Barfuß - Pressespiegel : Tastpfade und Barfußwege

Über Balancierbalken zum Barfüßlerweg
Stadtpark wird zum Versuchsfeld der Sinne
A. Rieger Großenhain. Sehen und Hören werden von unseren zwei wichtigsten Sinnesorganen Auge und Ohr ausgeführt. Ohne diese visuelle und auditive Orientierungsmöglichkeit wären wir beispielsweise im alltäglichen Straßenverkehr völlig hilflos. Sind unsere Augen in tiefer Dunkelheit in ihrer Wahrnehmungskraft überfordert, können wir diesen Mangel durch unseren Tastsinn wieder annähernd ausgleichen. Mit unserer Nase können wir zwischen angenehmen und unangenehmen, ja vielleicht sogar gefährlichen Gerüchen unterscheiden.
Leider nimmt die bewusste Wahrnehmung der Umwelt über diese fünf Sinne zusehends ab, das erkannte 1965 bereits Hugo Kükelhaus, seines Zeichens Naturwissenschaftler und Künstler. Er entwickelte daraufhin ein "Versuchsfeld zur Organerfahrung", welches im Speziellen die Entfaltungsmöglichkeiten unserer Sinne anregt.
Zum "2. Erlebnisfest der Sinne" im Großenhainer Stadtpark sind einige Stationen dieses Versuchsfeldes wieder aufgebaut. Zur Aktivierung seines Fühl- und Tastsinnes kann man den "Barfüßler Weg" beschreiten. Kein Parkett, Linoleum oder Teppich - sondern der Fußboden als dreidimensionale Greifzone für eine Selbstmassage der Füße und Fußsohlen. Diese Schlussfolgerung beruht auf den Forschungen des amerikanischen Mediziners Fitzgerald, der sich im Besonderen mit der uns heute bekannten Fußreflexzonenmassage beschäftigte. Barfuß kann man sich über verschiedenste Materialien bewegen und bewusst die Unterschiede zwischen hart und weich, grob und fein oder glatt und rau wahrnehmen. Wer einen guten Gleichgewichtssinn hat, kann durch das Schließen der Augen die Tastempfindungen noch verstärken.
Muss man nach dem Gang über den "Barfüßler Weg" feststellen, dass der Gleichgewichtssinn nicht mehr an jenen aus Kindertagen erinnert, als man mutig über jeden Bordstein balancierte, der kann sich dem Balancierseil, dem Balancierbalken oder Balancierholz zuwenden. Jeder kennt dieses Gefühl, im ständigen Balancieren dem roten Faden im eigenen Leben zu folgen.
Das "Erlebnisfeld der Sinne" lädt also ein zum Ausprobieren oder gezielten Training unserer Wahrnehmungsfähigkeiten, damit wir bestimmte Anforderungen des Alltags oder spontane Aktionen wieder spielend bewältigen können.
[Sächsische Zeitung, 07. 07. 1999]


Geheimnissen der Natur auf der Spur
Sinnesgarten macht Kinder stark
[...] »Sinnesgarten - das Spiel mit den Sinnen«, so lautet der Titel einer Schau in den Räumen der Wirtschaftsschulen Steinfurt. Anders als bei den üblichen Ausstellungen für die Augen ist der aufgebaute Parcours als vielfältiger Anreiz für die übrigen Sinne gedacht. Riechen, Tasten, Fühlen und Hören werden angesprochen. Die Idee zu diesem Erlebnisgang stammt von Astrid Bröker, Mitglied des Beratungslehrerteams.
In Zusammenarbeit mit der Schule für Ergotherapie, der Deutschen Angestellten Akademie und in Kooperation mit der Fachstelle für Suchtvorbeugung in Rheine verwirklichte Karin Wenzel (Diplompädagogin an den Wirtschaftsschulen) die Organisation dieses Sinnesgartens.
Der grundlegende Gedanke hinter diesem Projekt: »Kinder stark machen«. Das wollen doch alle Eltern und Lehrer. Sicher, nur der Weg dahin bleibt oft im Alltagsleben stecken. Dabei ist gerade die Sinnesentwicklung in der heutigen Generation durch die rasante technische Entwicklung schwieriger geworden. Selbstverständlich ist es, dass Kinder, statt draußen zu spielen, manchmal nur vor dem Bildschirm sitzen. Viele Dinge in der Natur bleiben ihnen fremd.
Barfuß über Tannenzapfen oder durch Sand gehen, auf Bäume klettern und balancieren, dass können einige nicht. Fehlendes Ausdifferenzieren von Fein- und Grobmotorik verdeckt gelegentlich die geistige Reife mancher Kinder. Hilfe gegen so genannte sensorische Integrationsstörungen darf allerdings in keinem Programm von Beratungsstellen für Kinder und Jugendliche fehlen. Die Eltern bemerken die Symptome wie häufiges Hinfallen, Anstoßen, Hyperaktivität, verzögerte Sprachentwicklung und sonstige Verhaltensauffälligkeiten oft erst im Schulalter. Da auch in der Arbeit mit jungen Kindern im Kindergarten derartige Beobachtungen gesammelt werden können, ist es wichtig, schon früh Defizite zu erkennen und zu beheben. Deshalb haben Erzieherklassen diese Erfahrungsschau ebenso interessiert angenommen, wie die Fachoberschulklassen. Das Thema Wahrnehmung ist ihnen aus der Praxis wie auch in der Theorie bekannt. [...]
Wieder ein Gespür für die Umwelt mit allen Sinnen zu entwickeln war das Anliegen der Veranstaltung. [...] Zum Thema: Sensorische Integrationsstörungen Mit sensorischen Integrationsstörungen wird ein Prozess beschreiben, der im Mutterleib beginnt. Der Weg der Reizaufnahme vollzieht sich durch die Sinnesorgane. Diese veranlassen die Weiterleitung zum Gehirn, die dortige Speicherung, Koordination und Verarbeitung. Wenn dieser Prozess reibungslos verläuft, kommt es zur Reizbeantwortung und damit zur Handlung beziehungsweise Reaktion. Störungen, wie mangelnde oder unangemessene Sinnesangebote, seelischer Druck, Gifte im Mutterleib, Sauerstoffmangel und anderes führen zu einer instabilen Sinnesentwicklung beziehungsweise sensorischen Integrationsstörungen.
[Westfälische Nachrichten, 30. 05. 2000]


