Barfuß zur Leichtathletik
(Forumbeiträge seit Sommer 2000)

Hi, wer von Euch hat schon mal einen 100 m - Sprint barfuß gemacht. Ich heut zum ersten Mal - und mein Rekord hab ich nur knapp verfehlt. Ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber ab jetzt geht's nur noch barfuß.
Wie sieht's eigentlich beim Weitsprung aus, hat das schon mal jemand ausprobiert?
Gruß Christian

Konnte man früher öfter sehen. Hat nämlich einen Vorteil: Man hat den Überstand vom Schuh nicht, der die gemessene Sprungweite um 3-4 cm verkürzt. Heute weiß ich nicht ob das noch gemacht wird. Rainer

Hallo, Weitsprung barfuß? Das ist meiner Meinung nach kein Problem.
In meiner Schule sprangen wir meistens barfuß. Wir Mädchen sportelten zwar von Haus aus oft barfuß, es machten aber nie mehr als 25% mit. Wenn wir bei schönem Wetter nach draußen gingen, waren oft drei Viertel aller Mädchen barfuß dabei - vor allem beim Weitsprung.
Erstens ist es angenehm, mit nackten Füßen auf dem Hartplatz umherzulaufen, und schließlich finden sich in Schuhen und Socken (wer trägt die denn eigentlich noch?) keine lästigen Kies- und Sandgruben.
Übrigens, nach dem Schulsport zog ich oft (leider meistens als einzige) gar keine Schuhe mehr an - warum denn auch? ...
In der 12. Klasse hatten wir im Grundkurs Leichtatlethik einen total coolen Lehrer, der uns gesagt hat, dass er es für sehr gut halte, barfuß Sport zu machen. Er könne und wolle niemanden dazu zwingen, aber er werde es in der Mitarbeitsnote berücksichtigen, wenn jemand barfuß mitmacht. Nach anfänglichen Entsetzen haben dann immer mehr barfuß mitgemacht und am Schluss war es fast der ganze Kurs.
Ende April hat uns der Lehrer dann angeboten - weil wir so gut barfuß mitgemacht haben -, dass wir nach der Sport-Stunde (wir hatten in den letzten zwei Stunden am Montag) noch barfuß joggen gehen können. 4 Mädchen und 2 Jungs haben mit mir Lust gehabt, es zu versuchen.
Zuerst sind wir nur 10 Minuten durch den angrenzenden Park gejoggt, und dann immer ein bisschen länger, so dass wir am Schluss fast eine Stunde barfuß laufen konnten. In der letzten Stunde sind wir dann bis zu einem Biergarten gejoggt, und unser Lehrer hat uns alle auf ein Getränk und was zum Essen eingeladen. Bei dem einen Bier ist es nicht geblieben und wir sind dann erst gegen Abend wieder (natürlich barfuß ) nach Hause gegangen. Ein super Tag.
Viele Grüße EVI

Ein solcher Lehrer ist ein absoluter und leider viel zu seltener Glücksfall für alle Schüler, die gerne mal aus den Schuhen schlüpfen, wenn es nur einen Anstoß gibt. Bleibt zu hoffen, dass er nie nachlässt und resigniert!
Falls Du noch Kontakt zur Schule hast, wäre es sicher sinnvoll, ihn auf unser Diskussionsforum und die darum gruppierten Barfuß - Homepages aufmerksam zu machen. Es müsste ihn doch riesig freuen, wenn er feststellt, dass er nicht der einzige "Rufer in der Wüste" ist!
Sicher wäre er auch begeistert von dem Zusammenhalt der Barfußbegeisterten, die sich im Internet gefunden haben!
Schöne Füße, Lorenz

Hallo Lorenz, ich sehe das auch als Glücksfall an, leider habe ich keinen Kontakt mehr zu dem Lehrer, er ist jetzt auch an einer anderen Schule. Viele Grüße EVI

