Barfußjoggen - immer, meistens oder ...
(Forumberichte seit Frühjahr 2000)

Hallo Leute, ich würde gerne beim Joggen ohne Socken laufen. Wegen der Dämpfung möchte ich aber auf gute Laufschuhe nicht verzichten. Wer hat Erfahrung im Barfußlaufen im Schuh und welche Laufschuhe sind zu empfehlen? Wie ist das mit den Blasen? (Ich trainiere ca. 3 x 20 km) Ute

Hallo Ute, also ich muss Dir gleich vorweg sagen, dass ich leider keine Erfahrung im Laufen mit Laufschuhen ohne Socken habe. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass Du - zumindest in der Anfangsphase - größere Probleme beim Laufen ohne Socken bekommen wirst, weil es unweigerlich zu Blasenbildungen kommen wird.
Ich würde an Deiner Stelle nicht nur auf die Socken, sondern auch auf die Laufschuhe verzichten und barfuß laufen. Wenn Du langsam damit beginnst und sich Deine Fußsohlen erst einmal an den Untergrund gewöhnt haben, dürfte das eigentlich keine größeren Probleme bereiten! Jedenfalls ist es wesentlich gesünder, wenn Du barfuß läufst als ohne Socken in Schuhen!
Es gibt übrigens auch eine ganze Reihe von Barfußläuferinnen, die mit dem Barfußlaufen sehr gute Erfahrungen gemacht und zudem auch noch sehr gute Ergebnisse erzielt haben. Ich denke da in erster Linie an die unvergessene Zola Budd oder auch an Anja Albrecht.
Ich weiß ja nicht, auf welchem Untergrund Du läufst und wie kälteempfindlich oder auch nicht, Du bist? - Ich weiß nur, dass Anja Albrecht auch im Winter barfuß draußen bei Schnee trainiert hat und richtige Marathonläufe auch bei sehr kühler Witterung bestritten hat und immer sehr gute Ergebnisse aufzuweisen hatte! Also versuch's doch einfach mal! Viele Grüße BURKHARD

Wenn ich mich recht erinnere hatte Zola Budd am Schluss ihrer Kariere bedingt durch das Barfußlaufen auf hartem Untergrund erhebliche gesundheitliche Probleme mit ihren Füßen. Lothar

Vielen Dank für Deine Antwort. Ich denke, dass das Barfußlaufen in Schuhen möglich sein sollte, da die meisten Laufschuhe eine gute Polsterung haben.
Zum Thema Zola Budd gebe ich zu bedenken, dass durch gute Schuhe der Aufprall gedämpft wird. Somit sind Schuhe sicherlich vorzuziehen. Gruß Ute

[Zola Budd ... durch gute Schuhe Aufprall gedämpft ... Schuhe vorzuziehen]
Kommt ganz auf den Untergrund an! Es gibt wohl kaum ein besseres Training für die Fuß- und Beinmuskulatur, als barfuß im weichen Sand am Strand zu laufen. (Das machen auch die Profis.)
Bei hartem Boden scheiden sich dann schon eher die Geister. Hat eigentlich schon jemand Triathlon komplett barfuß bestritten? Voraussetzung wären entsprechend taugliche Fahrradpedale, Vorteil der Wegfall des Zeitverlusts beim Schuhwechsel. Unci

[Untergrund ... kaum besseres Training für Fuß- und Beinmuskulatur als barfuß im weichen Sand am Strand ...  bei hartem Boden scheiden sich Geister]
Eben. Der menschliche Fuß ist schließlich nicht dazu konstruiert, auf hartem Untergrund zu laufen, sondern eben über Gras, Sand, Waldboden.
Wer auf Beton/Asphaltboden schnell läuft und dabei auf Schuhe verzichtet, tut seinen Gelenken damit ganz bestimmt keinen Gefallen!
Ich bin zwar kein Sportmediziner, aber allein der gesunde Menschenverstand sagt einem dass man beim Joggen/Marathonlaufen (auf hartem Untergrund) wohl besser nicht auf die Schuhe verzichtet. Marco N.