Mit den Füßen die Natur ganz anders erfahren
Vor allem Schüler halfen beim Bau des Fußfühlpfades kräftig mit / Wie fühlen sich unterschiedliche Materialien an? [...]
An der Vils bei Ensdorf soll rund um die Bund- Natur- Schutz- Hütte neben dem Radwanderweg im Laufe der Zeit ein Natur- Erlebnis- Gelände entstehen, auf dem Natur mit allen Sinnen erfahrbar wird.
Am Samstag wurde unter Anleitung von Dipl.-Biologe Andreas Raaber vom BN ein Fußfühlpfad gebaut. Rundhölzer wurden ganz genau eingepasst. Verschiedenste Materialien wurden verarbeitet. Auf die erforderliche Länge wurden die Rundhölzer zugesägt. Pünktlich um 9 Uhr, lobt dieser, standen 18 Kinder der Volksschule Ensdorf "Gewehr bei Fuß" und warteten schon auf ihren Arbeitseinsatz. [...]
Grobe Vorarbeiten hatte bereits die Woche zuvor das Wasserwirtschaftsamt Amberg mit Maschinen- und Arbeitseinsatz geleistet. Da wurde am Samstag eifrig gepickelt, mit der Säge Rundholz geschnitten, die Ränder und einzelnen Felder des insgesamt 35 Meter langen Fußfühlpfades gebaut; Kies, Schotter, Split und Sand, Rindenmulch und Waldboden in Schubkarren geschaufelt, in die vorbereiteten Felder ausgekippt, planiert, fest getreten. Natürlich wurde auch gleich ausprobiert, wie sich der unterschiedliche Untergrund anfühlt. [...]
Auf dem Fußfühlpfad kann - wie der Name sagt - mit bloßen Füßen verschieden artiger Untergund aus Natursteinen, grobem Kies, Sand, stehenden Rundhölzern, Split, Rindenmulch, liegenden Rundhölzern, feinem Kies, Fichtenzapfen und Waldboden erfühlt und ertastet werden. Es kann erspürt werden, wie er sich anfühlt - weich oder hart, spitz oder glatt, warm oder kühl, ist er nachgiebig oder fest. Dies fördert zudem die Durchblutung.
Geeignet ist er auch für kleine "Blinde- Kuh- Tests" als Spieleinlage bei einer Wanderung. Am nahen Bootssteg der Umweltstation Kloster Ensdorf kann man anschließend seine Füße im kühlen Wasser der Vils reinigen oder erfrischen. [...]
[Mittelbayerische Zeitung Lokales 10.4.2000]


Barfuß zurück zur Natur
Grünes Klassenzimmer im Umweltzentrum Plochingen - Mit dem Wort Natur wissen viele Kinder aus Ballungsgebieten nichts mehr anzufangen. Im Grünen Klassenzimmer des Umweltzentrums Neckar - Fils ändert sich das.
[...] Mit vielen spitzen Schreien und ganz vorsichtig auftretend, tasten sich die Zweitklässler der Plochinger Burgschule über den mit Splitt eingestreuten Weg vor dem Umweltzentrum auf dem ehemaligen Plochinger Landesgartenschaugelände. Sie laufen barfuß, und viele von ihnen versuchen so schnell wie möglich auf eine betonierte Fläche vor dem Haus zu kommen.
"Viele Kinder, die uns besuchen, sind noch nie barfuß gelaufen'', fällt Andreas Lämmert, der zusammen mit je drei Zivildienstleistenden und Praktikanten das Grüne Klassenzimmer umtreibt, zum Verhalten der Mädchen und Buben ein.
Der Mangel an Naturerfahrung unter den Kindern ist jedoch wesentlich umfangreicher. Um gerade den Kids aus Ballungsgebieten die Natur wieder zugänglich zu machen, gründete der Naturschutzbund in seinem Plochinger Umweltzentrum das Grüne Klassenzimmer. Seither nahmen über 200 Schulklassen das Angebot wahr. Allein in diesem Jahr wollen Mädchen und Buben aus 93 Schulen den Garten der Sinne, den Lebensraum Wasser oder die Knochenwerkstatt vor allem mit Händen und Füßen erforschen. [...] "Vom mehrkanaligen Lernen haben die Kinder am meisten. In den normalen Klassenzimmern kann dieses Angebot nicht gemacht werden'', wird die Schulrätin ihren Kollegen sagen. [...]
[Sindelfinger, Böblinger Zeitung 19. 05. 2000]


Sprechen lernen beim "Blauen Elefanten [...]
Das Kinderhaus "Blauer Elefant" in der Nordstadt betreut zu 89 Prozent ausländische Kinder. Viele von ihnen sprechen nur wenig Deutsch, haben einen geringen Wortschatz oder Grammatikprobleme. Jeden Tag kommen deshalb zwei Lehrerinnen der Grundschule Nord in die Kita, um mit den Kindern Sprechübungen zu machen. [...]
Aus 26 Nationen kommen die Kinder im "Blauen Elefanten", zum Beispiel aus Vietnam, der Türkei, Bosnien oder dem Irak. Im Kindergarten lernen sie nicht nur Deutsch zu sprechen, sondern auch ihre Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen. In den Räumen sind verschiedene Naturlandschaften nachgebaut. Da gibt es einen Wald, in dem die Kinder mit nackten Füßen unterschiedliche Oberflächen spüren, aber auch einen Strand, aus feinem weißen Sand und die Möglichkeit gleich daneben zu baden. Auch Bewegung fördere die Sprachentwicklung, sagte Wirries. Es gehe hier nicht um logopädische Übungen, sondern um ein "ganzheitliches Konzept".
[Hildesheimer Allgemeine Ztg., 03. 04. 2003]


