[Migs Motto : "Barfuß beim Sport ..."] [Barfußpflicht im Sportunterricht]

Migs Motto : "Barfuß beim Sport - ob drinnen oder draußen - sofort!"
(aus verschiedenen Forumbeiträgen im Frühjahr 1999)

Hallo Georg, hier soll nun die Dir versprochene Seite zum Barfußsport von mir kommen. Ich war jetzt auch mal bei Silvias Sportgruppe. Wir haben uns da den Spruch ausgedacht, den ich als Leittitel für diesen Text nutzen möchte.

Leider ist in vielen Schulen, Sportvereinen und Sportgruppen Barfußturnen out. Statt dessen werden Gymnastikschuhe und muffige Sporttreter bevorzugt. All das hat Tausende von Begründungen, die aber nicht immer ganz richtig sind.

Argument -1- ist "Es ist viel zu kalt."
Dabei muss ich ganz klar das Allgemeinwissen über Abhärtung des eigenen Körpers in Erinnerung rufen. Ein sanftes Gewöhnen an Barfußlaufen auch bei kühleren Temperaturen stärkt das Immunsystem beträchtlich. - das kann ich auch nur bestätigen.
Argument -2- "Fußpilz".
Ich habe mich für diesen Text mal richtig schlau gemacht und mit einem Arzt gesprochen. Also: "Fußpilz" ist ein sehr weiter Begriff für eine Reihe von Pilzen und Hefen, die eben auch die menschliche Haut befallen können.
Es sind also keine heimtückischen Spezies, die nur an Füßen leben und sich daher auf jeden neuen Fuß stürzen, sobald sie nackte Haut sehen. Nein! Diese Pilzsporen und Pilze sind fast überall. Besonders viele sind natürlich dort anzutreffen, wo sie gute Lebensbedingungen (Wärme, Feuchtigkeit) haben oder wo viele Menschen (befallene) barfuß sind - Also in Saunen, Bädern, Sporthallen und Wohnungen mit feuchten Wänden (denn die Sporen von Schimmelpilzen an feuchten Wänden können auch die Haut angreifen).
Aber, es ist leicht, mit den kleinen Biestern fertig zu werden. Um sich nämlich einzunisten, brauchen Pilze Wärme und Feuchtigkeit. Im Schwimmbad heißt das: Entweder Füße gut abtrocknen oder barfuß bleiben. Denn (das habe ich mir bestätigen lassen!) während man barfuß ist, fehlen die Lebensbedingungen für Pilze. Die Haut kann immer gut abtrocknen und ist dann gut geschützt. Beim Sport können befallene Hautschuppen dann auch nicht ausrichten, wenn die Füße anschließend nicht gleich wieder in warme, verschwitzte Schuhe gestopft werden. Falls doch mal ein Pilz gesiegt hat, sorgen Mittel aus der Apotheke in 2-3 Wochen für Abhilfe.
Argument -3- "Warzen".
Sie werden durch Viren ausgelöst und lassen sich mit meist einfachen Mitteln aus der Apotheke bekämpfen. Dabei scheint es eine Art Immunantwort des Körpers zu geben, denn in der Regel bekommen Kinder sie oft in großem Umfang, später als Erwachsene dann aber kaum noch (zumindest deutlich weniger).
Argument -4- "Schmutz".
Ich habe lieber etwas dunkle Fußsohlen als stinkige Schweißfüße. Und wenn man eben viel barfuß unterwegs ist, dann hat man eher weniger Probleme mit einigen Zivilisationskrankheiten als die stets beschuhten.
Der Vorteil einer ausgeprägten Fußgymnastik, Stärkung der Muskulatur und damit Entlastung der Bänder spricht dabei besonders für ein barfuß beim Sport. Und wer Probleme mit häufigen Bänderrissen hat, der sollte deshalb sowieso viel barfuß laufen und seine Fußmuskulatur trainieren.
Ich hoffe mit dieser Abhandlung den wissenschaftlichen Teil etwas unterstützt zu haben.
Grüßchen Eure Mig

["Barfuß beim Sport - ob drinnen oder draußen - sofort!"]
Hallo Miguela, ein guter Slogan, und was Du dazu schreibst, ist goldrichtig! Gerade Hautpilze werden nur dadurch zum Problem, dass man die idealen feuchtwarmen Bedingungen für ihre Züchtung schafft!
Was ich zu den Bänderzerrungs- und Umknickproblemen der Schuhträger noch anzuführen hätte ...
Serfuß, Lorenz

