[Auf den Kapverden leben viele ohne Schuhe] [Auf den Seychellen gehen alle barfuß]

Auf den Kapverden leben viele ohne Schuhe
(Forumbericht im Herbst 2000)

Hallo zusammen, im vergangenen Jahr habe ich einen sehr schönen Urlaub auf den Kapverdischen Inseln verbracht.
"Cabo Verde" ist, wie die meisten von Euch sicher wissen, die Heimat der Sängerin Cesarea Evora, der "barfüßigen Diva", die momentan wieder durch Deutschland tourt. Sie hat sich schon häufiger in Interviews zu ihrer Neigung geäußert, die sich auf den kurzen Nenner bringen lässt: "Ich mag halt keine Schuhe". Sie war in der Vergangenheit auch dann barfuß, als es aus protokollarischen Gründen - ich glaube, als Beispiel wurde der Besuch eines portugiesischen Politikers genannt - nicht angesagt war. Tolles Selbstvertrauen, finde ich.
Cesarea Evora ist allerdings kein Einzelfall. Ich habe selten in einem Land so viele barfüßige Menschen gesehen, wie hier. Alle Altergruppen waren vertreten, wobei Kinder und Jugendliche den größten Anteil stellten. Von den ganz Kleinen abgesehen, sind auf den Kapverden Schuluniformen MIT Schuhen vorgeschrieben. (Angesichts des hierzulande grassierenden Klamotten - Markenfetischismus ist das mit der Schuluniform eine überlegenswerte Alternative, was sagen die Pädagogen hier im Forum dazu?). Die Vorschüler waren wie gesagt barfuß, die älteren Schüler dann aber nach Schulschluss ebenfalls in großer Zahl. Ich erinnere mich z.B., einen Teenager im Elternhaus verschwinden zu sehen und nach fünf Minuten war er in "Zivil" und auf nackten Sohlen wieder auf der Straße.
Natürlich sind die Menschen auf den Kapverden nach unseren Maßstäben gemessen arm, wobei viele von Familienangehörigen, die im Ausland (USA, Niederlande etc.) arbeiten, unterstützt werden. Dennoch war es offensichtlich, dass Armut allein nicht der Grund fürs Barfußsein war, denn viele trugen ansprechende Kleidung, aber eben keine Schuhe. Im Gegensatz zu unseren oftmals zivilisationsschwachen Gewächsen war die Zahl der ausgesprochen wohlgeformten Füße beträchtlich. Ich habe kaum Platt-, Senk- oder Spreizfüße gesehen.
Leider gab es einige Fälle von Klumpfüßen, was auf unzureichende medizinische Versorgung bei Kleinkindern schließen lässt. Ein mit uns wandernder Orthopäde erläuterte sogleich, was man in Deutschland dagegen tun würde, bestätigte aber gleichzeitig, wie gesund geformt die meisten Füße hier seien, was er auf ein ausgiebiges barfüßiges Training von Kind an zurückführte.
Tatsächlich gab es keinen Untergrund, der nicht barfuß bewältigt worden wäre. Auf den extrem schönen Wandertouren begegneten wir zahlreichen Einwohnern verschiedenen Alters, die mit einer Leichtigkeit, ja Eleganz über Stock und Stein gingen, dass es eine Freude war. Im Gegensatz dazu "eierten" wir in unseren Wanderschuhen und Teva - Sandalen doch ziemlich herum.
Das absolute Highlight war die Besteigung des Vulkans Fogo auf der gleichnamigen Insel, wo uns ein vielleicht sechszehnjähriger Einheimischer führte und ebenso behände wie schnell auf nackten Sohlen voraus ging. Dabei hatte ich Gelegenheit, auf seine Füße genauer zu achten: soweit ich sehen konnte, hatte er weniger eine zentimeterdicke Hornhaut als eine "Polsterung" unter der Haut, die es ihm erlaubte, einer Gämse gleich zu klettern.
Ich selbst habe während des Urlaubs Schuhe und Sandalen ausgelassen, wo immer möglich, konnte mich mangels Übung mit den Einheimischen aber nicht annähernd messen. Die Reaktion reichte von Verwunderung bis Zustimmung, denn barfüßig wandernde Touris sind auf Cabo Verde offenbar immer noch eher die Ausnahme. Einen therapeutischen Erfolg hatte das Barfußlaufen auch, da ich eine mir zuvor in Deutschland eingefangene Dornenwarze wieder los wurde - wahrscheinlich aufgrund der ausgiebigen Massage durch die unterschiedlichen Bodenverhältnisse.
