Markus U.s winterliches Barfußmotto: keine Heimlichkeiten!
(Forumbeiträge seit Herbst 2000)

Ich bin schon als Kind total gern barfuß gegangen, und Socken sowie feste Schuhe gingen mir eigentlich immer ziemlich gegen den Strich. Trotzdem dachte ich lange Jahre, in der "kalten" Jahreszeit (November bis März) müsse das sein.
Leider muss ich gestehen, dass ich im Alter von 15 bis 25 Jahren eher selten barfuß gegangen bin, weil ich irgendwie dachte, dass sich das nicht schicke. Zum Glück ist diese Phase längst überwunden. Gleichwohl war ich aber auch in dieser Zeit zwei Drittel des Jahres ständig sockenlos.
Danach habe ich mir angewöhnt, auch im Winter die meiste Zeit ohne Socken auszukommen, und inzwischen kennen viele Leute mich eigentlich nur noch sockenlos. Im Sommer bin ich seit etwa fünf Jahren in meiner Freizeit meistens barfuß unterwegs, und vor etwa zwei Jahren habe ich auch winterliche Barfuß- Freuden entdeckt, aber nur heimlich bei Nacht oder in einsamen Gegenden. Ich kannte ja schließlich keine anderen Barfüßer und galt schon wegen meiner winterlichen Sockenlosigkeit irgendwie als Exot, auch wenn die meisten Menschen es inzwischen akzeptieren.
Da ich erst seit September dieses Jahres einen Internet - Anschluss habe, lernte ich dieses Forum erst Mitte Oktober beim Surfen zufällig kennen und bin immer wieder erstaunt, wie viel Interessantes, Nützliches , Wundersames und Lustiges täglich drinsteht, und so betrachte ich mich seit kurzem als Stammgast.
[Aufgrund meiner Vorgeschichte und motivierenden Barfuß - Pionieren dieses Forums möchte ich nach Möglichkeit zum Ganzjahres-Barfüßer werden. Fridemar]
Genau das ist auch meine Ansicht und Absicht. Schluss mit den Heimlichkeiten im Winter!
Ich würde mich übrigens über gemeinsame Barfuß- Aktivitäten mit netten Leuten im Raum Düsseldorf, Köln und Ruhrgebiet gerade auch im Winter riesig freuen und bin gern zu jeder "Schandtat" bereit. Zusammen macht es eben mehr Spaß als alleine!
Zum ständigen totalen Dauer- Barfüßer, der jegliches Schuhwerk schon längst weggeschmissen hat, werde ich es freilich nicht bringen (obwohl ich gerade vor denen besonderen Respekt habe, soweit sie nicht engstirnig- dogmatisch sind), weil mein Beruf als Anwalt es nicht zulässt (barfuß im Büro oder vor Gericht zu erscheinen ist für mich undenkbar) und ich mich auch nicht unnötig mit meinen Verwandten deswegen verstreiten will. In diesen Fällen muss die "Kompromisslösung" der Sockenlosigkeit weiterhin genügen und ansonsten hoffe ich nach und nach immer mutiger zu werden. ...
Für mich kommt am Strand gar nichts anderes als barfuß in Betracht. Als ich Ende Oktober für ein paar Tage an der belgischen Nordseeküste war, bin ich nur barfuß am Strand und auf der Promenade unterwegs gewesen. War ein tolles Gefühl - zumal die meisten Menschen, die mir entgegenkamen, in dicke Wintermäntel und Schals gehüllt waren, solides Schuhwerk inbegriffen. So stapften sie missmutig durch den Sand, unterbrochen vielleicht durch einen Augenblick des Erstaunens beim Anblick meiner nackten Füße - war mir aber egal, was die dachten, und angesprochen hat mich auch keiner ... So war ich allein mit meinen Gedanken und dem herrlichen Gefühl kalten feuchten Sandes unter den Füßen.
Herzliche Barfußgrüße von Markus U.