Hallo, also, ich muss ehrlich sagen, dass ich es absolut nicht billige, wenn ein Lehrer eine Note davon abhängig macht, ob jemand barfuß ist, oder Schuhe trägt, egal ob er nun zum Schuhetragen oder zum Barfußlaufen erziehen will.
Natürlich war Euer Unterricht, zumindest für diejenigen, die gerne barfuß laufen, ganz toll. Aber für die anderen, die mit der Notenabhängigkeit eigentlich zum Barfußlaufen genötigt wurden, weniger. Ich bin ja ein absolut begeisterter Barfußläufer, aber ich bin gegen jede Art von Zwang.
Besser wäre gewesen, wenn er sich einfach selbst die Schuhe ausgezogen hätte und ganz ungezwungen gezeigt hätte, dass es ein herrlicher Tag zum barfüßigen Joggen ist. Das hätte dann die Barfußbegeisterten auch animiert und den anderen ihre Freiheit gelassen es so zu tun, wie sie es am liebsten machen, ohne Zwang.
 Ich fände es zwar auch gut, wenn es mehr Lehrer und Chefs gäbe, die ihren Schülern bzw. Mitarbeitern selbst überlassen, ob sie lieber barfuß oder mit Schuhen gehen.
Ich bin einfach der Meinung, dass das jeder für sich selbst entscheiden darf. Aber Zwang darf es keinen geben, weder in die eine, noch in die andere Richtung.
Barfuß ist eine schöne Sache, solange ich es machen darf, wie ich möchte.
Barfüßige Grüße, Bernd A.

Also unser Lehrer hat natürlich auch nur barfuß Sport gemacht, sonst wäre er ja auch völlig unglaubwürdig gewesen und es hätte bestimmt keiner mitgemacht. Es ist einfach die natürlichste und gesündeste Sache der Welt.
Und zur Benotung: Diejenigen, die barfuß waren, haben einen Einser in einer Mitarbeitsnote bekommen. Insgesamt gab es vielleicht 15 Noten, da machte das nicht viel aus. Zwang gab es deshalb überhaupt nicht, sondern fast alle waren froh, dass sie zu Ihrem Glück angehalten wurden, um es einmal so zu sagen.
Honoriert worden ist einfach, dass man bereit war etwas auszuprobieren, was fast schon in Vergessenheit geraten ist, aber durchaus sinnvoll ist. Viele Grüße EVI

[Zwang darf es keinen geben, weder in eine, noch in andere Richtung]
Die Realität ist, dass so ziemlich jeder Jugendliche einem dauernden massiven Schuhzwang ausgesetzt ist!
Also finde ich es legitim, wenn da mit ein wenig Ansporn in die andere Richtung gegeben wird. Das hat für mich nichts mit Zwang zu tun, denn die Sportnote ist ohnehin just for fun und nicht als Druckmittel geeignet!
Und ich glaube nicht, dass der Lehrer im die Barfüßer tatsächlich besser benoten wollte. Aber wenn man gar keinen Anstoß mehr geben dürfte, dann müsste ich ja auch meine Homepage vom Internet nehmen, weil diese vielleicht eine gewisse Suggestivkraft hat und die Leute manipuliert :-((
Serfuß, Lorenz

Bei den Schulfest letzte Woche ging auch die Sportlehrein meiner Tochter mit ihrer Familie über meinen Barfußparcours. Sie war ganz begeistert davon und lud mich ein, demnächst so etwas bei einer Infoveranstaltung für Eltern neuer Schüler zu präsentieren.
Allerdings sagte sie mir, dass sich auf der Tartanbahn im Sportstadion immer wieder Kinder die Haut von den Zehenkuppen reißen; beim Weitsprung auch von den Fersen. Deshalb könne sie da unbeschuhtes Laufen nicht erlauben.
So aufgeschlossen, wie sich diese Lehrerin gegenüber Barfußsport zeigte, musste ich ihr diese Argumentation eigentlich abnehmen. Hat sonst schon jemand diesen Nebeneffekt der hohen Haftreibung auf Tartanbahnen festgestellt?
Ich bin meine beste Zeit im Hundertmeterlauf (11,9) barfuß auf einem Hartplatz gelaufen -- beim Turnabitur. Spikes gingen da nicht und barfuß war eben schneller als normale Turnschuhe.
Die heißen Sohlen, die das gab, habe ich schon weggesteckt ... Serfuß, Lorenz

