Barfuß - Pressespiegel von März 2005 

Von wilden Weibern und zahmen Damen

Internationaler Frauentag mit Vor- und Nachspiel […]

Munter am Morgen präsentieren sich auch in Griesheim, ab 10.30 Uhr im Bürgerhaus am Kreuz, Liedermacherin Ilse Sturmfels (Kennzeichen: barfuß) mit Gitarre und Agnes Schmidt von der Luise-Büchner-Bibliothek (Darmstadt), die von den Anfängen der Frauenbewegung berichtet. […]

[Landkreis Darmstadt-Dieburg, 01. 03. 2005]


Nie mehr Schweißfüße – Eine neue Operationsmethode am LKH Gmunden macht’s möglich! […]
Schwitzen ist zwar eine ganz natürliche und wichtige Reaktion des Körpers, angenehm ist das nasse, klebrige Gefühl besonders an den Füßen aber trotzdem nicht. Im Landes-Krankenhaus Gmunden wird Menschen mit überdurchschnittlich hoher Schweißproduktion, so genannter Hyperhidrosis, jetzt eine ganz neue Behandlungsform angeboten.

Normalerweise reicht es gerade im Winter, die warmen Schuhe immer gut trocken zu lassen, die Füße regelmäßig einzucremen und zu pudern sowie zu Hause viel barfuss zu gehen. Dann hat der typische „Käsegeruch" keine Chance! Bei Menschen mit Hyperhidrosis versagen jedoch alle Hausmittel. Ihnen kann nun mit einer schonenden Operationstechnik geholfen werden. […]

Mittels Schlüssellochchirurgie und zwei millimeterkleinen Schnitten sind krankhafte Schweißfüße künftig kein Thema mehr. Dr. Rieger weiß, wie es geht: „Im Prinzip besteht die Operation darin, jene Nervenfasern zu durchtrennen, die für die Schweißsekretion zuständig sind. Durch winzige Hautöffnungen im Flankenbereich führt der Operateur eine Kamera und das stabsförmige Instrument ein und trennt die Nervenfasern in Höhe der Lendenwirbelsäule ab."[…]

Die ersten Erfolge mit der neuen Behandlung stimmen Dozent Rieger sehr zuversichtlich: „Nach Vorliegen der ersten Ergebnisse könnte sich dieses Operationsverfahren zu einer effektiven Option zur Behandlung von krankhaften Schweißfüßen entwickeln, mit der wir vielen Menschen die Lebensqualität wieder zurückgeben können."

[Salzkammergut Internet Zeitung, 01. 03. 2005]


Vom Gefühl barfuß zu laufen

Robert Fliri ist ein naturverbundener Mensch, er schätzt die Bewegung in der freien Natur, schöpft Kraft bei Wanderungen am Vinschger Sonnenberg. Bei all seinen Aktivitäten im Freien hatte er immer das Gefühl, als müsse es sich angenehmer und befreiender anfühlen, wenn man barfuß laufen würde. Er wurde sich bewusst, dass die Füße als sensible Tastorgane und das damit verbundene Empfinden vom barfuß laufen in unserer Gesellschaft in Vergessenheit geraten sind.

Nach Abschluss der Gewerbeoberschule in Bozen suchte sich der junge Mann einen Arbeitsplatz in der Natur. Für zwei Jahre arbeitet er als Holzfäller in der Nähe seines Heimatortes. Aus reiner Neugierde schrieb er sich anschließend in die damalige Akademie für Design in Bozen ein.

Im Rahmen einer Konzeptarbeit bekamen die Studenten den Auftrag zum Thema "Sport is fun" ein Projekt auszuarbeiten. Robert nahm diese Gelegenheit wahr und beschloss, einen Turnschuh zu entwickeln, mit dem man ganz bewusst jede Bewegung spüren kann; einen Schuh, mit dem man das Gefühl hat, barfuß zu laufen. Nach ausgiebigen und intensiven Recherchen war die Anfertigung des ersten Prototyps an der Reihe. Auf dem Flohmarkt kaufte er sich alte Badeanzüge und übte sich im Anfertigen einer Art Handschuh für den Fuß. Nach stundenlangem Nähen mit unzähligen schmerzenden Fehlstichen in die Zehen entstand so der erste "Fußschuh". All die Mühe sollte jedoch nicht umsonst sein, denn bei der Präsentation des Projektes stieß seine Idee auf großes Interesse.

Der Gedanke, ohne Schmerzen barfuß laufen zu können, lies den angehenden Produktdesigner auch daraufhin nicht mehr los. Weiterhin sammelte er alles, was für eine Weiterentwicklung interessant sein k0nnte: orthopädisches und anthropologisches Hintergrundwissen, Kenntnisse über Materialien und Produktionstechniken. Weitere Prototypen wurden gebaut und der Entwurf laufend verfeinert.

Eher durch Zufall kam dann plötzlich der Kontakt mit dem weltbekannten Sohlenhersteller Vibram zustande, woraufhin unverzüglich an der konkreten Realisierung des Produktes selbst begonnen wurde.