Eine tolle Idee umgesetzt hat diese Initiative, wie ich finde :
Im Sonnenblumen-Meer Natur erleben und fühlen
Von der Ferne sieht der Acker neben dem Schönaicher Schäferhundezuchtverein wie andere Äcker aus. Ganz normal. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Zwischen Sonnenblumen, Lupinen und Kornblumen schlängelt sich ein Pfad. Ein Labyrinth, das durch viele Windungen zur Mitte führt. Ein Sonnenblumen-Labyrinth der Sinne, das pädagogische Fachkräfte aus dem Kreis Böblingen angelegt haben.
Uuuiiiiihhh. Autsch, autsch, autsch. Iihhhh, das ist glitschig. Das ist aber toll weich. Emel, Tobias, Jill und die anderen Kindergartenkinder aus dem Holzgerlinger Kindergarten Stäuchle suchen sich einen Weg aus dem Labyrinth. Alle gehen barfuß. Mal hüpfen die Dreikäsehochs, mal gehen sie ganz vorsichtig. Lachen, jauchzen, rufen.
Zwar sind Sonnenblumen, Gelbsenf und Kornblumen kaum 50 Zentimeter hoch, ihren Spaß haben die Kinder am Donnerstagabend dennoch. Auch wenn es noch einige Zeit dauert, bis aus dem gut 800 Meter Weg, der sich auf verschlungenen Pfaden durch die Wiese zieht, ein Netz von Gängen geworden ist. Ein richtiges Labyrinth eben.
Eines, in dem es im übrigen keine Sackgassen gibt. Das Labyrinth ist kein Irrweg, sondern soll eine Art Sinnbild für den Weg des Lebens sein. Wie im wirklichen Leben gibt es hier viele Kurven, Windungen und Entfernungen [...], auch hier kommt man nicht auf direktem Weg zum Ziel [...]
Im Rahmen einer Fortbildung haben die Frauen den verschlungenen 800 Meter langen Weg angelegt [...] der Holzgerlinger Landwirt Martin Schmidt einen Acker zur Verfügung gestellt [...] Auf 6000 Quadratmetern hat er eine Bienenweide ausgesät: Sonnenblumen, Phacelia, Senf, Lupinen, Buchweizen und paar andere Pflanzen mehr. Dem Landwirt aus Holzgerlingen geht es darum, den Menschen - Kindern wie Erwachsenen - die Landwirtschaft näher zu bringen. Viele wissen gar nicht mehr, wie lange es dauert, bis eine solche Wiese wächst.
Ziemlich lange nämlich. Wer das Labyrinth regelmäßig besucht, kann sehen, wie sich die Wiese verändert. Klasse, jetzt sind die Sonnenblumen schon so hoch wie mein Zeigefinger, schrieb im Mai ein kleiner Besucher. Inzwischen stehen die grünen Pflanzen fast 50 Zentimeter hoch, außerdem blüht gerade der Senf. Leuchtend gelb.
Die Kinder sollen die Natur erleben und fühlen [...] Und sie sollen ihre Sinne spüren, den Duft des Blumen und der Kräuter riechen, die Farben der Pflanzen sehen, Wind und Sonne spüren und den Boden fühlen.
Auf dem Pfad, der mit unterschiedlichem Material belegt ist. Mit Sand und Heu, mit Moos und Stroh, mit Schafwolle und Rindenmulch, mit Kies und Weizenspreu. Fühlt sich gut an, sagt der sechsjährige Tobias. Vor allem das Heu mag ich. Jill und Emel, ebenfalls sechs, finden die Schafwolle besonders angenehm. Das ist so schön weich. Ihnen und den anderen Buben und Mädchen gefällt es im Labyrinth, sie wollen auf jeden Fall wieder herkommen. Wie so mancher andere, der sich im Gästebuch verewigt hat, das in der Mitte des Labyrinth ausliegt. Dort lädt ein kleiner Platz zum Verweilen ein, zur Rast im Blumenmeer. Es ist wunderschön, schreibt eine Sophia, nur manchmal piekst es.
[Böblinger Bote, 15. 06. 2002]

Einen Tag lang im Indianerland
Einen Tag als Indianer verbringen, als «Aufgehende Sonne» durch das Tipidorf schreiten, während «Lauter Fuß» die Trommeln schlägt. Für viele Kinder ging dieser Traum am Indianerfest in Erfüllung.
So viel war da zu erleben und über die Kultur der Indianer zu erfahren. Während «Scharfes Auge» besonders gern mit Pfeil und Bogen auf Wildschweine und Truthähne zielte, lauschte «Stilles Leben» mit großer Hingabe der Geschichte, die von der Indianersquaw erzählt wurde.
«Eitler Abend», wie könnte es anders sein, hatte seine lange schwarze Mähne besonders schön hergerichtet.
In den Tipis träumte «Leiser Biber» zu Geräuschen und Düften aus der Prärie vor sich hin, während «Mutiger Busch» barfuß über Steine, Moos und Stroh lief.
Was machte es an diesem herrlichen Tag noch aus, wenn «Hinkender Bär» auf dem Wasserparcours sein kostbares Wasser verschüttete, und «Schreckliche Nacht» im dunklen Tunnel, ausgestattet mit allerlei unheimlichen Objekten, doch ein wenig Angst hatte. Schließlich konnte sich jeder, nachdem er sich mit einer Schnitzerei auf dem Totempfahl verewigt hatte, am Lagerfeuer oder bei den fleißigen Squaws mit indianischem Essen wieder stärken. [...]
[Bieler Tageblatt, 6.7.2000]

Halloween: Barfuß durch den Grusel-Parcours [...]
Durch die Öffnung des Schlafsacks schrecken Horror-Fratzen, in jedem Kürbis flackert's unruhig, schaurige Gestalten locken zum Schwoof in ihr düsteres Reich. Halloween-Fieber im Haus der Jugend.
Am Wochenende geisterten wieder Scharen von Hexen, Gespenstern und anderen Monstern durch die Finsternis. Im Café des Hauses der Jugend hatten die 20 Mini-Dämonen ihr Lager aufgeschlagen.
Mit den Ober-Gespenstern Helga Geweßler, Klaus tom Suden, Steffi Ciecierski und Daniela Koprek höhlten sie Kürbisse aus und wanderten barfuß durch einen finsteren Grusel-Parcours - Wannen mit Sand, Laub und Tapetenkleister. Zur Stärkung gab's Popcorn und Wackelpudding.
[Cuxhavener Nachrichten, 28. 10. 2001]


In einen religiösen Kontext passt die Idee auch, das zeigen diese beiden Berichte:

Barfuß auf "Straße des Fühlens"
Kirchengemeinde Hartum feierte Fest / Spielaktionen für Kinder
Zu einem Gemeindefest unter dem Motto "Staunende Augen - Bartimäus" hatten der CVJM Hartum und die Kirchengemeinde Hartum am vergangenen Wochenende eingeladen. [...]
Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann rund um die Kirche weiter. Da konnten die Kinder basteln, reiten, auf die Hüpfburg gehen, beim Fotosuchspiel ihre Ortskenntnis unter Beweis stellen oder an einen Kran geseilt ihre Geschicklichkeit beim Kistenstapeln zeigen.
Aufgebaut war auch eine "Straße des Fühlens", auf der die Kinder barfuß und mit verbundenen Augen - das symbolisierte die Situation des blinden Bartimäus - verschiedene Gegenstände mit den Füßen ertasteten. [...]
[Mindener Tageblatt, 7.7.2000]