Am Samstag war ich, was in dieser Form um diese Jahreszeit bisher noch nicht vorgekommen ist, den ganzen Tag barfuß, und zwar nicht bei Nacht oder in freier Natur für einen eine oder zwei Stunden dauernden Spaziergang, sondern eben einen ganzen Tag mitten in der sehr belebten Düsseldorfer Innenstadt. Zugegeben - ich war nicht allein (das hätte ich mich wohl doch nicht getraut), sondern hatte ein Meeting mit einem erfahrenen Dauer- Barfüßer.
Die erste Mutprobe hatte ich gleich beim Verlassen des Hauses zu bestehen. Meine Nachbarn wissen zwar inzwischen, dass ich nie Socken trage und im Sommer in der Freizeit meistens barfuß gehe, aber im November haben sie das noch nicht gesehen, da ich mich im Winter bisher nur nachts im Schutze der Dunkelheit barfuß aus dem Hause zu schleichen pflegte. Zum Glück begegnete mir niemand, als ich zum Auto ging.
Die Fahrt nach Düsseldorf war nichts Besonderes für mich, da ich des öfteren barfuß Auto fahre (man hat viel mehr Gefühl dabei). In Düsseldorf angekommen, musste ich dann alleine etwa 1 km vom Parkplatz zum vereinbarten Treffpunkt am Schlossturm laufen. Dies verlief ohne Zwischenfälle, zumal mir kaum jemand begegnete. Um so mehr genoss ich das gehen auf dem regennassen Boden, wobei ich auch den Pfützen nicht auswich, und nach etwa zehn eher ungemütlichen Minuten breitete sich ein wohlig warmes Gefühl in den Füßen aus.
Am Schlossturm wurde ich schon erwartet, und dann zogen wir gemeinsam durch Düsseldorf: Altstadt, Rheinufer, Landtag, Graf- Adolf- Straße, Kö, Schadowstraße, Hofgarten, Golheimer Park und bei hereinbrechender Dunkelheit am Rheinufer entlang zur Kniebrücke, wo sich die Wege wieder trennten. Blöde Kommentare gab es keine, lediglich ein paar halblaute Bemerkungen wie "die sind ja barfuß" und "um diese Jahreszeit ohne Schuhe, gibt's denn so was" waren vereinzelt zu hören. Die meisten Menschen schienen unsere nackten Füße in dem dichten Gedränge jedoch nicht zu bemerken oder zeigten jedenfalls keine Reaktion, allerdings fielen mir hin und wieder ungläubig - entsetzte Blicke mancher Passanten, die offenkundig ihren Augen nicht trauten, auf, und sogar die in Düsseldorf leider recht zahlreichen Penner, die übrigens sämtlich solide, wenn auch dreckige Schuhe trugen, rissen zumeist entsetzt die Augen auf, wenn wir barfüßig vorbeigingen (vielleicht dachten letztere womöglich gar, dass sie Halluzinationen hätten).
Insgesamt sind wir nur viermal (zweimal von sehr alten und zweimal von jungen Frauen) gefragt worden, ob wir nicht kalt hätten, was wir schlichtweg verneinten, und einmal hatten wir, nachdem wir eine Kirche besichtigt hatten, ein kurzes freundliches Gespräch mit einer netten älteren Dame.
Zum Mittagessen gingen wir in ein sehr traditionsreiches Altstadtlokal (Muschelhaus), wo wir freundlich und ohne Probleme bedient wurden, obwohl der Bedienung unsere nackten Füße sicherlich auffielen, da wir die ersten Gäste waren. Auch später, als wir ein hauptsächlich von jungen Leuten frequentiertes und sehr belebtes Bistro besuchten, gab es keinerlei Probleme. Ich muss freilich erwähnen, dass ich nicht in erster Linie auf die Reaktionen der Leute achtete, da ich mich zumeist mit meinem Begleiter über alle möglichen Themen unterhielt. So verging die Zeit wie im Fluge, und ehe wir uns versahen, begann es dunkel zu werden.