Hallo Ute, wenn die Füße im Schuh nicht rutschen, sollten sich auch keine Blasen bilden. Generell sind die besten Laufschuhe einfach solche, die gut passen. Unwichtig ist die Marke o.ä.
Auch sind teure Schuhe nicht gleich gute Schuhe. Ich habe im letzten Jahr am Köln-Marathon teilgenommen und hatte Schuhe für 89.- DM, die ich im Uni-Shop gekauft habe.
Übrigens wird auch als Lauf-Training (auch mit dem Ziel Marathon), das Barfußlaufen empfohlen (gelegentlich - auf weichem Unterwund) um die Fußmuskulatur zu stärken. Dies wird immer wieder in versch. Laufbüchern und Zeitschriften beschrieben.
Die "besten Laufschuhe" sind die Füße und ein guter Laufschuh versucht die Dämpfungsfähigkeiten des Fußes nur so gut wie möglich zu simulieren. Ich selbst bin damals im Training nur ein paar mal barfuß gejoggt - aber sonst viel barfuß gelaufen. Probleme mit Blasen hatte ich nie.
Viel Erfolg beim Training! (bei 60 km/Woche ist "das Ziel erreichen" ja kein Problem) Andreas (Köln)

Hallo Andreas, vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich habe mir heute neue Laufschuhe von Asics gekauft und bin damit ca. 5 km ohne Socken gelaufen. Das Gefühl und die Dämpfung waren toll. Da ich aber meistens auf Asphalt laufe, werde ich wohl hierbei auf die Schuhe nicht verzichten, wohl aber auf die Socken, zumal es bei uns heute schon 20°C warm war. Mit Blasen hatte ich keine Probleme. Vielleicht kannst Du mir noch mitteilen, in welchen Laufschuhen Du damals ohne Socken gelaufen bist. Viele Grüße Ute

Hallo Ute, ich hatte damals auch Laufschuhe von Asics (genauer: Asics GEL). Damit bin ich auch den Marathon gelaufen (den allerdings mit Socken). Auf Asphalt ohne Schuhe zu Laufen bedarf sicher eines längeren Trainings. Während des Marathonlaufs im letzten Jahr sah ich bei Kilometer 8 eine Läuferin, die barfuß lief. Ich weiß allerdings nicht, wie weit sie so gelaufen ist. Hier in Köln scheint heute endlich mal wieder die Sonne. Ich werde gleich auch mal laufen gehen - vielleicht auch ein kurzes Stück auf Gras ohne Schuhe. Viel Spaß beim Training, Andreas

Dämpfung = Energievernichtung .... wie jeder Techniker weiß!
Fragt sich, ob das so sinnvoll ist, die Aufprallenergie abzudämpfen (= zu vernichten), statt sie abzufedern und zurückzugeben. So gut wie die Kängurus werden wir das wohl nie hinkriegen, aber eine gewisse Federwirkung üben gesunde Muskeln und Sehnen wohl auch beim Zweibeiner aus. Unci

Hallo Ute! Falls es Dir irgendwie möglich ist, würde ich Dir auf jeden Fall raten, solange das Barfußgehen zu trainieren, bis Du, auch auf Asphalt, barfuß dahinkommst, wo Du willst.
Für mich wäre das einmalige Gefühl es wert. Das Problem der Blasenbildung wäre somit auch gelöst, was ansonsten nur durch Schuhe, deren Futter sehr saugfähig ist, gemindert werden kann. Schuhe dämpfen vielleicht minimal etwas, haben aber auch Nachteile. So können z.B.: durch falsche Fußstützen die Kniegelenke belastet werden. Außerdem hat jede Sportart ihre "Risiken", wie z. B.: Paragliden, Klettern, Baden im Meer [Haie ...] oder auch Motorradfahren [Nieren...].
Mir hat mein Orthopäde auf jedenfalls empfohlen, barfuß zu gehen, mir macht es so, auch auf längeren Strecken auf Asphalt einfach Riesenspaß und ich möchte es nicht mehr missen, nur weil eine geringe Wahrscheinlichkeit besteht, dass es irgendwo schaden könnte ... Wenn es danach ginge dürfte man sich nicht mehr auf die Straße trauen ... Wolfgang

