Barfuß - Pressespiegel von Januar 2005

Durchs Werdensteiner Moos auf weichem Wanderweg
Holzhackschnitzel auf verlängertem Lehrpfad Immenstadt
Um einen weiteren Kilometer verlängert wurde der beliebte Mooslehrpfad am Rande des Werdensteiner Mooses. Er führt jetzt auf einer weichen, die Füße schonenden Unterlage aus Hackschnitzeln vom Immenstädter Ortsteil Thanners bis zur Einmündung des Oberdorfer Weges unterhalb von Eckarts.
Durchgeführt worden sind die Arbeiten vom Städtischen Forstamt und der Landschaftspflegegruppe Eckarts. Dabei mussten auf dem Weg unter schwierigen Bedingungen rund 700 Schüttraummeter Holzhackschnitzel etwa 20 Zentimeter hoch ausgebracht werden. Das dazu nötigte Fichten-, Kiefern- und Birkenholz konnte durch die Unterstützung der Staatsforstverwaltung, direkt im Moos geschlagen werden und wurde kostenlos zur Verfügung gestellt. Ein mobiler, von einem Schlepper betriebener Hacker mit Kranbeschickung häckselte das Material direkt auf der vorgesehenen Trasse, so dass es dann größtenteils von Hand verteilt werden konnte.
Diese Methode hat sich als sehr kostengünstig und effizient erwiesen, versichert Hauptamtsleiter Hans Fischer. Wege mit Hackschnitzeln seien sehr haltbar und müssten nur gelegentlich wieder oberflächig nachgebessert werden. Sie vermitteln ein angenehm federndes Laufgefühl und werden deshalb nicht nur von Wanderern, sondern auch sehr gerne von Joggern und Walkern benutzt.
Reizvolle Einblicke ins Hochmoor
Der Weg im Werdensteiner Moos bietet reizvolle Einblicke in dieses größte Oberallgäuer Hochmoor, in dem durch gezielte Renaturierungsmaßnahmen bereits jetzt viele seltene Tier- und Pflanzenarten eine neue Heimat gefunden haben, so Fischer. Darauf solle auch durch weitere Informations- und Übersichtstafeln hingewiesen werden. Ergänzt werde der Weg um einen "Barfuß-Pfad", der auf eine Idee der Eckartser Vermieter zurückgeht, und Elemente für Kinder. Mit geringem Höhenunterschied kann jetzt in eineinhalb Stunden rund um das Werdensteiner und das angrenzende Oberdorfer Moos gewandert werden. […] Parkplätze gibt es in Thanners und Eckarts (Dorfplatz).
[all-in.de, 02. 01. 2005]


Läuft Ihr Pferd barfuß?
Westend-Geschichten: Emil Lendle hat passende Schuhe […]
Nach Auskunft von Emil Lendle gibt es Menschen, die lieber auf ihr Auto als auf ihr Pferd verzichten würden, wenn sie sich - aus Kostengründen - für eins von beiden entscheiden müssten. Das Pferd im Schaufenster seiner "Reitausstattung von A-Z" indes erweist sich als Sparmodell. Es frisst weder Hafer noch braucht es einen Stall oder tägliche Bewegung. Das attraktive Warmblut ohne bestimmbare Rasse ist aus Pappmaché und in der Nettelbeckstraße ein echter Hingucker, wie man so sagt.[…]
Von A wie Anbindestrick bis Z wie Zügel gibt es in der Nettelbeckstraße alles, was das Herz zumindest des Reiters begehrt und das Pferd für den gemeinsamen Sport benötigt. Gut sortiert lagern hier Gebissbremsen und Zaumzeuge, Pferdebälle und Stalldecken, Damenstiefeletten mit Schaftüberziehern und Stiefelknechte, Reiterhelme, -hosen und -jacken. Erzeugnisse in solider Qualität von einheimischen Markenherstellern, denn Deutschland gilt als das Reiterland schlechthin.
Emil Lendle holt einen "Swiss horse boot" oder Hufschuh aus dem Regal. Kein letzter Modeschrei für den Vierbeiner, sondern eine Alternative zum Hufeisen, wenn man sein Pferd "barfuß" laufen lasse und einen Wanderritt auf schlechtem Weg unternehme. […]
[Wiesbadener Tagblatt, 06. 01. 2005]
Sachen gibt’s …

