Barfuß - Pressespiegel : Barfuß ist, hält und macht gesund

Allerlei vant Blootfotlopen
Wat dat nich allens gifft! Otto kickt ton Wäkenend girn mal up de Kinnersiet van sien NWZ. Un dor keem he jo letzten Sönnabend ut Staunen gor nich rut.
"Zieh doch mal die Schuhe aus", so heede een Thema. Un dor wurd allerlei vant Blootfootlopen vertellt. Is jo vondagen besünners för Stadtkinner meist ungewöhnlich, wenn se ohn Scho lopen doot, van utwussen Minschen ganz to schwiegen. Dat weer Otto woll klor. Man dat dat nu al "Barfuß-Parks" gifft, dor harr he noch nie wat van hört.
Dat is'n feine Saak. Mal ganz afgesehn dorvan, dat de Fööt sik dorna lengt, mal ruttokamen ut de stickigen Scho ut Gummi, Läer oder Stoff; In de Footsalen hett de Minsch jo mennig Sinneszellen. Un de kamt denn in son Barfuß-Park fein to ehr Recht. Dor kann een Strecken aflopen mit Schlick, mit Sand, mit Steenen, mit Mulch, mit Holt, mit Gras un natürlich mit Water.
"Kohschiet hebbt se vergäten", smuster Otto. He hört to een Generation, för de Blootfootlopen nix mehr mit Armut to don harr. Blootfootlopen, dat bedüdde Sömmer, Ferien, Freeheit. De Freeheit, bi Opa över de Weiden to strumpeln, un denn ok woll mal in Kohschiet to pedden. Aver dat makde nix. Rin mit de Fööt in de Bääk, dat weer't!
Blootfootlopen, dat hört nu noch to Ottos Sömmerfreiden. Wo ümmer Gelegenheit is, treckt he Scho un Strümp ut. Un bi een Rast an Schlootkant is he de Eerste, de de Fööt in Water hett.
Doch noch niemals hett een Doktor em seggen müsst, dat Lopen mit nakelde Fööt goot för den Kreislauf is. Dat hett he sotoseggen van de Pieke up lirnt. Piekst hett dat faken denn ok ganz asig. Bi't Blootfootlopen över de Stoppeln ton Bispill. Dat hörde för Otto un sien Kumpels to de Mootproven in de Schooltiet.
Wenn Otto vondagen beschrieven schall, wat Lopen ohn Scho un Strümp för em bedüden deit, denn klingt dat so: "Blootfootlopen makt Pleseer, is gesund, kost nix un bringt een moi Stück Kinnertiet torüch."
[Nordwest Zeitung, 01. 08. 2003]
Schöner Text auf platt, oder?


Auf gesunden Füßen durch den Sommer
Nicht vernachlässigen: Füße leisten täglich Schwerstarbeit.
Ein Viertel all unserer Knochen gehört zu den Füßen – jeder Fuß besteht aus 28 Knochen, 114 Bändern und 20 Muskeln. Die Fersenbeine tragen allein die Hälfte unseres Gewichts, jeder Fußballen ein weiteres Viertel. Selbst ein unsportlicher Mensch tritt in seinem Leben rund zehn Millionen Mal mit den Füßen auf die Erde.
Dennoch findet man in keinem Fitnesscenter ein Gerät, das speziell den Füßen etwas Gutes täte. Sich mit seinen Füßen näher zu befassen, fällt kaum jemandem ein. Erst wenn sie schmerzen oder krank werden, schenken sie ihnen Beachtung.
Da wundert es nicht, dass neun von zehn Deutschen kranke Füße haben: Senk-, Knick-, Spreiz- und Plattfüße, Hammerzehen, Hühneraugen, Fußpilz, Fußschweiß. Jeder vierte leidet außerdem an Venenschwäche in den Beinen mit dem Risiko von Krampfadern, geschwollenen und offenen Beinen.
Viele Nervenbahnen enden an den Fußsohlen. Wer seine Füße pflegt, tut deshalb etwas für den ganzen Organismus. Wer umgekehrt seine Füße vernachlässigt, schadet seinem gesamten Körper. Geschädigte Füße behindern nicht nur die Fortbewegung, sie können auch Schmerzen in den Knien und im Rücken verursachen. Die Wirbelsäule wird falsch belastet, Herz und Kreislauf werden in Mitleidenschaft gezogen. Kranke Füße können sogar Kopfschmerzen verursachen.
Dabei ist es gar nicht so kompliziert, den Füßen etwas Gutes zu tun.
Ganz wichtig: so oft wie möglich barfuß laufen. Jeder Schritt ohne Schuhe und Strümpfe massiert die Sohle, dabei wird die Fußmuskulatur optimal durchblutet.
Außerdem sollten Füße täglich gewaschen werden. Bei schwitzenden Füßen eignen sich lauwarme Bäder mit einem kräftigen Schuss Essig. Gegen Fußschweiß helfen auch Fußbäder mit einem Esslöffel Sahne, in dem ätherische Öle von Thymian, Lavendel, Arnika und Rosmarin (je zwei Tropfen) aufgelöst sind.
Wenn Füße gebadet werden, niemals kühler als 16 Grad Celsius und nicht wärmer als 35 bis 40 Grad Celsius. Fußbäder sollten nicht vor Sport oder vor Wanderungen angewendet werden – die Haut weicht auf, wird druckempfindlicher, es bilden sich schneller Blasen. Auch nicht vor dem Schlafengehen, denn Fußbäder machen munter. Als Zusätze eignen sich Salz bei müden Füßen, Eichenrindenextrakt (maximal zwei Mal pro Woche) bei Pilz- und Schweißbildung, Molke und Milch bei rissigen Füßen und schwarzer Tee bei entzündeten Füßen.
Müde Füße kommen mit Fußgymnastik wieder in Schwung. Hier drei Übungen, die man auch am Arbeitsplatz ganz leicht nachmachen kann:
1. Mit den Zehen nach einem Stift greifen, kurz festhalten, wieder loslassen.
2. Füße abwechselnd erst im Uhrzeigersinn, dann entgegengesetzt kreisen.
3. Beine ausstrecken, Fersen aufsetzen, Fußspitzen heben und senken.
Alle Übungen zehn Mal wiederholen. Fußgymnastik ist außerdem gut für die Beweglichkeit und fördert die Durchblutung.
Längst nicht mehr unschicklich ist es, Beine und Füße hochzulegen. Das Blut fließt zurück, die Schwellungen an den Füßen gehen zurück [...]
[Göttinger Tageblatt, 29. 07. 2002]