Hallo zusammen, ich möchte gern einige Anmerkungen zu der Barfuß - Laufen / Joggen - Diskussion machen.
Zuerst einmal zu Zola Budd : sie ist in Südafrika aufgewachsen, wo viel selbstverständlicher als bei uns barfuß gegangen, gelaufen und überhaupt Sport getrieben wird. Wie andere afrikanische Sportler auch war sie nicht nur daran gewöhnt barfuß zu laufen, sondern empfand Schuhe schlicht als behindernd - und dass sie wegen der seinerzeitigen, in der Rassenpolitik ihres Landes begründeten Boykottmaßnahmen für England startete, hat auf die Empfindungen ihrer Füße beim Laufen nichts geändert.
Wie es sich bei Zola Budd verhielt, weiß ich nicht - aber heute sitzen die großen Sportschuhhersteller den afrikanischen Barfußläufern insofern im Nacken, als dass sie zu den Hauptsponsoren der Leichtathletik gehören - und warum Nike einen Vertrag ausgerechnet mit einem barfußlaufenden Sportler machen sollte, könnte ich auch niemandem erklären ...
Dann zum Joggen bzw. Laufen auf bloßen Sohlen : ich praktiziere das schon sehr lange, allerdings ohne jedweden wettkampforientierten Ehrgeiz. Es macht mir große Freude, bei jedem Schritt den Boden zu erfühlen, und der weiche Bewegungsablauf hält meine Muskeln weitaus länger geschmeidig, als wenn ich in Schuhen zu laufen versuche.
Das war früher von November bis März der Fall - aber seit ich meine Barfußaktivitäten über das Joggen hinaus ausgedehnt habe und auch im Winter regelmäßig barfuß gehe, müssen sich die Außentemperaturen schon dem Gefrierpunkt bedenklich nahe gekommen sein ! Und bei dem milden Wetter, den wir dieses Jahr im Rheinland hatten, genügt dann schon das Verschieben des Laufs um wenige Tage ...
Allerdings gönne ich mir den "Luxus", auf Naturboden zu laufen, und kann das auch nur empfehlen. Wiese und Lehmwege eignen sich bestens, Sand ist auch ganz toll, aber wohl eher selten anzutreffen. Diese Untergründe geben leicht nach, und im Zusammenwirken mit der Fußmuskulatur federt und dämpft das wirkungsvoll. Ein paar Laufschritte über Stein und Asphalt scheue ich nicht, aber die Strecke sollte von überschaubarer Länge sein (zumal dieser Boden im Winter zu kalt und im Sommer zu warm wird).
Unsere Vorfahren in der Steinzeit sind als Jäger stunden- oder tagelang barfuß hinter flüchtenden Tieren hergelaufen. Menschenfüße bräuchten insofern keinerlei (Lauf-) Schuhe, wenn
- nicht viele Wege mit Steinen / Asphalt befestigt worden wären, und
- wir ein Menschenleben lang auf natürlichem Boden barfuß liefen.
Da letzteres aber nicht zutrifft, mag für manchen, der nachhaltige Vorschädigungen erworben hat, der künstliche Dämpfungseffekt der Sportschuhe ziemlich unentbehrlich sein - jedenfalls zunächst und erst recht, wenn es über befestigten Untergrund geht.
Aber jeder, der will, kann schon mal "klein anfangen" : kurze Barfußstrecken an geeigneter Stelle in den beschuhten Lauf einstreuen, und das Verhältnis dann langsam zugunsten der Barfußlaufstrecke verändern; ergänzend dazu das Barfußwandern beginnen und pflegen, um die Fußmuskulatur auf natürliche Weise zu kräftigen.
Wer keine Vorschädigungen und ein geeignetes Laufrevier hat, kann das natürlich auch so machen - oder seine Laufschuhe verschenken und ab sofort den Rest des Lebens barfuß joggen.
So oder so viel Bewegungsfreude auf bloßen Sohlen wünscht Georg
PS : Wie andere Leute zum Tennisklub oder Golfplatz nehme ich auch ein Stück Anfahrtsweg zu meinem derzeitigen Barfußlaufrevier in Kauf - aber ansonsten handelt es sich um eine in jeglicher Hinsicht kostengünstige Sportart !

