Schorsch sucht Barfußwanderer im Rheinland
(aus verschiedenen Forumbeiträgen seit Winter 1998/99)

Bereits seit einiger Zeit verfolge ich dieses tolle, von Michael eingerichtete Forum. Da ich leider (noch) nicht über einen eigenen PC verfüge und wohl auch noch den professionellen Umgang mit der Technik lernen muss, schreibe ich diese Zeilen auf einem "Leihgerät". Also: Gerne barfuß laufe ich schon seit meiner Kinderzeit - ist etwa 30 Jahre her. Es ist ein völlig geiles Gefühl, die verschiedenen Untergründe zu ertasten und sich dabei sauwohl zu fühlen.
Gerne würde ich, auch wenn es schon Herbst ist, mal gemeinsam mit anderen barfuß auf Wanderschaft gehen. Ich lebe im Raum Köln/Bonn und insofern wären mir Kontakte aus dem Rheinland ganz lieb.
Vielleicht ist es übertrieben, aber der Satz "Free your feet and your mind will follow" trifft nach meiner Erfahrung schon irgendwie zu. Ein herzlicher Gruß an alle Barfuß - Fans! ...
[Langsam werden wir ja zahlenmäßig mehr im Rheinland ... eine gemeinsame Wanderung können wir gerne mal zusammen machen (schön wär's ja auch mit weiteren aus unserem Großraum), aber noch im Herbst wird es sicher schon aus Witterungsgründen schwierig - als wie abgehärtet würdest Du Dich denn bezeichnen ? Wo bist Du denn noch etwas genauer zuhause und gibt es da barfußfreundliche Wege ? Oder wo würdest Du gerne mal losbarfüßern ? Georg]
Da ich nur hin und wieder einen PC zur Verfügung habe, hoffe ich Dir zu gegebener Zeit ein Signal für eine gemeinsame Barfüßertour im Rheinland geben zu können. (Das Frühjahr, es kommt hoffentlich bald!!)

Jedenfalls ist es gut zu wissen, das Du (und manch anderer) als Gleichgesinnter ganz in der Nähe bist; da lässt sich ein Treffen kurzfristig vereinbaren.
Deine Fragen aus dem Oktober ausführlich zu beantworten, fehlt mir heute leider die Zeit, aber ich hoffe sehr, Dir bei anderer Gelegenheit (hier oder bei persönlichem Kennenlernen) mehr berichten zu können.
Ich freue mich auf nette Antworten sympathischer Barfüßer (gibt´s überhaupt unsympathische??) hier im Forum. ...