Apfelsinen fliegen in Mitternachts-Kreis
(fi) „Es ist seit 1823 das erste Mal, dass wir nicht in unserem eigenen Schützensaal feiern, sondern das Gastrecht der Bürgerschützen in Anspruch nehmen“, stellte Major Siegfried Richter vom Uniformierten Schützenkorps (USK) beim Apfelsinenball fest. […] Im kommenden Jahr steht die neue Stadthalle, dann wird wieder an alter Stätte gefeiert. Aber auch so machte der Ball allen USK-Schützen viel Spaß. […]
Für stetes Gedränge auf dem Parkett sorgte die Partyband „red rose“ mit Birgit Freudenthal, Rudi Reinecke und Rolf Jöskowiak. Dieses Trio machte Stimmung mit einem Sound, wie es auch einer größeren Band nicht besser gelungen wäre. Dazu begannen sie ihr Programm mit dem „Kaiserwalzer“ – wie beim Wiener Opernball. […]
Den größten Beifall erhielt der Quick-Stepp, wegen des glatten Bodens und der quirligen Sprünge barfuß getanzt. […]
[Aller Zeitung, 10. 01. 2005]

Feinsinnig entschleunigt
Harald Grill liest aus seiner neuesten Erzählung - Kindheit in Regensburg
Dachelhofen. (zil) Zur Dichterlesung hatte die KAB Dachelhofen mit dem bekannten Oberpfälzer Schriftsteller Harald Grill einen Publikumsmagneten gewinnen können. Dieser verstand es am Samstagabend im Pfarrheim einmal mehr, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen.
Mit seiner Erzählung "Warum die Engel in der Antoniuskirche sogar im Winter barfuß laufen" erinnert er sich an seine Kindheit im Regensburger Kasernenviertel und beeindruckt die Zuhörer mit einem Zeitdokument aus der Sicht eines achtjährigen Buben. […]
Grill bezeichnet sich als einen langsamen Schriftsteller, was er aber nicht so gerne sagen möchte, weil es sich etwas negativ anhöre. Darum sieht er sich eher als "Entschleunigter", was so viel bedeute wie "er habe mehr Zeit zum Leben und könne sich sogar Umwege erlauben". Zehn Jahre lang habe er an seinem neuesten Werk über seine Kindheit in Regensburg gearbeitet. Die Zuhörer lauschen fasziniert, als Harald Grill, zum ersten Mal übrigens, daraus einfühlsame Texte aus der Sicht des achtjährigen Buben vorliest, der in der Nähe der Regensburger Antoniuskirche aufwächst. Die Geschichte, die Ernstes und Nachdenkliches beinhaltet, aber auch mit sehr viel feinsinnigem Humor gespickt ist, beginnt kurz vor dem Advent und endet um den Dreikönigstag. Der Achtjährige lebt mit dem kriegsversehrten Vater, der Mutter und der sechs Jahre jüngeren Schwester in einem Wohnblock am Ende der Stadt. Er nimmt Dinge wahr, die in manchem Widerspruch stehen und für ihn oft unverständlich sind. Der Bub macht sich Gedanken darüber, ob das Christkind als kleines Jesulein schon Flügel gehabt habe. […]
Im Winter barfuß
In der Kirchenbank schaut das dann so aus, als ob er beten würde, aber er betet nicht. Er schaut durch seine Finger und sieht die "mordstrümmer" Engelszehen auf den Wandbildern in der Antoniuskirche über ihm. "Komisch", denkt er sich da, "die Engel sind sogar im Winter barfuß". Warum das so ist, erfährt der Leser in Harald Grills neuester Erzählung, die man sich, wie all seine anderen Werke, nicht entgehen lassen sollte.
[Der Neue Tag, 10. 01. 2005]
Von barfüßigen Engeln ist auch im „Best of“ die Rede.