Hallo Georg! Ich kann dem, was Du geschrieben hast, im Großen und Ganzen nur zustimmen.
Auch ich gehe, wo und wann immer möglich, barfuß. Besonders joggen macht mir so erst richtig Spaß, allerdings sind bei meinen Laufstecken auch längere, mit Kies oder Asphalt dabei.
Für mich ist dies eine andere Art des Erlebens und ich möchte es nach einer Anfangsphase des Gewöhnens nicht mehr missen.
Ich würde mich von dem Gerede, das schade den Gelenken nicht irritieren lassen, da das für mich ein sehr geringes Risiko ist, für jede Sportart gibt es typische Folgeschäden.
Außerdem ist das ganze Leben {theoretisch} mit "Risiken" behaftet ... Wolfgang

Das stimmt ja, aber muss man denn ein Risiko eingehen, dass man genau so gut vermeiden kann? Und was du da als "Gerede" abtust, ist medizinisch erwiesen.
Sei doch bitte etwas sachlicher in deiner Argumentation und nicht zweitausend Prozent "barfuß ist das einzig Wahre und Schuhe sind Scheiße" (sorry für die Ausdrucksweise, aber danach hören sich deine Aussagen an). Marco N.

Hallo Marco, hallo Wolfgang, normalerweise jogge ich in Schuhen, bin aber gerade dabei mal das barfüßige Joggen auszuprobieren.
Es stimmt schon, dass sehr viele Jogger Probleme mit den Gelenken haben. Das sind jedoch zu 99,9% keine Barfußjogger, sondern Jogger mit High- Tech- Dämpfungs- Schuhen.
Ich meine, der Laufstil hat einen wesentlichen Anteil an Gelenkproblemen:
- fehlende Aufwärmphase / Stretching vor dem Lauf
- zu kräftiges Auftreten (Fallenlassen) auf die Schuhe voller Vertrauen auf die Dämpfung
- seltenes, dafür dann übertriebenes Jogging (Sonntagsjogger).
Ich habe die These, dass beim Barfußlauf die natürliche Dämpfung des Fußes (beim Auftritt mit dem Ballen) ausreichen sollte um beschwerdefrei auch auf härteren Untergründen laufen zu können. Vermutlich läuft man barfuß einfach auch etwas vorsichtiger als mit den vermeintlich sicheren Schuhen - so ähnlich wie sich Autofahrer mit ABS ggf. riskanter verhalten.
Ich werde es diesen Sommer mal ausprobieren und mich langsam in der Barfußdistanz steigern - mal schauen was daraus wird.
Mich blind darauf zu verlassen, was "medizinisch erwiesen ist" tu ich nicht - dafür habe ich schon zu viele Änderungen in den medizinischen Ansichten erlebt. Kai
Link auf Ken Saxtons "Running Barefoot" - Seite

Hallo Zusammen, kurz ein paar Punkte, die ich zum Thema Joggen aus einem Faltblatt der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln entnommen habe:
1.) Dass Barfußjoggen den Gelenken schadet stimmt nicht. Im Gegenteil - auf weichen Böden (also nicht auf Asphalt) soll man dies tun, mit dem Ziel, die Fußmuskulatur zu stärken.
2.) Die Erschütterungen vom Joggen werden durch die Wadenmuskulatur "abgefangen", so dass Gelenkprobleme hauptsächlich auf eine untrainierte Wadenmuskulatur zurückzuführen sind. Diese wird nur durch regelmäßiges laufen trainiert.
3.) Auch Beschwerden der Achilles-Sehne sind auf eine untrainierte Wadenmuskulatur zurückzuführen, die die Erschütterungen des Laufens nicht abfangen kann.
Meiner Meinung nach, kann man nach einer gewissen Zeit und nach eigenem Ermessen schließlich auch barfuß auf Asphalt joggen. Ich selbst habe dies allerdings bisher kaum gemacht.
Viel Spaß beim Barfußlaufen und Joggen (auf weichem Boden), Andreas