Für einen ereignisreichen Urlaub kann ich die Kapverden jedenfalls jedem empfehlen - dem Barfüßer sicher noch mehr als dem Beschuhten. Vielleicht hat ein anderer Forumsteilnehmer ja ähnliches dort erlebt ...
Ach ja, fast vergaß ich's: In einem Hafen auf der Insel Santo Antao habe ich den bislang einzigen Menschen gesehen, der tatsächlich sechs Zehen an jedem Fuß hatte, was ich erst dem leckeren "Grogue" (so ähnlich wie Rum) vom Vorabend zugeschrieben habe. Aber auch beim Nachzählen blieben es sechs.
Schöne Füße wünscht Euch der Schorsch

Barfuß und Trekkinggruppen scheint ein eigenes spannendes Thema zu sein. Ich habe zwar noch nie an so einer Gruppe oder anderen organisierte Reisen teilgenommen (dazu bin ich zu individualistisch - weniger Wohlwollende sagen zu stur und eigensinnig), da ich aber gerne reise und wandere, mache ich aber immer wieder witzige Beobachtungen dazu.
Eine Begegnung "der besonderen Art" hatte ich vor ein paar Jahren auf den Kapverdischen Inseln. Ich war dort mit Freunden unterwegs und bin einfach einmal, während die irgendwo im Schatten oder am Meer herumgesessen sind, ein Tal hinaufspaziert. Es war ein gemütlicher Weg, zwischendurch habe ich eine Pause in einer Dorfbar gemacht, dann ein Stück mit einem Auto mitgefahren, so nach einem halben Tag war ich wieder zurück.
Der Großteil des Weges war eigentlich eine Auto - befahrbare Piste, ein Stück gepflasterter Fußweg. Großteils war ich barfuß unterwegs, für steinige Wegstücke hatte ich meine Flipflops im Rucksack, mit denen auch die meisten Kapverdeaner unterwegs sind. Die Bewohner dieses Tals haben sich weder über meine Füße noch über meine sonstige Bekleidung (kurze Jeans, T-Shirt) gewundert: es war ein schöner warmer Tag, wie meistens auf den Kapverden. Ich habe das ganze eher als längeren Spaziergang und nicht als wirkliche "Bergtour" erlebt.
Plötzlich kam eine Gruppe großteils deutscher Trecking-Touristen des Weges. Die Ausrüstung: schwere Bergschuhe, Treckinghosen im Army-Stil, großteils wärmere Sweater umgehängt oder gar angezogen, fast alle mit Teleskopstöcken, große Rucksäcke ... schweißüberströmt und wirklich fast mit heraushängender Zunge. Ich hab sie angestarrt wie Wesen von einem anderen Stern, und sie mich auch!
Ich habe dann lange überlegt, wo denn in dieser Gegend das Gebirge ist, dass sie gerade "erstürmen" wollten. Bloß - es gab keines. Auf den einzigen Berg führt auf der anderen Seite eine Passstraße hinauf. Und über die örtlichen Verhältnisse müssten sie informiert sein: Die (damals) einzige Trecking-Agentur der Insel wurde von vor Ort lebenden EuropäerInnen geleitet.
Ich denke, diese Begegnung war nicht nur recht witzig, da steckt schon ein bisschen was dahinter: Wie sehr nämlich Reisen mit Sehnsüchten nach Freiheit zu tun hat, die dann von der Tourismusindustrie wieder enttäuscht werden. (Ist zunächst etwas weit hergeholt und wäre eher ein Thema für ein Forum zur "Reisephilosophie" - kennt jemand so etwas?)
Ähnliches beobachte ich auch immer wieder in den Alpen: Nichts gegen ordentlich Ausrüstung. Ich habe schon gerne einen warmen Pullover, eine Regenjacke und feste Schuhe dabei, wenn ich auf höhere Berge gehe. Nur: ich muss sie nur dann verwenden, wenn mir mein Gefühl sagt, dass es jetzt notwendig ist. Und ich muss keinen ungeschriebenen Kleidercodex erfüllen, der bis zur Farbe der Socken reicht (und nach Altersgruppen fein differenzier ist - macht echt Spaß, das zu beobachten!)