"Il Tatto" heißt seine Entwicklung, wird ab sofort in China produziert und ist in ausgewählten Geschäften in einigen Wochen erhältlich. Robert vergleicht seine Entwicklung mit einem Handschuh (nur eben für den Fuß), der sehr vielseitig einsetzbar ist. Generell findet er Anwendung im Freien, immer wenn man Lust zur Bewegung verspürt. Sehr geeignet sind seine Tattos bei leichten Outdooraktivitäten wie z.B. bei Wanderungen, im Wasser, für Trekkingreisen, usw.[…]

[Der Vinschger, 02. 03. 2005]


EISZEIT

Eine Wüste mitten im Eis […]

Um auf dem Eisbrecher bei hohem Wellengang schlafen zu können, kriecht ein Franzose unter die Tischtennisplatte. Ein Italiener sorgt sich um den schrumpfenden Vorrat an Parmesan. Und alle Männer und Frauen an Bord sind gespannt auf einen völlig eisfreien Flecken Land mitten in der Antarktis. […]

Heute ist mal wieder ein bisschen "Rock'n Roll" angesagt. So nennt man das, wenn die Kapitan Khlebnikov die etwas andere Berg - und Talfahrt macht. An Schlafen ist nicht zu denken. […]

Ferngesteuertes Frühstück

Heute Morgen sah man etliche zerknirschte Gestalten. Eine Frau erschien sogar barfuß zum Frühstück, weil sie sich nicht auf ihre Schnürsenkel konzentrieren konnte. Sie wurde dann aber schnell des Frühstück-Feldes verwiesen, weil kurz zuvor ein Großteil des Buffets Bestrebungen gemacht hatte, sich nach Deck 3 zu verkrümeln und noch nicht alle Splitter beseitigt waren. Schiffsführung und Expeditionsleitung sind dann sehr besorgt.

[Spiegel Online, 04. 03. 2005]

Schlechte Rahmenbedingungen für Barfüßer(innen) …


Ein guter Auftritt

Wie schnell wachsen Kinderfüße? - Wie häufig braucht ein Kind neue Schuhe? - Und darf man Schuhe vererben?

Eine abwechslungsreiche Bewegung ist das A und O für gesunde Kinderfüße. Lassen Sie deshalb Ihr Kind so oft wie möglich barfuß laufen. Es trainiert nicht nur das knöcherne Gerüst und die Muskeln der Füße. Es hält auch Bänder und Sehnen elastisch, erlaubt ungehindertes Abrollen und beugt Plattfüßen vor.

Schuhe haben an Kinderfüßen eigentlich nur eine Schutzfunktion. Sie sollen die Füße vor Kälte, Nässe und Verletzungen bewahren. Halt und Stütze braucht der Fuß nicht. Der optimale Schuh passt sich der Bewegung des Fußes an, nicht anders herum.[…]

[NÖN Online, 04. 03. 2005]


JOY Interview mit Til Schweiger (41) "Alles für die Liebe!"

München (ots) - Sechs Jahre war er in Amerika, jetzt zog Til Schweiger (41) nach Hamburg. Der Schauspieler spricht im Interview mit dem Trendmagazin JOY über die Liebe, das Barfuß laufen und seinen neuen Film, in dem er einen jungen Mann spielt, der sich in ein psychisch krankes Mädchen namens Leila verliebt.[…]

Den Reiz den Film "Barfuß" zu drehen erklärt er so: "Es ist ein modernes Märchen, eine Liebeserklärung an die Liebe. Ein romantischer, emotionaler und witziger Film, der ein wunderschönes Happy End hat. So schön läuft es im richtigen Leben in der Liebe meistens nicht ab. Vielleicht ist er Anreiz, mehr für die Liebe zu tun." Aus Liebe würde er sehr viel tun: "Wahrscheinlich würde ich mich sogar, so wie Nick und Leila, in die Klapse einweisen lassen."

Barfuß laufen bedeutet für Til Schweiger Freiheit: "Das kann man hier leider nur selten. Aber als wir noch in Kalifornien lebten, war ich oft barfuß unterwegs. Ohne Schuhe über eine warme Wiese oder einen Sandstrand zu gehen, das ist schon ein Gefühl von Freiheit."

Mittlerweile lebt er wieder mit seiner Familie in Deutschland und es gibt Dinge, die er vermisst: "Das Wetter und die Privatheit. In Amerika fühlte ich mich in die Zeit zurückversetzt, als ich noch nicht bekannt war." […]

Das ausführliche Interview erscheint in der neuen JOY

[EVT, 07. 03. 2005]

Falls der Film ähnlich gut ist wie die Öffentlichkeitsarbeit von Herrn Schweiger, der mir täglich bei den Datenbankabfragen „über den Weg läuft", dann ist er jedenfalls sehenswert!


Was Ihr Podologe leisten kann

Diabetikerfüße haben es nicht leicht. Ihr Podologe bietet Fußpflege aus erster Hand […]

Bis zu 300 000 Mal im Jahr diagnostizieren Ärzte in Deutschland ein „diabetisches Fußsyndrom". Immerhin ein Viertel der Gesamtkosten für die stationäre Behandlung von Diabetikern und die Hälfte aller bei ihnen anfallenden Krankenhaustage werden durch dieses Krankheitsbild verursacht. In den meisten Fällen steckt hinter dem „diabetischen Fuß", wie Ärzte das Problem gerne abkürzen, das Zusammentreffen von Nervenschäden und Durchblutungsstörungen – beides infolge meist langjährig schlecht eingestellter Blutzuckerwerte. Wegen der Nervenschäden fehlt häufig der warnende Schmerz, wenn es zu kleinen, aber auch größeren Verletzungen kommt. Die schlechte Durchblutung wiederum bereitet den Nährboden dafür, dass sich auch aus kleinsten Verletzungen schnell tiefe Wunden entwickeln. Die beste Versicherung für Diabetikerfüße ist daher, neben einer möglichst optimalen Blutzuckereinstellung, die gewissenhafte tägliche Pflege. Genauso wichtig ist es, sich rechtzeitig kompetente Hilfe zu holen.