[was du als "Gerede" abtust, ist medizinisch erwiesen. Sei doch sachlicher in Argumentation]
Dann versuche ich's mal ganz sachlich.
Um etwas medizinisch zu beweisen, braucht man korrekt angelegte Studien mit klar beschriebenen Gruppen von Probanden und großen Fallzahlen. Und die Leute, die eine Studie auswerten, sollten nicht wissen, welche Person zu welcher Gruppe gehört, um nicht durch ein bestehendes Vorurteil in ihrer Analyse beeinflusst zu werden!
Deshalb ist ein medizinischer Beweis sowohl pro als auch kontra barfuß gar nicht zu führen -- man bekommt keine vernünftig große Gruppe zusammen, die unter unseren Lebensbedingungen fast ausschließlich barfuß gelaufen ist.
Deshalb gehören Annahmen über die Schädlichkeit des Barfußlaufens eher in die Kategorie Vorurteil. Und die These, dass Fußschäden ausschließlich von Schuhen stammen, kann man ebenso leicht aufstellen und ebenso wenig beweisen. Man kann nur die Träger verschiedener Arten von Schuhen vergleichen; und das führt dann zu der Feststellung, dass manche Schuh-Designs durch besondere Schädlichkeit auffallen.
Mein Vorschlag: verlassen wir uns doch auf das Körpergefühl, jeder von uns kann ja spüren, was ihm gut tut und was nicht.
Mir tut Jogging auf Asphalt grundsätzlich nicht gut, egal ob barfuß oder mit Schuhen. Also lass ich's bleiben.
Normales Laufen bekommt mir auf jedem Boden barfuß besser als mit Schuhen, weil ich ganz sachte auftrete -- der Genuss ist mit viel Gefühl am größten. Und die Bandscheiben machen mir so keine Beschwerden! Wenn ich Schuhe tragen muss, versuche ich bewusst, den "barfüßigen" Bewegungsablauf beizubehalten, dann ist's auch o.k.
Du siehst, ich argumentiere hier nur mit dem Einzelfall, weil es aus o.g. Gründen nicht zielführend ist, die medizinische Statistik zu bemühen.
Bitte beachten: jeder Einzelfall liegt anders, und jeder muss für sich ausprobieren, wie es ihm am besten geht. Und wer mit einem guten Laufschuh am besten läuft, soll das auch tun -- aber nicht eine Weltanschauung daraus machen und darauf bestehen, dass dies für jedermann ideal sei! Serfuß, Lorenz

Hallo Marco! Als erstes gebe ich zu, dass Fortbewegen ohne Schuhe für mich tatsächlich das einzig wahre ist und ich der Meinung bin, dass wenn mehr Leute die Ausdauer hätten, es zu trainieren, es auch machen würden.
Nach welchen Unterlagen kommst Du auf die Idee, es sei medizinisch ERWIESEN, dass Barfußgehen den Gelenken schade? Außerdem sehe ich ein "Risiko" erst als solches an, wenn es tatsächlich ERWIESEN ist. Selbst wenn dem so wäre, bin ich der Meinung, dass man nicht alles bleiben lassen soll, was irgendwo und irgendwie einen Nachteil haben könnte. Beispiele hierfür wären das trinken von Alkohol über das Bergklettern über das Drachenfliegen bis zum Motorradfahren, etc.
Ein rechnerisches Risiko gibt es außerdem immer für alles, was man tut, siehe auch die Unfälle, die in Krankenhäusern behandelt werden. Egal, wie weit man das "Risiko" minimiert, es gibt immer weitere, die man auch minimieren müsste...
Ich bleibe auf jeden Fall dabei, dass überall Barfußlaufen, auch auf Asphalt das beste ist, weil es FÜR MICH das beste ist, werde aber nicht auf die Idee kommen, jemandem vorzuschreiben, es auch so zu machen, wenn er nicht will, da ich auch nicht haben will, dass mir jemand vorschreibt, ich soll Schuhe anziehen. Wolfgang