Zu Fuß ins Paradies
Schon Tausende von Jahren wird über das Wort Gottes meditiert, nachgedacht, wird es ausgelegt. So vielfältig wie das Leben ist und so neu die Situationen sind, das Wort Gottes hat immer wieder eine aktuelle Botschaft. [...] Etwas ganz Besonderes haben sich Niederorscheler Jugendliche ausgedacht. Sie präsentieren am Sonntag eine begehbare Bibel.
Im St.-Christopherus-Haus, dem Jugend- und Gemeindehaus in der Niederorscheler Bergstraße, geht es in diesen Tagen hoch her. Da wird gebastelt, gewerkelt und natürlich auch diskutiert. Thema der Jugendlichen ist aber nicht der neueste Mode- oder Partytrend. Es geht um die biblische Geschichte. [...] "Die Bibel ist kein Geschichtswerk. Sie hat etwas mit Glauben zu tun und so wollten wir uns daran machen, einige Stellen aufzudröseln und darzustellen." Da es den jungen Niederorschlern nicht an Kreativität und Ideenreichtum mangelt, machte man sich ans Werk. [...]
Natürlich beginnt alles mit der Schöpfungsgeschichte. [...]
Fertig ist schon die Szene, die Moses am brennenden Dornbusch darstellt. [...] Entstanden ist hier eine Art Sinnespfad, der barfuß begehbar ist. In dem Zusammenhang ging es auch gleich auf Naturentdeckung, denn Moos, Sand und Holzspäne mussten herbei geschafft werden. Durch die eigenen Aktivitäten bekam mancher einen neuen Zugang zur Bibel. Sah, dass sie auch heute, für das persönliche Leben eine Botschaft hat. [...]
[Thüringer Allgemeine, 13. 03. 2003]


Und jetzt geht es barfuß durch die Natur : Der Barfußweg lädt zum Abenteuer ein
Das Projekt am Esper ist fertiggestellt - Kinder testeten das Angebot schon intensiv [...]
Seit Donnerstag ist die Stadt Roding um eine Attraktion reicher. Der Barfußweg am Esper, der im Haushalt der Stadt Roding mit 15000 Mark veranschlagt worden war, wurde fertiggestellt und offiziell übergeben. Er dient der Attraktivitätssteigerung des Regental - Radwanderweges und bereichert gleichzeitig das Naherholungsangebot der Stadt, vor allem für Familien mit Kindern, die ein weiteres Ziel für den "kleinen Ausflug" vor der Haustüre suchen, sowie für Bootswanderer.
Der Barfußweg ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Gestaltung des Freizeitparks am Esper. Bürgermeister [...] lobte die gute Ausgestaltung des Weges, der in Zusammenarbeit mit dem Sozialinstitut der KAB für Erwachsenenbildung e.V. entstanden ist. Obwohl anfangs viele Fragen offen waren, habe sich das Projekt gut entwickelt und bereichere das Freizeitangebot der Stadt Roding. Der Barfußweg ist entstanden im Rahmen des Leader- II- Projektes "Chance aus Arbeit", das seinen Sitz in Roding hat. [...] Das Projekt dient der Verbesserung der Vermittelbarkeit von Arbeitslosen in den regulären Arbeitsmarkt [...] Es wurde über EU - Mittel des Arbeitsministeriums Bayern gefördert [...] "Der Barfußweg in Roding ist somit ein Beispiel dafür, wie EU - Gelder in sinnvoller Weise wieder denen zugute kommen, die sie über ihre Steuergroschen mitfinanziert haben: den Bürgern Europas" [...] Der Barfußweg sei das erste realisierte Vorhaben zur Unterstützung des Agenda - 21 - Prozesses im Landkreis Cham. [...] Die Kommunen des Landkreises, vor allem im Einzugsgebiet des Regental - Radweges, sind herzlich eingeladen, sich an diesem Projekt zu beteiligen und so zum Gelingen beizutragen. [...]
Die Arbeiten hatten am 10. April begonnen und wurden vorerst am 12. Mai abgeschlossen. Im Herbst dieses Jahres werden zu einer günstigeren Pflanzzeit die "Bäume des Jahres" gepflanzt. Der neue Barfußweg lädt Kinder sowie Erwachsene ein, den Weg zu durchstreifen, um verschiedene Oberflächen an den Füßen zu spüren. Entlang des Siedersees sind Granit Bordsteinbruch, ein Mosaik aus Granit und Muschelkalk sowie Natursteine vorhanden. Eine besondere Attraktion stellt am Ufer des Siedersees ein Tretbecken mit Kies dar.
"Kinder, Familien und Schulklassen haben den Weg, das Wasserbecken und die Pumpe schon reichlich getestet", freute sich der Projektleiter. Weiterhin sind unterschiedliche Gräser wie Knaulgras, deutsches Weidegras, Rotschwingel und Straußgras für einen Streifzug vorhanden. Der Graniteinzeiler besteht unter anderem aus Feinsplitt, Flusssand, Feinkies, Granitsplitt und grobem Kies. Auf dem Abschnitt unter den Bäumen finden sich Stirnholzpflaster, Kiefernzapfen, Hackschnitzel, Rindenmulch und Sägespäne.
In einer gepflasterten Mulde hat eine Schwengelpumpe ihren Platz, mit der Wasser in die Mulde gepumpt werden kann (Erfrischung der Füße im Sommer), von der aus sich das Wasser im Sand verläuft. Eine Attraktion - besonders für Kinder -, die hier mit Sand und Wasser matschen können.
[Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung, 26. 05. 2000]


Kühler Grund für heiße Sohlen
GESUNDHEIT / Im Barfuß-Park von Lienen kann man seinen Füßen einen Auftritt der besonderen Art gönnen.
LIENEN. "An Glasscherben haben wir auch schon gedacht", sagt Corinna Aust vom Marketing-Verein Lienen mit einem Lächeln. "Das ist aber ohne Aufsicht zu gefährlich." Doch auch Schotter, Sand oder Eisenbahngleise haben´s in sich. Wer seinen Füßen eine Auftritt der besonderen Art gönnen möchte, sollte einmal in dem malerischen Örtchen zwischen Münster und Osnabrück vorbeischauen.
Los geht´s im Wassertretbecken. Bei acht Grad kaltem Grundwasser nur etwas für ganz Hartgesottene. Kneipp lässt grüßen. Länger als 20 Sekunden im kühlen Nass - und die Füße schmerzen.
Nach dem Tretbecken folgt ein Schotterweg. "Sie müssen sich richtig abrollen, dann kann es auch nicht weh tun." Corinna Aust weiß, wovon sie spricht. Sie ist die Barfuß-Park-Strecke bereits 80 Mal gelaufen. Im Februar 2003 kam dem Team um die Vorsitzende des Ortsmarketing-Vereins die Idee zum Park, im Mai vergangenen Jahres wurde er eröffnet. Über 10 000 Besucher sollen das Angebot während der ersten Saison genutzt haben. [...]
"Jeden Samstag treffen wir uns, um alles in Schuss zu halten oder neue Materialien zu legen", erzählt Aust. Die meisten Untergründe seien gespendet, deshalb könne man die Kosten für den Park auch nicht beziffern.
Nächste Station auf dem Parcours ist ein Bachlauf. Welch´ eine Wohltat, durch den nassen Schlamm zu waten! Doch länger als eine Minute währt das Vergnügen nicht. Dann geht´s weiter über die Schotterpiste. Von Erholung für empfindliche Fußsohlen keine Spur.
Dagegen ist der Lauf über den weichen Humus und die im Boden eingelassenen Baumscheiben ein wahres Vergnügen. Auch die großen Flusskiesel, durch die Sonne leicht gewärmt, verwöhnen von den Zehen bis zur Ferse. Doch bevor es wirklich angenehm wird, warten noch zahlreiche Rindenmulch-Arten. "Wenn die feucht sind, macht das Drüberlaufen kein Problem" [...] Doch wehe, die Sonne hat die braunen Rinden-Splitter ausgetrocknet. Dann droht sensiblen Zeitgenossen ein wahrer Spießrutenlauf.
Erst sattes Grün, dann feiner Sand
Dann doch lieber Strandfeeling auf der Pferdewiese: Nach ein paar hundert Metern sattem Grün führt der Pfad über feinen Sand. Da werden Urlaubserinnerungen wach. Kurz vor Ende geht´s dann noch über Holzbohlen und Eisenbahngleise. Wer mag, kann am Zielpunkt noch einmal ins Wassertretbecken eintauchen. Oder seine Füße nach einer Dreiviertelstunde Marsch über mehr oder weniger pieksende Böden gleich unter den Wasserkran halten.
"Wenn Sie heute Abend in Ihrem Bett liegen, werden Sie so warme Füße wie noch nie haben" [...]
[Neue Ruhr Zeitung, 26. 05. 2003]