Hallo nach längerer Abstinenz vom Forum - ich hatte zuletzt auf den Film "David im Wunderland" aufmerksam gemacht ... Das Frühjahr macht sich heute ja besonders stark bemerkbar, die Temperaturen steigen und damit die Lust, den ersten barfüßigen Waldspaziergang zu unternehmen. Wie Du weißt, lebe ich im Rheinland unweit von Köln; wir sollten uns ( und mit anderen) also mal zum gemeinsamen Barfußausflug verabreden. Bis auf weiteres schreibe ich diese und weitere nachrichten von einem Gast-PC. ...
Hallo, will kurz von meinen recht intensiven Erfahrungen vom vergangenen Wochenende berichten, das so mancher von Euch ja ebenfalls ausgiebig zum Barfußlaufen genutzt hat. Freitag Nachmittag bin ich in ein ausgedehntes Waldgebiet in der Nähe meiner rheinischen Heimatstadt mit der Bahn gefahren. Im Zug traute ich mich noch nicht, barfuß zu sein, bin dann aber, am Zielbahnhof angekommen, ohne Schuhe losgezogen. Zunächst ging´s über Asphalt, der schon angenehm von der Sonne erwärmt war. Der nachfolgende Waldweg war zwar hart, bot jedoch durch gelegentlichen Sand oder feinen Split (ohne Schmerzen!) den langen Winter über vermisste und liebgewonnene Eindrücke. Nach einiger Zeit überkam mich die Lust auf weichen Waldboden, so dass ich abbog, um zunächst über Gras - im Schatten kühl und weich - zu laufen. bald wurde der Boden noch weicher und letztlich schlammig. Bis über die Knöchel bin ich eingesunken, der Schlamm zwar recht kühl, quoll aber zwischen den Zehen durch, dass es eine Freude war. Anschließend wurde der Weg wieder fester und war mit Rasen bewachsen. Hinzu kamen jede Menge Ginstersträucher, die -, wie ich erst viel später feststellte, jede Menge Striemen und Kratzer hinterlassen haben - zwischen den Zehen hindurchglitten und meine Fuß- und sonstigen Freiheitsgefühle nachhaltig pushten.
Irgendwann war ich dann in einer Art Sackgasse geendet, jedenfalls gab´s nur noch dichtes Gestrüpp, in das ich mich doch nicht reintraute - der Füße und meiner Klamotten wegen, mit denen ich schon zuvor ständig hängengeblieben war und weiterhin wäre. Der kleine Umweg, der nötig war, führte mich über weichen Waldboden, dicht bedeckt mit Blättern, ein wunderbares Naturkissen. Zurück auf dem "normalen" Waldweg ging's dann weiter über zum Teil die Schmerzgrenze berührenden Schotter, gelegentlich unterbrochen durch sehr angenehme, sandige Passagen.
So richtig unangenehm wurde es erst wieder auf dem irgendwann beginnenden Bürgersteig entlang der Landstraße. Hier, wo nichts nachgeben kann, bohrten sich die Steinchen so tief in meine noch vom Winter ungeübten Sohlen, dass ich mich wieder für meine Sandalen entschied. Meine Barfußtour hatte jedenfalls ungefähr zwei Stunden gedauert und war alles in allem ein tolles Erlebnis.
Am Samstag bin ich dann per Fahrrad zu einem Freund gefahren - barfuß natürlich, weil der Vortag so geil war. Zwar machte ich an diesem und dem folgenden Tag die Erfahrung, dass Fahrradpedale verdammt hart sein können, vor allem bergauf, aber ich hatte schon genug Abhärtung vom Vortag, um es auszuhalten. Der einzige Schaden, der entstand, war nicht unter, sondern auf den Füßen: Sonnenbrand, wenn auch einer der leichteren Art. Sonntags waren ich und zwei Freunde dann auf einer längeren Radtour, die ich komplett barfuß absolviert habe einschließlich eines kleinen Spaziergangs am Zielort.
Apropos Reaktionen: außer den zahlreichen stummen, also erstaunte Blicke ohne Kommentar, gab es eine mitleidige und eine negative: Eine Spaziergängerin bedauerte mich beim Aufstieg zu einer Burgruine, der ihr (in Schuhen!) schon recht schwer fiel, mit den mitleidig klingenden Worten "Oh Gott, barfuß!". Und fast wieder daheim kam mir eine Gruppe Teenager (Jungs) so um die 16 entgegen, von denen einer meinte: "Bah, der ist ja barfuß; pfui!" Ich hab´s schlicht ignoriert, aber sicher wär auch ein Konter angebracht gewesen, etwa der Art: "Zieh mal Deine tollen Sneakers aus und Du wirst riechen, was hier bah und Pfui ist". Vielleicht bin ich beim nächsten Barfußtripp schlagfertiger - was mir ansonsten auch nicht schwerfällt. Soviel für heute; vielleicht wird´s ja wieder ein Barfuß - Wochenende. ...