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im Hobby? Barfuß! Forum
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Barfußpflicht im Sportunterricht
(Eine Forendiskussion im Januar 2003)

In einem anderen Forum wurde eine Diskussion über barfüßigen Schulsport angestoßen, an der sich einige Hobby? Barfuß! - Teilnehmer auf einen Hinweis hin beteiligt haben. Hier die wichtigsten Aspekte:

Hallo allerseits, am Gymnasium unserer Jungs, 5. und 7. Klasse, wurde kürzlich die Sporthalle für die Mittelstufe renoviert. Es ist alles im besten Zustand, wirklich toll geworden!
Vorgestern war der Kleine erstmalig in der neuen Sporthalle zum Unterricht. Als er nach Hause kam, erzählte er uns, dass die Klasse geschlossen barfuß in die Sporthalle musste, da es die neue Hallenordnung so vorsieht.
Bei unserem Großen war es gestern genauso. Er erhielt einen Zettel als Elterninfo. Es sind demnach generell keine Sportschuhe aus hygienischen Gründen mehr erlaubt, die Strümpfe müssen auch ausgezogen werden aufgrund der Rutsch- und Verletzungsgefahr.
Ich muss dazu sagen, dass die Halle früher wirklich übel aussah und die Schüler mit ihren Straßen-Sportschuhen auch die Halle betraten. Offiziell war zwar ein Schuhwechsel zwingend erforderlich, doch viele Schüler haben sich nicht daran gehalten.
Es ist im allgemeinen bekannt, dass barfuß laufen sehr gesund ist und sicher auch den Kindern nicht schaden kann. Kann die Schule das so ohne weiteres festlegen? Denn möglicherweise birgt diese Barfuß-Pflicht auch Verletzungsgefahren für die Füße. Gibt es diese Regelung auch noch anderswo?
Ich würde hierzu gern Eure Erfahrungen und Informationen dazu wissen wollen.
Dank im Voraus. Thomas

Ich komme heute aus dem Staunen nicht heraus, was es nicht alles gibt!?
Ich denke auch, dass dieses Barfußturnen wirklich Gefahren bergen könnte. Beim Geräteturnen oder auch bei irgendwelchen Ball- und Wettbewerbsspielen im Sportunterricht. Nicht zuletzt Fußpilz oder Warzen. Kein vernünftiger Mensch geht heutzutage noch ohne Badelatschen ins Schwimmbad und dann sollen die Kinder alle barfuß ihren Fußpilz und ihre Warzen weiterverteilen?
Ich finde, das solltet ihr als Eltern nicht hinnehmen.
Bei uns in der Sporthalle ist es Pflicht, dass die Kinder alle Hallenturnschuhe mit heller Sohle tragen. Dass wird ggf. vom Lehrer kontrolliert. Wer solche Schuhe nicht trägt, kann nicht am Sportunterricht teilnehmen. Das finde ich auch vollkommen o.k.. Aber barfuß? Grr ...
Alexandra

Melde Dich beim Schulbeirat - So was darf es nicht geben - Verletzungsgefahr besteht - da kann sich niemand rausreden. Infektionsgefahr durch Pilze und etc. Turnschuhe geben hakt und schützen die Füße.
Sollte der Schulbeirat nicht darauf eingehen - meldet ihr beim Schulamt eures Kreises. Die vermitteln zwischen Eltern und Schule.
Liebe Grüße und viel Erfolg - Ute

Hallo, ich wünschte, meine Tochter dürfte barfuß turnen. Sie ist eh ein typisches Barfußkind, sobald sie die Haustür zu gemacht hat, fliegen Socken und Schuhe in die nächste Ecke.
Seit ca. 2 Jahren geht sie einmal die Woche zur psychomotorischen Frühförderung, aber nicht aus Notwendigkeit, sondern just for fun. Es ist halt wie Kinderturnen nur eben viel abenteuerlicher, anspruchsvoller und es macht ihr viel mehr Spaß. Geleitet wird das ganze von einem Dipl. Sportwissenschaftler. Da dürfen alle Kinder nur barfuß turnen. Die gesamte Körperwahrnehmung etc. ist doch dann viel intensiver.
In der Schule kommt sie mit ihren Turnschuhen sehr schlecht zurecht, weil sie es einfach nicht gewohnt ist. Ihr Sportlehrer bei der Frühförderung ärgert sich auch über die Turnschuhpflicht und ist der Meinung, dass in allen Schulen nur barfuß geturnt werden solle. Meine Tochter darf in der Schule aber nicht barfuß turnen, weil dann das Verletzungsrisiko zu groß ist, wenn die anderen ihr mit Turnschuhen auf die Füße treten. Allerdings ist das in drei Jahren, die sie jetzt turnt, nicht ein einziges Mal passiert. Fußpilz oder sonstige Krankheiten hat sie auch noch nicht bekommen.
Vielleicht solltest Du erst mal den Sportlehrer nach seiner Motivation fürs Barfußturnen eingehend befragen, ich kann jedenfalls keine Nachteile erkennen, eher Vorteile. Denk doch nur mal ans balancieren oder rennen, das kann meine Kleine ohne Turnschuhe tausendmal besser. Na ja, wollte halt nur sagen, dass es durchaus gute Gründe dafür gibt. Tina