Tanz auf der Leinwand
Mit freundlichen nackten Füßen: Neue Bilder von Hartwig Ebersbach in der Galerie Rothe […]
In der DDR war Ebersbach in fast allen zentralen Ausstellungen vertreten. Aber auch im Westen war er kein Unbekannter. So wurden seine Bilder zum Beispiel 1986 in einer Einzelausstellung der Frankfurter Galerie Timm Gierig gezeigt. Ebenfalls in den 80er Jahren erwarb die Aachener Sammlung Ludwig Arbeiten von ihm. Schon 1985 erhielt er den Kunstpreis der Künstler in Düsseldorf. In den vergangenen Jahren entstandene Bilder und Papierarbeiten zeigt jetzt die Frankfurter Galerie Rothe. […]
Grundlegend neu ist hingegen die technische Vorgehensweise. In dem Bemühen, Impulse direkt in Malerei umzusetzen, hat der Künstler eine Arbeitsmethode entwickelt, die zu den ausgefallensten zählt, derer sich informelle Maler bedienen. Sie erinnert an performative Vorgehensweisen der Aktionsmalerei. An ihr ist nicht nur die Hand, sondern der ganze Körper beteiligt: Mit nackten Füßen wird die Ölfarbe auf der am Boden liegenden Leinwand verteilt. Der Malakt gerät zu einer Art Tanz. So entsteht eine Form abstrakter expressiver Kunst, die den Kontakt zur äußeren Realität nicht völlig aufgegeben hat. Die Wahrnehmung der Außenwelt vermischt sich mit der inneren Befindlichkeit des Künstlers und führt zu spontanem bildnerischen Gestus. Die Ergebnisse solch unkonventioneller Einsätze des Körpers als Malinstrument verraten den emotionalen Impetus, fallen jedoch nicht so anarchisch aus, wie es der exaltierte Entstehungsprozess vermuten lassen könnte. Es entsteht kein Chaos, sondern eine sehr dynamische, aber dennoch erstaunlich geordnete Bildgestalt.
Breite, zentimeterdick aufgetragene Pigmentbahnen ziehen sich über die Leinwand, vermengen sich, bilden Reliefs und faustdicke Klumpen. Die Leuchtkraft der ungebrochenen Farben wird durch die reinweiß belassenen Gründe unterstützt. Die verhindern eine Versumpfung der wilden Farborgien und verleihen ihnen Frische und Freundlichkeit.
[Frankfurter Rundschau, 10. 01. 2005]]

Einige Indizien dafür, dass Männer manchmal anders heiraten als Frauen […]
Heiraten Männer anders als Frauen? Nein, sollte man meinen, in der Regel heiraten ja beide gleichzeitig.
Dass Männer, zumindest rein organisatorisch, doch ein bisschen anders heiraten als Frauen, ergab am Wochenende eine nicht repräsentative Umfrage auf dem "Hochzeits-Spektakel" in der Heilbronner Harmonie. […]
Ein Mann, der gemeinsam mit seiner Frau anders geheiratet hat, ist übrigens Messe-Organisator Frank Hartmann. Auf einer Hochzeits-Messe kennen gelernt (sie lief als Model für Brautkleider), kehrten beide all dem ganz bewusst den Rücken: Sie heirateten auf Hawaii, barfuß und nur sie beide.
[Hohenloher Zeitung, 17. 01. 2005]