Damit die Beine in Schwung bleiben
Hoyerswerda (hek). Endlich Zeit für kurze Röcke. Doch manche Frauen scheuen sich, Bein zu zeigen. Die einen, weil sie nicht schöne schlanke Beine haben, andere wegen lästiger Krampfadern und deren "Schwestern", den Besenreisern. "Doch Venenleiden sind mehr als ein kosmetisches Problem", betont Karin Hänsch, Leiterin der AOK-Geschäftsstelle. "Tritt zu einem verlangsamten Blutfluss in den Venen, eine erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes hinzu, kann es zu einer Venenthrombose kommen."
Damit das Blut in Schwung bleibt, hier einige Tipps der AOK. Übergewicht "schmelzen", langes Stehen vermeiden und Sport treiben ­ Rad fahren, schwimmen und joggen aktiviert die Muskelpumpe und den Blutfluss in den Beinen. Empfehlenswert sind flache Schuhe und man sollte öfter einmal barfuß laufen. Fußgymnastik wie Zehen-Fersen-Wippen spannt die Beinmuskeln an und kann sogar am Arbeitsplatz durchgeführt werden. ...
[Lausitzer Rundschau; 17. 06. 1999]


Kneipp - Anwendungen Burghausen (scl).
Kneipp - Vereinsvorsitzender Rudolf Schmid ist davon überzeugt, dass Abhärtung zu einem besseren Gesundheitszustand beiträgt. Wichtig sei dabei nicht, sich möglichst lange im kalten Wasser aufzuhalten, sondern über Wochen und Monate am "Ball zu bleiben".
Wassertreten Man geht barfuß im sogenannten Storchenschritt durchs kalte Wasser. Rudolf Schmid erklärt: "Man muss immer einen Fuß aus dem Wasser heben und bis zum Knie hochziehen. Das ist wichtig, damit der Fuß während des Gehens an die frische Luft kommt." Für die Dauer der Anwendung ist aus Sicht des Vorsitzenden das Kälteempfinden eines jeden einzelnen entscheidend. Nach dem Gang durch das Wasser solle man sich keinesfalls abtrocknen, sondern nur abstreifen. Dadurch bringe man den Kreislauf auf Trab.
Armtauchen Die Arme werden 20 bis 30 Sekunden - je nach eigenem Kälteempfinden - ins Wasser getaucht. Danach die Arme vom Wasser nur abstreifen.
Eines ist Schmid zufolge bei Kneippkuren wichtig: Wenn man ins Wasser taucht, sollten Arme oder Beine warm sein.
[Passauer Neue Presse, 29. 9. 1999]

Barfuß über die feuchten Wiesen [...]
Friedrichroda. (tlz) "Arme nach vorn und die Knie langsam beugen. Und eins, und zwei, und eins, und zwei." Renate Pötzl steht, umringt von mehreren Familien, auf dem Hof ihres Feriengutes "Dietzsch" in Ebersdorf/Thüringen.
Nach der morgendlichen Gymnastik erwartet die Gäste nun noch etwas ganz Besonderes: Tautreten. Die Kinder quietschen vergnügt, als sie barfuß über feuchte Wiesen waten, die Erwachsenen machen es ihnen nach und tatsächlich: Die Müdigkeit scheint wie weggeblasen, die Vorfreude aufs Frühstück wächst.
Zukunftsvisionen, die bald Wirklichkeit werden können. Im Juni wird eine Prüfungskommission darüber entscheiden, ob Renate Pötzl für den "gesundheitsorientierten Urlaub nach Sebastian Kneipp" für Thüringer Bauern- und Ferienhöfe ein Zertifikat erhält.
Als die heute 50-Jährige 1991 den Hof zurückübertragen bekam, war klar: "Wir steigen in den Tourismus ein." Auf der Suche nach einem besonderen Angebot für ihre Urlauber, stieß Renate Pötzl jetzt auf das Projekt des "Gesundheitsorientierten Urlaubs nach Sebastian Kneipp". Und war von der Idee begeistert, Urlaub nach den fünf Elementen der Kneippschen Lehre - Wasseranwendungen, Bewegung, Ernährung, Kräuter, Lebensordnung - auszurichten.
Die Landesarbeitsgemeinschaft "Ferien auf dem Lande in Thüringen", der Kneipp-Bund Landesverband Thüringen und das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt entwickelten gemeinsam das Projekt nach dem bayerischen Vorbild "Vom Kneipp-Verband anerkannter Gesundheitshof". Inzwischen haben sich 18 Interessenten aus Thüringen Gedanken gemacht, wie ein gesundheitsorientierter Urlaub aussehen kann [...]
Doch trotz des großen Raums, den der Gesundheitsaspekt einnimmt, sind sich die Zertifikats-Anwärter einig: "Wir bieten Kneipp zum Kennenlernen, sind kein Kurbetrieb" [...] einzigartig ist die Ebersdorferin. Die steht nämlich schon wieder trotz Bindfadenregens barfuß auf der Wiese: "Alles antreten zum Taulaufen!"
[Thüringische Landeszeitung, 08. 05. 2001 ]


[...] Fragen, die KURIER - Leser der Experten-Runde stellten. Zehennägel
Martina M. (45) aus Mitte: Bei meinem 15-jährigen Sohn waren schon mehrmals die Zehennägel eingewachsen. Weshalb passiert das bei ihm so häufig?
Der Gesundheits-Experte Dr. Hans - Georg Fritz (55), Internist: Es könnte sein, dass bei Ihrem Sohn die Haut durch das häufige Tragen von engen und luftundurchlässigen Turnschuhen aufgequollen ist. Die Zehen werden darin eingeengt, und die Nägel wachsen in die weiche Haut hinein. Er sollte täglich die Schuhe wechseln und zu Hause oft barfuß laufen. Medizinische Fußbäder mit Gerbstoffen stärken die Haut zusätzlich.
[Berliner Kurier, 9. 11. 1999]


