Barfuß in den USA
(Forumbeiträge seit Frühjahr 2001)

Es geht um meinen zweiwöchigen Urlaubsaufenthalt in den USA. Ich wollte fragen, ob jemand von euch Ahnung hat, ob man barfuß Probleme bekommt, z.B. am Flughafen, im Flugzeug, bei den Sicherheitskontrollen ...
Da ich keine richtigen Schuhe besitze und auch nicht vorhabe, für diesen Anlass welche zu kaufen, will ich halt die komplette Reise ohne Schuhe antreten. Hat jemand Erfahrungen gesammelt, barfuß nach und durch Amerika zu reisen? Ist dieses Land ziemlich offen für solche Sachen, oder stehen Probleme an, wenn man z.B. ohne Schuhe ein Fast Food Restaurant betritt?
Ich habe nun schon wochenlang keine Schuhe mehr getragen und käme mir fast komisch vor, wenn ich welche anziehen müsste ...
Ich würde mich über ein paar Tipps sehr freuen!!!
Barfüßige Grüße und allzeit rabenschwarze Sohlen wünscht euch
KATJA

Also ich würde dir empfehlen, zumindest ein paar Flip-Flops oder so was in der Art zu kaufen. Kriegt man ja auch teilweise für ein paar Mark. Je nachdem wo du in den USA unterwegs bist, kann es durchaus sein dass du barfuß Probleme bekommst und man dich z.B. nicht in einen Laden hinein lässt.
Ein paar "Schlappen" zur Hand zu haben die man schnell an- und wieder ausziehen kann ist sicher keine schlechte Idee.
Marco N.

Hallo Katja,
nach meinen Erfahrungen solltest Du zumindest ein paar Flip-Flops bei Dir haben.
Insbesondere in Einkaufscentern und etwas besseren Restaurants sind Schuhe Pflicht. Das Schild "No Shoes, No Shirt, No Service" wurde meist durch das Schild "Shoes required" ersetzt.
Der Rest der Klamotten ist meist egal. Es ist auch egal was das für Schuhe sind; es muss nur irgendwas an den Füßen sein, was wie Schuhe aussieht.
Ich wurde in der Sea-Grass-Mall in Fort Lauderdale von drei Security-Leuten in Uniform und einem in Zivil in Gewahrsam genommen und wegen der fehlenden Schuhe des Hauses verwiesen; Verstoß gegen die Hausordnung. Erklärt wurde es mit den Worten: "It`s for your own safety!"
Viele Grüße und viel Spaß in den USA.
Lothar

Die USAnier sind so ziemlich die untolerantesten und dü.. Menschen, die es gibt.
Sorry, ist aber leider so. Bei uns ist es ja wenigstens so, dass, wenn du irgendwo nicht barfuß rein darfst, der Mensch Dir das meist recht leise und unauffällig mitteilt.
In USA läuft das ungefähr so ab, dass man Dich so laut anschreit, dass auch jeder gleich mitbekommt, dass Du "gesetzesbrüchig" bist - ein "Outlaw!".
Der Gag ist, dass es dort gar kein Gesetz gegen barfuß laufen gibt. Außer in Texas, glaube ich. Dort kann man sich aber für 5$ eine Erlaubnis besorgen. Sind die nicht echt schwachsinnig?
In Fastfood Restaurants dürftest Du trotzdem keine Schwierigkeiten haben. Außer in manchen kleinen, privat geführten. Die glauben dann, dass Du ihnen keinen Respekt zollst. Wenn man´s erklären kann, geht´s dann aber meistens.
Am ärgsten scheinen die Gegenden im Inneren des Kontinents zu sein.
San Francisco ist anders. Dort bin ich auch in bessere Restaurants reingekommen.
Trotzdem rate ich Dir: schau auf die dirty sole socity Seite und druck Dir so viel Information wie möglich aus. Die kannst Du dann den Leuten unter die Nase halten und Du sparst Dir das argumentieren auf Englisch.
Trotzdem viel Spaß dort. Das Land ist echt super!
lg, Klaus (k.c.)