Hallo Thomas, keine Angst vor Barfuß-Pflicht. So was ist nichts Neues und absolut unbedenklich, wenn es alle Schüler betrifft.
Ansteckungen und Übertragungen von Fußpilz kann nur durch Feuchtigkeit erfolgen. Deshalb ist die Gefahr in Schwimmbädern auch so groß. Der Hallenboden wird sicher nicht nass sein.
In einigen Sportarten ist es generell Pflicht barfuß zu sein. Mein Sohn (13) ist seit der 2. Klasse aktiver Judoka, geht 2-3 mal die Woche zum Training und hat am Wochenende oft Wettkämpfe. Judo ist ein Barfußsport ohne wenn und aber. Verletzt, angesteckt oder erkältet hat er sich noch nie dadurch. Und die Halle ist jedes Mal mit 25 Kindern voll. Einmal hatte er einen geschwollenen Knöchel, aber da war er selbst schuld. Er sprang von der Sprossenwand he runter und knickte um. Das hätte in Schuhen genauso passieren können.
Barfußlaufen stärkt die Fußmuskulatur und beugt Haltungsschäden vor. Das ist erwiesen. alex65

Liebe Barfußzweifler, tatsächlich entspricht es gerade nicht dem "Zeitgeist", auf Schuhe im Sportunterricht zu verzichten. Mit den unterschiedlichsten Begründungen wird versucht, Sportschuhe zum "Muss" im Sport (-unterricht) zu erklären. Mal müssen Verletzungsgefahren, mal hygienische, mal sonstige gesundheitsbezogene Bedenken (fußkalte Böden) dafür herhalten.
Sicher ist das nicht ganz falsch (wenn man es auf Barfuß - Ungeübte bezieht) - erst recht aber nicht ganz richtig. Denn der sprichwörtliche "Schuh" wird genau andersherum daraus: der Mensch ist zum Barfußlaufen geboren, tut es aber viel zu selten. Folge: Die Fußmuskulatur verkümmert, die Haut der Füße ist anfällig für Infektionen, die schützende geschmeidige und doch ausreichend feste "Lederhaut" unter den Fußsohlen entsteht nicht - und es bilden sich in der Folge die Fehlstellungen der Füße, die bei vielen Erwachsenen die wahre Ursache ihrer Knie-, Hüft- und Rückenschmerzen sind.
Fußpilz bekommt man nur, wenn in Schuhen jenes feuchtwarme Klima erzeugt wird, in dem Pilze gedeihen (und das Füße schwitzen und stinken lässt). Nackte Füße haben Körpertemperatur und sind trocken - riechen nicht und verpilzen auch nicht.
Geübte Füße haben trainierte Muskeln, sind belastbar, leistungsfähig und keineswegs infektionsgefährdeter als andere Körperregionen. Und wenn sie bewegt werden, erzeugt die Fußmuskulatur soviel Wärme, dass auch Kälte kein Problem darstellt (vereiste Böden kann man in Sportstätten ja ausschließen).
Die Idee der Schule (wo befindet sie sich eigentlich?) ist also eine gute - erst recht, wenn sie eingebunden wird in ein sinnvolles Konzept zur Gesundheitserziehung, bei dem das Barfußlaufen (auch in der warmen Jahreszeit im Freien und da vor allem auf Naturböden) zurecht eine wichtige Rolle spielen darf.
Und wenn es alle machen, wird es hoffentlich auch bald "cool" sein ...
Es ist wirklich schade, dass sich am Barfußlaufen, wie es scheint, kein Geld verdienen lässt - deshalb gibt es nur unterschwellige Werbung dafür. In Sportschuhwerbung hingegen wird viel Geld gesteckt - weil sich noch mehr Geld darin verdienen lässt.
Vielleicht ist das ja auch ein Aspekt, liebe Eltern: gebt den Kindern ein Handtuch und Seife zum Füßewaschen (am besten vor und nach dem Sport) mit und gebt das an den Sportschuhen gesparte Geld (es müssen doch meist die "angesagten" und eigentlich überteuerten Modelle sein, die Eure Kinder kaufen wollen, oder etwa nicht?) für eine oder mehrere schöne gemeinsame Aktivitäten aus - oder für Lernsoftware, die beim Grammatik- oder Vokabellernen hilft - oder ...
Viele Grüße aus Köln von einem Vater, der selbst gern barfuß läuft und dessen Kinder in der Grundschule leider Sportschuhe anziehen mussten, obwohl sie selbst und wir Eltern es definitiv nicht wollten ... Georg