NIA - Schlagwort für Wellness [...]
Ende November hat Monique Gächter vom Tanz- und Therapiestudio Monique aus Schöftland die NIA - Lizenz erworben und gleichzeitig das Lehrerinnen - Zertifikat entgegennehmen dürfen. Somit ist die diplomierte Tanzpädagogin und Naturärztin im Kanton Aargau die dritte Person, die im Besitz dieser hohen Auszeichnung ist.
NIA steht für Fitness, Gesundheit und Wellness, ein neuer Trend aus den USA. Mit dieser Methode wird der Körper nicht ausgelaugt, sondern genährt. NIA ist eine Mischung verschiedenster Bewegungsformen wie Aikido, Tai Chi, Yoga, Jazz Dance und Modern Dance - und in dieser ganzheitlichen Richtung arbeitet das Tanz- und Therapiestudio aus Schöftland schon längere Zeit mit seinem breiten Spektrum an Angeboten.
Die Bewegungen sind bei NIA so kombiniert, dass sie den Energiefluss im Körper aktivieren und damit gesundheitsfördernd wirken. Mit wechselnden Bewegungen, fließend, langsam, schnell, wird die Geschicklichkeit gefördert, um die Beweglichkeit zu erhalten. Die Bewegungen sind ausdrucksstark und sollen den Abbau von Stress unterstützen. Mit den schnellen Bewegungen aus den asiatischen Kampfsportarten wird zurückgehaltene Energie freigesetzt. Herz und Kreislauf werden angeregt, ohne den Gelenken zu schaden. Es gibt keine Sprünge, die Übungen werden barfuß ausgeführt. Übungen, die den Körper öffnen und wieder zusammenziehen, regen die Lymphe an, und durch verstärktes Atmen verändert sich die Chemie im Körper. Deshalb werden verschiedene Atemtechniken praktiziert, und dieser Wechsel macht flexibler und hilft, mit Alltagsproblemen und Alltagsstress besser umzugehen. [...] NIA ist ausgewogen, während einer Lektion von einer Stunde Dauer werden Beweglichkeit trainiert, Muskeln gestärkt, der Atem wird optimiert, es wird meditiert, und man lernt sich zu zentrieren, was das Körperbewusstsein erhöht. Es lohnt sich, diese Stunde regelmäßig zu investieren. st
[Zofinger Tagblatt, 21. 12. 1999]


Was tun, wenn die Grippe kommt?
Am besten barfuß durch den Winter

Die Nase läuft, der Husten plagt? Eine kräftige Rindsbouillon soll helfen, auch gegen eine scharfe Peperoni ist nichts einzuwenden. Chinesische Ärzte empfehlen einen Sud aus frischem Ingwer, Kamille und Pfefferminze [...] Diese Hausmittel sind nur bei einer einfachen Erkältung zu empfehlen. Allerdings müssen auch Grippekranke ihre Abwehr stärken. Medikamente für die Virusbehandlung selbst gibt es kaum. [...] Was aber tun, damit die Viren erst gar nicht im Körper andocken können? Die einfachste Vorsorge: Händewaschen nie vergessen. Mutige Männer begießen sich am Myojin - Tempel in Tokio gerne öffentlich mit eisigem Wasser. Lautes Schreien erleichtert das Durchhalten. Auch O-Saft trinken oder barfuß durch den Winter laufen härtet ab. Für zarte Typen kann die einfache Impfung eine Alternative sein. [...]
[taz, 15. 01. 2000]


Füße: Bei guter Pflege 80 Jahre wartungsfrei
Orthopäde informiert bei Abendvisite [...] Schmerzen im Fuß sind unangenehm. Doch ob er kribbelt, ob er brennt, ob er schwillt - Prof. Dr. Hans Henning Wetz kann dem Schmerz durchaus etwas Positives abgewinnen. »Es sind Zeichen eines eigentlich gesunden Fußes, der signalisiert, dass etwas nicht stimmt.«
Die Betroffenen sollten derartige Anzeichen ernst nehmen. Eine schnelle Behandlung ist ratsam. Welche Schmerzen es im Fuß gibt, was sie bedeuten, was dagegen hilft: Darüber informiert der Direktor der Klinik für Technische Orthopädie und Rehabilitation [...]
Es gibt vieles, das dem Fuß buchstäblich weh tut: falsches Schuhwerk beispielsweise. [...] »Besonders aus der Damenwelt gibt es abschreckende Beispiele für Schuhwerk« [...] Auch bei Übergewicht hebt der Experte für Orthopädie warnend den Finger. »Die Füße müssen oft enorme Pfunde durch die Gegend tragen. Natürlich ist das eine Belastung. [...] Füße müssen jedenfalls eine enorme Leistung vollbringen. Wetz weist darauf hin, dass diese Körperteile in der Regel 80 Jahre »wartungsfrei« bleiben können.
Zur Vorbeugung gegen Fußschäden empfiehlt er, möglichst viel barfuß zu laufen, viel zu wandern oder sich mit dem Thema Fußgymnastik zu beschäftigen. »Fußgymnastik, aber auch Fußreflexzonenmassage richtig angewandt können sehr viel helfen«, wird er seinen Zuhörern bei der Abendvisite auch praktische Anleitungen und Tipps für Fußgymnastik geben.
Die Abendvisite beginnt [am 28. 03.] um 20 Uhr im Vortragssaal des Verlags Aschendorff [...]
[Westfälische Nachrichten, 18. 03. 2000]

Und hier nun der Bericht von der Veranstaltung :

Kleiner Körperteil trägt eine besonders große Last
Füße pflegen: Richtiges Schuhwerk wichtige Voraussetzung [...]
Münster - Ein kleiner Körperteil trägt eine große Last. Das geht oft erstaunlich lange gut - doch wird er nicht gepflegt und beachtet, dann meldet er sich: Er schmerzt.
Schmerzen im Fuß muss man ernst nehmen, mahnt Prof. Dr. Hans Henning Wetz. Als lohnendes Ziel, gab der Orthopäde bei der abendlichen Sprechstunde seinen gut 100 Zuhörern mit auf den Weg, winken oft stattliche 80 Jahre, die die zwei Körperteile fast wartungsfrei ihren beschwerlichen Dienst tun.
Dieser beneidenswerte Wunsch ist freilich an Bedingungen geknüpft. An oberster Stelle rangieren richtiges Schuhwerk, medizinische Fußpflege und Stoffwechsel fördernde Gymnastik.
Der Direktor der Klinik für Technische Orthopädie und Rehabilitation forderte »Aufklärung, Aufklärung und nochmals Aufklärung«. Die Prophylaxe fängt im Kindesalter an. Regel: »Möglichst viel barfuß laufen.« Sie gilt aber auch später für Erwachsene, die, dem Modedikatat unterworfen, ihre Füße in Schuhe zwängen, die vielleicht schick aussehen, aber gesundheitliche Schäden hervorrufen.
Wetz veranschaulichte »den Kampf zwischen Fuß und Schuh« mit vielen Dias, die die Probleme plastisch darstellten. Gerissene, eitrig- entzündete Hautstellen, übereinander gewachsene Zehen, Blutergüsse und Hühneraugen waren eindrucksvolle Beispiele für die weit verbreitete Sorglosigkeit.
Allein der Kinderfuß, so Wetz, ist in jungen Jahren noch so weich und verformbar, dass er sich ohne aufzumucken in Schuhe verkriecht, die vier Nummern zu klein sind. »Das rächt sich später.« Doch auch Erwachsene streifen sich Schuhwerk über, dass nicht immer der medizinischen Begutachtung stand hält: »Hochhackige Pumps beispielsweise mag der Fuß überhaupt nicht.« [...]
Auch Durchblutungsstörungen und der Diabetische Fuß machen den Patienten große Probleme. Das wurde auch in der Fragestunde deutlich. WN-Redakteur Norbert Robers hatte gut zu tun, alle Interessierten zu berücksichtigen: Die Fragen nahmen kein Ende. [...]
Früchte trägt jedoch inzwischen das Bemühen der Klinik für Technische Orthopädie, Aufklärungsarbeit zu leisten. Hunderte Eltern nutzen seit Jahren die Kinderfuß - Messtage. Menschen, die auf großem Fuß leben, sollten im Sommer die erste »Münsteraner Fußgesundheitswoche« besuchen. Wer nicht warten kann oder will, sollte unter Telefon 83 56 768 einen Termin zur Fußsprechstunde der Klinik vereinbaren.
[Westf. Nachrichten, 29. 03. 2000]