Ach ja, auf dem Rückwege begegneten wir noch einer Familie mit zwei Kindern, welche unsere nackten Füße "voll cool" fanden und offensichtlich begeistert waren- vielleicht probieren sie es ja mal selber aus? Auch ist es immer wieder schön, den Boden zu spüren: Steinplatten, grober oder glatter Asphalt, Kopfsteinpflaster, matschige Wege im Park, nasses Laub und Gras und hin und wieder auch mal eine Pfütze ...
Ich wünsche mir, recht bald wieder einen so schönen Tag zu erleben, in Düsseldorf oder einer anderen Stadt.
Herzliche Barfußgrüße an alle, die diesen Bericht lesen! Markus U. [am 21. 11. 2000]

Hallo Markus, ein interessanter Bericht, da wäre man am liebsten dabei gewesen ... ein ganzer Tag barfuß in der City, super.
Aber was mich jetzt doch interessieren würde: Bist du als Anwalt so berühmt, dass du dir das erlauben kannst oder anders gefragt, hast du keine Bedenken, deine Mandanten zu erschrecken, wenn sie dich in dieser Jahreszeit barfuß in der City sehen?
Bist du in einer Sozietät, falls ja, was sagen deine Kollegen dazu?
Neugierig grüßt Moritz

Hi Moritz, leider bin ich als Anwalt noch nicht berühmt, aber ich hoffe ja, dass sich das ändert. Da ich in einem kleinen Dorfe zwischen Krefeld und Mönchengladbach arbeite, ist die Wahrscheinlichkeit, von Mandanten barfuß in der City gesichtet zu werden, nicht besonders groß, so dass ich insofern keine Bedenken habe. Zudem laufe ich um diese Jahreszeit nicht etwa barfuß, um anderen Leuten eine Freude oder ein Ärgernis zu bereiten, sondern weil es mir gefällt, oder, juristisch ausgedrückt: Ich mache von meinem Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Abs. 1 GG) in zulässiger Weise Gebrauch.
Auch denke ich, dass meine in der Freizeit auch um diese Jahreszeit recht häufig nackten Füße keineswegs nachteilig auf meinen juristischen Sachverstand auswirken (im Gegenteil), und auf diesen kommt es den Mandanten ja schließlich an. Außerdem trage ich im Büro stets Schuhe, und dass ich keine Socken dazu anziehe, ist zu meiner Zufriedenheit von den Mandanten und Kollegen bisher ebenso wenig wie meine zu einem Pferdeschwanz zusammengebundenen langen Haare kommentiert worden (es hat ja nichts mit der Qualität meiner Arbeit zu tun und geht niemanden etwas an).
Herzliche Barfußgrüße, Markus U.

Barfuß - Wochenende in Köln, Kaiserswerth und Krefeld
Hi ihr Barfüßer, gestern Abend hatte ich mal wieder ein Barfuß - Meeting. Diesmal wollten wir den Kölner Weihnachtsmarkt "unsicher machen", was für mich etwas Neues war, da ich zuvor noch niemals barfuß auf dem Weihnachtsmarkt war. Wir trafen uns also in einem Kölner Parkhaus und zogen los.
In der Kölner Innenstadt gibt es mehrere Weihnachtsmärkte. Zuerst gingen wir zum Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt. Da zu einem zünftigen Besuch eines Weihnachtsmarktes unbedingt ein Becher Glühwein gehört, steuerten wir sogleich zielstrebig den entsprechenden Stand an. Kaum hatten wir uns zugeprostet, als wir auch schon von einer netten älteren Dame angesprochen wurden, der unsere nackten Füße aufgefallen waren. Wir hatten dann einen längeren netten Plausch mit ihr, wobei es um die verschiedensten Themen ging, und zum Schluss gab sie uns noch eine Wegbeschreibung zu den Weihnachtsmärkten am Dom und am Alten Markt.
