Der Barfußpfad Waldhölzbach im Saarland
(Forumbeiträge seit Frühling 2001)

[war einer von Euch schon mal auf dem Barfußwanderweg in Waldhölzbach?]
Ich bin vor zwei oder drei Jahren mal dort gewesen. Es war ein eher kühler und regnerischer Tag, und wenn ich mich recht erinnere, war ich der einzige, der dort barfuß lief.
Der Weg ist durchaus originell angelegt, mit verschiedenen Untergründen und der Möglichkeit, durch einen Wasserlauf zu waten. Aber er ist nicht sehr lang und war zumindest damals nicht im besten Zustand.
Eine weite Anfahrt allein um dort zu laufen lohnt sich meines Erachtens nicht.
Gruß beka

Gestern war ich im nördlichen Saarland unterwegs und habe dabei auch mal den Barfußpfad von Waldhölzbach unter die Lupe (Füße) genommen.
Der Zugang zum Pfad liegt mitten im Dorf beim Gasthaus "Forellenhof". Parkmöglichkeiten auf der anderen Straßenseite beim Bürgerhaus (Feuerwehr).
Wer Lust hat, kann die Schuhe gleich im Auto lassen, aber Achtung! Der ca. 100 Meter lange Zugangsweg zum eigentlichen Barfußpfad ist GESCHOTTERT! Man kann jedoch seitlich auf die Wiese ausweichen.
Am Anfang des Pfades befindet sich ein Regal, in dem eine komplette Reisebusbesatzung ihre Schuhe abstellen könnte.
Dann geht es über flache, im Boden versenkte Steinplatten (schön warm) los. Zuerst kommt ein langes Beet mit wunderbar federndem Rindenmulch. Dann geht es über lehmigen Boden weiter zum ersten Steg. Der Barfußpfad führt nämlich rund um mehrere kleine Weiher und Sumpfstellen (ein kleines Feuchtbiotop). Die Stege führen über die Sumpfstellen. Der Steg besteht aus querliegenden Rundhölzern mit Handlauf. Hier sah man, dass der Pfad schon seit 1996 besteht: Eins der Rundhölzer war durchgebrochen und an mehreren Stellen des ca. 7m langen Steges ächzte und knarrte es bedrohlich.
Es folgten Beete mit Kies in verschiedener Körnung von fein bis hühnereigroß und Beete mit Sand und Mulch. Dann ging's zum ersten Mal in den Bach, der durch das Feuchtbiotop fließt. Über eine Treppe gelangt man rein und läuft mehrere Meter an einem Handlauf durchs Bachbett. Vorsicht! Der Sand und das kalte Wasser sind Spitze, doch es lauern auch kantige Steine. Besonderen Spaß machte es mir und einigen anwesenden Kindern, die Füße spitz nach unten mit ruckelnden Bewegungen tief in den Sand des Bachbettes zu bohren. Tolles Gefühl!
Es folgten weitere Beete mit Sand, Kies und Mulch. Man kann übrigens auch auf die "Attraktionen" verzichten - es besteht stets die Möglichkeit, außen vorbei zu laufen und es geht fast immer über schönen Grasboden (frühmorgens im Tau muss das genial sein!)
Natürlich fehlte auch nicht das obligatorische "Matschloch", in dem ich meine Füße genüsslich suhlte. Weitere Beete mit Kies, Sand und Mulch sind über den ganzen Pfad verteilt und man kann an weiteren Stellen im Bach laufen oder über Stege mit Rundhölzern laufen (ein interessantes Feeling, fand ich. Kannte ich bisher nicht).
Am besten gefiel mir eine Stelle, an der der Bach für mehrere Meter über den Pfad lief. Im knapp zentimetertiefen Wasser gab es weichen Sand (himmlisch), Schlamm und matschiges Gras.
Der Pfad, der außen um alle Weiher rumführt, ist insgesamt 1,7KM lang. Man kann aber auch Abkürzungen wählen oder "Ehrenrunden" drehen.
Was ich gar nicht gut fand: Der Rückweg auf der anderen Seite der Weiher ist mit Splitt bestreut, augenscheinlich um ihn Autotauglich zu machen (Zufahrt zur Schutzhütte). Die kleinen scharfkantigen Steinchen sind für Ungeübte einfach ekelhaft. Prompt beschwerten sich Kinder, die mit ihren Eltern da waren: "Das tut ja total weh!" Doch auch hier kann man ins Gras ausweichen. Es ist kurz gemäht und gut begehbar.
Noch zu erwähnen bleibt, dass überall Schildchen aufgestellt sind, die über Besonderheiten von Flora und Fauna des Biotops informieren. Unangenehm war, dass durch die Weiher begünstigt viele fliegende Plagegeister unterwegs waren (AUTAN nicht vergessen, besonders wenn's schwül ist).
UNBEDINGT BEACHTEN: Die Warnung vor dem giftigen Riesenbärenklau!!! Berührungen führen zu sehr schlimmen Hautreizungen, besonders bei Kindern! Finger (und Zehen) weg davon!!!
Mein persönliches Fazit: Wer in der Nähe wohnt oder Urlaub macht (z. B. am Losheimer Stausee) sollte sich den Pfad mal gönnen. Besonders Kinder haben ihren Spaß an Matsch und Bachläufen.
Schade ist, dass der Pfad bereits "in Auflösung" begriffen ist. Pflegemaßnahmen an solchen Pfaden sind halt sehr teuer, weil alles in Handarbeit gemacht werden muss. An den Stegen wäre was zu tun und aus den Sandbeeten haben Regen und Leute oft den Sand rausgebracht und spitzigen Kies zurückgelassen (gibt sofort Mecker von den Kindern).
Irgendwie erinnert mich das Ganze an die Trimm- Dich- Pfad- Welle Ende der Siebziger Jahre. Alle Orte bauten so einen Pfad und alle Leute fanden es gut und die Trimmpfade wurden sehr intensiv genutzt. Aber dann wurde nix mehr getan und die Pfade verrotteten innerhalb weniger Jahre.
Das finde ich schade. Gerade Barfußpfade sollte es sowieso viel mehr geben, weil halt die meisten Leute zu der "Ich-trau-mich-nicht-so-recht- Fraktion" gehören, die Angst haben, mitten im Wald öffentlich barfuß zu gehen.
Mir selber gefiel der Pfad zwar, aber bis auf die Läufe durchs Bachbett kann ich alles auf meinen "privaten" Wegen rund um meinen Heimatort haben, auch wenn die Leute manchmal blöd glotzen. Sollen sie halt.
So long und herzliche Füße, Steini aus dem Saarland

Und hier der Link zur Webpräsenz des "Barfußwanderweges Waldhölzbach".

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