Nie wieder wunde Füße - Mittel gegen Blasen
Gerade im Sommer, bei heißem Wetter, scheuern oft die Schuhe an den bloßen Füßen. Die entstandenen Blasen und aufgescheuerten Stellen schmerzen dann tagelang. Menschen mit besonders empfindlichen Füßen helfen da auch die üblichen Cremes und Pflästerchen nicht weiter.
RGA - Mitarbeiterin Cordula Schwirblat bekam von ihrem Heilpraktiker einen ungewöhnlichen Tipp: Waffenöl. "Balistol" heißt das Fett, das man in Waffengeschäften bekommt.
"Am besten eine halbe Stunde bevor man wandern geht oder Sport treibt, einmassieren und ein bisschen einwirken lassen, empfiehlt Cordula Schwirblat. Einziger Nachteil: Das Öl ist natürlich nicht parfümiert, duftet also nicht besonders gut.
[Remscheider GA, 14. 06. 2000]

Ein interessanter Tipp ... und vielleicht können wir ja - ganz pazifistisch - die Waffengeschäfte mittelfristig komplett auf Barfußbedarf umstellen. Fast hätte ich jetzt schon "Schwerter zu Pflugscharen" in "Schlagringe zu Hornhautfeilen" umgetextet - aber das kann man der Friedensbewegung nicht so recht antun - oder doch ? Georg

Dieses Öl gibt es auch als Human- und Tiermedikament in Apotheken; es nennt sich dann "Neo - Ballistol" und riecht nicht so nach Waffenkammer... mfg Sven


Dr. Jürgen Wied - Ihr Mann, wenn die Füße Ärger machen
Sie sind da, wenn wir sie brauchen. Die großen Ärzte von Berlin. Sie verlängern Leben, sie verbessern Leben, sie schenken Leben. Sie kämpfen gegen Schmerz und den Tod. In dieser KURIER-Serie stellen wir die großen Ärzte unserer Stadt vor. Sie schildern uns, was sie können und woher sie die Kraft nehmen, uns zu helfen.
Heute: Dr. Jürgen K. Wied, Fußchirurg an der MEOCLINIC in der Friedrichstraße
Dr. Jürgen K. Wied: geboren am 4.8.56 in Sevelen. Studium an der FU Berlin, ab 1988 im Team von Orthopädie-Papst Prof. Manfred Weigert am Urban. Seit 1995 hat der Vater von 2 Kindern eine Praxis in Schöneberg und operiert zusätzlich in der Meoclinic.
Außer Füßen liebt er Radfahren, Inline-Skaten, Segeln und Surfen.
Weitere Informationen rund um Ihre Füße bekommen Sie auf der Internetseite www.wied-berlin.de, Tel.: 030/20944000
Als die Damen in früheren Jahrhunderten noch lange Röcke trugen, unter denen ab und an ein nackter Fußrücken hervorblitzte, galt dieser Körperteil als der erotischste schlechthin. Für Dr. Jürgen K. Wied, 44, Orthopäde, Sportmediziner und Fußchirurg an der Meoclinic, hat diese Faszination um keinen Deut nachgelassen. Auch wenn sein geübtes Auge streng wissenschaftlich blickt.
Was er zu sehen bekommt, hat mit Erotik nur wenig zu tun - sondern viel mehr mit Funktion. Und die ist - der Schuhindustrie sei Dank - bei mehr als zehn Prozent der Bevölkerung auf der Strecke geblieben: Ballen quälen, Hammerzehen drücken, Nervenknötchen liegen eingeklemmt zwischen dem dritten und vierten Mittelfußknochen, oder die Achillessehne ist gerissen.
"Bei Völkern, die überwiegend barfuß laufen, findet man solche Erkrankungen viel seltener. Bei uns tragen dagegen selbst Babys, die noch gar nicht laufen können, schon kleine Schuhe."
Damit tun die Eltern ihren Kindern keinen Gefallen. Denn einige Jahrzehnte später haben sich Schäden ausgeprägt, die nur mit dem chirurgischen Messer wieder repariert werden können. Wobei dem Mediziner die Schönheit durchaus wichtig ist. "Wenn eine Zehe nach einer Operation zu keinerlei aktiver Bewegung mehr fähig ist, dann ist das nach heutigem Standard kein akzeptables Ergebnis.
"Fußchirurgie ist auf dem Vormarsch, und mit ihr gepeinigte Patienten, deren Leben zuvor in orthopädischen und damit wenig animierenden Schuhen endete, mit denen sie (dennoch) nicht mehr weit laufen konnten. "Der Bedarf ergibt sich aus Schmerz und Funktionsbehinderung. Viele haben einen Ballen am großen Zeh, der bis zum 45. Lebensjahr vielleicht keine Beschwerden macht. Trotzdem sollte die Stellung operativ korrigiert werden. Denn wenn Patienten älter werden, ist die Durchblutung nicht mehr so gut, eine Zuckerkrankheit kann dazu kommen. Dann wird's schon erheblich komplizierter."
Bei diesem so genannten Hallux Valgus zeigt der große Zeh nach außen (also zur kleinen Zehe hin) und der erste Mittelfußknochen nach innen. Irgendwann passt kein Schuh mehr, und das Laufen tut weh." Bei der Ballenoperation versucht man heute, das Gelenk zu erhalten [...] Auch das Morton-Neurinom, eine kleine Nervengeschwulst zwischen dem dritten und vierten Zeh, kann, wie er sagt, massive Schmerzen machen. "Das fühlt sich elektrisierend an, als ob man dort auf eine Erbse tritt."
Das muss der Patient genauso wenig hinnehmen wie Nagelbetterkrankungen mit eingewachsenen Nägeln. "Wir haben zwar alle gelernt, dass man Fingernägel rund und Fußnägel gerade schneiden soll - aber dennoch wird das oft falsch gemacht." Eine Nagelwallplastik befreit von der Qual [...]
Beim Knick-Spreiz-Senkfuß ist spezielle Gymnastik effektiv! "In der Wohnung sollte man, wenn irgend möglich, barfuß laufen, auch ohne Socken, um die taktilen Reize auf den Fuß zu bringen." Auch die guten alten Holzlatschen mit nur einem Riemen über den Zehen tun weitaus bessere Dienste als die schicksten Pumps und trainieren die Krallfunktion der Zehen unaufhörlich [...]
Beim Hammerzeh steht dem Spezialisten, der rund 1000 Füße pro Jahr operiert, ein weiterer Trick zur Verfügung: "Man nimmt die fußbodenseitige Sehne und zieht sie auf die Oberseite. So hält sie den Zeh unten."
Wer sich den Fuß verletzt - zum Beispiel beim Umknicken, wenn die Sehnen überdehnt werden -, ist in einer Spezialschiene gut aufgehoben. "Die Heilungsvorgänge an den Sehnen sind ähnlich wie die an der Haut. Wenn man da immer pult, d.h. die Kruste abreißt, gibt das unschöne Narben. Ähnlich ist es mit einem heilenden Band, wenn das dauernd überdehnt wird. Bei Patienten, die instabil im Gelenk sind, können sich ganz schnell Arthrosen im Sprunggelenk bilden, und das macht erhebliche Schmerzen. Manchmal muss man die körpereigenen Bänder operativ verstärken." Auch bei der Achillessehne greift man eher zum Spezialschuh als zum Messer, wenn sie reißt [...]
Und so unterscheiden Sie die Symptome:
Beim BALLEN haben Sie Druckbeschwerden im Schuh, der Ballen ist rot, schmerzt dauernd, kein Schuh passt. Die Mittelfußknochen tun weh.
Beim HALLUX RIGIDUS besteht eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung, langes Laufen und Treppensteigen tun weh.
Mit einem HAMMERZEH laufen Sie vorn auf den Zehenkuppen, Zehengelenke drücken gegen das Oberleder des Schuh ach einer Operation tragen Sie 14 Tage lang einen Spezialschuh, danach sind weitere 4 Wochen Laufen in bequemen Schuhen plus Krankengymnastik angesagt. Wichtig: Beine VIEL hochlegen und ein blutverdünnendes Mittel nehmen, um Thrombosen vorzubeugen! Der operierte Fuß kann noch bis zu sechs Monaten anschwellen.
[Berliner Kurier, 19. 06. 2001]