Whisky, Schweißperlen und Tränen der Rührung
Hat er oder hat er nicht? Die Frage, was ein Schotte unter seinem Schottenrock trägt, wurde auch am Samstag nicht beantwortet. Bei der diesjährigen "Robert Burns Nacht" im Heiligenhauser Club zeigte sich nämlich "Vic" Besch von seiner schottischen Modeseite. Sein Partner auf der Bühne, Ian Bruce, verwunderte mit anderen nackten Tatsachen: Barfüßig verlebte er den ganzen Abend.
Was soll man noch zu diesem Duo sagen? Wie jedes Jahr waren die beiden mit Elan und Humor an der Sache. Das Publikum, das sich untereinander von den Jahren zuvor auch noch sehr gut kannte, wusste den Auftritt der beiden zu schätzen. Nicht nur, dass dieser Abend sofort ausverkauft war, auch das schottische Nationalgericht, der Haggis, eine in Schafmagen gehüllte Wurstspezialität, war rasch vergriffen. Mit zwölf verschiedenen Sorten Whisky bot der Club eine große Auswahl des schottischen Nationalgetränks an. Nicht nur durch dieses schottische Lebenswasser wurde es einem schnell recht warm, im Magen wie ums Herz, denn diese beiden Musiker bieten eine ganz spezielle Art der Darbietung von Burns-Liedern. Humorvoll, teilweise extremst sarkastisch, halt typisch britisch, beschäftigen sich die beiden mit den Texten des großen Dichters.
[WAZ, 17. 01. 2005]

Die barfüßige Violinistin Baiba Skride
Kiel (dpa) Als neue «Göttin der Geige», als neuer Star am Klassik-Himmel wird die Violinistin Baiba Skride gefeiert. Die 23-Jährige gilt als die Entdeckung des vergangenen Jahres. In Kiel hat dies die gebürtige Lettin am Sonntag in einem Kammermusikkonzert mit dem Philharmonischen Orchester Kiel bewiesen. Sie wurde für ihren Part im Violinkonzert d-Moll von Jean Sibelius stürmisch gefeiert. Die mädchenhafte junge Frau, die sich bei ihren Konzerten so auf ihre Stradivari konzentriert, dass sie ihr Publikum kaum wahrnimmt, zeigt im schnelllebigen Musikgeschäft viele Gesichter. Mal im Abendkleid, mal in Jeans und Shirt, interpretiert sie Sibelius, Mozart, Bartók, Schubert oder Haydn. «Ich bin so. Bei einem Abendkonzert ziehe ich mich anders an, als bei einem Konzert in einem anderen Umfeld. Ich habe auch schon barfuß gespielt», sagt die 23-Jährige. […]
Sie bedauere, dass klassische Musik so wenig junge Menschen erreiche, sagt Sride. «Viele haben Angst davor, weil sie zu wenig über diese Musik wissen. Man könne doch genauso ins Konzert gehen wie ins Kino. Einführungsgespräche für Konzerte seien deshalb wichtig. Auch sie mache das, wenn sie darum gebeten werde, obwohl sie nicht so gerne vor Menschen rede - lieber spiele sie. […] Dass ihr Ruf als Jung-Star eine schnell vergängliche Ware ist, weiß die Tochter eines lettischen Musiker-Ehepaares. «Ich will eine ganz normale Musikerin, eine ganz normale junge Frau sein und bleiben. Berühmt sein ist nicht wichtig.»
[news.de, 17. 01. 2005]

Im Sole-Nebel eine salzige Meeresbrise einatmen
Bad Rothenfelde (ak) "99 Prozent Luftfeuchtigkeit, Salzgehalt der Luft fünf Prozent, Sichtweite ein Meter": Was sich wie die Wettermeldung von einem in der Nordsee bei dichtem Nebel herumstochernden Schiff anhört, ist der willkommene Zustand, den an Atemwegserkrankungen leidende Menschen in der Inhalationskammer im Neuen Gradierwerk finden.
Seit Anfang Juli 2001 wurden in der Inhalationskammer bislang 180000 Besucher gezählt. Auch wenn der Zuspruch inzwischen ein wenig nachgelassen habe, sei die Einrichtung zusammen mit dem 100 Meter langen Informationsgang im Innern des von 1818 bis 1824 erbauten Gradierwerkes eine "totale Erfolgsgeschichte" […] Die frische, salzige Meeresbrise wie an der Nordsee, die von Menschen mit Asthma so geschätzt wird, bemerken die Besucher schon beim Eintritt in den 100 Meter langen, drei Meter breiten und etwa vier Meter hohen Demonstrationsgang, der zur Inhalationskammer führt. Der angenehm zu begehende Gang ist mit einem Boden aus Fichtenholz ausgestattet, in Abständen befinden sich große Öffnungen im Deckenbereich, so dass man hoch in das Gradierwerksgerüst schauen kann. Teile der Wände sind auch nach innen hin sichtbar mit Schwarzdorn versehen, so dass sich das gleiche Bild wie beim Blick auf die Gradierwerkswände außen bietet.
"Verschiedene Besucher", erläutert Peters, "haben auch schon den Wunsch geäußert, einen so genannten 'Kneippschen Gang' im Demonstrationsgang anzulegen, um den Weg zur Inhalationskammer barfuß durch die Sole zurückzulegen. Das jedoch, schränkt er ein, wäre wegen der Temperatur nur im Sommer zu empfehlen. Man denke bei der Kurverwaltung aber darüber nach […]
[Neue OZ Online, 17. 01. 2005]