Barfuß im Park
Neil Simon, der Verfasser des erfolgreichen Theaterstücks "Barfuß im Park", wäre entzückt. Am 25. Juni wird in der obersteirischen Gemeinde Wenigzell, laut Eigendefinition ein "Kraftspendedorf", der 1. Österreichische Barfußpark" eröffnet. "Raus aus den Schuhen, rein ins empfindsame Vergnügen" lautet das Motto für die neue Initiative in der "Kneipp- und Barfußregion Joglland".
Auf einer rund 1 Kilometer langen Strecke können die Besucher auf 15 Stationen in unmittelbaren Gefühlskontakt mit der Natur treten: Bloßfüßig, also ohne Schuhe, Socken und Strümpfe über Rasen, Sand, Moos, Lehm, vulkanischen Splitt, Joglländer Holzpflaster, kühle Erde, Kies oder Rinden, danach durch den Haselbach, wo die Füße eine kühlende Reflexzonenmassage erhalten.
"Wer nicht gewohnt ist auf natürlichen Bodenstrukturen barfuß zu gehen ist überrascht, wie unsicher der Gang ist, wie empfindlich die Fußsohlen sind", sagt Romana Kerschenbauer vom "Tourismusverband Wenigzell".
Für alle Besucher stehen Schließfächer für die Schuhe sowie eine Möglichkeit zum abschließenden Füßewaschen zur Verfügung. Im September gibt es ein "Barfußreiten". m.b.
[Salzburger Nachrichten, 14. 06. 2000]


BOLSDORFER TÄLCHEN Barfuß über Stock und Stein
Erlebnispfad soll Touristen anlocken [...]
Die Stadt Hillesheim will ihr Touristik- und Freizeitangebot im Naherholungsgebiet "Bolsdorfer Tälchen" erweitern. Ein Barfußerlebnispfad und Routenvorschläge zum Joggen und Walken sollen Besuchermagnete werden.
Das "Bolsdorfer Tälchen", Naherholungsgebiet der Beispielstadt, werde schon jetzt von Einheimischen wie Urlaubern sehr gut angenommen, berichtet Jürgen Mathar von der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung Hillesheim. Kein Wunder, denn idyllisch und malerisch liegt die von devonischen Felsplatten umgebene Bachtalaue zwischen Hillesheim und Bolsdorf.
Nach Kneipp'schem Prinzip soll dort das Gefühl des Barfußlaufens auf unterschiedlichen Untergründen wie Sand, Kies, Pflastersteinen, Asphalt, Rindenmulch, Wiese, Rundhölzern, Felssteinen, Waldboden oder im Bachwasser wieder entdeckt werden - eine Art Therapie, die für das körperliche Wohlbefinden ein Genuss ist und zudem die Gesundheit fördert.
Die Idee, einen solchen Barfußwanderweg anzulegen stammt von Mathar: "Ich habe den etwa drei Kilometer langen Barfuß - Erlebnisweg in Bad Sobernheim an der Nahe erlebt und mir gedacht: Das geht doch auch in Hillesheim."
Beeindruckt war Mathar von der großen Beliebtheit des Weges bei Schulklassen, Wandergruppen und auch Urlaubsgästen. Seine Anregung wurde gut aufgenommen, zumal der Bau des Pfades nur wenig kosten soll. Mathar: "Der Materialaufwand ist gering." Errichten sollen den Weg Stadt- und Forstarbeiter sowie Helfer aus einer eigens für diesen Zweck beantragten Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Im Herbst soll's losgehen. [...]
[Trierischer Volksfreund, 30. 06. 2000]


Barfuß über Stock und Stein
Neue Freizeitattraktion in Schillingen: der Barfuß - Lehrpfad [...]
Das Schillinger Freizeitzentrum ist um eine Attraktion reicher. Ein 1,3 Kilometer langer Barfußpfad wurde eröffnet. [...]
Ortsbürgermeister [...] dankte den vielen Helfern, den Forstleuten, dem Wegewärter des Erholungsgebietes [...], dem Angelsportverein, freiwilliger Feuerwehr, Pfadfindern dem SPD - Ortsverein Schillingen sowie den Wald- und Gemeindearbeitern für die tatkräftige Unterstützung.
Das Projekt sei ohne finanzielle Probleme realisiert worden, weil die Gemeinde ganz allein für den Barfußpfad aufkomme. [...]
Von dem neuen Angebot erhoffe man sich auch eine entsprechende Resonanz für den Fremdenverkehr. Der 1,3 Kilometer lange Barfußpfad, im landschaftlich reizvollen Hochwald gelegen, ist als Rundweg angelegt und richtet sich an Menschen, die gerne barfuß laufen, verschiedene Untergründe spüren wollen, darunter Gras, Sand, Schlamm, Steine, Kies und Holz. Das Wassertretbecken am Ende des Pfades dient als Wohltat für die Füße – und nicht nur für sie.
Je nach dem, wie lange sich die Barfußwanderer mit den Untergründen beschäftigen, dauert der Rundgang eine halbe bis eine ganze Stunde.
[Trierischer Volksfreund, 05. 09. 2000]