Zum Beispiel bei einem Podologen:

Praxis für Podologie" steht an der Türe von Frank Schmitz. Schmitz ist staatlich geprüfter medizinischer Fußpfleger (Podologie stammt aus dem Griechischen und bedeutet: Lehre vom Fuß). Zwei Drittel seiner Patienten sind Diabetiker. […]

Besonders wichtig ist die regelmäßige Selbst-Inspektion der Füße durch den Diabetiker. Der Podologe hat sich dafür eine „High-Tech"-Lösung ausgedacht: Er empfiehlt, die Füße mit einer Digitalkamera zu betrachten, die an den Fernseher angeschlossen wird. „Am Bildschirm werden auch die kleinsten Veränderungen sichtbar!", weiß Schmitz. […]

[DiabetesPro, 07. 03. 2005]


Vogelpredigt und Sonnengesang

Franz von Assisi - der Name ist wohl jedem ein Begriff. Während der eine damit den Sonnengesang verbindet, sieht ein anderer ein Bild vor sich, auf dem Franziskus mit den Vögeln spricht. 65 Mädchen und Jungen in der Katholischen Kindertagesstätte St. Katharina in Glehn beschäftigen sich in dieser Woche fünf Nachmittage lang mit dem katholischen Heiligen.

Sie hören nicht nur täglich Geschichten aus dem Leben des Franziskus, der von 1182 bis 1226 lebte, sondern basteln, spielen, singen und malen zu dem Thema. Ein Barfuß-Pfad gehört ebenso dazu wie ein Stegreifspiel und der Bau einer Kirche aus Pappe.

„Puh, der Matsch war wirklich eklig", meint der sechsjährige Jonas nach dem Durchschreiten des Parcours, während die gleichaltrige Paula das Waten durch das Erde-Wasser-Gemisch am schönsten fand. „Ah, eiskalt", so der Kommentar von Alisha (3) zum Schnee, der kurzerhand von draußen in den Flur geholt worden war und den viele zunächst für Watte hielten.

Auch Stroh und Steine ertasteten die Drei- bis Sechsjährigen mutig mit ihren Füßen und stellten sich schnell noch mal hinten an, um sich erneut mit nackten Füssen auf den Weg zu machen. „Die wollen gar nicht mehr aufhören", lacht Sabine Paulus, Gruppenleiterin der Marienkäfergruppe, während sie die gröbsten Matschspuren auf den Fliesen beseitigt. Vorher hatten die Minis die Geschichte von Franziskus gehört, der auf das Erbe des reichen Tuchhändler-Vaters verzichtet.

„Der hat sich ausgezogen und alles abgegeben", erzählt die fünfjährige Elisabeth - offensichtlich fasziniert von dem mutigen Mann, der seine edlen Kleider gegen eine Mönchskutte tauschte.

[Neuß-Grevenbroicher Zeitung, 09. 03. 2005]


El Bombodromi trifft Mister Ed

Lokale Stars in der Manege des Zirkus Humberto […]

WITTSTOCK Der Anfang war ja noch relativ einfach. "El Bombodromi", der Fakir, lief mit einem brennenden Feuerstock in der Hand einmal ums Manegenrund. Dann sengte er sich die Haare der Unterarme an. Kein Schmerzensschrei, kein verzerrtes Gesicht - und das Zirkuspublikum staunte, was der Kommandant des Truppenübungsplatzes sich so alles traut.

Wolfgang Engel, im normalen Leben Oberstleutnant, ging am Freitag bei "Stars in der Manege" unter die Zirkusleute. Und schon für die kleine Nummer mit dem Feuer bekam er jede Menge Applaus […]

Aber zurück zu "El Bombodromi". Der "richtige" Fakir zeigte ihm und dem Zirkuspublikum dann noch, dass man, wenn man es beherrscht, Feuer auch aus dem Mund brennen lassen kann. Dann musste "El Bomboromi" doch noch mal ran - erst stellte er sich auf ein Nagelbrett, dann barfuß in einen Scherbenhaufen. "Oh, tat das weh", sagte er nach seinem Auftritt dem Moderator Holly Post. […]

[Märkische Allgemeine, 13. 03. 2005]


Sängerin Joss Stone versucht sich als Model

In der Musikwelt ist die erst 17-jährige Joss Stone bereits ein Star, vielfach ausgezeichnet und auch von den Kritikern hoch gelobt. Nun scheint die junge Britin auch die Modewelt zu erobern, wie der Londoner "Evening Standard" schreibt. So habe sich die Zeitschrift "Vogue" bei der Soulsängerin gemeldet und mit ihr eine Modestrecke produziert. Darin trägt Stone, die vorzugsweise barfuß und in weiten Hippiklamotten auftritt, Haute-Couture-Modelle von Designern wie Gaultier und Valentino.

Zuviel des Ruhms ...

Nur Schuhe wollte die Sängerin, deren Stimme gern mit der von Aretha Franklin verglichen wird, auch hier nicht tragen.

In ihrer englischen Heimat wird Stone demnächst in einer Anzeigenkampagne für die amerikanische Modefirma Gap werben, und das in einer TV-Kampagne und auf Plakaten. Darüber sei sie auch sehr geschmeichelt, zitierte die Zeitung die junge Frau.

Generell sei ihr der Rummel um ihre Person in den vergangenen Monaten aber ein wenig zu viel geworden. "Ich verdiene diese Aufmerksamkeit nicht. Ich fühle mich unwohl dabei. Ich bin doch keine Berühmtheit. Ich halte mir doch nur ein Mikrophon vor den Mund und singe."