Laues Lüftchen vom Lago
Im Frankfurter Allgemeinen Hochschulanzeiger ist die weite Welt des modernen Leistungsspießers zuhause […]
» Wenn Alexandra Gruber im Flieger unterwegs ist, hat sie in der Regel wenig Zeit, die Aussicht zu genießen.« Mit solchen Sätzen und einer hohen Auflage von 230 000 Exemplaren verbreitet der alle zwei Monate in Frankfurt am Main erscheinende Frankfurter Allgemeine Hochschulanzeiger seit Dezember 1988 (damals noch als Uni-FAZ) pittoreske Thesen zum Sein und Werden »für den Fach- und Führungskräftenachwuchs«. Zwischen den Zeilen des Magazins ist die ganze Welt ein Hort pyknischer Leistungsträger, die hoch erfreut 12,5 Stunden pro Tag arbeiten, wöchentlich einen Triathlon mitnehmen und monatlich mittels Hypnosetechnik zwei neue Fremdsprachen erlernen […]
Das Wort »Karriere« findet sich auf 92 Seiten allein in den Überschriften 21 Mal wieder. (Diese Form von inhaltlicher Redundanz erreicht ansonsten nur Paulo Coelho.) Um die redaktionelle Wortgewalt noch zu unterstützen, sind die zahlreichen großformatigen Werbebildchen eifrig inserierender Fortune-500-Unternehmen allesamt moderne Interpretationen des Karrieremotivs voll inhaltlicher Tiefe: barfuß am Laptop, fröhliches Formationsfallschirmspringen, Handstand in Hotpants, Horizonte, Schluchten, Menschen mit visionärem Antlitz – alles hier spiegelt Freiheit und Kompetenz wieder: der beruflich Erfolgreiche als ein ganz normaler (egomaner) Mensch […]
[Jungle World, 19. 01. 2005]

Von einem wirklich erfolgreichen Unternehmer, der zumindest zu Anfang seines Berufslebens barfuß an der EDV saß, handelt folgender Bericht:

