Barfuß auf den Zirbitzkogel (Steiermark)
(Forumbeiträge im Frühjahr 2002)

Am Donnerstag (30. Mai) trafen sich Harald (von Wien kommend), [asc] und unci (aus Graz, [asc] am Vortag aus Bonn angereist) in Bruck an der Mur im Zug. In Neumarkt holte uns wie geplant die Hüttenwirtin ab und fuhr uns auf die Tonnerhütte, wobei sie unterwegs vom Bauern Milch holte.
Die Hütte liegt sehr aussichtsreich auf 1650 m Höhe und ist wirklich gemütlich. Wir genossen die Aussicht, bis dann am späteren Nachmittag auch Markus und Barbara mit ihren Kindern Philipp (8) und Marie-Therese (6) aus Wien anreisten. Das Abendessen war wirklich lecker.
Am nächsten Morgen, nach ausgiebigem Frühstück, brachen wir um ca. 9 Uhr bei strahlendem Wetter zum Gipfel auf. Es ging eine Wiese (im Winter Schipiste) hinauf, dann einen kleinen Weg bis an die Baumgrenze und weiter über schön weichen Bergrasen, zwischen Enzian und anderen Bergblumen mit einzelnen Steinen. Wir ließen uns Zeit, pausierten ab und zu und genossen die Aussicht und vereinzelte kleine Schneefelder, die der Winter übriggelassen hatte.
Nach knapp 3 Stunden waren wir dann am Gipfel auf 2396 m, sturmumtost mit Gipfelkreuz und dem Schutzhaus. Dort oben gab es dann schon einiges Volk (beim Aufstieg war recht wenig los, aber auf den Zirbitzkogel führen viele Wege), und Kommentare wie: "Habt's eure Schuh' versoffen?"
Wir setzten uns in die gut geheizte Hütte zu einer zünftigen Jause, verfassten ein Gedicht für das Gästebuch und gingen dann zum Abstieg über, auf einem anderen Weg. Zuerst ging es den Grat entlang, dann steil bergab zwischen Steinen und Gras und zwei stehengebliebenen Pistenraupen. Weiter unten war der Weg dann ein wahrer Genuss, einschließlich der zu kreuzenden Bäche.
Abends hatten wir genug Zeit, um uns zu erholen und die Annehmlichkeiten der Tonnerhütte wie einen solarbeheizten Naturbadeteich, Ganzkörpermassage und ein opulentes Abendmenü in Anspruch zu nehmen.
Heute war dann die Rückfahrt. Markus mit Familie fuhr nach Mühlen hinunter, um dort noch den Märchenwanderweg kennenzulernen; wir anderen drei wanderten einen Karrenweg nach Neumarkt, einschließlich einer Pause an der Kapelle eines Bauernhofs, wo Harald noch länger bleiben wollte. Unten war es wirklich warm und sommerlich.
Insgesamt ein voller Erfolg - der Zirbitzkogel ist wirklich schön zu wandern! Und auch für sechsjährige Kinder barfuß zu besteigen - Marie-Therese hat es bewiesen. So ungläubig manche Blicke auch waren .....
Unci

Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich dazukomme, mich nach unserer Zirbitzkogel- Wanderung gemütlich (mit einem ganz großen Glas Holler/ Holunderblütensaft) vor den Computer zu setzen. Ich möchte zum informativen und sachlichen Bericht von Unci (Danke!) noch ergänzen: Es war einfach schön!!! So ein schöner Berg, so schönes Wetter, mit netten Leuten unterwegs zu sein, einmal nicht der einzige Barfüßler in einer Gruppe... (Niemand fragt, während ich schwitzend bergauf keuche: Barfuß?? Ist Dir nicht kalt?)
Der Zirbitzkogel ist nicht nur einfach schön, er ist auch wirklich optimal für schuhfreies Wandern geeignet. Eine kurze Liste an barfußfreundlichen Böden (von unten nach oben):
* Fichtennadeln im Wald
* Wiesen
* Schotterstraßen mit kleinen und runden(!) Steinen
* Holzfußboden in der Hütte, Steinboden davor
* Almmatten, stellenweise ein bisschen stachelig mit Bürstling (diejenigen, die mit waren, wissen jetzt, was das für ein Gras ist, oder?)
* ganz viele Bäche mit erfrischend kühlem Wasser
* ein paar kleine Schneefelder (noch erfrischender, tut aber einfach gut!)
Wenn ich gewusst hätte, dass das Wetter so toll wird, hätte ich mir überhaupt keine Schuhe mitgenommen. Ich hab aber doch noch Schnee auf dem doch deutlich über 2000m hohen Berg gefürchtet. Aber meine Treckingschuhe baumelten dann die ganze Zeit unbenutzt am Rucksack.
Schön war auch mein ganz persönlicher Ausklang dieses Ausfluges auf einer Wiese mit Ausblick auf den Berg.
Samstag Abend war ich wieder in Wien, Sonntag Nachmittag bei Freunden zum Grillen eingeladen, und gestern und heute hab ich mich mit Vegetationskartierung in der österreichischen Steppe herumgeschlagen. Ja, ihr habt richtig gehört: Steppe, gräserdominierte, fast baumfreie Vegetation, mit eigenartigem Federgras, wie in Südrussland oder Kasachstan, das gibt es auch schon an ein paar Stellen im äußersten Osten Österreichs. Und die Steppe fühlt sich gut an unter den Fußsohlen. Ja, ich bin immer noch barfuß!!!
Euer Harald

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