Zerrissene Jeans und nackte Füße sind da ein Zeichen, das gerade jüngeren "Bergsportler" offenbar unangenehm an die Freiheit erinnert, die man auch in den Bergen finden kann, wenn man nicht nur den Stress sucht, den der Alpenverein in die Berge getragen hat. (Sorry, dieser Verein hat natürlich auch ein paar gute Seiten. Aber ich habe halt auch ein paar Probleme mit dem Alpinismus. Aber das gehört auch nur mehr am Rand hier her ...) ...
Wer von Euch kennt eigentlich Cesaria Evora?
Für mich eine ganz faszinierende Sängerin von den ebenfalls faszinierenden Kapverdischen Inseln. Sie ist eines der bekanntesten Aushängeschilder einer Inselwelt vor der Küste Westafrikas, die kulturell irgendwo zwischen Portugal, Afrika und Brasilien steht - und einfach voller Musik verschiedener eigenständiger Stilrichtungen ist.
Cesaria Evora stammt aus der Hafenstadt Mindelo und ist so etwas wie der Inbegriff des Musikstils der "Morna" - einer kapverdischen Variante des portugiesischen Fados. Manche Leute lieben diese Musik, die Sehnsucht, Melancholie und Hoffnung ausdrückt. Ich gehöre zu denen.
Angeblich tritt Cesaria bei ihren Konzerten immer barfuß auf. Es heißt, aus Solidarität mit den Bauern in ihrem Land, für die Schuhe noch keine Selbstverständlichkeit sind. Harald

fussohli.jpg (920 Byte) zurück zur Übersichtsseite des "Best of"
im Hobby? Barfuß! Forum
zum Kopf der vorliegenden Seite

Auf den Seychellen gehen alle barfuß
(Forumbeitrag im Herbst 2000)

Heute möchte ich mal von einem ganz besonderen Reiseziel berichten.
Zuletzt habe ich ja ausführlich von meinen Erlebnissen in Australien, insbesondere auch von der barfüßigen Besteigung des "Clunp" (Ayers Rock) erzählt. 
Endpunkt dieser Reise war Darwin, ganz im Norden von Downunder. Wenn man nun von Darwin aus mit den Passatwinden über den Indischen Ozean Richtung Afrika segeln würde, Kurs West - Nordwest, dann würde man nach einigen Wochen Land voraus sichten.
Beim Näherkommen erkennt man sofort, dass es sich nicht um die ostafrikanische Küste handelt, sondern um Inseln, deren dicht mit tropischem Wald bewachsenen Berge sich bis zu annähernd 1000 Metern aus der Weite des Indischen Ozeans erheben. Die größeren Inseln sind fast alle bewohnt, es gibt aber auch ganz winzige, auf denen es keine Menschen gibt, aber eine überwältigende Vielfalt an Vögeln. 
Die Menschen auf den großen Inseln sind schwarz, schwarz wie der schwärzeste Rabe, sie sind weiß, weiß und blond, wie man sich ein Mädchen aus Stockholm vorstellt, sie sind braun, braun wie das schönste Braun, das man sich vorstellen kann! Und sie sind barfuß! Alle!
Schuhe braucht man hier nicht, sie sind so überflüssig, wie ein Kühlschrank in Grönland. Die Menschen hier leben vom Fisch, wilde Tiere gibt es nicht, zumindest keine, die man essen kann. Es gibt auch keine Schlangen und keine sonstigen Gifttiere. Viehzucht ist nahezu unbekannt, ein paar Hühner, das war's. 
Zum Essen gibt's Fisch, in einem Variantenreichtum, den man sich nicht vorstellen kann. Ich bin (leider) nicht mit dem Segelschiff aus Australien in dieses Paradies gekommen, sondern gänzlich unromantisch, mit dem Flugzeug, aus Basel.
Nun wollt Ihr natürlich wissen, wie dieses Paradies heißt! Vielleicht könnt Ihr es Euch ja schon denken: Es sind die Seychellen! 