Breakout
Barfuß durch die Wand
Seine Auftritte waren immer schon ausgefallen. Vom heutigen Apple-Chef Steve Jobs ist überliefert, dass er in seinen wilden Zeiten meist nur barfuß herumlief und eine lange Mähne trug. Das mit den Haaren muss man im Zeitkontext sehen: Auf Bildern aus den Siebzigern sieht Jobs, nach heutigem Maßstab, manierlich aus. Und barfuß kommt man eben am schnellsten zur Erleuchtung.
Der Milliardär mit dem gepflegten Auftreten eines kumpelhaften College-Professors hat in den vergangenen 30 Jahren vermutlich mehr zur Unterhaltungsindustrie beigetragen als mancher Großkonzern aus der Sony-Liga. Derzeit verkauft er vor allem Mini-Macs und iPods, doch Mitte der siebziger Jahre war Jobs ganz anders drauf. Der noch keine 20 Jahre junge Mann träumte davon, nach Indien zu reisen. Und zwar auf Buddha komm raus. Ein Buch über Zenbuddhismus hatte es ihm angetan. Steve suchte Sinn. Weil man aber, um ein armer Pilger sein zu dürfen, auch zu jener Zeit richtig viel Kohle brauchte, musste Jobs zunächst einmal zu Geld kommen. Es war die Zeit der frühen Computerindustrie. In Bars und Kneipen standen die ersten Spielgeräte, auf denen man lustige Programme wie Pong im Tausch gegen Vierteldollarmünzen spielen konnte. Steve war begeistert: Technik, Unterhaltung und Dollars. Das war eine Mischung, die auch Karma hatte. Also schlurfte er eines Tages in die Atari-Zentrale im Silicon Valley und bot seine Dienste an. Er wurde Mitarbeiter Nummer 40. Aus seiner Zeit bei Atari ist nur ein wirklich wichtiger Wegstein überliefert: die Erfindung von Breakout. […] Atari wurde verkauft und ging irgendwann Pleite. Aus Breakout wurde ein tausendfach kopierter Klassiker. Steve und Steve begannen bald darauf, eigene Computer mit Apfel-Symbol zu verkaufen. […]
Was nicht alles geschehen kann, wenn man mal die Ringelsöckchen lüftet.
[Stuttgarter Nachrichten, 26. 01. 2005]


Gäste suchen Urlaub vor eigener Haustür
MÜHLACKER/MAULBRONN. Der Urlaub vor der eigenen Haustür gewinnt wieder spürbar an Bedeutung. Das ist der erste Eindruck der Tourismusgemeinschaft Kraichgau-Stromberg nach den ersten vier Tagen auf der Caravan-Touristik-Messe in Stuttgart. Dieser Trend am Informationsstand in der Halle vier auf dem Killesberg kommt den Gemeinden aus der Region entgegen […]
Bürgermeister Werner Henle aus Ötisheim ist am morgigen Donnerstag auf dem Killesberg prominentester Werber für den östlichen Enzkreis. "Wir sind mit unserer Gastronomie, dem Waldensermuseum und unserem Barfußpfad am Naturfreundehaus nur ein Geheimtipp", sagte gestern Koordinator Rudolf Haller zur PZ. Dabei muss der erfahrene Hauptamtsleiter in Sachen Werbung für die seit September bestehende 1200 Meter lange Barfußstrecke über Kies und Sand, durch Schlamm und Wasser recht vorsichtig sein, um nicht zu viele Naturfreunde anzulocken. "Rund um die Strecke fehlt noch die Infrastruktur. Wir haben nicht einmal Toiletten am Pfad", gab sich Haller recht zurückhaltend. Außerdem sei das benachbarte Naturfreundehaus nur am Wochenende geöffnet. Andererseits hätten schon Tausende den Barfußpfad getestet.
[Pforzheimer Zeitung, 19. 01. 2005]

Jörg Berger »Ich glaube ganz fest an Hansa Rostock«
Warum er weiter sehr optimistisch ist und wie seine Kindheit und Jugend in der DDR war, erzählt uns Jörg Berger im Interview.
Sie sind an der Ostsee geboren. Eine Rückkehr nach Hause?
Es hat viele Jahre gedauert, bis ich wieder am Meer gelandet bin. Ich wurde 1944 in Gotenhafen, heute Gdynia, geboren. Als die Front näher rückte, buchte meine Mutter für uns, eine Freundin und deren Sohn Kabinen auf der »Wilhelm Gustloff«. Aus Angst vor Luftangriffen und weil eine Schiffsreise mit Kleinkindern beschwerlich ist, fuhren wir mit dem Zug nach Deutschland. Unser Glück. Das Schiff wurde durch Torpedos versenkt.
Wo endete die Flucht?
In Lindhardt bei Leipzig. Mein Opa war dort Förster. Und wir hatten die Möglichkeit, nach Kriegsende etwas angenehmer zu leben als in der Großstadt. Später kam auch mein Vater da hin. Meine Mutter ist gebürtige Schwedin und hat in Gotenhafen gelebt. Dann waren wir alle zusammen in der sowjetisch besetzten Zone.
Wie war Ihre Kindheit?
Toll, schon weil ich in einer Försterei aufwuchs. […] Was den Fußball angeht: Ich war täglich auf dem Platz. Aber meine Eltern hatten kein Geld, um mir Sportschuhe zu kaufen. Also spielte ich barfuß, bis es richtig kalt war. Sicher, ich wuchs in einfachen Verhältnissen auf, aber es hat nichts geschadet, und das eine oder andere hat mich auch hart, stark gemacht. […]
[Super-illu, 21. 01. 2005]