Ich habe auch schon zweimal barfuß am 100m - Lauf teilgenommen. Ist, denke ich, ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ansonsten können danach nämlich für ein paar Minuten die Fußsohlen wehtun. Aber ansonsten gibt's da eigentlich kein Problem ... TeWe

Hallo Lorenz, ich habe früher (jetzt habe ich keinen Schulsport) sowohl am 100 Meter - lauf als auch am Weitsprung barfuß teilgenommen und hatte nie Probleme. Die Gefahr der Abschürfungen höre ich zum ersten mal. Tschüss Dominik

[Tartanbahn Kinder Haut von Zehenkuppen reißen; beim Weitsprung auch von Fersen]
Das kann gut sein. Tartanbahn? Dieser rote steinige Belag? Wenn ja: das kann gut sein, wenn du mit von den Schuhen aufgeweichten Füßen auf den Platz gehst und da ne längere Strecke läufst, oder auch Sprint, kann das ungeübten Barfußläufern gut die Haut am Fuß abhobeln.
Barfuß beim Weitsprung find ich sowieso nicht so ideal, dort lieber mit Schuhen, ausnahmsweise. Mir persönlich macht das Laufen auf Tartan auch nicht mehr so viel aus. man sollte es bei trockner Bahn aber nicht übertreiben. Das Zeug hobelt zwar nicht so wie Teer, aber doch stark.
Super ist aber das Laufen, wenn es gerade geregnet hat, es also leicht aufgeweicht ist :)\
alex b

Ich bin im Schulsanitätsdienst und habe schon einige Verletzung mitbekommen bei den Sportfest und bin nicht so begeistert vom barfuß sporten. Waren zwar meist nur kleinere Sachen wie Splitter, Blasen oder Abschürfungen, die auch schnell versorgt waren, die meisten könnten auch wieder weitermachen. Aber es waren auch schon ein stark verstauchter Zeh und größere Scherben dabei.
Ich will damit nur sagen, dass die meisten Verletzungen mit Schuhen nicht passiert wären.
Also, bis dann Michael (12. Klasse)

Solche Verletzungen sind das kleinere Übel
[ Verletzung mitbekommen bei Sportfest und bin nicht begeistert vom barfuß sporten]
Ob an den Verletzungen das "Sportfest" an sich nicht noch mehr Schuld hat ? Kein Sportfest, keine Verletzung ... Nein, auf diese Ebene will ich Deinen Einwurf nicht abgleiten lassen.
[ meist kleinere Sachen wie Splitter, Blasen oder Abschürfungen, auch stark verstauchter Zeh und größere Scherben ... will nur sagen, dass meisten Verletzungen mit Schuhen nicht passiert wären]
Das wird so sein, wenn auch Scherben z. B. ohnehin auf keinem Sportplatz etwas zu suchen haben und - falls doch vorhanden -schleunigst auch dann entfernt gehören, wenn niemand barfuß läuft. Das Risiko dürfte aber auf einem Sportplatz keineswegs größer, sondern eher geringer sein als anderswo, wie z. B. auf Schulhof, Straße, Parkanlage ...
Wenn man Deiner Aussage folgt, müsste man also überall "sicherheitshalber" Schuhe tragen. Davon allerdings wird die Fußmuskulatur verkümmern, eine Fehlstellung der Füße eintreten, dieses sich auf Knie und Rückenwirbelsäule übertragen ... und im Erwachsenenalter werden nur schwer behebbare, schmerzhafte und erheblich einschränkende Haltungsprobleme sich bemerkbar machen.
Bei der Abwägung, sich mal in jungen Jahren eine Macke am Barfuß zuzuziehen oder später unter kaputten Knien und Rücken zu leiden, fällt die Bilanz ziemlich klar zugunsten der Macke aus ! Und auch der verstauchte Zeh tat mit Sicherheit weniger und kürzere Zeit weh als ein verkrümmter Rücken.
Nicht nur beim Sport, bei diesem aber sehr gerne, wird nach dem Schutz von Schuhen gerufen, um angeblichen oder wirklichen Risiken vorzubeugen. Letztere treten freilich nur selten auf - dann sind (geeignete Sicherheits-) Schuhe erste Wahl.
Den überflüssigen "Schutz" vor den angeblichen aber bezahlt Mensch teuer mit den oben beschriebenen Folgeschäden.
Mit freundlichen Füßen Georg
PS : Ach ja : Merkwürdigerweise lese ich nie die Idee, man möge sich beim Sport doch vor (den übrigens m. E. häufiger auftretenden) Finger- und Handverletzungen durch das Tragen von Handschuhen (etwa wie Boxer sie benutzen, damit der Effekt auch sichergestellt ist) schützen ...