[N24, 15. 03. 2005]

Zumindest was den Barfuß – Stil anbelangt, bleibt sie sich treu …


Duftorgel warb für den Nationalpark Eifel […]

Die Besucher konnten auch mit nackten Füßen über einen Waldweg gehen. […]

In Sachen Gästewerbung ging das Nationalparkforstamt in Berlin eigene Wege. Jutta Wagner und die beiden Ranger Dieter Stollenwerk und Sascha Wilden hatten den Stand des Nationalparks Eifel in der Nähe der Präsentationen des Umweltministeriums und des Naturschutzbundes (NABU) aufgebaut. […]

Jutta Wagner und die beiden Ranger hatten in Berlin einiges aufzubieten. Ein großes Holzschild „Nationalpark Eifel" lockte Besucher an, die aktiv in das Ausstellungsgeschehen mit einbezogen wurden. An einer Duftorgel konnten Neugierige Gerüche bestimmen, durch eine Holzwand konnten sie die Natur „begreifen", während sie an anderer Stelle auf einem extra angelegten Waldweg die Natur mit nackten Füßen „fühlen" und erleben konnten: für Berliner Großstädter wahrlich ein schwieriges Unterfangen. […]

[Kölner Stadt-Anzeiger, 16. 03. 2005]


Erziehung zu Respekt und Menschenwürde

In der Marie-Juchacz-Kindertagesstätte haben alle einen großen Spaß […]

KASTEL Gerechtigkeit, Gleichheit, Solidarität, Toleranz und Demokratie zählen zu den wichtigen Werten der Arbeiterwohlfahrt. An diesem magischen Fünfeck orientiert sich die Arbeit der Marie-Juchacz-Kindertagesstätte im Rinkerviertel. 63 Kinder erhalten hier nicht nur eine Tagesbetreuung, sondern eine Anleitung, wie sie stark und selbstbewusst ihr Leben meistern können. […]

An jedem Tag bei jedem Wetter gehen die Kinder hinaus in die freie Natur, damit sie sich gesund bewegen können. Die Pädagoginnen können ein Lied davon singen, in welchem Zustand ihre Schützlinge nach einem vor dem Fernseher oder am Computer verbrachten Wochenende am Montag wieder in die Kita kommen. Viele reagieren auf geistige und räumliche Enge mit Unruhe und Aggressionen. Die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab. Doch die Erzieherinnen sorgen vor. Einmal wöchentlich steht ein Bewegungstag auf dem Programm. In einem mit bunten Matten ausgelegten Raum wird dem notorischen Bewegungsmangel der Kampf angesagt. […]

Zu den Stärken rechnet die Marie-Juchacz-Kindertagesstätte ihren von vielfältigen Strukturen bestimmten Garten, in dem die Kinder barfuß herumlaufen und spüren können, wie sich von Wasser umspülte Kieselsteine und breiiger Matsch anfühlen. […]

[Rhein Main Presse, 16. 03. 2005]


Das Gefühl zu fliegen […]

Wer es einmal ausprobiert hat, weiß es: Ein Trampolin weckt das Gefühl, für einen Moment zu fliegen. Aber nur wenige wissen, dass das Trampolin sogar als Fitness-Gerät für zu Hause genutzt werden kann. Dazu braucht man keinen Palast mit meterhohen Decken. Vielmehr komme es auf die Auswahl des richtigen Trampolins für die jeweiligen Zwecke und auf die richtige Technik an, sagt Ingo Froböse, der an der Deutschen Sporthochschule Köln eine Professur für Rehabilitation und Prävention innehat.

Trampolin springen, so sagt er, stärkt den Rücken und hat besonders im Vergleich zum Jogging einige Vorteile. «Der Untergrund eines Trampolins gibt nach. Das reduziert die Belastung für Gelenke und Muskulatur», erklärt der Experte. Zudem stellt ein Trampolin wegen des instabilen Untergrundes höhere Anforderungen an die Koordination des Sportlers. Das trainiert den Gleichgewichtssinn und die Wahrnehmung der Füße, die sonst eher in stabile Schuhe verpackt seien. Gesprungen wird nämlich barfuß. Zudem stärkt das Ausbalancieren die Rückenmuskulatur.

Gegner des Sports auf dem Trampolin führen stets die Gefahr einer Stauchung der Wirbelsäule an. Dies ist Froböse zufolge allerdings nur dann der Fall, wenn die Beinmuskulatur schlecht ausgebildet ist und so die Belastung bei der Landung nicht abgemildert werden kann. «Das Springen ist nur dann gut, wenn ich es abfedern kann», unterstreicht der Fachmann. […]

Auf dem in Deutschland noch wenig verbreiteten Fitness-Gerät Trampolin kann aber nicht nur gesprungen werden. Es bietet sich auch zum Laufen und Walken an. Das Prinzip ist zwar gleich wie beim Training auf hartem Untergrund. «Der Laufrhythmus ist aber anders. Man hat längere Flugphasen», erklärt der Sport-Experte. […] Gelenkschonender als Geräte mit Metallfederung seien Trampoline mit Seilfederung. […]

[Freie Presse, 16. 03. 2005]


Trainerausbildung […]

Dies ist eine Sporthalle und kein Stripteaselokal - auch wenn die Kommandos an diesem Morgen Zweifel erlauben. "Schuhe aus!" Danach: "Strümpfe aus!" Und schließlich: "Hose aus!"

Die ersten beiden Anweisungen sind ernst gemeint, die dritte nicht. Ein Scherz unter Fußballspielern. Andreas Möller will seinen früheren Profikollegen Bernd Hollerbach zu noch mehr Freizügigkeit animieren. Klappt aber nicht. Barfuß sollen die Fußballtraineranwärter in der Judohalle der Deutschen Sporthochschule in Köln antreten, nicht entblößt.

"Judo hatten wir noch nicht", sagt Erich Rutemöller, Trainer und Lehrgangsleiter des Deutschen Fußball-Bundes. "Kann gar nicht schaden, mal neue Bewegungen kennenzulernen." In den nächsten neunzig Minuten hat nicht er das Sagen, sondern Judo-Bundestrainer Frank Wieneke. Der kernige Gastdozent, einst Olympiasieger, lehrt die DFB-Kommilitonen erst mal Demut: "Hinknien!" Rutemöller grinst: "Nichts für Fußballer. Da brechen die ersten Knie durch."