Drei Monate will er in Sri Lanka Flutopfern helfen
Der 23-jährige Martin Schleyer aus Repperndorf (Lkr. Kitzingen) ist ein Mann schneller Entscheidungen. Dem gelernten Gas- und Wasserinstallateur bestätigte die Hilfsorganisation Tamil Rehabilitation Organisation Germany (TRO), dass nach der Flutkatastrophe noch jede Hand vor Ort gebraucht werde. Am Dienstag fliegt Schleyer auf eigene Faust in Frankfurt los - im Gepäck eine Motorsäge, am Leib einen Blaumann und ohne Schuhe: Die trägt er nämlich nicht - auch im Winter nicht. Seine Mission: Die Welt ein wenig besser zu verlassen, als er sie vorgefunden hat. Dafür bringt der Individualist auch Opfer: Seinen Job zum Beispiel hat er gekündigt.
[Mainpost, 21. 01. 2005]

"Wetten, dass...?"
Nackte Bäuche, nackte Füße
·Gottschalks Show – Bäuche, Promis, blanke Füße
Beim Auftritt von Joss Stone in Hannover klappten am Samstagabend den Zuschauern sämtliche Kinnladen herunter. Die noch relativ unbekannte 17-Jährige sang „You Had Me“ – einen Song aus ihrem aktuellen Album „Mind, Body & Soul“. Sie trat barfuß auf, live – und nach wenigen Takten hatte jeder begriffen, dass sie in einem Atemzug mit Aretha Franklin, Tina Turner und Anastacia genannt werden muss […]
[Focus Online, 22. 01. 2005]

Natur erleben rund um den Bullensee […]
Rotenburg/Kirchwalsede. (rm). Das Große und Weiße Moor ist eines der wertvollsten Hochmoore in Niedersachsen. Der Nabu möchte das Gebiet zwischen Rotenburg und Kirchwalsede in Teilen der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen. Ein umfangreiches Konzept dafür stellte der Vorstand gestern Abend der Jahreshauptversammlung vor.
Zur Beruhigung: Gebadet werden soll im Bullensee natürlich weiter. Kern des Programms sind vier Rundwanderwege. Länge: drei, fünf, sieben und zehn Kilometer. Vom Großer Bullensee aus führen sie durch moortypische Zonen, landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft und Wälder. Auch dereinst von alten Pferde- und Rinderrassen beweidete Ausgleichsflächen im Norden Rotenburgs werden einbezogen. Sanfter Tourismus also mit dem Ziel, Besuchern die Schönheit der Natur zu zeigen und so für ihren Schutz zu werben. Dazu sollen ausgeklügelte Info-Tafeln längs der Wege beitragen.
Besonderes Bonbon: Der Kiosk am Rande des Bullensees könnte zu einem Informationszentrum und einladenden Cafe fortentwickelt werden. In seiner Nähe soll ein Abenteuerpfad angelegt werden, der besonders Kinder anspricht. Themen etwa: Wie fühlt sich der Boden barfuß an? Und wie überwanden die Vorfahren die vielen Entwässerungsgräben? Schaffe ich das auch? – Ein gut angenommenes Vorbild für einen solchen Parcours befindet sich am Huvenhoopsmoor bei Augustendorf. […]
[Rotenburger Rundschau, 26. 01. 2005]