Diese drei Kölner Weihnachtsmärkte sind sehr schön mit mannigfaltigen Angeboten und auch sehr belebt. Als wir auf dem Weihnachtsmarkt am Dom an einem Stand mit Wollsocken vorbeikamen, musste ich herzhaft lachen. Wer braucht schon so was! Ansonsten blieben wir fast ganz unbehelligt, obwohl der Anblick von Barfüßern auf dem Weihnachtsmarkt nicht sehr häufig sein dürfte (zumindest bin ich zufällig noch keinem begegnet).
Nur einmal, als wir nach dem Weihnachtsmarktbesuch auf der Suche nach einer netten Kneipe waren, um noch ein Kölsch zu trinken, sagte ein Jugendlicher zu mir: "Kommste klar?" "Ja", lautete meine knappe Antwort. In der Kneipe war es dann sehr gemütlich, und kein Mensch nahm Notiz davon, dass wir barfuß waren.
Als wir dann noch ein wenig durch die Kölner Altstadt schlenderten, bemerkte ich zufällig, dass es überall verdächtig von lauter Glasscherben glitzerte, aber wir blieben trotzdem unverletzt. Danach gingen wir zum Parkhaus zurück, und unsere Wege trennten sich wieder.
Als ich heute morgen ein paar Lebensmittel auf dem Wochenmarkt besorgte (in Sandalen, da ich in meinem Heimatstädtchen im Winter (noch?) nicht barfuß gehe) und das schöne milde Wetter bemerkte, beschloss ich spontan: Das muss ausgenutzt werden! Zu Hause angekommen, stellte ich also die Einkaufstasche ab, schleuderte die Sandalen in die Ecke und machte mich auf den Weg.
Zuerst fuhr ich mit dem Auto nach Kaiserswerth, einem sehr schönen Ausflugsziel bei uns in der Nähe. Dort bin ich am Rhein spazieren gegangen, zuerst auf Kopfsteinpflaster und Asphalt, dann durch die Wiesen. Es war ein unbeschreiblich herrliches Gefühl, wie das kühle feuchte Gras meine Füße umschmeichelte. Auch die matschigen Stellen waren ein Hochgenuss, was ich mit Schuhen ganz bestimmt gegenteilig empfunden hätte. Allerdings wusch ich meine Füße gründlich im Rhein ab, bevor ich wieder auf den Asphaltweg zurückging.
Da begegnete mir ein älteres Ehepaar.
"Das ist aber ungesund, was Sie da machen", sagte der Mann.
"Das Gegenteil trifft zu; barfußlaufen ist gesund", entgegnete ich.
"Ja, das habe ich auch schon gehört, dass Barfußlaufen gesund sein soll", meinte die Frau, "aber es ist jetzt Dezember! Da kriegt man doch kalte Füße!"
"Ich gehe auch im Winter barfuß und habe immer warme Füße", sagte ich.
Als die beiden daraufhin Zweifel bekundeten, bot ich Ihnen an, meine Füße anzufassen, was sie auch prompt taten, und sie waren sehr überrascht, dass ich tatsächlich warme Füße hatte. "Donnerwetter, das hätte ich ja nicht gedacht", sagte der Mann, "ich wünsche Ihnen noch ein schönes barfüßiges Wochenende! Aber lassen Sie sich nicht von der Polizei erwischen!"
"Barfußlaufen ist nicht verboten", erwiderte ich und ging weiter.
Als ich dann noch ein bisschen durch Kaiserswerth bummelte, fiel mir das leckere Obst in einem Geschäft auf, und ich entschloss mich spontan, welches zu kaufen. So kam ich unverhofft zu meinem ersten winterlichen Barfuß -  Einkauf, wobei niemand Notiz von meinen nackten Füßen nahm.