Zum Glück halten alle Gelenke. Müssen sie auch, denn der Ausflug in die fremde Welt des Kampfsports ist erst der Anfang an diesem Tag, und dieser Tag ist nur ein kleiner Teil im großen Ausbildungspuzzle des DFB […]

[Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. 03. 2005]


Im Käfig folgt dem Schwinger der stahlharte Würgegriff

"Härter als der Rest" lautete das Motto der Freefight-Veranstaltung in der Rhein-Ruhr-Halle. Zweifellos ein treffender Untertitel zur großen "Freefight"-Gala, in der sich zwei Kontrahenten im überdimensionalen Käfig einen kompromisslosen Schlagabtausch lieferten.

Erst ein hoher Kick - autsch. Dann ein gezielter Schwinger - autsch. Schließlich folgt der Würgegriff am Boden. Autsch, autsch und nochmals autsch. Keine Frage, das Beobachten der sogenannten "Freefight"-Kämpfe in der Hamborner Rhein-Ruhr-Halle erforderte auch Nehmerqualitäten der rund 2000 Zuschauer. Schließlich traten hier Kämpfer aus verschiedenen Kampfdisziplinen aufeinander - und bis auf wenige Außnahmen war alles erlaubt, um den Gegner kampfunfähig zu machen. Archaisch ging es dabei zu, wild und brutal. Doch war dies auch der Antrieb der zahlreichen Zaungäste, die jeden gezielten Tritt und jede gelungene Boxkombination begeistert beklatschten. Davon gab es allerdings zu Beginn eher wenig zu sehen […]

Barfuß kämpften die Athleten ohnehin, die Handschuhe waren zudem kaum gepolstert und konnten so durchaus verheerenden Schaden im Gesicht und Körper des Gegners anrichten […]

[WAZ, 29. 03. 2005]


Crosslauf-WM in St. Etienne […]

Äthiopiens Triumph perfekt machte die 10000-m-Olympiazweite Dibaba mit ihrem zweiten Sieg am Sonntag über drei Kilometer. Zweite wurde Teamkameradin Werknesh Kidane, Dritte die Kenianerin Isabelle Ochichi. Am Vortag hatte Dibaba in 26:34 Minuten auf der 8,108 km langen Frauen-Langstrecke vor der barfuß laufenden Kenianerin Alice Timbilili (26:37) und Kidane gesiegt. […]

[Grenz-Echo, 21. 03. 2005]


Der GP Fricktal feierte seine 40. Austragung

Tausende von Läuferinnen und Läufern haben sich am Ostersamstag in Eiken eingefunden, um sich aus reinem Spass oder mit ernsthaften Siegesambitionen an der Jubiläumsveranstaltung zu beteiligen.

Als um 13.30 Uhr der Startschuss zum GP Fricktal fiel, einem Langstreckenlauf über 10 Meilen, schien das Start- und Zielgelände auf dem Sportplatz Eiken plötzlich seltsam leer. Passive Zuschauer waren an diesem Nachmittag nicht viele anzutreffen, dafür erfreulicherweise umso mehr aktive Teilnehmer.

Noch kurz vor dem Start hatte auf dem Sportplatz reger Betrieb geherrscht und es nur so von Läufern in Startvorbereitung gewimmelt. Ein letztes kurzes Einlaufen, Dehnübungen, Gelenk lockerndes Umherschlendern, meditatives Herumsitzen, Einholen von Ratschlägen oder eine Banane als letzte Stärkung: Jeder stimmte sich individuell auf das Rennen ein. Wer den genauen Streckenverlauf wissen wollte, informierte sich in der Sporthalle. Von halb zwei Uhr an versuchten die Läufer ihre Vorbereitungen in ein optimales Rennen umzumünzen. […]

Läufer im Partnerlook, mit Discman oder barfuss; es gab nichts, was es nicht gab […]

[azonline.ch, 29. 03. 2005]


Die russische Seele kam an
Potsdamer Band 44 Leningrad begeisterte im Zossener E-Werk viele Fans […]

ZOSSEN "Die Truppe ist echt genial", versicherte Ronald Dollase, und gab sich vorgestern Abend urwüchsigen russischen Rhythmen hin. 44 Leningrad ist in der Musikszene eine Kultband schlechthin.

[…] In der Tat gab es im weiten Rund diesmal einigen Freiraum. Davon ließen sich aber die echten Fans nicht beeindrucken. Sie versetzten ihre Körper gleich nach den ersten russischen und sowjetischen Liedern in rhythmische Schwingungen und tanzten los. Und auf der Bühne zogen die Akkordeonspielerin Ulli, dazu Theo, Yeti, Martin und Silvio kräftig los. Sie hatten sich alle mehr oder weniger in ein russisches Fantasie-Outfit gekleidet. Da war der Kommissar im Lodenmantel, der Kosak im ärmellosen Turnhemd, der Schlagzeuger spielte gleich mit freiem Oberkörper, nur Ulli, sie ließ es bei nackten Füßen bewenden. […]
[Märkische Allgemeine, 21. 03. 2005]


Cesaria Evora in Genf und Zürich

Melancholische Musik von den kapverdischen Inseln: Die "Diva aux pieds nus" beehrt die Schweiz mit zwei Konzerten.

Weder Mutter Natur noch die Geschichte haben es besonders gut gemeint mit den kapverdischen Inseln: Die Landschaft ist von der Trockenheit und der brennenden Sonne gezeichnet, die Bevölkerung von der Vergangenheit als Sklaven und der aussichtslosen Wirtschaftslage. Seit Jahrhunderten trösten sich die Einwohner mit ihren Mornas, melancholischen Liedern voll Nostalgie. In der kapverdischen Musik vereinen sich portugiesische, brasilianische und afrikanische Musikrichtungen zu einem unverwechselbaren Stil.