Hallo Michael, in Sportschuhen zieht man sich auch so manche Unannehmlichkeit zu: Blasen, Druckstellen, Überbeine, Hühneraugen, eingewachsene Zehennägel.
Ich meine, es kommt sehr auf die Sportart an: Hockey würde ich auch nicht barfuß spielen ...
Aber sonst haben Schuhe auch ihre Nachteile!
Serfuß, Lorenz

Ich habe letzte Woche zum ersten Mal den 100m-Lauf und Weitsprung beim Schulsport barfuß mitgemacht.
Ich hätte ja mal Lust die ganze Sportstunde draußen barfuß mitzumachen, weiß allerdings nicht, ob man sich auf der Tartanbahn Blasen laufen würde.
Hat jemand von Euch damit Erfahrungen gemacht. Danke für die Antworten.
Flo

Wenn Du auf eine Leichtathletikanlage kommst, wirst Du merken, dass Barfuß nichts Außergewöhnliches ist. [Anm.: Der Autor ist Österreicher]
Die meisten wärmen sich barfuß auf und laufen barfuß auf der Wiese aus (zur besseren Regeneration nach dem Training).
Wettkampfsport barfuß wird eher nicht gemacht und auch auf der Tartanbahn würde ich Sprinten barfuß nicht empfehlen. Ich habe mir vor einer Woche fürchterliche Blasen geholt.
Langsam laufen, Ausdauer geht aber schon.
In Österreich ist eine Frau sogar einmal Staatsmeisterin geworden, die ist barfuß gelaufen. Das war sogar auf der Titelseite einer Zeitung.
Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.
Max

Generell hängen Blasen an den Füßen weniger vom Untergrund ab, als vom Barfuß - Trainingszustand. Wenn Du sonst nur im Schwimmbad barfuß bist und dann plötzlich längere Zeit auf einem rauhen Belag läufst kann ich Dir die Blasen garantieren! Das ist ein ganz normaler Schutzmechanismus für das drunterliegende Gewebe.
Wenn Du es langsam angehen lässt, und erst mal auf angenehmen Belägen läufst und nur kurze Strecken auf den schwierigen, hat der Fuß genug Zeit um eine entsprechende Hornhaut zu bilden. Dann dürfte es eigentlich keinen Bodenbelag geben, der für bloße Füße nicht begehbar wäre (Verunreinigungen wie Glassplitter, rostige Nägel etc. mal ausgeschlossen).
Ich habe übrigens schlechte Erfahrungen mit nassem Wetter gemacht, weil dann die Hornhaut aufweicht und viel von ihrem Schutz verliert. Also wenn's geregnet hat eher etwas vorsichtiger sein!
Zur Bewertung spezieller Bodenbeläge im Sportbereich messe ich mir allerdings mangels Erfahrung keine Kompetenz zu.
Viel Spaß beim Barfußlaufen
Samuel
PS: Abends Niveacreme o.ä. beugt schmerzhaften Rissen, v.a. an den Fersen, vor!

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