Selbstversuch: Monika G. gibt Fersengeld
Zehen in der Zange
Haken, Scheren und Hobel liegen drohend auf dem Tablett. Aber die Operation wird völlig schmerzfrei sein, heißt es. Ganz bestimmt! Auch wenn die Stunde bei der Fußpflegerin an einen Zahnarztbesuch erinnert.
Von Monika Goetsch Aus den Händen, heißt es, könne man lesen. Mag ja sein. Aber Füße verraten auch ganz schön viel. Auch wenn man das meiste gar nicht erst wissen will.
Doch keine Chance: Die Sonne bringt alles ans Licht. Sie umschmeichelt den zartbraun schimmernden Fuß der Nachbarin, deren Zehen hellrot im Sommerwind spielen. Sie scheint gnadenlos auf meine eigenen scheckigen Füße, die mit der dicken Hornhaut hinten, der Verhärtung seitlich und den Häutchenresten auf den Nägeln drauf. Und jeder kann sehen: Ich werde nicht mal der dunklen Härchen auf den großen Zehen Herr. Der Lack splittert ab, der kleine Zehnagel ist wie verkrustet und riechen tut das Ganze auch nicht gut, zumal in Turnschuhen.
Dann, eines Tages, die Verzweiflungstat: Ein wenig peinlich berührt (werden die Füße nicht furchtbar nach Turnschuh riechen an diesem heißen Tag?) tapse ich die Stufen zur Kellertür eines Reihenendhauses hinunter, wo die Dame, deren Kinder endlich aus dem Gröbsten raus sind, ihren kleinen pastellgelben Tempel eingerichtet hat. Lasse mich in einen tiefen, geschwungenen Stuhl sinken und weiß schon kaum noch, wo ich mich befinde. Beim Zahnarzt vielleicht? Dieses Ding da, der chromglänzende Rollwagen mit den spitzen Instrumenten drin, sieht ganz so aus.
Ja, sagt die Fußpflegerin, die Fußpflege habe schon was von einem Zahnarztbesuch. Aber bevor Furcht aufkommen kann, hat die wohlfrisierte Dame schon eine Schüssel duftenden warmen Lavendelwassers aufgetragen, in das man die Füße hineinsenkt, damit Leber, Milz und Lunge Blut dort hinschicken und der Mensch sich entspanne. Und tatsächlich: Die spröden Keratinplatten, Nägel genannt, werden weicher, die Haut selbst und die Seele desgleichen.
"Sie haben im vorderen Fußbereich einen Plattfuß", sagt die schöne Dame plötzlich, aber den habe heute eigentlich jeder. Dornschwielen und Warzen und Hühneraugen sehe sie keine, auch keinen Fußpilz, der die Nägel streifig verfärben könne. Schön viel Luft sei da zwischen den Zehen; Zeichen für gesundes, breites Schuhwerk.
Na bitte, endlich mal jemand, der das würdigt, knips. Ein Nagel nach dem anderen fällt der Zange zum Opfer. "Immer schön gerade schneiden", sagt die Fußpflegerin, "sonst wächst der Nagel ein". Und während sie dann mit diesem doppelseitigen Hakending, das sonst - unangenehm genug - unters Zahnfleisch geschoben wird, in den Zwischenraum von Nagel und Nagelbett eindringt, um Hornhautreste, Schweiß und Schmutz zu entfernen, darf ich mich bereits auf den elektrischen Hornhauthobel freuen, der alsdann wirkungsvoll die überstehenden Verfestigungen am hinteren Fuß abfräst, schmerzfrei, versteht sich.
"Sehen Sie", sagt die Fußpflegerin nach dem Eingriff befriedigt, "da hat sich der Fuß gegen den Druck eines Schuhs geschützt". Der Fuß merkt sich nämlich alles, sagt die Spezialistin. Er rückt die Zehen zusammen, wenn die Schuhspitze schmal ist, er bildet Hühneraugen zum Schutz des kleinen Zehs vor engem Schuhwerk und dicke Hornhaut überall wo viel Gewicht und Reibung ihn strapazieren, zum Beispiel am Fußballen, wenn man ständig auf hohen Absätzen trippelt.
Sie rät: Viel barfuß gehen; bequeme, flache Schuhe tragen; Schuhe mehrmals am Tag wechseln. Wo trotzdem Hornhaut entsteht, muss sie langsam und mit Vorsicht abgeschliffen werden, andernfalls droht eine paradoxe Reaktion: Der Fuß funkt SOS. Und das Gehirn produziert ganz viel Hornhaut, um die malträtierte Ferse vor weiteren Torturen zu schützen.
Nach den überstandenen Korrekturen an Nagel und Hornhaut und Zehenbehaarung erhält mein Fuß ein durchblutungsförderndes Peeling, das die obere abgestorbene Hautschicht entfernt. Das Zeug prickelt, ja, da hat die Dame Fußpflegerin ganz recht, "wie ein junger Morgen". Dann trägt sie zwei Schichten Lack hellrot auf und entfernt das bisschen Übergemalte mit einer Art Tintenkiller. Sie cremt dick und kreisend die Füße ein, empfiehlt nächtliche Fußkuren, Teebaumöl gegen Schweißfüße, desodorierende, belebende und kräftigende Gels, Turbinengeräte, um Hühneraugen zu entkernen und einen Besuch in ihrer Praxis nach den Sommerferien, weil in Sand, Salz und Sonne Füße und Nägelschuppen austrocknen.
Schließlich nimmt sie mit einem Handtuch die Creme von der Haut ab, betrachtet die Füße ein letztes Mal, und sagt: Das war's.
Noch am selben Tag hat sich eine Freundin zur Fußpflege angemeldet. Nicht ausgeschlossen, dass sie meine Zehen im Sommerwind spielen sah.
[Frankfurter Rundschau, 28. 07. 2001 ]