Aus der Asche steigt ein Phönix – und was für einer! Spätestens seit ihrem Durchbruch mit dem 1993 erschienen Album Miss Perfumado ist Cesaria Evora auch in unseren Breitengraden bekannt – erst seit 1993, möchte man sagen, denn damals war sie bereits 52 Jahre alt. Doch mangelnder internationaler Erfolg hatte sie nie von der Musik abgehalten. In jüngeren Jahren verdingte sie sich als Sängerin in den Clubs der Hafenstadt Mindelo – für wenige Rappen pro Stück.

Ihr Charisma und ihre eindrucksvolle Stimme verhalfen ihr zu grosser Anerkennung in ihrem Heimatland. 1988 reiste sie mit José da Silva nach Paris, um ihre erste Platte in Europa aufzunehmen: La Diva aux pieds nus, eine Anspielung auf ihre Gewohnheit, auf der Bühne stets barfuss zu singen […]

[students.ch, 31. 03. 2005]


Eifel·Ardennen

Pilotprojekt für neues Wanderwegekonzept […]

Der Direktor des Verkehrsamtes der Ostkantone (VAO), Manfred Dahmen, stellte bei der Jahreshauptversammlung des Verkehrsvereins Reuland-Ouren das Pilotprojekt zur Erneuerung des Wanderwegesystems vor: »Das Konzept muss neu überdacht im Sinne des Erlebniswanderns«. […]

Auch beim Wandern gibt es neue Trends: Nordic Walking, GPS-Wanderungen oder gar Barfuß-Wanderungen. Die örtlichen Partner müssen diese Projekte konzipieren, das VAO zeichnet für die Vermarktung verantwortlich. […]

[Grenz-Echo, 18. 03. 2005]


Info des FVV Rhön e. V. 3/2005

Robin Hood im Rhöner Wald
Hofbieber/Rhön. Bogenschießen und tolle Erlebnisse für die Füße gehören zum Programm eines Robin-Hood-Wochenendes in der Rhön: Am Freitag führt ein Bogen-Scout in die richtige Handhabung von Pfeil und Bogen ein, bevor ein deftiges Rhöner Abendessen serviert wird. Am Samstag geht es zunächst auf den Barfuß-Erlebnispfad, später dann unter fachkundiger Anleitung auf den 3-D-Feldbogen-Parcours, um auf Robin Hoods Spuren zu wandeln. Ein "wildes Robin-Hood-Menü" beschließt den Tag, doch auch Sonntag darf man noch einmal auf den Barfuß-Pfad, um sich vor der Heimreise eine natürliche Fußreflexzonen-Massage zu gönnen. Gebucht werden kann ab 111 Euro inkl. 2 Ü/HP und Programm […]

[Fuldaer Zeitung, 22. 03. 2005]


Pasos durch die Nacht

In der Karwoche werden in ganz Andalusien tonnenschwere Gestelle mit Marien- und Jesusstatuen durch die Straßen getragen […]

Ziemlich spät in der Nacht des Karfreitags war die Niederlage gegen die himmlischen Mächte dann endgültig besiegelt. Und allmählich zogen sie ab, die tausenden von Schaulustigen, die auf dem Platz und den Straßen vor der Basilika stundenlang im Regen ausgeharrt hatten. Das Nass von oben hatte es endgültig verhindert, dass die von ihren Anhängern sehnsüchtig erwartete Macarena ihre mehrstündige Prozession durch die Straßen von Sevilla antreten konnte. Das Risiko, dass das Kunstwerk Schaden nehmen könnte, war zu groß.

Im Vorjahr war damit einer der Höhepunkte der Karwoche in Sevilla ins Wasser gefallen, denn die Virgen de la Esperanza (also die "Jungfrau der Hoffnung"), wie die Macarena noch genannt wird, ist die berühmteste Marienstatue der Stadt. Das seltene meteorologische Malheur, das auch noch einige weitere Prozessionen verhinderte und von Radio und Fernsehen stundenlang live kommentiert wurde, drückte ein wenig auf die Stimmung der hunderttausenden Schaulustigen. Aber am Karsamstag konnte dann Gott sei Dank wieder aufmarschiert werden. Die Semana Santa in Sevilla: Das ist der katholische Ausnahmezustand und eines der faszinierendsten Spektakel, das man in Europa zu Ostern erleben kann.

Und das stellt säkularisierte Mitteleuropäer vor einige Rätsel

Wie kommen hunderte von erwachsenen Männern im 21. Jahrhundert dazu, tonnenschwere Gestelle mit Jesus- und Marienfiguren stundenlang durch die Straßen zu tragen? Warum hüllen sich tausende von Sevillanern in Ku-Klux-Klan-artige Büßergewänder, um mitunter barfüßig und mit Kreuzen auf den Schultern den beeindruckenden Gestellen zu folgen? […]

[Der Standard, 25.03.2005]


Big Bill denkt barfuß […]

Zweimal im Jahr geht Microsoft-Chef Bill Gates mit sich selbst in Klausur, verbunkert sich in einer Waldhütte - und die Software-Branche wartet gespannt, was ihm dieses Mal einfällt. Jetzt durfte ein US-Reporter Gates erstmals beim Denken zugucken. […]

Alle sechs Monate denkt er nach. Und zwar ganz feste, eine ganze Woche lang, verbunkert in einer spartanischen Waldhütte irgendwo im US-Bundesstaat Washington, an einem Ort, den nur seine allerengsten Vasallen kennen und das "Wall Street Journal". Niemand darf ihn stören in dieser Einsiedelei, nicht mal die Gattin. Denn über 100 Papiere, Essays, Memos und E-Mails studiert er, und am Ende taucht er hoffentlich mit neuen Geistesblitzen wieder auf, die Markt und Börse bewegen mögen.