"Eine tolle Idee", "sehr gut" und "einmalig", das waren nur einige der begeisterten Ausrufe beim ersten offiziellen Rundgang auf dem Barfußpfad der Gemeinde Hausen.
Waldfee Ilona Sell, die amtierende Miss Nordbayern, war zur Eröffnung des Barfußpfades an der Autobahnausfahrt Gramschatzer Wald nach Hausen gekommen. Zusammen mit Bürgermeister Winfried Strobel und Geschäftsführer Josef Rummel von der 24-Autobahn-Raststätten GmbH durchschnitt sie das rote Band und führte die ersten Nacktfüßler auf dem Rundgang an.
"Vor drei Monaten haben wir die Anregung des Autohofs 24 für einen Barfußpad in unserer beschaulichen Landschaft des Gramschatzer Waldes aufgenommen", erklärte Bürgermeister [...] Rege Nachfragen zeigen nun das große Interesse am Barfußpfad.
"In Deutschland gibt es etwa 20 gute und große Barfußwege, eine Handvoll davon ist in Bayern", informierte Josef Rummel vom Autohof. Er sei sich jedoch sicher, dass keiner der Wege so idyllisch und natürlich in die Landschaft eingebettet sei wie der neu eröffnete Pfad im Gramschatzer Wald. Er diene dem kostenlosen Freizeitvergnügen für die Region, zum Anderen sei er ein lohnendes Pausenziel für erholungssuchende Autofahrer [...]
Ungewohnt und ein besonderes Fußgefühl ist es schon, durch kühles und weiches Gras, warmen Sand, anschmiegsames Moos, massierende Baumrinde, feuchte Erde, raschelndes Laub oder gar durch ein kleines Moorstück zu gehen, meinten die Barfüßler. Dennoch seien die zwei Rundgänge mit 900 Meter und drei Kilometern äußerst entspannend. [...]
Der neue Barfußpfad beginnt am Waldrand in der Nähe des Autohofs 24 an der A7, Ausfahrt Gramschatzer Wald. Um unbeschwert wandern zu können, gibt es Schließfächer in einer Blockhütte am Beginn der Strecke. Am Ende des Rundweges befindet sich eine Waschgelegenheit.
[Mainpost, 23. 06. 2003]


Kurzurlaub für die Füße
In Neuss entstand ein Erlebnis-Wanderpfad [...]
Neuss - Eklig, unhygienisch, so was macht man nicht, was sollen denn die Leute denken? - die Reaktionen der Öffentlichkeit zum Thema "barfuß" waren und sind derart vehement, dass Detlef Fleischer, gelernter Journalist und heute Inhaber einer PR-Agentur, einst beschloss, dem "Schattendasein der Füße" auf den Grund zu gehen. Die Konsequenz seiner Recherchen: Fleischer ist heute mehr Barfuß-Fan als je zuvor, schrieb das Buch "Barfuß-Szene - mehr Mut zu nackten Füßen" und realisierte in Zusammenarbeit mit dem Neusser Verkehrsverein sogar einen öffentlich zugänglichen "Barfußpfad", der jetzt im Neusser Erfttal Eröffnung feierte und im direkten Umkreis seinesgleichen sucht.
Auf einem 300 Meter langem Parcours mit 15 "Erlebnisfeldern" bekommt der Besucher hier "eine natürliche und kostenlose Fußreflexzonenmassage", wenn er über verschiedenste Untergründe wie Erde, Gras, Kies, Sand, spitze Marmorsteine oder Muscheln tapst. Autsch. Das kann dem Barfuß-Neuling zeitweise erst einmal Unbehagen oder gar Schmerzen bereiten. Aber schon nach der zweiten Runde wird der permanente Wechsel zwischen "Au" und "Ah" ein bisschen zum Abenteuer, der Tastsinn der eigenen Füße auf diese Art seit langem wieder bewusst erlebt. Fleischer und andere Experten sprechen von Umwelt- und Körpererleben. Barfuß sei man der Natur sehr nah, habe quasi direkten Bodenkontakt zu Mutter Erde.
Barfuß-Mann Fleischer will keinen Kult heraufbeschwören und auch niemanden zum Barfüßeln missionieren, ist sich auch der verwirrenden Assoziationen mit der Hippie-Bewegung oder Nachkriegszeiten bewusst, vertritt aber dennoch mit Überzeugung die positiven Aspekte, "auf freiem Fuß" zu sein [...] Schon Goethe schrieb: "Ein schöner Fuß ist eine große Gabe der Natur. Diese Anmut ist unverwüstlich".
Durchschnittlich 130 000 Kilometer beschreitet der Mensch im Laufe seines Lebens "per pedes". Unverständlich also, weshalb die Menschen ihre "unteren Extremitäten" im Gegensatz zu anderen Körperpartien in Sachen Pflege und Bewusstsein so sträflich vernachlässigen oder sie gar verstecken. [...]
Die Idee für den Neusser Barfuß-Park entstand, als Fleischer vor zwei Jahren auf der internationalen Tourismusbörse (ITB) Bekanntschaft mit dem Barfußwanderweg von Bad Sobernheim in Rheinland-Pfalz machte: an einem Wochenende bewandern dort 4 bis 5000 Barfüßler eine rund 3,5 Kilometer lange Erlebnis-Strecke, in NRW fehlte derartiges. Der Verkehrsverein Neuss, der sich "Nischenpflege" auf die Fahne schreibt, investierte 10 000 Euro Vereinsmittel sowie etwa zwei Jahre ehrenamtlichen Schweiß, bis der (kleine) Neusser Barfuß-Pfad landschaftsarchitektonisch gestaltet war und schlussendlich, nach einigem Zank mit Hundefreunden, Naturschützern, der Mehrheit in der Kommunalpolitik und der Bürokratie im Allgemeinen, von städtischer Seite abgesegnet wurde. Dumme Sprüche waren für die Fuß-Nackedeis zwar vorprogrammiert, aber: den Schuh muss man sich ja nicht anziehen.
[Welt am Sonntag, 08. 06. 2003]