Zum Schluss in baren Füssen an die Schule
An der Abschlussfeier des Berufsbildungszentrum für Gesundheitsberufe in Frauenfeld hinterliessen drei Referentinnen mit tiefgründigen Ansprachen Spuren. [...]
Der Einladungskarte entsprechend erschienen die Absolventinnen des Kurses 48 des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe (BfG), Schulstandort Frauenfeld, chic gekleidet, barfuss. Auch die beiden Diplomandinnen Cornelia Ammann und Enisa Redzic befassten sich in ihrer Begrüssungsansprache mit unterschiedlichen und einzigartigen Füssen jeder einzelnen Person. Fast philosophisch wurde die Bedeutung der Füsse für die Menschen dargestellt. [...]
Martina Guttmann, Berufsschullehrerin, Zürich [...] beleuchtete die heutige Arbeitswelt mit ihren grossen Anforderungen an jeden Einzelnen. In Anspielung an das Motto «Barfuss» meinte die Referentin: «Ihr geht barfuss. Barfuss gehen bedeutet, das Leben unmittelbar und sinnlich wahrnehmen. Barfuss gehen, heisst neugierig sein, nicht nur mit den Füssen.» Der Höhepunkt des Abends bildete die Diplomübergabe [...]
[Tagblatt, 13. 08. 2001]


Barfüßige Spuren im Schnee
Maria Turner brachte Schülerinnen Gesundheitstipp nahe
Landau (hem). Wie man gesund durch den Winter kommt, lernen gerade 16 Hauswirtschafts-Schülerinnen. Doch nicht auf stures Pauken setzt Lehrerin Maria Turner. Die Studierenden erleben die Tipps hautnah.
Im wahrsten Sinne unter die Haut ging den Schülerinnen der Hauswirtschaftsschule der gestrige Unterricht. Barfuß und mit Handtüchern bewaffnet versammelten sie sich am Hinterausgang zu einer ganz besonderen Stunde. Zusammen mit ihrer Lehrerin im Fach "Ernährung und Gesundheit", Maria Turner, liefen sie barfuß durch den Schnee.
"Schon Pfarrer Kneipp wusste um die gute Wirkung von Wasser- und Schneeanwendungen für die Abwehrkräfte", erklärt Maria Turner die Aktion. Und gerade heute, da der Organismus durch Heizung und andere Annehmlichkeiten weniger abgehärtet sei als früher, müsse man sich wieder mehr dieser Techniken bewusst werden.
Deshalb setzt Maria Turner seit Jahren beim Unterrichtsthema "Dem Schnupfen ein Schnippchen schlagen" auf eine Kombination aus Theorie und Praxis. "Natürlich lernen die Studierenden alles über gesunde Ernährung - immer durch praktische Übungen." Das heißt, den Vitamin-C-Gehalt verschiedener Obst- und Gemüsesorten liest man nicht in einer Tabelle nach, sondern man findet ihn durch eigenes Messen selbst heraus.
Ebenso hält es Maria Turner seit Jahren mit der Bewegung. "Ich könnte einfach alle Übungen und Tipps erklären und es dabei belassen. Doch alles, was man am eigenen Leib erfährt, merkt man sich viel besser."
So ließen die 16 Schülerinnen gestern Schuhe und Socken im Klasszimmer zurück und folgten ihrer Lehrerin hinaus auf den verschneiten Rasen. Eine Runde lief man barfuß durch den Garten - und dann schnell wieder ins Haus um die Füße trocken zu reiben. Schließlich wollte keiner durch zu viel Schnee eine Erkältung riskieren.
[Passauer Neue Presse, 12. 01. 2002]
Diese Art Unterricht sollte es häufiger geben !