Deine Fragen kann ich alle beantworten.
Bei den Sicherheitskontrollen wirst du dann Probleme bekommen, wenn du metallische Gegenstände mit dir führst, aber wenn du keine Ringe an den Füßen trägst- no problem. Es sei denn deine Füße stinken so, dass sie als Waffe anerkannt werden, dann droht dir Haft.
Im Flugzeug wirst du dann Probleme kriegen, wenn du Flugangst hast, ob barfuß oder nicht. Ein absoluter Barfüßer aus Amerika war Huckleberry Finn, der auch gereist ist. Probleme, ein Fast-Food-Restaurant barfüßig zu betreten stehen dann an, wenn Mausefallen aufgestellt sind. Dies ist besonders in von Rattenplage befallenen Gebieten der Fall. Aber so eine Mausefalle am Fuß ist doch auch chic- oder nicht?
Doch für dich Katja habe ich den absoluten Insidertipp parat. Geselle dich zum Indianerstamm der Barfüßer, dort wirst du auf mich, den Häuptling schwarze Sohle treffen. Lebe mit uns im Einklang mit unseren Füßen und wirf deine Schuhe mit all deinen Sorgen in einen dunklen See. Denn ich bin die Legende eines Barfußkultes und verabschiede mich mit den indianischen Worten "amokzu tuzerille"
Häuptling schwarze Sohle

Als langjähriges SBL-Mitglied kann ich die Äußerungen über USA bestätigen.
Es scheint ein weniger barfuß-freundliches Land als die deutschsprachigen Länder zu sein. Andererseits ist Amerika groß, und vielleicht kannst Du uns hinterher auch von guten Erfahrungen berichten.
Zur Fluglinie: Von KLM habe ich per E-Mail die Aussage, ich dürfe auch gerne barfuß mitfliegen. Wenn Du sie brauchst, schicke ich sie Dir.
Gruß, Kai (VS)

Bin heut auf dieses Forum gestoßen und finde es Klasse, weil ich auch sehr gern barfuß laufe.
Ich hab mal ein Jahr in den USA gelebt und fand immer folgendes Schild: No shoes, no shirt, no service... das war sicher schon mal Thema bei euch, oder? Boykottiert ihr jetzt die USA?
Viele Grüße
Tina

Das bedeutet doch nur, dass es sich um ein Selbstbedienungsgeschäft handelt, in dem keine Schuhe und Hemden verkauft werden .... Unci

hahahaaa, so wird's sein! :-)
Nee, es ist tatsächlich so, dass man ein T-Shirt und Schuhe tragen muss, um nicht des Ladens verwiesen zu werden.
Grüße aus dem sonnigen NRW
Tina

Ich war auch für ein Jahr in den USA und habe die gleichen Erfahrungen wie Du gemacht. Insbesondere an größeren Malls, Ladenketten oder an Fastfond- Restaurants hingen besagte Schilder. An kleineren Läden hingegen eher selten, wahrscheinlich bedeuten denen ihre Kunden noch etwas, egal ob barfuß oder nicht.
Ich habe daher immer ein Paar Flip-Flops im Auto liegen gehabt, die ich dann auf dem Parkplatz angezogen habe. An Tankstellen, in Motels oder in Urlaubsorten habe ich aber mit Barfußlaufen keine schlechten Erfahrungen gemacht.
Übrigens habe ich in Amerika auch kaum jemanden barfuß gesehen, obwohl es von Frühjahr bis Herbst prima Wetter war. Die meisten ziehen selbst für die paar Schritte vom Pool bis zum Parkplatz Schuhe an, um dann 300 Meter bis nach Hause zu fahren ...
Die USA boykottiere ich wegen der NSNSNS- Schilder aber nicht, da mir das Land viel zu gut gefällt. Im August fliege ich wieder hin :-) Ich würde höchstens - genauso wie auch hier in Deutschland - diejenigen Läden oder Restaurants nicht mehr besuchen, in denen ich schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Ich war übrigens in North Carolina, und Du?
Schöne Grüße, auch aus NRW
Markus (NRW)

FlipFlops sind ne gute Alternative... aber das sage ich als "Frischling", sozusagen! *gggg*
Du fährst wieder in die USA? *neid*
Ich plane, nächstes Jahr mal wieder den Sprung über den Teich zu machen. Ich war in Pennsylvania und in Oregon. Komischerweise liefen mir in OR weit mehr Leute barfuß über den Weg als im konservativen PA!
viele Grüße - ebenfalls aus NRW
Tina

Ich wünschte, ich wäre jetzt schon in North Carolina – bei dem Wetter in Deutschland zur Zeit! Im Frühjahr und im Sommer war dort eigentlich kein Tag unter 30 Grad :-)
Da ich nur gerne barfuß laufe, wenn es schön warm ist, war das Wetter also ideal für mich!
In NC, im "Alten Süden" geht auch vieles recht konservativ zu. Die Leute aber sind fast alle sehr freundlich, und so gab es auch keine negativen Reaktionen, wenn ich barfuß war. Im Gegenteil, viele haben nett gegrüßt und einmal wollte mich sogar ein älterer Herr mit seinem Auto mitnehmen, als ich mit Schuhen in der Hand von der Uni nach Hause ging, weil er dachte meine Schuhe wären kaputt ... An der Uni habe ich leider nie jemanden barfuß gesehen. Ich habe im Sommer auch immer ein Paar Birkenstock oder Badeschlappen getragen und sie dann im Unterricht meistens ausgezogen.
Wie waren denn Deine Erfahrungen mit Barfußlaufen in den USA?
Barfüßige Grüße
Markus (NRW)