Schon der Landeanflug auf der Hauptinsel Mahe ist etwas abenteuerlich. Die Landebahn ist ideal für kleinere Propellermaschinen, aber eine DC8 mit knapp 300 Leuten an Bord dort sicher runterzubringen ist schon eine Herausforderung für einen Flugkapitän. Das einzig Gute: weder vor, noch hinter der Piste gibt es irgend ein Hindernis, nur Wasser! Folglich gleitet das Flugzeug schon mehrere Kilometer vor der Landebahn ganz knapp über der Wasseroberfläche dahin, bis es schließlich die Landebahn erreicht - und dann wird gebremst!
Die Insel Mahe ist relativ groß, mit hohen, weithin sichtbaren Bergen, an denen sich die feuchten Passatwinde abregnen. 
Wesentlich kleiner und flacher, die höchste Erhebung ist 340m hoch, ist die Insel Praslin, die zweitgrößte Insel des Archipels. Ein wirkliches Paradies, man kann sie zu Fuß in einem Tag umrunden, wenn man sich 2 Tage Zeit lässt, hat man auch noch Zeit um die paradiesische Landschaft genauer anzuschauen.
Wer nicht so gerne wandert, kann sich, wie ich, auch einen Buggy mieten, mit dem man die interessantesten Stellen bequem erreicht. 
Auf Praslin hatte ich meine Unterkunft, in einem Hotel. Es gibt aber auch exklusive Privatunterkünfte, für diejenigen, die es sich leisten können. Das Flair in solchen Pensionen ist einmalig, ein wahrer Urlaub im Paradies, aber wie gesagt, man braucht halt das nötige Kleingeld dafür.
Aber auch, was die Insel und ihre kleineren Nachbarn sonst noch zu bieten haben, ist paradiesisch und durchaus erschwinglich. Im Zentrum von Praslin, zwischen dicht bewaldeten Bergen liegt das verschwiegene Vallee de Mai, das Tal des Mai. Hier wächst die geheimnisvolle Coco de Mer oder Saychellennuß. Sie ist wahrlich außergewöhnlich. Eine "doppelte" Kokosnuss, die auf bis zu 80 Meter hohen Palmen wächst und 25 kg schwer wird! Sie braucht 7 Jahre zu Reife, dann ist sie so hart, dass man Geschirr daraus schnitzen kann. 
Wenn man sie essen möchte, sollte man sie nach drei bis vier Jahren ernten, vorausgesetzt, man schafft es, eine 80m hohe Palme zu erklimmen ... Wenn man diese Nuss betrachtet, erscheint sie, wie ein wohlgeformter menschlicher Po (ich über lasse es Euerer Phantasie, ob männlich oder weiblich). Die Coko der Mer wächst nur auf Praslin und einige wenige Palmen auf der Nachbarinsel Curieuse. Alle Kultivierungsversuche auf anderen tropischen Inseln schlugen fehl. Die Nuss wurde verschiedentlich schon an fernen Stränden angespült, wo man sie für eine Nuss hielt, die im Meer wächst. Daher kommt der Name.
Man kann den Urwald im Vallee de Mai auf sauber gepflegten Pfaden erwandern, das ist mehr ein Spaziergang. Eine 1A- Barfuß- Empfehlung! Da kann man auch die Coco de Mer bewundern, und ihre Blätter, die eine Fläche von ca. 16 Quadratmetern haben!
Das Tal birgt noch ein weiteres Geheimnis, den schwarzen Papagei. Man hört ihn rufen, aber nur wenige Menschen bekommen ihn jemals zu sehen. Man schätzt den Bestand auf etwa 10 Paare (Stand 1983). Den schwarzen Papagei gibt es weltweit nur hier in den Wäldern um das Valley de Mai. 
Landschaftlich ist das Tal ebenso phantastisch. Dichter Urwald, Wasserfälle, wilde Bananen, Ananas, Palmen, Schluchten, ein tropisches Paradies, ohne Schlangen, Skorpione und Giftspinnen. man kann bedenkenlos barfuß laufen. Auch vor den Moskitos braucht man keine Bange zu haben, es gibt auf den Seychellen keine Malaria. Auch andere tropische Krankheiten erreichen die abgelegenen Inseln nur in Einzelfällen.
Von meiner Unterkunft aus konnte ich einen Hügel besteigen, mit üppiger tropischer Vegetation. Von oben hat man einen herrlichen Ausblick auf die benachbarten Buchten mit ihren strahlend weißen Strandsicheln. Noch toller ist die Aussicht vom 340 Meter hohen Grand Fond. Sie reicht über das ganze tropische Inselarchipel. Man kann den Gipfel per Auto erreichen. 