Den Füßen wird es heiß und kalt
Pfarrer Kneipp zu Besuch unterm Regenbogen: Wechselbäder im Kindergarten
NEUSTADT AM KULM [...]
Amelie hält die Luft an. Atemlos lässt sich das eiskalte Wasser viel besser ertragen. Denn die Füße, die kurz vorher noch im warmen Wasser badeten, zehn Sekunden ins kalte Wasser zu hängen, kostet ganz schön Überwindung. Aber so ist das nun einmal, wenn im Regenbogen-Kindergarten in Neustadt am Kulm gekneippt wird.
Seit einer Woche wird es den Füßen der Kinder heiß und kalt. Diese Wechselbäder (fünf Minuten warmes Wasser, zehn Sekunden kaltes Wasser) gehören zu den Kneippschen Anwendungen, die Pfarrer Sebastian Kneipp vor etwa 150 Jahren entwickelt hat.
Nicht nur Fußbäder sollen zu einem gesunden Leben beitragen. Auch die richtige Ernährung und Bewegung, ein geordneter Tagesablauf und Heilkräuter helfen dabei. Möglichst alle dieser fünf Bereiche will man im Neustädter Kindergarten auch umsetzen. Immer klappt das natürlich nicht. Man kann die Drei- bis Sechsjährigen ja nicht zum Kräutersammeln schicken. Aber Kräuter anbauen, das können die Kinder sicher, und sie dürfen es im Frühjahr auch ausprobieren.
Auch Armbäder (dabei hält man statt der Füße die Arme in warmes und kaltes Wasser) oder Taulaufen (barfuß über feuchtes Gras gehen) stehen noch auf dem Programm, das getestet werden wird.
Den Kindern macht das Kneippen jedenfalls riesig Spaß. Einige von ihnen machen sogar zu Hause mit den Eltern weiter und tauchen auch dort die Füße abwechselnd in warmes und kaltes Wasser. "Zum Glück müssen wir nur ein paar Sekunden in das kalte Wasser" sagt Amelie. "Das ist nämlich eiskalt", fügt ihre Freundin Eva hinzu. Aber Füße im warmen Wasser zu baden, das sei so richtig toll, schwärmen die Mädchen.
Auf die Idee, das Kneippen in den Kindergarten zu bringen, kamen die Kindergartenleiterin [...] Sie haben von einem anderen Kindergarten gehört, in dem gekneippt wird, und sich gedacht, dass das auch für Neustadt eine gute Sache wäre. Und so haben die beiden Frauen in einem Kurs gelernt, wie das Kneippen richtig angewandt wird.
Inzwischen darf jedes Kind einmal pro Woche die Füße ins Wasser tauchen oder andere Aspekte des Kneippens kennen lernen. Die Kinder fiebern diesen Kneipp-Tagen regelrecht entgegen. Und das können sie auch noch länger: Denn Kneipp wird mindestens noch bis zum Sommer zum Kindergartenalltag gehören.
Die Füße im warmen Wasser baden kann richtig angenehm sein, aber im eiskalten Nass halten es die Kinder des Neustädter Kindergartens nur zehn Sekunden aus. Derzeit machen die Mädchen und Jungen dort Bekanntschaft mit den Heilmethoden des Pfarrers Sebastian Kneipp.
[Nordbayerischer Kurier, 01. 02. 2002 ]


VHS-Vortrag über die Wirbelsäule
Barfuß laufen für aufrechten Gang
Orthopäde erläuterte Fehlstellung und einfache Gegenmaßnahmen
PEGNITZ – Was haben der schiefe Turm von Pisa und die menschliche Wirbelsäule gemeinsam? Das Fundament! Die berühmte Touristenattraktion in Pisa stünde völlig gerade, wenn ihr Fundament nicht auf Schwemmland gebaut wäre. Und die menschliche Wirbelsäule würde aufrecht über den Füßen stehen, würde der Mensch wie unsere Vorfahren barfuß durch die Welt gehen.
In seinem VHS-Vortrag zum Thema "Der schiefe Turm von Pisa – oder das Kreuz mit dem Kreuz" stellte der Referent, Dr. Thomas Stumptner, Orthopäde in Pegnitz, zunächst einige Zahlen vor: 1991 litten in den alten Bundesländern 33,5 Millionen Bürger über 14 Jahren an Rückenschmerzen, das heißt, es fielen damals zwölf Millionen Arbeitsunfähigkeitstage an. 1997 – in Gesamtdeutschland – waren es schon 70 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage! Das bedeutet 35 Millionen Mark Jahreskosten.
Stumptner ging als nächstes auf die Anatomie der Wirbelsäule und ihrer Bedeutung als Achsen-Organ im Körper ein mit vielfältigen Aufgaben. Die Nerven werden durch das Rückenmark geleitet und geschützt. Anhand von Lichtbildern wurde den zahlreichen Zuhörern der knöcherne Aufbau der Wirbelsäule, die Funktion der Bandscheiben, die Abnutzung der Organe und vieles mehr vor Augen geführt. Hier seien nur einige Aspekte ausgeführt.
Eine Fehlstellung des Beckens führt zur Fehlstellung der Wirbelsäule. Das Becken als Fundament der Wirbelsäule steht auf den Beinen, deren Fundament sind die Füße. Nur flaches Stehen auf dem Boden gewährleistet die richtige Stellung der Wirbelsäule. Ein Dia brachte den Beweis dafür: eine Gruppe Afrikanerinnen mit großen Lasten auf dem Kopf schritten barfuß über den Boden und hielten dadurch ihre Wirbelsäule trotz des Gewichts aufrecht.
Richtiges Schuhwerk wichtig
Durch Fehlbelastung der Wirbelsäule können viele Beschwerden auftreten, die man zunächst anderen Organen zuordnet: Kopf-, Nacken-, Schulter-, Arm-, Ellenbogen-, Magen-, Knie- und weitere Schmerzen stellen keine Seltenheit dar. Was tun? Die Behandlung sollte an der Ursache ansetzen, zum Beispiel bei der Wirbelsäulenfehlstellung richtiges Schuhwerk, Reduzierung des Körpergewichts, Kräftigung der Wirbelsäulenmuskulatur durch Gymnastik und eventuell Zuhilfenahme von Mieder, Bauchbinde oder Korsett.
Wichtig sind richtiges Sitzen [...] , Stehen und Heben. Regelmäßige und abwechslungsreiche Bewegung, die zu guter Durchblutung führt, ist ebenfalls das Mittel der Wahl. [...]
[Nordbayrische Nachrichten, 08. 03. 2002]
"die menschliche Wirbelsäule würde aufrecht über den Füßen stehen, würde der Mensch wie unsere Vorfahren barfuß gehen" ... unser Rat lautet: nur zu!