Nach längerer Zeit schreibe ich wieder mal im Forum (bin leider nach wie vor ohne eigenen E-mail/Internetanschluss). Bedauerlich ist, dass Lorenz´ Initiative, sich am Wochenende zu gemeinsamen Unternehmungen zu treffen, nicht auch weiter nördlich (sprich: im Rheinland) aufgegriffen wird. Ich denke an Wanderungen, Radtouren, Ausflüge per Bahn nach "x". Dabei gibt es doch eine ganze Reihe von uns im Großraum Köln/Bonn (Georg, Schnaxel etc.). Klar, einer muss den Anstoß geben. Wenn ich besser elektronisch erreichbar wäre, nähm' ich es in die Hand (bzw. unter den Fuß). So kann ich leider zunächst nur fragen, ob jemand der "verlässlichen" Kommunikationspartner im Forum nicht Lust dazu hat.
In den vergangenen Wochen war ich selbst häufiger barfuß unterwegs, vor allem auf dem Rad. Dumme Sprüche hat's kaum gegeben, allenfalls manchmal einen erstaunten Blick. Gut und ausführlich finde ich übrigens den Artikel im Sommerheft der "Deutschen Wanderjugend", auf den jemand kürzlich hier hingewiesen hat. Da kommt gut 'rüber, was Barfußlaufen u.a. ist: ein ganz besonders sinnliches Erlebnis, ein Freiblasen des Kopfes gemäß dem Motto "Free your feet and your mind will follow" und eine Steigerung des Selbstvertrauens ("was kümmern mich die blöden Blicke und Kommentare meiner Zeitgenossen" - die oftmals selbst Lust auf's Barfußlaufen haben, aber sich nicht trauen). Im übrigen ist's hiermit wie mit anderen Dingen auch. Wenn man die Sache mit Gelassenheit und Souveränität betreibt, wird´s eher akzeptiert. Ging mir auch schon einige Male so: die Leute gucken erstaunt und wundern sich, dass man als Barfüßer nicht zwangsläufig aussehen muss - aber darf! - wie anno 1969 in Woodstock (was ich in der Tat auch nicht tue.)
Mal schauen, wie viele Gleichgesinnte ich am Wochenende um und in Bonn treffe. ...
Liebe Barfüßer, nach einem über weite Strecken barfüßigen Pfingstwochenende wurde mir gestern morgen, als ich mich wieder in mein Büro - Outfit zwängte, nachDRÜCKLICH bewusst, was Freiheit und Unfreiheit für die Füße bedeutet.
Vielleicht erginge es einem ähnlich nach einem FKK-Wochenende, wenn man anschließend wieder Hemd und Hose (und gar Krawatte!) anziehen müsste. Jedenfalls empfand ich meine Füße als regelrecht ihrer Freiheit beraubt - ein Gefühl, dass sich erst nach einigen Stunden wieder verlor.
Passend dazu fiel mir die bekannte Stelle aus "Tom Sawyer und Huckleberry Finn" ein, wo es bei der Beschreibung von Toms bestem Freund in etwa heißt, das er, der im Frühjahr als erster barfuß unterwegs war (worum ihn alle anderen Jungen beneideten), im Herbst als letzter seine Füße wieder in das VERTRACKTE LEDER zwängte.
Mark Twain, der wohl eigene Kindheitserinnerungen vom barfüßigen Leben am Ufer des Mississippi einfließen ließ, hat sicher nicht übertrieben! Bestimmt ist es euch auch so ergangen. Drum lasst uns gegen diese besondere Art von Freiheitsberaubung (ich weiß, es gibt aktuell in Indonesien und anderswo viel grundsätzlichere und schlimmere Formen!) - gemeinsam aufbegehren und für ein Stückchen Freiheit von Konventionen und missgünstigen Blicken mehr streiten. ...
Zum Thema Sport: Eine Sportart, bei der ich zunächst überrascht war, Barfüßer zusehen, ist das Fallschirmspringen, offenbar besonders die Variante "Freestyle". Eigentlich sollte man ja annehmen, dass bei einer nicht geringen Aufsetzgeschwindigkeit die Füße und Gelenke einen ordentlichen Schutz brauchen könnten. Doch bremsen die heutigen Schirme offenbar so stark, dass die Verletzungsgefahr gering ist.
Jedenfalls war ich erstaunt, auf Photos und im Fernsehen diverse Absprünge zu sehen, wo barfuß ausgestiegen würde. Da die betreffenden Sohlen teilweise kohlrabenschwarz waren, ist zu vermuten, dass mehrmals hintereinander barfuß gesprungen wurde.
Wenn ich mich recht erinnere, vor allem in Berichten aus den USA und dem "Barfußparadies" Neuseeland. Muss ja auch wirklich ein geiles und total freies Gefühl sein, mit nackten Sohlen der Erde entgegen zu fallen. Der Wind pfeift durch die Zehen - und das sicherlich noch stärker als beim Fahrradfahren, wie es hier im Forum mal beschrieben wurde. Da ich (leider) nicht den Mut aufbringe, selbst mal zu springen, was als Tandemsprung zusammen mit einem Profi möglich wäre, dieser Erfahrungsbericht also nur auf der Basis von stillen und bewegten Bildern.
Hoffe dennoch auf zahlreiche Reaktionen (vielleicht auch seitens aktiver Barfuß - Fallschirmspringer)

Barfüßigst, der Schorsch

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