Hallo Georg, eine ausführliche und plausible Antwort, die offensichtlich auch denselben Hintergedanken verfolgt, wie die Schule.
Wie sich nämlich jetzt herausstellte, ist nicht nur die Verordnung in der Sporthalle an der Barfußpflicht schuld sondern ein amtsärztliches Schreiben (woher kann ich nicht sagen), dass die Schulen zu mehr GESUNDER Bewegung aufgrund statistischer Untersuchungswerte erhalten haben. Demnach ist die Quote der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen sehr hoch. Gleiches gilt für Haltungsschäden, die sich besonders in der Wirbelsäule und den Füßen zu erkennen geben. Deshalb gab es verschiedene Tipps von ärztlicher Seite an die Schulen. Ergebnis: Bei den 5. bis 7. Klassen unserer Schule wird über den Winter in der Hallensaison eine Barfußpflicht getestet, die - sofern sie sich als positiv erweist - dauerhaft Bestand haben kann.
Übrigens kamen unsere Jungs nur in den ersten 2-3 Stunden damit nicht klar, hatten kleine Blasen an den Fußsohlen, wie ich feststellen konnte. Mittlerweile nach fast 2 Wochen scheint es ihnen aber sogar Spaß zu machen. Der "Gruppenzwang" verbindet. ;)
Von dieser Seite ausgehend finde ich die Regelung durchaus überlegenswert für andere Schulen. Thomas

[kamen Jungs nur in ersten 2-3 Stunden nicht klar [...] nach fast 2 Wochen scheint es Spaß zu machen. "Gruppenzwang" verbindet]
Der Gruppenzwang sorgt einfach nur für eine neue Normalität (vorher war es ja normal, in Schuhen zu kommen). Wenn alle barfuß sind ist es eben so - und wenn obendrein "die böse Schule" (oder deren Lehrer) die Verursacher sind, ist man ja selbst außen vor und kann ganz unbeschwert barfuß auflaufen. Und dann ist es auch gar nicht mehr weit bis zu der Entdeckung, die auch Deine Kinder gemacht haben: das natürliche Barfußlaufen ist eine nicht nur gesunde, sondern auch schöne Form des Sich - Bewegens. Gerade im Winter tut es den Füßen einfach gut, mal befreit zu sein, schließlich beengen Schuhe nur.
Nicht ganz nachvollziehen kann ich vor dem gesundheitlichen Aspekt die ausdrückliche Beschränkung auf das Winterhalbjahr. Falls der Sportunterricht im Sommerhalbjahr auf einem Sportplatz (und nicht auf einer Geröllhalde) stattfindet, sollte gesundes Barfußlaufen auch dort praktiziert werden können (nicht immer, aber immer öfter).
Beachsportarten liegen sogar "voll im Trend", und in einer englischsprachigen Zeitschrift ist unlängst ein Artikel mit Untersuchungen veröffentlicht worden, dass barfüßiges Laufen weniger verletzungsanfällig macht als beschuhtes.
Und eine äußerst gesunde und auch sonst ganz tolle Sache für Schüler, die leicht zu einem der schönsten Tage des Schuljahrs werden können, sind Barfußwanderungen mit der Klasse - wenn sie durch Auswahl des richtigen barfußfreundlichen "Reviers" (Wiese, Sand, Lehm, Waldboden, keine Schotterwege) gut vorbereitet sind. Übrigens auch bestens geeignet für sommerliche Projekttage!
Und wenn der Klasse Deiner Kinder fürs nächste Schulfest auf die Schnelle nichts besseres einfällt, sollte sie ihren Mitschülern einen Fühlpfad anbieten.
Gruß Georg

Eine gute Argumentationshilfe ist unser Beitrag:
Barfuß zum (Schul-/ Vereins-) Sport in der Turnhalle ? - Standpunkte und Argumentationshilfen

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