Ebenso führt eine Straße zur malerischen Anse Lazio ganz im Norden der Insel, eine Strandbucht wie aus dem Bilderbuch, hier hat der Schöpfer malerischen Kreativität freien Lauf gelassen. Weißer Sand, hohe, leicht geneigte Palmen, tiefblaues Wasser, ein kleiner Urwaldfluss plätschert ins Meer, dicke Granitblöcke unterteilen den Strand, bewaldete Hügel rahmen ihn ein. Der Blick übers Meer geht nach Westen, die Sonne versinkt am Abend hinter der winzigen Felseninsel Roche Grand Maman im Meer. Da vollführt nicht nur das Maler- und Fotografenherz Freudensprünge ...
Noch schöner ist die kleinere Bucht Anse Georgette, ganz im Nordwesten. Man erreicht sie nur zu Fuß, durch den Urwald oder per Boot und man ist dort meistens ganz alleine. Aber auch die unzähligen anderen kleinen und größeren Strände der Insel sind wunderschön. Und die Unterwasserwelt bietet dem Schnorchler einmalige Anblicke. Zwischendurch kann man auf einen Granitblock sitzen und die Seele baumeln lassen. 
Per Boot erreicht man die Nachbarinseln, z.B. Aride im Norden. Ein paar vereinzelte Häuser an der Südküste, hier wohnen die wenigen Einwohner des 2 qkm kleinen Eilands. Aber es gibt eine wundervolle Vogelwelt, vor allem im Mai. Ein verzweigtes Netz von Fußwegen, meist verwurzelte oder felsige Urwaldpfade erschließen die Insel und ihre Brutplätze, die man aber nur mit Führer aufsuchen darf. Eine genaue ornithologische Beschreibung würde den Rahmen hier sprengen und ich bin auf diesem Gebiet ohnehin kein Experte.
Courieuse ist eine verlassene Urwaldinsel, die palmenbewachsenen Felsen von St. Pierre bieten von Pte Zanguilles auf Praslin eine herrliche Kulisse im Sonnenaufgang. Chouve Souris kann man schwimmend erreichen. Ein Boot braucht man wiederum, wenn man die Paradiesinseln Petite und Grand Sceur oder Felicite besuchen möchte.
Petit Sceur ist unbewohnt, auf den beiden anderen gibt es nur wenige Menschen. Überall laden malerische Buchten und geheimnisvolle Urwaldpfade zu barfüßigen Spaziergängen in bezaubernder Landschaft ein. 
Ich gebrauche in meiner Beschreibung viele Ausdrücke der Superlative: paradiesisch, phantastisch, bezaubernd etc. Sie alle können nicht wirklich beschreiben, was sich den Sinnen hier bietet, die Anblicke, die Gerüche, die Geräusche, die Gefühle beim barfüßigen Ertasten dieses Fleckchen Erde, aber wie soll man das Paradies schon beschreiben ...
Die größte Nachbarinsel von Praslin ist La Digue. Menschen gibt es einige auf dieser Insel, die Buchten vor allem im Südosten stehen denen im Norden von Praslin in nichts nach. Überall auf diesen Inseln sind Schuhe absolut überflüssig, man braucht sie nicht. Jeder ist hier barfuß, beim Arbeiten, beim Fischen, beim Spazieren gehen, beim Tanzen, einfach immer und überall!
Es gibt keinen Massentourismus, der ist bei den Seycheloir auch nicht erwünscht. Die Leute sind zurückhaltend aber nicht unfreundlich, sie wollen aber gerne alleine bleiben. Einige wenige Urlauber sind immer willkommen, aber keine Massen wie in anderen tropischen Inselreichen. 
Die Seycheloir wollen sich ihr kleines Reich erhalten, wie es ist, ein Paradies. Wie gesagt, sie sind eine bunte Mischung aus allen Rassen Afrikas, Asiens und Europas und sie leben friedlich zusammen. Soldaten gibt es keine. Einige tausend Meilen vom nächsten Festland entfernt gibt es auch niemanden, mit dem man streiten könnte. 