"Think Week" heißt diese rituelle Klausur von Microsoft-Chef Bill Gates, Denkwoche, und der Wall Street stockt huldvoll der Atem. Seit den achtziger Jahren zelebriert er sie, um die Welt hernach mit Erleuchtungen zu beglücken wie dem Internet Explorer, den er 1995 in der Kartause ersann. Ansonsten ist dieses Mysterienspiel natürlich auch ein tolles Stück Selbstinszenierung und PR, dem jetzt zum ersten Mal ein Reporter beiwohnen durfte […]

An der Wand der Lesestube, informiert Guth, hänge ein Porträt von Victor Hugo (intellektuelles Interesse), Gates' Finger seien schwarz von Druckerschwärze und Tinte (professorenhafte Arbeitswut), er rackere bis tief in die Nacht (dito), er laufe barfuß herum (einer wie du und ich) […]

[reticon.de, 30. 03. 2005]


Riesenhöhle im Nationalpark entdeckt

GROSSRAMING. Nur unter absoluter Lebensgefahr kann die einzigartige "Karlahöhle" betreten werden.

Das Höhlensystem […] erstreckt sich über 22 Kilometer. "Der Nationalpark hat damit eines seiner Geheimnisse preisgegeben" […] Das System sei jedenfalls eine einzigartige Sensation. "Einzigartig deshalb, weil nirgends in Österreich die Gänge derart lange zusammenhängen", sagt Steinmassl. Die größte Halle misst immerhin 200 Meter Länge, 130 Meter Breite und 70 Meter Höhe - ausgemessen mit einem Lasermessgerät. […]

Je tiefer die Forscher vordrangen, umso mehr Tropfsteine entdeckten sie. "An manchen Stellen gibt's weiße Tropfsteine - aus reinem Kalk. Diese sind äußerst selten." Um in den unberührten Gängen nichts zu zerstören, zogen die Männer ihre Schuhe aus und marschierten barfuß weiter. "Es gibt dort eine unglaubliche Vielfalt an Tropfsteinen."

Ob das Höhlensystem, das der Entdecker nach seiner 4,5 Jahre alten Tochter Klara benannte, je für Besucher geöffnet wird, ist noch nicht entschieden. "Wie lange das Erforschen noch dauert, kann ich nicht sagen" […]

[OÖNachrichten, 31. 03. 05]


Einen beachtlichen Medienrummel hat Til Schweiger vor der Premiere seines Films „Barfuss" verursacht. Dazu und zum durchaus widersprüchlichen Echo auf den Film selbst nun die letzten Beiträge:

 

Gerücht

TIL SCHWEIGER

Jetzt gründet er seinen eigenen Barfuß-Verein
Fakt: Der Neu-Hamburger vermisst in Deutschland das Barfußlaufen. Gerade gestand Til Schweiger, 41: "Ohne Schuhe über eine Wiese oder einen Sandstrand zu gehen, das ist schon ein Gefühl von Freiheit."
Gerücht: Dieses Gefühl will er teilen und gründet seine eigene Gruppe Nordic-Walking Barfuß, wo sich Gleichgesinnte zum Lauf ohne Schuhwerk treffen können.
60% Wahrheitsgehalt. GALA störte den "Barfuß"-Star offensichtlich bei den Vorbereitungen: "Bin leider gerade mitten im Training. Können wir später sprechen?"

[Gala, 16. 03. 2005]

 

SCHAUSPIELER
Sturkopf mit Seelenknacks […]
Johanna Wokalek, Jungstar des Wiener Burgtheaters, brilliert in Til Schweigers Film "Barfuß" als Kaspar-Hauser-Mädchen.

Das Erste, was man von ihr sieht, sind ihre Füße. Vorsichtig tapsend schieben sie sich über den Linoleumboden - und sind, wie der Filmtitel schon deutlich macht, natürlich nackt.
Leila heißt die Heldin in "Barfuß". Sie möchte ihre Zehen nicht in Schuhe einsperren. Das Mädchen weiß genau, was es heißt, seiner Freiheit beraubt zu werden: 19 Jahre lang wurde Leila von ihrer Mutter von der Außenwelt weggesperrt. Nun ist die Mutter tot, die Tochter aber lebt fast gleichermaßen abgeschirmt in einer psychiatrischen Anstalt.
Ganz sicher sind die Füße nicht das Spektakulärste an Johanna Wokalek, 30, die die Hauptrolle der Leila in Til Schweigers Regie-Zweitling "Barfuß" spielt. Aber schon in der Art, wie sie die Fersen behutsam aufsetzt, mal ängstlich trippelt, dann wieder abenteuerlustig durch die Gegend stolpert, zeigt Wokalek: Auch in den kleinsten Gesten ist sie ganz bei ihrer Figur.
Til Schweiger, der "Barfuß" auch produziert hat, am Drehbuch mitschrieb und die männliche Hauptrolle spielt, nennt die Leila einen "modernen Kaspar Hauser". Tatsächlich geistert das Mädchen ähnlich hilflos wie das mythische Findelkind im weißen Nachthemd durch die Flure der Psychiatrie - bis Schweiger alias Nick Keller auftaucht. Der arbeitslose Tunichtgut jobbt als Putzmann in der Anstalt und verhindert im letzten Moment, dass sich Leila das Leben nimmt. Die will ihrem Retter fortan nicht mehr von der Seite weichen.
Jeder Versuch, gegen ihre kindliche Sturheit anzukommen, scheitert kläglich […]"Barfuß" sei eine "Romantic Comedy", behauptet der Filmverleih. Dass die nicht allzu albern gerät, ist vor allem Wokaleks Verdienst. Wie ihre Leila durch strähnige Haare schielend die Welt entdeckt, kindlich lächelt oder plötzlich, ganz Frau, für ihre Liebe kämpft - das sind die Momente, die "Barfuß" wirklich das Märchenhafte, Poetische verleihen, das sich Schweiger für seinen Film wünschte.