Leider kann ich zum barfuß laufen / joggen noch keine allzu profunden Tipps geben und nur etwas eigenen Senf beitragen.
Ich habe in den letzten Wochen mal versucht barfuß zu joggen. Da ich keine Jogging - geeigneten Waldwege oder Wiesenpfade in der Nähe habe, laufe ich in der Regel auf geteerten bzw. befestigten Wirtschaftswegen bzw. auf Asphalt. Beim Barfußgehen machen diese Wege keinerlei Probleme - meist gehe ich eh auf künstlichem Untergrund.
Beim Joggen machen sich aber zwei Dinge negativ bemerkbar:
- Auf Wirtschaftswegen liegen oft kleine Steine und Geröll. Beim Joggen sind diese doch deutlich unangenehmer als beim normalen Barfuß gehen.
- Besonders auf asphaltierten Wegen scheint mir der Sohlenabrieb doch ziemlich heftig zu sein, zumindest fühlten meine Füße sich nachher (nach ca. 30 Minuten) so an.
Ich werde daher vorerst nur gelegentlich barfuß joggen und den Fortgang der normalen Barfußsaison mal abwarten. Vielleicht ergibt sich eine Gewöhnung oder ich finde in der Umgebung doch noch eine "ideale" Route. Grüße Kai

Hallo Kai, ich würde natürliche Wege auf jeden Fall vorziehen, auch wenn auf der empfohlenen Homepage z.B. auch Bilder vom Laufen über Asphalt zu sehen sind.
Ganz wesentlich scheint mir zu sein, dass man, wie dort beschrieben, den Boden (sozusagen) nicht berührt, also völlig anders läuft als in Joggingschuhen mit ihrer starken Dämpfung. Nach meiner Erfahrung vom vergangenen Sommer kann man dann sogar über Schotter schmerzfrei laufen und es macht Spaß! Nach einigen hundert Metern allerdings war dann der Anlass für den Lauf nicht mehr gegeben (ich hatte meine Freunde nach einem "technischen Halt" wieder eingeholt), und ganz allgemein hat man mich für das Joggen noch nie richtig begeistern können ...
Schöne Grüße aus Bonn, MarkusII

Hab eine Frage, wie sieht's aus mit barfuß rennen bzw. laufen gehen.
Die meisten, die laufen, machen das schon mehr als hobbymäßig und alle sagen das selbe: das erste, was man sich kaufen soll, sind ordentliche Laufschuhe.
Dass ich nicht billige Turnpatscherln nehmen soll ist mir klar, nur wie steht's mit barfuß??
Seraphina

Je nachdem, wie der Untergrund ist, auf dem Du laufen magst, ist barfuß laufen durchaus eine Alternative. Auf rauem Asphalt, ggf. mit kleinen Steinen besetzt, ist Barfuß-Joggen sehr gewöhnungsbedürftig.
Auf weichen Untergründen geht's aber ganz gut, wenn man vielleicht auch schon mal einfach so draußen barfuß gegangen ist und die Füße etwas robuster wurden.
Entscheidend beim Barfuß-Rennen/Joggen ist aber der Laufstil. Unbedingt muss man mit dem Vorderfuß zuerst auftreten, da nur so der Fuß seine optimale Dämpfungseigenschaften ausspielen kann - übrigens besser als jeder Turnschuh!
Mehr dazu findest Du, wenn Du dem Link unten auf meine Homepage folgst : Laufstil - die Vorderfußtechnik macht's
Grüße Kai