ENTWICKLUNG - Wo drückt der Schuh?
Fast alle Kinder kommen mit gesunden Füßen zur Welt, doch 60 Prozent der Erwachsenen haben Fußschäden. Hauptgrund dafür sind Frühschädigungen durch zu kleine oder zu große Kinderschuhe. Kinderfüße sind weich wie Gummi. Deshalb passen sie sich auch Schuhen, die eigentlich zu klein sind, noch an. „Weil Kinderfüße von einer dicken Fettschicht umgeben sind und sich das Nervensystem erst noch entwickeln muss, spüren Kinder keine Schmerzen, wenn ihre Füße in zu kleine Schuhe gezwängt werden. Dadurch werden die kleinen Füße verformt, ohne dass es überhaupt auffällt” […]
„Die Füße sind die Basis, quasi das Fundament des Körpers. Wenn sie beeinträchtigt sind, wird die ganze Körperstatik verändert”, sagt die Expertin. Im Erwachsenenalter kommt es dann oft zu Beschwerden oder Erkrankungen der Füße und des Bewegungsapparates. Aber was kann man tun, um Schäden an den Füßen und damit einer Schädigung des gesamten Bewegungsapparates vorzubeugen? Barfuß laufen Kinderfüße brauchen viel Bewegung und vor allem Bewegungsfreiheit: Barfuß laufen ist gut für ihre Entwicklung, wie überhaupt Bewegung die gesunde Entwicklung der Kinderfüße unterstützt. […]
[Ratgeber Wellness und Gesundheit, 28. 01. 2005]

Wenn Skifahrer über die Piste tanzen
Tanzen und Skifahren haben mehr gemeinsam als man denkt. Michael Widmer-Willam lehrt in einem ungewöhnlichen Kurs die Choreografie des Skilaufs. Die OÖN waren dabei.
Der erste Weg am Morgen führt nicht auf die Piste, sondern in den Gemeindesaal in Au. Widmer-Willam hat den kleinen Ort im Bregenzerwald für sein ungewöhnliches Ski-Projekt ausgewählt. Er ist Tänzer, Choreograf und Landes-Skilehrer. Sein Kurs ist Teil des Programms der Skischule Au-Schoppernau.
Schnee, Berge und Sonne kann man beim ersten Teil des Skitages im Gemeindesaal nur durchs Fenster sehen. Die Skischuhe bleiben vor der Tür. Wir sind barfuß und tragen Trainingsbekleidung. "Versucht erst einmal, eure Körperachse wahrzunehmen", sagt Michael. Das tun wir und bewegen später jedes einzelne Gelenk. Vom Handgelenk bis zum Sprunggelenk - das übrigens beim Skifahren eine wesentliche Rolle inne hat. Das wird beim Trockentraining für die alpine Grundhaltung klar. "Nicht die Knie werden nach vorne geschoben, sondern wir lassen das Sprunggelenk und das Hüftgelenk einknicken - dann wandern die Knie automatisch nach vorne", erklärt Michael. Wir üben und üben und es entsteht so etwas wie eine Choreografie, die schon einiges mit einem Schwung auf der Piste zu tun hat.
Der Aufbau seiner Kurse orientiere sich an Tanztechnikklassen, sagt Widmer-Willam. Bei den Übungen im Trockenen gehe es darum, eine gute Bodenhaftung aufzubauen, das Gleichgewicht zu verfeinern - einfach um ein tieferes Verständnis der Bewegungsabläufe beim Skifahren. Nach einer guten Stunde Aufwärmtraining geht's auf die Piste. "Versucht, das Körpergefühl mit in die Skischuhe zu nehmen", sagt Michael. Endlich auf den Skiern wollen wir das Gelernte gleich ausprobieren: "Ihr müsst mit den Füßen Verbindung zum Schnee haben. Der große Zehe leitet den Schwung ein." […]
Nach der letzten Abfahrt dürfen wir uns zwar der Skischuhe entledigen, zu Ende ist der Kurs aber noch nicht. Mit Entspannungsübungen und sanftem Dehnen im Gemeindesaal klingt der Skitag aus. Der Körper dankt es mit dem Ausbleiben des Muskelkaters.
[OÖNachrichten, 29. 01. 2005]
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