Wokalek zählt am Wiener Burgtheater zu den Stars des Hauses. Sie war die letzte Schauspielerin, die für die Rolle der Leila vorsprach - und mit Abstand die überzeugendste […]

[Spiegel Online, 27. 03. 2005]

 

Jeder Topf findet sein Deckelchen […]
Auch Söhne aus gutem Hause können Probleme kriegen. So wie Nick (Til Schweiger), der Held dieses Films. Fern seiner ungeliebten Millionärsfamilie in Hamburg, der er einen guten Job vorgaukelt, fristet Nick ein kümmerliches Dasein in München - und wird vom Arbeitsamt noch dazu verdonnert, als Putzmann in einem Irrenhaus anzufangen. Mit "Barfuß" hat Hartz IV also den deutschen Unterhaltungsfilm erreicht.

Auch Leila (Johanna Wokalek) hat Probleme. In der Psychiatrie fristet sie ein kümmerliches Dasein, ist in ihrer hilflosen und unschuldigen Naivität der Welt "da draußen" einfach nicht gewachsen. Doch es kommt, wie es kommen muss: Der Loser Nick und die selbstmordgefährdete Frau treffen aufeinander - und müssen sich als verrücktes Paar zusammenraufen. Als Leila aus der "Klapse" flieht, heftet sie sich beharrlich an die Fersen von Nick - barfuß. Denn nicht nur sie will frei sein, ihre Füße wollen es auch. Womit spätestens jetzt der Film nicht nur knöcheltief im Metapherngarten steckt, sondern auch sonst nie den richtigen Tritt findet.

Road-Movie, Liebesmelodram und ein gehöriger Schuss Sozialkitsch: Ein Film, der all das will und dem dabei die richtige Mischung misslingt, beweist: 115 Minuten Laufzeit können ganz schön lang werden. Sehr lang sogar […]

Und es mag ja sein, dass die Wiener Burgschauspielerin Johanna Wokalek ein großes Talent ist. Nur beweisen kann sie es hier nicht. Denn mit den großen, fragenden Augen und schnell nervender Naivität gerät ihre Rolle zum Stereotyp, so wie beim Rest des Ensembles auch: Die Guten sind gut, die Bösen böse, und jeder Topf findet sein Deckelchen.

"Barfuß" stolpert so denn auch von einer Klischeefalle in die nächste. Was am Ende übrig bleibt, ist ein fußlahmer Film, der nicht nur barfüßig, sondern vor allem bar jeden Charmes daherstapft. Leider.

[Neue Osnabrücker Zeitung, 02. 04. 2005]

 

„Barfuss": Verliebt ins Verrücktsein

„Der Versager und die Verrückte" könnte der neue Film von Til Schweiger auch heißen - aber es ist eine Eigenheit der von Burg-Schauspielerin Johanna Wokalek gespielten Leila, die dem Streifen seinen Namen „Barfuss" gegeben hat. Eingeschlossen, erst von der Mutter, dann in einer psychiatrischen Klinik, war Leila ihr Leben lang.

Wenigstens ihren Füßen ermöglicht sie die ganz große Freiheit, für die sie noch die Hilfe vom schönen Nick (Til Schweiger) braucht. Der Schauspieler-Regisseur erzählt ein modernes Märchen, eine Liebesgeschichte ohne einen einzigen Kuss und mit hinkendem Plot. Nein, Leila will nichts beitragen zum Gesprächskreis. Die Psychiaterin in der Klinik kann ihr nicht helfen, eher schon der Strick. Doch aus dem Selbstmord wird nichts. Der gerade zum x-ten Mal gefeuerte Nick Keller, ein Taugenichts und Verlierertyp, fängt das zarte Mädchen auf und wird es von da an nicht mehr los. Leila läuft ihrem Lebensretter beharrlich nach - barfuß, wie immer.

Dabei hat Nick schon genug eigene Probleme. Kein Job, dafür eine Einladung zur Hochzeit seines Bruders Viktor (Steffen Wink), der ausgerechnet Nicks Ex-Freundin Janine (Alexandra Neldel) zum Traualtar führen wird. Der Stiefvater Hermann (Michael Mendl) hätte als höchst erfolgreicher Geschäftsmann mit prunkvollem Schloss und dicken Schlitten wohl Arbeit für Nick, doch das Verhältnis zwischen Stiefsohn und -vater ist denkbar schlecht. Da kann auch die gluckenhafte Mutter (Nadja Tiller) wenig ausrichten.

Mit Leila im Schlepptau begibt sich der abtrünnige Sohn auf die lange Reise von München nach Hamburg zu seinen noblen Verwandten. Diese Fahrt bietet Schweiger viel Spielraum für seinen nostalgisch verklärten Erzählstil und so manche komische Szene […]

Nick wird durch Leilas Hilflosigkeit und ihre traumatische Angst vor fremden Berührungen in die Rolle des Beschützers gedrängt. Die Fronten sind klar, die Rollen küchenpsychologisch klischeehaft verteilt und ausagiert. Schweigers Regie-Zweitling fehlt es an ernsthaften Gegenpolen. Das Märchen von der Erlösung der schönen Prinzessin durch die zärtliche, aber vollkommen entsexualisierte Liebe des ebenfalls schönen Prinzen geht nicht barfuß, sondern hinkt in diesem Fall ohne Ecken und Kanten zehn Zentimeter über dem Boden schwebend dahin.

[Südtirol Online, 05. 04. 2005]

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