Gute Laufschuhe sollten wohl zwei Sachen leisten:
Den Fuß schützen, so dass keine Blasen und andere Schäden entstehen, und
den Tritt federn, um langfristig Rückenschäden zu vermeiden.
Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass man (wenn man mit Schuhen läuft) auf jeden Fall richtige gute Laufschuhe verwenden sollte.
Barfuß laufen ist aber auch kein Problem (und macht mindestens genauso viel Spaß). Ich habe es irgendwann mal ausprobiert und gehe seitdem öfters (aber nicht immer) barfuß joggen.
Für den Anfang ist es sicher gut, wenn man zuerst zum Aufwärmen ein paar Minuten mit Schuhen joggt und dann barfuß.
Interessant finde ich, wie ich automatisch vom "normalen" Laufstil zum "Vorderfußlaufen" übergehe, sobald ich die Schuhe ausziehe. Das heißt, dass die vorderen Fußteilen das Körpergewicht tragen und die hinteren Teile der Füße nur schwach den Boden berühren, wenn man den Tritt abfedert. Passiert aber ganz von selbst ...
Soweit ich weiß, federt das Fußgewölbe dann genauso gut wie gute Laufschuhe.
Viel Spaß! Thomas

Hi Sera, kann Thomas und Kai nur zustimmen.
Nach eigener Erfahrung sollte man/frau es anfangs nicht übertreiben. Die Folgen wären evtl. Blutblasen an den Zehen (u/o Fußballen) und eine Überanstrengung der Achillessehne bzw. Wadenmuskulatur.
Langsam anfangen, warmlaufen zunächst auf weichem Boden.
Ich selbst laufe seit ca. 20 Jahren barfuß, wohl auch gut trainiert (bzw. behornhautet), und somit problemlos auf allen Untergründen (bis ca. 20 km) und zu allen Jahreszeiten (am liebsten im Schnee, sofern nicht unter ca. -3 °C).
Wichtig ist, wie schon gesagt, der (natürliche) Vorderfußlaufstil. Die Gefahr des (oft erwähnten) Gelenkverschleißes, ist, bei richtiger Technik, nicht größer als beschuht, und geringer als bei Hallensportlern. Letzthin durchgeführte Röntgenuntersuchungen ließen bei mir jedenfalls keinerlei Verschleißerscheinungen erkennen.
Kann dich also nur ermutigen. Also mit Maß viel Spaß!
Gruß Wolf (Wolfgang/Münster&München)