Also, meine Erfahrung mit Barfußlaufen war eher, dass man schief angeschaut wird. Ich war mal unten in Arizona mit dem Auto unterwegs (bin barfuß gefahren) und wollte schnell in einen Supermarkt rein. Wie gesagt, No shoes, no shirt, no service prangte dort an der Tür, aber rausgeworfen hat mich dann doch niemand.
Hab mich aber auch beeilt, wieder rauszukommen! *lach*
Noch einen tollen Montag euch allen
Tina

Da ich nicht direkt in der Innenstadt gewohnt habe, musste ich für fast alle Wege das Auto benutzen – wie halt so üblich in Amerika. Ich fahre auch gerne barfuß und hatte daher auch nicht jedes Mal Lust, mir Schuhe anzuziehen, nur um in einen Laden zu gehen. Aber ich habe dann doch meistens Flip-Flops oder so getragen, da ich auch nicht riskieren wollte, nicht reingelassen zu werden. Wahrscheinlich ist diese Befürchtung aber unbegründet, da die meisten Geschäfte halt doch was verkaufen möchten. Du konntest ja auch trotz Schild in dem Supermarkt einkaufen.
Ich denke, ob man des Ladens verwiesen wird oder nicht, macht wohl eher der gesamte Eindruck aus statt die Tatsache, dass man barfuß ist.
In anderen Ländern hatte ich beim barfuß Einkaufen keine Probleme. Besonders Australien ist sehr barfußfreundlich :-)
Auch auf Hawaii störte sich niemand daran, dass ich barfuß lief, obwohl ich im Februar dort war. Aber auf Hawaii ist das Wetter im Februar ja auch besser als hier im Juli ;-)
Liebe Grüße
Markus

Ich bin seit einigen Monaten in den USA in der Nähe von Washington DC. Das Klima ist im Sommer heißer und feuchter als in Zentraleuropa.
Meiner Meinung nach sind die Menschen hier etwas weniger verkrampft gegenüber dem Barfußgehen. Ganz ohne Schuhe zu gehen ist aber hier etwa gleich unüblich wie in der Schweiz oder Deutschland. Hingegen tragen in der Freizeit hier schätzungsweise mehr als 50 % der Leute Sandalen etc. Es ist durchaus normal, nackte Füße zu zeigen.
Beliebt sind auch niedere geschlossene Schuhe aus Wildleder, die dann fast immer ohne Socken getragen werden.
Ich habe bis jetzt nur bei einem Laden einen Hinweis gesehen, dass man Schuhe tragen muss. Nach meinen Beobachtungen ist es aber im Umfeld des eigenen Hauses viel eher üblich als bei uns, dass man barfuß herumläuft. Der Asphalt ist im Sommer bei Sonnenschein so heiß, dass es für mich bei ein paar wenigen Versuchen ziemlich schmerzhaft wurde. Deshalb vielleicht die lockere Haltung, dass man als Schutz etwas unter den Fußsohlen haben will, wenn es zwischendurch mal Spaß macht, trägt man die Sandalen in der Hand, Hauptsache ist, man schwitzt nicht an den Füßen.
Ich zähle mich nicht zu den militanten Barfußgängern und gehe vor allem auf Wanderungen mindestens teilweise ohne Schuhe. Das Verhalten bei Begegnungen ist ziemlich dasselbe wie es in vielen Beiträgen geschildert wird. Die meisten sagen nichts. Wenn ich angesprochen werde, so ist die Reaktion immer positiv.
PeterVonWald

Wir sind ja fleißig dabei, das öffentliche Ansehen in Europa zu stärken, damit es nicht auch zu solchen Einschränkungen kommt wie in den USA. Aber mit unserer interessanten und ernstgemeinten Forumsdiskussion, dem "Best of" und etlichen guten Barfuß-Homepages wird schon erheblicher Einfluss auf die öffentliche Meinung genommen. Und durch Projekte wie Fühlpfade, Barfußwanderungen und barfüßige Schulaktionen werden viele Leute direkt angesprochen!
So schaffen wir in Mitteleuropa eine Kultur der positiven, bejahenden Beziehung zu den Füßen -- und die Amerikaner können auch davon profitieren.
Lorenz

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