1. ERKENNTNIS: Ein Grund zur Betretenheit
Barfußgehen ist weder schmuddelig noch unhygienisch, sondern gesund. In Neuss wurde jetzt ein Wanderweg eröffnet, auf dem man diese Erkenntnis auf eigenen Füßen erleben kann
Von Wenke Husmann
Nun hat Deutschland durchaus Eckchen, an die der Mensch bei der Planung seines Urlaubs nicht zuerst denkt. Neuss zum Beispiel. Die Stadt hat 150.000 Einwohner, liegt in Nordrhein-Westfalen, südwestlich von Düsseldorf und unmittelbar an der A 57. Dabei fließt auch das Flüsschen Erft hindurch, es gibt ein überraschend beeindruckendes, spätromanisches Münster und das Hamtor aus dem 13 Jahrhundert. In Neuss lebt auch Detlef Fleischer, Inhaber einer PR-Agentur, und ihm ist es zu verdanken, dass Neuss von Ende Mai an eine neue Besucherattraktion haben wird: den Barfußpfad an der Erft.
Auf einem Gelände, auf dem bislang Hochzeitspaare einen Baum fürs Leben pflanzen konnten, hat der örtliche Verkehrsverein Erlebnisfelder angelegt: Das sind Abschnitte eines vorerst nur 300 Meter langen Parcours, auf denen man über Erde, Gras, Kies und Rindenmulch läuft. Es sind recht ungewohnte Wahrnehmungen, die das untere Ende des Ichs dabei nach oben meldet: Im Schlamm schmiegt sich weiche kühle Erde an die selten berührte, von jeder Hornhaut verschonte Wölbung zwischen Ballen und Ferse. Das ist genau die Stelle, an der man als Kind besonders kitzelig war! Und da ist es auch schon: das freudige Gefühl, das verführerisch nach Sommerurlaub schmeckt.
Klar: Fußsohlenkitzeln und mit nackten Zehen durchs Gras oder den Sand rennen, liegen in unseren Erinnerungen sehr weit zurück - dort, wo die Sonnentage im Garten oder im Wald oder sogar am Meer abgelegt sind. Was wir damals nicht wussten: Wie gesund es ist, was wir da taten. Barfußgehen kräftigt die Fußmuskulatur, die uns im Laufe eines Lebens immerhin mehrmals um den Globus trägt, es fördert die Durchblutung, regt Herz und Kreislauf an und stärkt das Immunsystem.
Das alles beschreibt auch das schmale Info-Faltblatt, das der Neusser Verkehrsverein bereitlegt. Rindenmulch und Kieselstein bildeten "ein ideales Terrain auch für Anfänger" heißt es dort weiter. Es gibt also auch Fortgeschrittene. Detlef Fleischer ist sicherlich einer von ihnen. In seinem Buch "Barfuß-Szene" erläutert er nicht nur, wie gesund das Leben ohne Schuhe und Strümpfe ist, sondern auch, wie man es öfter üben kann. Am Arbeitsplatz zum Beispiel oder beim Stadtbummel. Er selbst geht, wie er schreibt, an 365 Tagen unten ohne - am liebsten eben auf Erde, Matsch und durchs Wasser.
Informationen: Barfußpfad in Neuss an der Erft, Hochzeitshain am Berghäuschenweg, frei zugänglich
Anfahrt und weitere Informationen unter www.barfusspfad-neuss.de
[Reisebrief DIE ZEIT vom 13. Mai 2003]

Guten Morgen, Schuhträger!
Von Silvia Meixner
Der "Verkehrsverein der Stadt Neuss am Rhein e.V." lädt mich zum Gespräch ein. Thema: "Barfußlaufen macht Spaß und ist gesund". Der Fernsehmoderator Jean Pütz (Hobbythek, WDR) will mir bei der ITB erläutern, wie gesund und unterhaltsam Barfußlaufen ist. Jean Pütz ist der nette ältere Herr, den ich vom Weiterzappen kenne und dem ich sofort zutrauen würde, dass er Schuhe ablehnt. Beweisen kann ich das nicht. Es ist nur ein Gefühl.
Der Brief der Neusser beginnt ein wenig vorwurfsvoll: "Sind Sie auch der Meinung, dass man nur im Urlaub barfuß läuft und ansonsten in engen Schuhen und Strümpfen unterwegs sein muss?" Erwischt. Ja, es ist so: Ich hab' noch nie Lust verspürt, ohne Schuhe ins Büro oder in den Supermarkt zu gehen. Auch wenn die Neusser behaupten, dass Barfußlaufen ein "wichtiger Aspekt innerhalb der Wellness- und Fitness-Angebote" sei. Kurzum: Ich will nicht zu diesem Gespräch. Und barfuß durch Berlin zu laufen ist wahrlich nicht, was ich mir unter Wellness vorstelle.
[Berliner Morgenpost, 26. 02. 2003]
Medienvertreter schreiben halt, was sie wollen - und nicht was sie sollen. Schmerzliche Erkenntnis, aber wirklichkeitsnah. Frau Meixner hat im übrigen aber wohl auch etwas missverstanden ...


Barfuß-Park für gestresste Autofahrer
Hausen – Stressgeplagte Autofahrer können sich ab sofort an der A 7 bei Würzburg auf besondere Weise von langen Touren erholen und fit machen für die Weiterfahrt: mit einer Rast im Barfußpark.
An der Ausfahrt Gramschatzer Wald haben die Gemeinde Hausen und der dortige Autohof neben der Raststätte einen Rundgang durch Wald und Wiese speziell für nackte Füße errichtet.Dass Barfußlaufen gesund ist, hatte schon Pfarrer Sebastian Kneipp erkannt. Es gilt heute nicht nur als natürliches und einfaches Abhärtungsmittel, sondern auch als kostenlose Form der Fußreflexzonenmassage.
Zwei Strecken gibt es für die Barfußläufer an der Raststätte bei Hausen: Etwa 20 Minuten benötigt der Autofahrer für den 900 Meter langen Pfad, ideal zum glücklichen Entspannen [...] Wer mehr Zeit hat, wählt die drei Kilometer lange Route.
Beide Male führt der Weg über verschiedene Bodenbeläge wie Holz, Stein, Moos, Laub, Baumrinde, Tannenzapfen oder durch Schlamm. Der Eintrittspreis von 1,50Euro wird bei Einkehr oder Einkauf in der Raststätte erstattet [...]
[Süddeutsche Zeitung, 12. 07. 2003]


