Gras zusammenrechen und da waren von Tagen zuvor schon Stoppeln gewesen.
Mein Kumpel meinte noch, ich soll auf dem Schlepper bleiben, da ich barfuß war, aber ich wollte nicht. Am Anfang piekste es schon ganz kräftig, aber man gewöhnte sich daran und man änderte auch seinen Laufstil. [Man] schlurft am besten mit den Füßen über die Stoppeln. So knicken sie um und pieksen nicht. Allerdings muß man auch auf Gegenstände wie Steine etc. achten, denn sonst kann das Schlurfen auch das genaue Gegenteil bewirken, vor allem, wenn er scharfkantig ist.
[Markgröninger Schäferläufe]
Vielleicht könnte man hier auch ein Barfußtreffen arrangieren!? Franz S.

Ich laufe gerne über Stoppelfelder, wenn sie am Wegesrand liegen. Dabei "schlurfe" ich nicht, weil ich ja die massierende und belebende Wirkung der Stoppeln voll nutzen will.
Wenn man im Barfußlaufen geübt ist, ist es eine sehr angenehme Massage!
MarkusII    

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