Hallo Sera, Thomas, Wolf - und alle Mitleser, ich kann die oben gemachten Ausführungen vollauf bestätigen - mit der Einschränkung, dass ich selbst im Allgemeinen nicht gern längere Strecken über Asphalt o. ä. laufe (obwohl das gerade in dieser Jahreszeit, wenn sich solche Böden angenehm erwärmt haben, auch mal sehr schön sein kann).
[Hab eine Frage, wie sieht's aus mit barfuß rennen bzw. laufen gehen [...] alle sagen das selbe, das erste, was man sich kaufen soll, sind ordentliche Laufschuhe. Wie steht's mit barfuß??]
Insgesamt ist das ein ausgesprochen komplexes Thema. Ich bin kein Arzt, habe mich aber ein wenig mit der Frage beschäftigt und glaube, mit folgenden Aussagen richtig zu liegen :
1) Der Mensch ist zum Barfußlaufen (durchaus auch im Sinne von joggen oder rennen) im (sub-) tropischen Klimaraum geboren. Schuhe schränken seine natürlichen Möglichkeiten ein (!), statt sie auszuweiten oder zu verbessern.
Aus diesem Sichtwinkel heraus sollte man also auf keinen Fall den Fehler machen, (Lauf-) Schuhe anzuziehen !
Und jetzt kommen die vielen Abers :
2) Der Mensch ist nicht zum ständigen Laufen auf Asphalt geboren - denn den gibt es natürlicherweise nicht und Untergründe von vergleichbarer Beschaffenheit auch kaum - er ist für "Naturböden gebaut".
3) Da es bei uns nicht so warm wie in den (Sub-) Tropen ist, gibt es einen Teil des Jahres, in dem Barfußlaufen keineswegs unmöglich ist, aber Abhärtung und Standvermögen erfordert (und unter 0 Grad hört für mich persönlich endgültig der Spaß auf - nicht wegen der Kälte, sondern weil der gefrorene Boden unangenehm hart ist und sich Unebenheiten in Grate verwandeln).
4) In der Folge von 2) und 3) (und aus mancherlei gesellschaftlichen Gründen) läuft bei uns anders als in Kenia oder Neuseeland (fast) kein Kind so viel barfuß, dass sich gesunde Füße auf natürliche Art sozusagen ganz nebenbei und von alleine ausbilden.
Im Gegenteil : eine satte Mehrheit der Bundesbürger hat beträchtliche Fußschäden - und dann (!) kommt es schon auf deren konkrete Ausformung an, ob - etwas krass ausgedrückt - mit verkümmerten Muskeln und verkippten Gelenken gesundheitsverträglich "ungeschützt" barfuß gelaufen (immer im Sinne von joggen / rennen) werden kann.
Wer da Zweifel hat (weil er / sie z. B. Absätze an Schuhen schiefläuft o. ä.), sollte eigentlich einen Orthopäden um Rat fragen - aber die verstehen oft vom Barfußlaufen auch nicht viel und empfehlen (sozusagen sicherheitshalber) Schuhe (und im Zweifelsfall Einlagen).
Ich meine aber sagen zu können, dass man auch mit geschädigten Füßen nicht viel falsch machen kann, wenn man folgende Regeln beachtet :
a) Nicht übertreiben, sondern "klein anfangen" mit eher kurzen Strecken. Wer laufmäßig untrainiert ist, wird es ganz von allein so halten.
Der richtige "Vorderfuß - Laufstil" stellt sich dabei ganz von selbst ein. Schmerzen in der Muskulatur der Füße sind allerdings ernstzunehmende Warnzeichen !
b) Auf natürlichen Böden laufen (Lehmwege, Wiesen, Sand), harte Untergründe eher meiden als suchen.
c) In der warmen Jahreszeit (jetzt im Mai ist goldrichtig) anfangen und dann im Herbst einfach nicht aufhören.
d) Den Trainingszustand der Fußmuskulatur kontinuierlich verbessern durch gezielte Fußgymnastik - und künftig auch bei Wanderungen bzw. Spaziergängen auf Naturböden möglichst oft (am besten immer) barfuß gehen.
e) Der Trainingszustand der Fußmuskulatur wird sich dann relativ zügig verbessern. Dadurch wird der Bänderapparat auch wieder leistungsfähiger und längere Laufstrecken ebenfalls möglich. Und wer inzwischen leidenschaftlich barfuß läuft, kann und wird auch im Alltag immer öfter barfuß laufen - dann aber im Sinne von gehen. Dieses Forum bietet eine Vielzahl von diesbezüglichen Anregungen !
Sportliche Füße Georg - Barfußjogger

Hallo Sera Ich habe einmal eine Reportage gelesen über afrikanische (ich glaube kenianische) Langstreckenläufer, in denen ihr internationaler Erfolg vor allem auf kilometerlanges, tägliches und barfüßiges Training in den dortigen Bergen zurückgeführt wird.
Aber man kann sich denken, wie viel störenden Asphalt es da gibt!
Also entweder sucht man sich eine gute Renn-Strecke in der Nähe oder man wandert aus ...
Hat jemand was näheres darüber?? Viele Füße Samuel

Nun, die Bodenverhältnisse sind nach meiner Erfahrung zumal im kenianischen Hochland nicht sonderlich berauschend. Die einzigen Strecken, auf denen sich einigermaßen unproblematisch laufen lässt, sind die asphaltierten Straßen. Genau dort sieht man Läufer trainieren. Abseits der Straßen dominiert Schotteruntergrund und die Gefahr, sich 5 cm lange Akazienstacheln einzutreten. Letzteres war mir selbst schon keine allzu lustige Begegnung.
Im Vergleich dazu - so zumindest meine Meinung - gibt es bei uns vielerorts ideale Verhältnisse: Fein gekieste Wege und Wiesen (der diversen großen Parks Engl. Garten (M), Tiergarten (B), die viele Wanderwege durch Auwälder (sofern vh.) an Rhein und Main etc., Buntsandsteinuntergrund um Nürnberg, Flugsande im Münsteraner Becken ... alles in allem genau die angenehme Palette, die ich im weiteren Ausland oft vermisse.
Bis dann! Wolfgang

Konkrete Erfahrungsberichte finden sich hier :

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