Lohmühle: Barfuß-Park ist der Renner [...]
Junge Leute vom Ausbildungszentrum des Bauhandwerks Gotha fertigten die Fachwerk-Hütte für den neuen Spielplatz. Sie steht schon an ihrem Platz. Aufgebaut ist auch bereits eine Wasserpumpe, die, wenn man den Schwengel bewegt, kühles Nass aus dem Mühlgraben auf ein kleines Wasserrad spuckt. Das Wasser plätschert weiter in einer Rinne aus Pflastersteinen in eine Vertiefung, an der man eine Spirale drehen kann, die das Wasser nach oben befördert und so weiter auf den Weg schickt. Wasser bekommt die Hauptrolle auf dem Spielplatz. "Wie es sich für die Lohmühle gehört", sagt Eigentümer Manfred Bach und lässt sich diesen Spielplatz eine Stange Geld kosten [...]
Derweil ist neben dem Lohmühlenmuseum und dem nostalgischen Eisenbahn-Fuhrpark vor allem der Barfuß-Park der Renner. Vor einem Jahr wurde er eröffnet. "Er ist auch für Einheimische eine Attraktion" [...]
[Thüringer Allgemeine, 16. 07. 2003]
Vom "Renner" - Barfußpark in Thüringen handelt auch dieser Text:
Barfuß auf steinigen Wegen [...]
LOHMÜHLE ."Auaaa, das piekst!" Ronja wimmert, und die nackten Füßchen der Dreijährigen suchen weiches Gras. Jedes Kieselsteinchen auf diesem Weg ist eines zu viel. Selbst die kleinen Zehen krampft Ronja zusammen, fünf Meter können weit sein. Doch Papas Hand lässt nicht los. Barfuß laufen soll gesund sein, auch auf Steinen.
Deswegen haben Erwachsene an der Lohmühle einen Weg angelegt, mitten auf einer schönen Wiese. Mit kleinen und großen Steinen, Gehwegplatten, Mulch, Pflastersteinen, feinem Sand und großen, runden Steinen. Ronjas Opa Heinrich Pareigat fühlt sich fast wie zu Hause - mit Bachsteinen hat er auch den Weg zu seinem Hauseingang gestaltet: "Je älter ich werde, desto naturverbundener werde ich", sagt er.
Ein Satz, den Dr. Sigurd Scholze gern hören dürfte. Er ist Vorsitzender des Landeskneippverbandes [...] Und was sagt der Fachmann zum Barfuß-Laufen? "Es ist der einfachste Weg, durch Abhärtung Krankheiten vorzubeugen." Also geht´s weiter mit der Fußreflexmassage. Kleine und große Füße, mit und ohne Hornhaut, junge und alte sind unterwegs - tippeln über Steinchen, staksen über knackenden Rindenmulch und waten durch braunen, kühlen Schlamm. Die Zehenspitzen tauchen zuerst ein, sonst pfatscht es zu sehr. Welch Erholung, danach durchs acht Grad Celsius kalte Wasser der Apfelstädt gehen zu können. Das letzte Stück übers Gras ist purer Luxus, Schuhe wollen viele gar nicht mehr anziehen. Annerose Brunzel strahlt: "Der Weg hat mich sehr an meine Kindheit erinnert, damals ging ich barfuß übers Stoppelfeld, um Ähren zu sammeln", erzählt die 75-Jährige [...]
[Thüringer Allgemeine, 21. 07. 2003]


Moorweg attraktiver gestaltet
Der Weg durch das Hochmoor im Rietbach wurde befestigt und gleichzeitig das Barfusswandern ermöglicht
Krummenau. Der Moorrundgang auf Rietbach wurde in den vergangenen Wochen neu gestaltet. Infotafeln machen auf die Spezialitäten der Landschaft aufmerksam und ein Büchlein mit Texten und Bildern informiert über das Hochmoor [...]
Beim auf 1100 Meter über Meer gelegenen Hochmoor in Rietbach handelt es sich um ein geschütztes Hochmoor von nationaler Bedeutung. Es ist eines von insgesamt 88 Moorlandschaften, die vom Bund ins Inventar der schützenswerten Landschaften aufgenommen wurde. Bereits seit einigen Jahren lassen sich Gruppen durch das Rietbacher Hochmoor führen und in die besondere Pflanzenwelt und die ausserordentlichen Eigenschaften dieser Landschaft erklären. Die Besucherzahl ist stetig gestiegen, der Moorweg musste leiden. «Damit die Wege durch das Moor nicht noch stärker strapaziert werden, mussten wir handeln», erklärte [...] anlässlich der offiziellen Einweihung des neugestalteten Moorrundganges [...]
Das Projekt «Wolzenmoor» ist ein Teilprojekt von «Erlebnis Natur», das unter dem von der Regionalplanungsgruppe Toggenburg lancierten Gesamtprojekt «Toggenburg in Bewegung» läuft. Ab der Bergstation des Sesselliftes von Krummenau beginnt der Moorrundgang, der auf den markierten Wegen barfuss absolviert werden kann. Der Moorboden ist sehr empfindlich und Trampelpfade kreuz und quer zerstören das Moor. Auf einer Infotafel sind die Moorregeln festgehalten und auf einer anderen wird die Entstehung der Hochmoore erklärt. Entlang des Moorweges weisen weitere mobile Tafeln auf spezielle im Moor wachsende Pflanzen hin [...]
Weitere Informationen zu den Hoch- und Flachmooren im Allgemeinen und zum Wolzenmoor im Speziellen bietet die seit kurzem erhältliche Broschüre «Barfuss übers Hochmoor». Sie wurde von der Regionalplanungsgruppe Toggenburg realisiert [...] Unser Ziel ist es aufzuklären und nicht zu verbieten. Der Moorboden eignet sich ausgezeichnet um darauf baren Fusses zu gehen. Er sticht nicht und ist weich. Dieses Erlebnis wollen wir vermitteln. Heute in unserer hochzivilisierten Welt ist Barfusslaufen keine Selbstverständlichkeit mehr [...]
[Appenzeller Zeitung, 17. 07. 2003]


Eine Wanderung mit allen Sinnen
Am "Weg der Wandlungen" in Soboth sind alle Sinne gefragt - nur so erlebt man Wandelbares.
"Nichts ist gewonnen, wenn der Mensch nur in die Natur hineingeht. Viel mehr muss die Natur auch in den Menschen eingehen."
Das ist das Credo von Edmund Enzis - der den "Weg der Wandlungen" geschaffen hat. Der ideelle Inhalt des Weges der Wandlungen ist ähnlich reichhaltig, wie die Sensibilität und Erwartungshaltung der Besucher unterschiedlich. [...]
Kopfhörer aufsetzen und vom Gasthof Messner bergab schlendern zu einem Bächlein und Miniatur-Mühlrad. Brille aufsetzen und blind einem Handlauf folgen. Eine Liegefläche bereiten und beim Gehöft Kremser die Baumkrone einer 500 Jahre alten Linde betrachten. Die Schuhe ausziehen, diese in einen Karabiner klinken und am fixmontierten Drahtseil ablassen. Selber barfuß über die Wiese absteigen. Im Labyrinth dessen Zentrum finden.
Die weiteren Abschnitte des Weges werden "gewandelt" mit Hilfe von verschiedenen Rohstoffen aus dem Wald. Am Ende des Weges steht eine frei zugängliche Labehütte, in der Kinder viele Spielmöglichkeiten haben.
[Kleine Zeitung, Steiermark - Ausgabe, 15. 08. 2003]
Die Sache mit dem Abseilen der Schuhe ist jedenfalls eine ausgesprochen nette Idee!

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