Barfuß laufen!
Auch die Füße brauchen sorgfältige Pflege, um gesund zu bleiben. Dazu gehören tägliches Waschen ebenso wie fettende Cremes und entspannende Bäder mit Essigessenzen und Kräuterzusätzen [...]
Sie geben Halt und Balance und tragen uns im Leben bis zu vier Mal um die Erde. Und doch widmen wir unseren Füßen viel zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei reichen schon ein paar Minuten täglich, um sie schön und gesund zu erhalten.
Das zumindest versichern jene, die Fußpflege professionell betreiben. Die Füße sollten natürlich in das tägliche Waschritual einbezogen werden. Aber Vorsicht: Seifen und Duschgels sollten Sie möglichst sparsam verwenden. Aggressive Badezusätze trocknen den Säureschutzmantel der Haut zu sehr aus, und es kann zu Hautrissen kommen. Diese sind dann ideale Eingangspforten für Bakterien und andere Keime [...]
Vor allem die Zehenzwischenräume müssen gut abgetrocknet werden. Bleibt dort Feuchtigkeit zurück, entsteht ein feucht-warmes Klima. Das ist der ideale Nährboden für Fußpilze. Zur täglichen Körperpflege gehört das Eincremen nach dem Duschen oder Baden. Dabei werden die Füße aber oft vergessen. Gerade bei trockenen und rissigen Fußsohlen sind gewöhnliche Körperlotionen nicht geeignet. Bienensalbe, Aloevera- und Jojobacremes zeigen eine gute Schutzwirkung.
Schweißfüße sollten jeden Morgen mit kaltem Wasser abgewaschen und mit Haushaltspapier abgerieben werden, auf das ein paar Tropfen Essig geträufelt wurden [...] Generell gilt, dass für den Sommer eher Emulsionen sinnvoll sind, die hauptsächlich aus Wasser bestehen und einen geringen Anteil an Öl haben. Das wird als kühlend empfunden. Im Winter dagegen werden eher stark ölhaltige Essenzen empfohlen, da sie einen besseren Kälteschutz bieten [... Die Füße sind oft] sonnenempfindlich, weil sie einen Großteil des Jahres im Dunkeln verbringen. Ist die Haut schon gerötet, hilft das Einreiben mit normalem Essig, [...] altes Hausmittel von Fischern im Süden empfohlen [...]
Schon in der Bibel wurde die Fußwaschung als Zeichen der Nächstenliebe beschrieben, und der Naturarzt Sebastian Kneipp hat Fußbäder mit Kräuterzusätzen wie Fichten- und Kiefernnadeln, Melisse oder Rosmarin vor fast 200 Jahren empfohlen. Auch unseren Füßen sollten wir öfter ein angenehmes und gesundes Fußbad gönnen [...]
Schlichte Salzbäder (dem Wasser zwei Esslöffel Salz zufügen) machen müde Füße wieder munter. Essigfußbäder - ein guter Schuss Essig kommt in nicht zu heißes Wasser - reinigen auf sanfte Weise und sind angenehm bei einem leichten Sonnenbrand und bei Schweißfüßen. Milch- und Molkebäder eignen sich ausgezeichnet für die Pflege bei rissigen Füßen. Kamillenblüten und schwarzer Tee im Fußbadewasser wirken entzündungshemmend und sind deshalb bei wunden Füssen geeignet. Auch ein Fußbad mit Zusatz von Olivenöl hat eine hervorragende pflegende Wirkung. [...] Hornhaut an der Ferse und den Ballen darf nicht abgeschnitten werden. Ein Bimsstein oder einer spezielle Hornhautfeile sind hier die geeigneten Werkzeuge. [...]
Nicht nur Kinder lieben das Barfußlaufen. Jeder sollte es so oft wie möglich tun - ob am Strand, auf dem Rasen im Garten oder auf weichem Waldboden. Die Natur wird mit dem feinen Tastsinn der Fußsohlen so viel intensiver empfunden.
Das Barfußlaufen ist die natürlichste Form der Massage, härtet die Füße ab und beugt Schweißfüßen vor. Die natürliche Fußgymnastik kann mit speziellen Übungen wie Zehengreifen, Fußkreisen oder auf Zehenspitzen laufen ergänzt werden.
Inzwischen gibt es bereits ausgewiesene Barfußwanderwege und organisierte Barfußliebhaber, die das Laufen ohne Schuhe propagieren.
Links ins World Wide Web : www.allesfuerdiefuesse.de
[Die Welt, 01. 06. 2002]


"Was krank ist, schmerzt nicht"
Walter Packi hat die weltweit erste Biokinematik-Klinik in Badenweiler eröffnet / Schmerztherapie am verursachenden Muskel [...]
Schmerz sei eine Störung der Willkürmuskulatur und unterliege der Mathematik der bewegten Mechanik, der Kinematik. Schmerztherapie sei daher die Therapie der Körpergeometrie. Deshalb erfolge bei ihm die Behandlung an Muskelrezeptoren, erklärt Walter Packi. Der Freiburger Allgemeinmediziner erwähnt, dass er seit 20 Jahren 10 000 Patienten - "die meisten waren austherapiert" - erfolgreich behandelt habe.
Schmerzen seien immer an Bewegung gekoppelt, sagt er. Zu jedem Schmerz gehöre ein funktionsgestörter Muskel. Wahrgenommen werde der Schmerz aber nur dort, wo der Körper am gesündesten ist: "Was krank ist, tut nicht weh". Deshalb sei die Therapie am Ort des Schmerzes verkehrt.
Bekanntlich schmerzt ein gebrochenes Bein nicht mehr, wenn es durch Gips ruhig gestellt ist, obwohl der Schaden noch da ist. Der Bruch selbst tut nämlich nicht weh, sondern nur die Bewegung. Deshalb sei Schmerz eine Krankheit der Bewegung, betont der Schmerztherapeut. [...]
Unfallchirurgie sei wichtig, für "unsinnig" erklärt Packi aber orthopädische Operationen, weil diese die Geometrie des Körpers verändern. Er hält auch nichts von Radfahren (Gelenkschäden), rät ab von Krafttraining - "Muskeln sollen nicht verkürzt sondern verlängert werden" - und warnt vor Dehnübungen und vor Stretching. Günstig sei jeder Sport, der mit Laufen (aber kein Walking) zu tun hat und zwar über Stock und Stein, vor-, seit- und rückwärts, barfuß oder auf leichten Sohlen und auf keinen Fall in stoßgedämpften Schuhen.
Dies kann der Patient auf dem Natur-Parcours rund um die Blauen-Klinik testen. Schmerzfrei sei er schnell, doch das Erlernen der lebenslangen Selbsttherapie dauere etwa fünf Tage, sagt Packi [...]
[Badische Zeitung, 06. 08. 2003]
Gelesen? Günstig sei jeder Sport, der mit Laufen (aber kein Walking) zu tun hat und zwar über Stock und Stein, vor-, seit- und rückwärts, barfuß oder auf leichten Sohlen und auf keinen Fall in stoßgedämpften Schuhen .... Barfußwanderer machen's richtig!

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