Als ich wieder in meinem Auto saß, hatte ich immer noch keine Lust, nach Hause zurück zu fahren, und so fuhr ich nach Krefeld, wo ich früher mal fünf Jahre lang gewohnt hatte. Als ich auf dem Südwall einen Parkplatz gefunden hatte und aus dem Auto stieg, nahte just eine Politesse. Schnell fragte ich sie, ob ich einen Parkschein bräuchte, was sie bejahte. Also holte ich rasch einen. Dann ging ich durch die Fußgängerzone. Dort holte ich mir in einem türkischen Laden, der in der ganzen Region für seine Leckereien bekannt ist, eine Spezialität. Vor dem Laden war eine lange Schlange bis weit draußen, in der ich etwa zwanzig Minuten lang anstehen musste. Na ja, das war schon ein etwas komisches Gefühl, im Dezember auf der Straße barfuß vor einem Laden anzustehen, aber kalte Füße hatte ich auch jetzt nicht. Dann ging ich in ein kleines Cafe, wo man mich noch von früher her kennt, als ich noch in Krefeld wohnte. Aber auch hier gab es keine Reaktion auf meine nackten Füße, sondern ich unterhielt mich mit den Leuten dort wie sonst auch, wenn ich mal in diesem Cafe bin.
Anschließend bin ich noch über den Krefelder Weihnachtsmarkt gegangen. Erst hier hörte ich es allenthalben tuscheln: "Hast Du gesehen? Hier läuft einer barfuß!" Na ja! Es sprach mich jedoch niemand an. Als ich schließlich auf dem Rückweg zu meinem Auto war, begegnete mir noch eine Mutter mit zwei Kindern, von denen eines ganz laut sagte: "Mama, der Mann läuft ohne Schuhe! Darf der das denn?" Die Antwort der Mutter konnte ich allerdings nicht mehr verstehen ...
Ob ich morgen dazu komme, barfuß zu laufen, weiß ich noch nicht. Mal schaun , wie's Wetter wird.
Herzliche Barfußgrüße Euch allen, Markus U. [am 10. 12. 2000]

Hallo Markus, ist ja schon bemerkenswert was Du da alles am Samstag barfuß unternommen hast. Ich glaube, bis ich soweit bin das mal zu wagen, dürfte wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Ich bin aber auch davon überzeugt das es mit mehreren Leuten für den einzelnen einfacher ist als wenn man allein unterwegs ist. Irgendwie fühlt man sich da doch sicherer :-)).
Unterwegs war ich gestern auch barfuß. Unweit von meiner Stadt am Rande des Sauerlandes habe ich endlich mal ein Stück Wald gefunden das nicht so von Spaziergängern frequentiert ist und so konnte ich in Ruhe meine Fußsohlen etwas trainieren und das Wohlgefühl genießen.
Neidisch bin ich schon auf Deine "warmen" Füße beim barfußgehen. Das gelingt mir noch nicht. Die werden erst wieder richtig warm und bleiben es auch dann wenn ich mich wieder im Auto (mit eingeschaltetem Heizgebläse) und zu Hause befinde. Entgegen einigen anders lautenden Meinungen in diesem Forum habe ich allerdings festgestellt das es in dieser Jahreszeit auf Asphalt doch etwas wärmer ist als im Wald auf Gras und Moos.
Dummerweise habe ich mich gestern auch noch etwas verletzt. Muss wohl kurz vor meinem Wagen auf der Strasse passiert sein und ich vermute das es eine Scherbe war. War zwar nicht der Rede wert aber trotzdem unangenehm. barfüßige Grüße UlliDO

Hi Ihr Barfüßer, nachdem ich leider ein paar Wochen lang buchstäblich kürzer treten musste (und deshalb außerhalb meiner Badewanne stets Socken trug, was sehr ungewöhnlich für mich ist), genieße ich seit ein paar Tagen wieder meine gewohnte Sockenlosigkeit, sofern ich in meiner Freizeit nicht gänzlich barfuß unterwegs bin.