Wenn man hier in Urlaub ist, verlieren unsere Wertmaßstäbe an Bedeutung. Nichts geht schnell, nichts ist groß, materieller Reichtum ist unwichtig. Es gibt keine landschaftlichen Superlativen  a la Grand Canyon, Ayers Rock, Amazonas, Viktoriawasserfälle oder Serengeti. Alles ist klein, eine Welt en Miniatur. Man bracht keine sportlichen Höchstleistungen zu erbringen, wenn man die Inseln erwandert, alles nur Spaziergänge. Eine barfüßige Tour ist schön, man kann damit aber nicht prahlen. Man fällt auch nicht auf, ja, nach kurzer Zeit merkt man es noch nicht mal selber, dass man barfuß ist. Andere Leute, die barfuß laufen, fallen ebenfalls nicht auf, man registriert sie gar nicht, es sind ja alle.
Es fallen nur diejenigen (wenigen) auf, die wanderstiefelbewehrt das "wilde" Vallee de Mai durchdringen möchten. Mitleidig kann man sich ihre "kochenden" Füße vorstellen. 
Ja, und irgendwann, nach einigen Wochen muss man nach Hause, in unsere Welt zurückkehren, wo barfüßige Menschen auffallen. Man muss sich wieder die Vergewaltigung der Füße im Beruf antun.
Aber bei Spaziergängen im Wald an lauen Sommerabenden kommen die Erinnerungen ans Paradies auf den Seychellen ...
Zunächst muss ich wohl noch ergänzend sagen, dass ich vor 17 Jahren auf den Seychellen war. Am Leben der Menschen dort hat sich aber wahrscheinlich inzwischen nicht sooo viel geändert.
Ich war als stinknormaler Urlauber in einem Touristikhotel und bekam vom Leben dort einen nur sehr allgemeinen Einblick.
Zu den Lebenshaltungskosten: Die meisten Menschen dort leben (1983) als Fischer und von bescheidener Landwirtschaft als Selbstversorger. Lebensmittel sind im allgemeinen sehr viel billiger als bei uns. Kleidung dürfte etwa das gleiche kosten. Luxusgüter, wie PC, PKW, TV, Video, Waschmaschine etc. sind mit Sicherheit teurer, als bei uns und für Einheimische kaum erschwinglich.
Ein Häuschen auf den Seychellen! Wer träumt davon nicht! Du kannst davon ausgehen, dass unbewohnte Inseln auch unbewohnbar sind. Auf den großen, bewohnten Inseln ist die Bevölkerungsdichte etwa so hoch wie bei uns. Die Grundstückspreise dürften also relativ hoch sein.
Ein Haus auf den Seychellen kann ja sehr einfach sein. Man muss nicht wärmedämmend bauen, Heizung ist überflüssig, ein Plumpsklo im Garten ist ausreichend und ob Du eine Dusche brauchst musst Du selbst entscheiden. Die Seychelloir haben meist keine. So sind die eigentlichen Baukosten für einen Mitteleuropäer sicher kein Thema. Übrigens, die meisten Häuser auf den Seychellen haben keinen elektrischen Strom.
Zur Sprache: Die meisten Leute verstehen nur Französisch - Kreolisch. Englisch wird teilweise verstanden, es ist aber notwendig, Französisch zu können.
Einwanderungsbestimmungen: Genaues weiß ich nicht. In jedem Falle sehr schwierig. Die Menschen stehen Fremden eher reserviert gegenüber. Touristen sind kein Problem, Einwanderer aber nicht gerne gesehen, es soll aber auch schon Übergriffe gegeben haben.
Lebenserwartung: Die Bedingungen sind besser als in den meisten afrikanischen Staaten. Doch haben auch auf SEY die wenigsten Leute Geld einen Arzt zu bezahlen, oder eine regelmäßige Versicherung zu unterhalten. Deswegen ist die durchschnittliche Lebenserwartung sicher niedriger als bei uns.
Alles in allem sind die Seychellen ein Paradies für zahlungskräftige Touristen. Für Einwanderer gilt wie überall auf der Welt: als "normaler" Mensch hast Du kaum eine Chance.
Wenn Du aber 'ne Menge Geld mitbringst, stehen Dir alle Tore offen! Bernd A.
 

fussohli.jpg (920 Byte) zurück zur Übersichtsseite des "Best of"
im Hobby? Barfuß! Forum
zum Kopf der vorliegenden Seite