Barfußurlaub in Bulgarien
(Forenbeiträge seit Sommer 2004)

Im Sommer war ich mit meiner Freundin Ira 2 Wochen in Bulgarien - ganz ohne Schuhe. Bei 40 Grad zum Teil aber so unangenehm, dass ich mir dort dann ein paar Flip Flops gekauft habe. Die habe ich allerdings nur auf Asphalt gebraucht.
Ansonsten war es auch dort wunderschön und auffallen tut man in den kleinen Dörfern dort sowieso nicht, dort ist es im Sommer zumindest normal barfuss zu laufen, den ganzen Tag. Nur schade dass man so viele arme Leute sieht. Wir haben 2 junge Frauen in ziemlich lumpiger Kleidung, so ca. 20-25 Jahre am Bahnhof getroffen und auf gebrochenem Englisch bettelten sie um Geld. Wir haben ihnen 4 Euro in die Hand gedrückt, obwohl es dort nicht die Landeswährung ist.
Auch sie waren barfuss, aber sicher nicht freiwillig. Das ist dann aber eine andere Sache.
Sanna

Der Sommer geht und meine Urlaubssaison beginnt. Die letzte Septemberwoche war ich an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Wusstet ihr, dass das schwarze Meer vor wenigen tausend Jahren noch ein See war? doch dann stieg der Pegel des Mittelmeeres und ergoss sich durch den Bosporus in die schwarz-see-ebene. das Ereignis kennen wir heute noch aus der Bibel als die Sintflut.
mein Ausgangsort war Sozopol, 35 km südlich von der Flughafenstadt Burgas. Sozopol ist malerisch auf zwei fingern einer Halbinsel gelegen mit einer schönen Altstadt auf einem der Finger und einem immer noch ganz netten neueren teil. jetzt, in der Nachsaison auch sehr beschaulich zum genießen. mein hotel Sunny beach lag etwa einen Kilometer den Strand entlang in einer noch nahezu unbebauten Bucht, doch auch da rollen die Bagger für die nächsten Hotelbauten schon: beeilen. das dreistöckige, kleine haus ging dieses Jahr in die erste Saison, ausgesprochen junges und deshalb sehr lockeres personal. barfuß zu den Mahlzeiten zu gehen und abends an der bar war gar kein Thema. die Straßen in die Stadt und in der Stadt sind angenehm barfuß zu laufen, auch das Pflaster in der Altstadt ist okay.
Nessebar, 70 km nördlich, konkurriert mit Sozopol, wer die perle am schwarzen Meer ist. man erreicht es mit dem stündlich zur halben stunde fahrenden Bus nach Burgas, wo man umsteigen muss in den etwa alle 40 Minuten fahrenden Bus nach Pomorie/ Nessebar/ Slancev brjag (Sonnenstrand). Fahrpreis 2,40 Leva + 2,80 Leva pro Richtung, zusammen 3 €. die Stadt ist älter und vom Baubestand interessanter, byzantinische Kirchen ab dem 2. jahrhundert. das Pflaster in den Gassen ist zum teil nicht das tollste zu laufen, am Rande und auf der Straße um die Halbinsel, die mit einem Deich zum Festland verbunden ist, ist es eine Freude. leider auch jetzt noch sehr touristische durch den angrenzenden Sonnenstrand, 8 km, schöne bucht mit ausgesprochen barfußfreundlichen wegen, aber hotel an hotel (zum teil recht große Klötze, aber auch einige mit sehr gutem Standard dabei) und austauschbar (kaum noch authentisch bulgarisch). die Barfüßer dort sprechen überwiegend schwedisch und englisch,
sehr zu empfehlen noch Varna an der nördlichen Schwarzmeerküste mit breiten Fußgängerzonen voller Straßencafes, schönen Kirchen und einem Primorski park (Meerespark), riesengroß und direkt am Meer, so dass man vom wasser aus die 350.000-einwohner-stadt hinter den bäumen gar nicht vermutet. der Busbahnhof (6 Leva von Slanchev brjag bzw. nessebar, 7 Leva von burgas kostet die Fahrt) ist leider etwas abseits der Innenstadt, und die Wege von dort ins Zentrum sind nicht so schön, barfuß zu bewältigen.
Tagestemperaturen auch jetzt noch bis 27 grad, morgens begann es aber meist recht frisch. ganz überwiegend sonnig, ein echtes Spätsommerziel also noch. und irre preiswert. der Pauschaltrip ab Köln incl. Halbpension und Doppelzimmer zur Alleinbenutzung war für 352 € zu haben, ausgaben vor ort z. B. 1 Lev (50 Cent) für 0,33 l bulgarisches Bier (Kamenitza, Burgasko), schmeckt den tschechischen Pilsen sehr ähnlich. für Weinliebhaber: in Bulgarien wird mehr Cabernet Sauvignon angebaut als in ganz Kalifornien. verständigung prima auf Deutsch, nach wie vor ganz klar vor englisch, auch im Schulunterricht.
wer auf Markenimitationen steht, kann dort ordentlich auf Barfuß-shopping-tour gehen. dass alles nachgemacht ist, wird auch ganz offen gesagt, nicht so wie in der Türkei etwa ("alles original"), nein: "original viel zu teuer, alles Imitation"...
Barfuß-fazit: es lohnt sich
Carsten

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