Nach einigen kleinen abendlichen Gehversuchen zum Müllkasten oder Glascontainer, um im Training zu bleiben, konnte ich am Samstag bei strahlendem Sonnenschein und mildem Wetter barfuß einkaufen gehen und am Nachmittag einen herrlichen langen Spaziergang durch die Rheinwiesen bei Düsseldorf unternehmen. Obwohl sehr viele Spaziergänger dort unterwegs waren, habe ich keinerlei unfreundliche Blicke oder blöde Kommentare bemerkt.
Damit bin ich auch schon bei meiner Frage: Ich habe schon öfters hier im Forum gelesen, dass manche Menschen höchst unangenehme Erfahrungen machen mussten, wenn sie nur die Socken wegließen.
Ich erlebe (glücklicherweise) auch im Winter nur selten negative Reaktionen auf meine Barfüßigkeit. Woran liegt das? Liegt es daran, dass Barfußgehen eine Selbstverständlichkeit für mich ist und ich auch mit nackten Füßen entsprechend selbstbewusst auftrete?
Oder bin ich einfach nur dermaßen ignorant, dass ich nichts bemerke? (Letzteres kann ich mir nicht so recht vorstellen, wenngleich ich mir nicht viele Gedanken mache, was andere möglicherweise über mich denken könnten).
Was meint Ihr? Herzliche Barfußgrüße, Markus U.

[ unangenehme Erfahrungen ... erlebe auch im Winter nur selten negative Reaktionen auf Barfüßigkeit. Woran liegt das?]
Das kann ich bestätigen, geht mir auch so. Die meisten Kommentare kommen immer noch von Kindern und halbstarken Jugendlichen.
Böse oder zumindest skeptische Blicke ernte ich zwar auch schon mal von Erwachsenen, die halten sich aber stark in Grenzen. Wenn doch, kommen sie nicht selten von älteren Damen, wobei gerade aus dieser Bevölkerungsgruppe auch wieder die positivsten Reaktionen kommen ...
[ Liegt es daran, dass Barfußgehen Selbstverständlichkeit für mich ist und ich auch mit nackten Füßen selbstbewusst auftrete?]
Das hat auch einen großen Einfluss. Wer sich "ertappt" fühlt, wird auch leichter "Opfer" oder sieht sich als solches. Das macht es gerade Barfußeinsteigern in der Öffentlichkeit so schwierig.
[ Oder bin ich nur ignorant, dass ich nichts bemerke?]
Na ja, eine gewisse Ignoranz ist auch nicht schlecht. Es ist aber schon so, dass die Reaktionen der anderen Leute unterschiedlich beobachtet und somit auch unterschiedlich interpretiert werden.
Wenn ich mich auf die Reaktionen anderer Leute konzentriere, fällt mir natürlich jede Regung sofort auf. Dabei steigt aber auch die Gefahr von Überinterpretation.
Das ging mir auch vor Jahren mal so, als ich beim ersten warmen Frühjahrstag von der Eisdiele kam und mich ein im Kinderwagen entgegengeschobenes Kind im Vorschulalter anstarrte. Da ich barfuß war, lag's an den nackten Füßen, klarer Fall. Als wir auf gleicher Höhe waren, nannte das Kind dann aber den wahren Grund für den sehnsüchtigen Blick: "Mama, ich will auch ein Eis!"
Je weniger Gedanken man sich über anderer Leute Gedanken macht, desto weniger fallen einem echte und vor allem auch falsch interpretierte Reaktionen auf.
Trotzdem bin ich nach wie vor der Überzeugung, dass es regionale Unterschiede bei der Barfußakzeptanz bzw. Reaktionen auf nackte Füße genauso gibt, wie Unterschiede zwischen (Groß-) Stadt und Land oder Abhängigkeiten von Alter, Geschlecht und sonstigem Outfit des Barfüßigen. Serfuß, Jörg (Hanna)

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